Globale Produktionsnetzwerke

Internationaler Handel und globale Produktion werden zunehmend in globalen Produktionsnetzwerken (GPN) organisiert, in denen transnationale Konzerne den Produktionsprozess aufspalten und in globalem Maßstab verlagern. Die Integration und die Verbesserung der Position in GPN wurde zu einem wesentlichen Politikziel in vielen nationalen Entwicklungsstrategien erhoben. Der Begriff „economic/industrial upgrading“ beschreibt in diesem Kontext die Aufwertung von geringwertigen zu höherwertigeren Aktivitäten in GPN, mit der im Allgemeinen ein erfolgreicher Entwicklungspfad von Unternehmen und Ökonomien verbunden wird. Upgrading-Prozesse sind aber umkämpft und vor allem der hohe Wettbewerbsdruck auf Zulieferebene und asymmetrische Markt- und Machtstrukturen in GPNs erschweren nachhaltige Entwicklungseffekte. Staatliche Politiken und v.a. Industriepolitik spielen eine zentrale Rolle, um Upgrading, strukturellen Wandel und breitere Entwicklungseffekte zu ermöglichen (siehe auch Themenschwerpunkt  Privatsektorentwicklung und Industriepolitik).

Aus entwicklungspolitischer Perspektive ist relevant, welche Effekte die zunehmende Integration in GPN auf wirtschaftliche Entwicklung, Beschäftigung und Armutsminderung hat, wie die Position von Entwicklungsländern im internationalen Handelssystem nachhaltig verbessert werden kann und welche Regulierungen und institutionellen Kontexte sowie nationalen Politiken es dafür braucht.

Die ÖFSE widmet sich diesem Thema vor allem unter folgenden Gesichtspunkten:

  • Welche Möglichkeiten bieten exportorientierte Entwicklungsstrategien für den wirtschaftlichen Entwicklungsprozess von Entwicklungsländern, v.a. in Sub Sahara Afrika?
  • Welche Politiken sind notwendig, um breitere und nachhaltige Entwicklungseffekte, Upgrading, strukturellen Wandel, sowie Beschäftigung und Armutsreduzierung, sicherzustellen?
  • Welche Rolle spielt Industriepolitik und wie müssen industriepolitische Interventionen im Kontext von GPNs angepasst werden?
  • Welche Möglichkeiten bieten neue Endmärkte in Schwellenländern (Süd-Süd Handel) und die Produktion für lokale und regionale Märkte als Alternative zu Export-orientierten Strategien?
  • Wie können höhere lokale Wertschöpfung und der Aufbau von lokalen und regionalen Produktionsnetzwerken (zum Beispiel von Baumwolle über Textilien zu Bekleidung in Sub Sahara Afrika) ermöglicht werden?

Ansprechperson zum Thema:

Cornelia Staritz

Dr.in Cornelia Staritz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: +43 1 317 40 10 – 116  
E-Mail: c.staritz@oefse.at
 
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