Die Österreichische Entwicklungs- zusammenarbeit - ein Historischer Überblick

Entwicklungszusammenarbeit (EZA)/Entwicklungshilfe ist ein relativ junges Phänomen, das erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein fester Bestandteil der außenpolitischen bzw. internationalen Beziehungen eines Landes wurde. Dies gilt - mit etwas Zeitverzug - auch für Österreich, das einerseits, da es keine koloniale Vergangenheit im Süden hatte und andererseits aufgrund des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg und mit dem Hinweis auf die geringe Größe des Landes  keine unmittelbare Verantwortung des Staates für öffentliche Entwicklungshilfe in den 1950er Jahren sah.

EZA geht daher in Österreich sehr stark auf die Initiative von Einrichtungen der Katholischen Kirche zurück, die die Themen weltweite „Unterentwicklung“, Armut, Hunger und Gerechtigkeit aufgriffen und mit konkreten Angeboten an einer „besseren Welt“ mitzuarbeiten, Handlungsmöglichkeiten aufzeigten. Öffentlich unterstützte Strukturen entwickelten sich erst in den 1960er Jahren, Gegenstand der öffentlichen Verwaltung wurde die Entwicklungshilfe erst  ab 1973.

Die ÖFSE hat in Österreich sowohl die öffentlichen Entwicklungshilfe und die Entwicklungspolitik der Bundesregierung als auch das Engagement privater Einrichtungen seit ihrer Gründung 1967 verfolgt und dokumentiert. In der C3-Bibliothek sind sowohl die wissenschaftliche Literatur über die österreichische Entwicklungshilfe als auch alle wichtigen Dokumente der österreichischen Entwicklungspolitik zu finden. Daneben publizieren die ÖFSE MitarbeiterInnen regelmäßig zur österreichischen Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik. 1969 erschien der erste Band des Handbuchs der Entwicklungshilfe über die Nichtstaatlichen Organisationen in Österreich (EDER, Rudolf; 1969), 1972  wurde der 2. Band des Handbuches, der die Politik, die Organisation und die Leistungen der österreichischen Entwicklungshilfe thematisierte (EDER, Rudolf/ KROBATH, Hermann; 1972), publiziert. Seit 1984 erscheint  jährlich (sofern Daten verfügbar waren) die ÖFSE Publikation „Österreichische Entwicklungspolitik“ Berichte-Analysen-Informationen, in der die gesamten Finanzflüsse Österreichs an Entwicklungsländer dargestellt und analysiert werden. Viele dieser Publikationen sind seit 1999 online verfügbar.

Wichtige Meilensteine und organisatorische Veränderungen der österreichischen Entwicklungshilfe/EZA  - nach Entwicklungsdekaden geordnet – von 1950 an dargestellt, sollen einen Überblick über die Genese der österreichischen Entwicklungshilfe/Entwicklungszusammenarbeit und die verschiedenen AkteureInnen geben und ein besseres Verständnis der spezifischen Realität der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bieten.

Ansprechperson zum Thema:

Michael Obrovsky

Dr. Michael Obrovsky
Stellvertretender Leiter
Tel.: +43 1 317 40 10 – 110  
E-Mail: m.obrovsky@oefse.at 

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Publikationen zum Thema:

Aktueller Kommentar: 2017 – Jahr der Trendwende in der OEZA?

Eine Trendwende wäre möglich. Dafür braucht es neben mehr Geld aber vor allem eine fundierte Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der EZA als Mittel der Migrationsbekämpfung, und einen gesamtstaatlichen Ansatz zur Umsetzung der SDGs.

Michael Obrovsky (ÖFSE), Jänner 2017

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In der jährlich erscheinenden Publikation stellt die ÖFSE die finanziellen Gesamtleistungen Österreichs dar und präsentiert Analysen zu ausgewählten Daten und Fakten der österreichischen öffentlichen wie privaten Entwicklungszusammenarbeit. Weiters wird ein aktuelles Thema der Entwicklungspolitik aufgearbeitet und für die politische Diskussion in Österreich vorbereitet.
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