Entwicklungspolitische Bildungsforschung

Bildungsförderung ist seit Beginn internationaler Entwicklungszusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg ein prioritäres Interventionsfeld. Der Zugang zu Bildung ist einerseits Menschenrecht, andererseits wird Bildung als wichtiges Instrument zur Erreichung von Armutsminderung, Wirtschaftswachstum, Gesundheit oder Empowerment angesehen.

Präsentation: Education for All Global Monitoring Report 2015
Präsentation: Education for All Global Monitoring Report 2015

Jahrzehntelange Bemühungen zeigen jedoch nur gemischte Ergebnisse. Trotz großer Fortschritte besuchen nach wie vor nicht alle Kinder die Primarschule, die Rate erwachsener AnalphabetInnen ist weiterhin sehr hoch, die Besuchsraten auf der sekundären und tertiären Bildungsebene hingegen niedrig. Zudem sind die Bildungsdisparitäten stark ausgeprägt. Arme, unterprivilegierte und ländliche Bevölkerungsgruppen sowie Frauen und Mädchen sind in ihrem Zugang zu Bildung stärker eingeschränkt und profitieren weniger von Bildungsbeteiligung als andere soziale Gruppen. Insgesamt sind die Bildungssysteme in vielen Entwicklungsländern stark von der kolonialen Vergangenheit geprägt, was sie in erster Linie zu sozialen Selektionsinstrumenten macht. Globalisierung und Bildungskommodifizierung tendieren dazu, die Bildungsdisparitäten sowohl in einer Nord-Süd-Dimension als auch innerhalb der Entwicklungsländer zu verschärfen.

Die ÖFSE möchte in der Tradition kritischer Bildungsforschung aktuelle internationale Bildungsstrategien in der Entwicklungszusammenarbeit sowie die ambivalente Rolle von Bildung im Entwicklungskontext analysieren. Leitende Fragestellung ist dabei, unter welchen Bedingungen Bildung zu inklusiver Entwicklung nachhaltig beitragen kann. Die aktuellen Schwerpunkte liegen auf den Themen Berufliche Bildung und Skills Development, Bildung in der Post-2015 Entwicklungsagenda und der österreichischen Entwicklungsforschung.

Die ÖFSE arbeitet bei der Plattform Globale Bildungsgerechtigkeit mit, einem offenen Zusammenschluss verschiedener österreichischer Organisationen, die sich für Bildungsgerechtigkeit in globaler Perspektive einsetzen. Die Plattform möchte Diskurse anregen, Ideen und Konzepten zusammenführen und die Vernetzung von engagierten Personen und Einrichtungen fördern. Derzeitige Mitglieder sind: Bundesjugendvertretung (BJV), Jugend Eine Welt, Kindernothilfe Österreich, Licht für die Welt, Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), Paulo Freire Zentrum, Südwind Agentur.

Mission Statement – Plattform Globale Bildungsgerechtigkeit (pdf)

Ansprechperson zum Thema:

Margarita Langthaler

Mag.a Margarita Langthaler
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: +43 1 317 40 10 – 112  
E-Mail: m.langthaler@oefse.at
 
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