Aktuelles/News

Auftrag zur Veränderung?

Michael Obrovsky, 08.11.2017

Die Wahlen sind vorbei und das Ergebnis wird von der „Neuen ÖVP“ und der FPÖ als eindeutiger Auftrag zur Veränderung interpretiert. Sozial-ökologische Transformationen im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs) sind damit aber nicht gemeint, denn die waren kein Thema beim Wahlk(r)ampf.

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Bildung ist ein Menschenrecht

Margarita Langthaler, ÖFSE, ist am 9.11.2017 zu Gast bei okto.tv und diskutiert gemeinsam mit Helle Gudmandsen (IBIS / Education for All) und Hildegard Wipfel (KOO) über Möglichkeiten des Educational Funding.

„Wachstum beruht auch auf unbezahlter Arbeit“

Im Interview mit dem STANDARD fordert die Ökonomin Jayati Gosh von Europa faire Bedingungen für den globalen Handel.

Mieze Medusa, Tereza Hossa, Henrik Szanto und Markus Köhle – Wir freuen uns auf Euch!

Nur noch eine Woche, dann ist es endlich wieder soweit: Das C3 lädt zum Library Slam mit Yasmo. Heuer ist das Thema Nachhaltiger Tourismus. Slam doch mit!

Unter dem Titel „Bon Voyage!?“ texten unsere Slammer_innen in diesem Jahr zur (Un-)Möglichkeit des ökologischen Reisens.

Wir alle reisen, heute mehr denn je. Doch wohin führt uns die Reise? Ins Urlaubsparadies oder in die sozial-ökologische Katastrophe?

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2017 zum „Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ erklärt. Um nachhaltig zu sein, müsste Reisen „soziale, kulturelle, ökologische und  wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen“, so das Konzept des „nachhaltigen Tourismus“. Doch wie kann lokal selbstbestimmter, ökologischer Tourismus im Kontext wirtschaftlicher Wachstumsideologien bestehen? Was können wir zu einem sozial-ökologisch gerechten Reisen für Alle beitragen, das auf Friedensförderung und dem Schutz unseres Ökosystems aufbaut?
Yasmo freut sich über unsere Stars Mieze Medusa, Tereza Hossa, Henrik Szanto und Markus Köhle, aber es gibt auch eine offene Liste, … schon angemeldet?

Zeit: Di., 24. Oktober 2017. 19.00 Uhr.
Ort:
C3-Bibliothek, Sensengasse 3, 1090 Wien.
Moderation: Yasmo

In diesem Jahr mit Mieze Medusa, Tereza Hossa, Henrik Szanto und Markus Köhle

Hier könnt Ihr Euch auf den Slam einstimmen und hören, wie die Poet_innen letztes Jahr gepunktet haben….

Food matters. Worldwide! C3-Library Slam zum Thema

Thema im Blick: Tourismus

Anlässlich des UN-Jahres des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung präsentiert die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik Literatur und Unterrichtsmaterialien zu vielfältigen Aspekten des Themenbereiches Tourismus.

zum Thema im Blick

CONCORD Aid Watch Report 2017 online!

Der Bericht 2017 wurde am 16. Oktober 2017 in Brüssel vorgestellt Die Österreich Seite im Aid Watch Report wird von AGGV, KOO und ÖFSE aufbereitet. Die ÖFSE übernimmt dabei die Qualitätssicherung der Daten und Fakten.

Genuine aid: EU pushes commitment up to 2052 – AidWatch Report 2017

Brussels, 17 October 2017 – The EU could take a generation to meet the 0.7% ODA/GNI target at the current rate of growth, reveals the CONCORD AidWatch Report 2017. While 2016 saw a substantial increase of 27% in development spending, there has also been a relatively dramatic increase in reporting of inflated aid, such as in-donor costs or debt relief.
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AidWatch 2017: EU Aid in figures
How much did each EU country give to ODA in 2016? Get an answer in the accompanying graphs of the 2017 AidWatch Report (pdf).

C3Search+

In unserer Newsrubrik zu C3Search+ stellen wir ausgewählte Inhalte und Funktionen der entwicklungspolitischen Suchmaschine vor, heute die Zeitschrift World Development:

World Development ist ein renommiertes Journal zu Themen der Internationalen Entwicklung mit Schwerpunkt auf volkswirtschaftliche Aspekte. Ausgehend von einem multidisziplinären Zugang werden Problematiken wie Armut, globale Ungleichheit oder Verschuldung behandelt, die jeweils spezifischen Kontexte kritisch analysiert und mögliche Perspektiven aufgezeigt. Die Beiträge durchlaufen einen standardisierten Begutachtungsprozess („double-blind peer review“) und stellen den Anspruch, Diskurse der Entwicklungsökonomie aufzugreifen, konstruktiv weiterzuführen und dabei insbesondere Blickwinkel des Globalen Südens zu berücksichtigen. World Development erscheint in englischer Sprache seit 1973 und ist in der C3-Bibliothek seit dem ersten Heft zugänglich.

Die Artikel von World Development durchsuchen Sie zusammen mit knapp einer Million weiteren Inhalten zu Entwicklungspolitik und Frauen*Genderthemen in der Suchmaschine C3Search+. Die Artikel sind in der C3-Bibliothek entweder online abrufbar oder bei älterem Erscheinungsdatum in gedruckter Form zugänglich.

Lesestoff aus der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik

Anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums der ÖFSE präsentieren wir Ihnen Bücher mit historischer Relevanz aus unserem Bibliotheksbestand:

Pearson, Lester B. [Hrsg.]
Der Pearson-Bericht / Partners in development
Wien [u.a.]: Molden, 1969. - 279, 160, 45 S.

ÖFSE-Signatur: 03114

Der von der Weltbank in Auftrag gegebene Bericht aus 1969 bietet eine Bestandsaufnahme und Vorschläge zur Entwicklungspolitik auf der Grundlage eines Resümees von 20 Jahren Entwicklungspolitik. In diesem Bericht der "Commission on International Development“ unter Vorsitz des ehemaligen kanadischen Premierministers Lester B. Pearson werden ein weiteres Aufgehen der Armutsschere und die Instrumentalisierung der Entwicklungszusammenarbeit seitens der Geberländer für außenpolitische und wirtschaftliche Eigeninteressen festgestellt. Erstmals wird deutliche Kritik an der in der Entwicklungspolitik vorherrschenden Modernisierungstheorie geübt und konstatiert, dass wirtschaftliches Wachstum nicht automatisch zu einer Entwicklung des jeweiligen Landes führen würde. Der Pearson-Bericht leitete eine neue Phase der entwicklungspolitischen Diskussion ein, in der der Akzent von der internen auf die externe Dimension der Entwicklungsproblematik verlagert wurde.

Ein Thinktank für die Entwicklungspolitik

Die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung feiert ihr 50-jähriges Bestehen

der Standard, 11. Oktober 2017

zum Artikel

Jayati Ghosh und Klaus Töpfer bei SDGs-Konferenz in Wien


Am 12.10. 2017 kommen die beiden renommierten ExpertInnen Jayati Ghosh von der Jawaharlal Nehru University und Klaus Töpfer vom IASS auf Einladung der ÖFSE zur zweitägigen Fachkonferenz zum Thema "The new multipolar global order and the challenge of the SDGs" ins C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, nach Wien. Anlass ist das 50jährige Jubiläum der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE).

Jayati Ghosh ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften am Zentrum für ökonomische Studien und Planung an der Jawaharlal-Nehru-Universität in Neu Delhi. Ihre Spezialgebiete sind verschiedene Aspekte der Globalisierung und die Rolle von Entwicklungsländern in der Weltwirtschaft. Sie hat ein Dutzend Bücher und mehr als 160 wissenschaftliche Artikel verfasst und/oder herausgegeben.

Zu den jüngsten von der renommierten Ökonomin verfassten Publikationen gehören: Demonetisation Decoded: A critique of India's monetary experiment (Routledge 2017); Elgar Handbook of Alternative Theories of Economic Development (Edward Elgar 2016); India and the International Economy (Oxford University Press 2015); Industrialization of China and India: The impacts on the world economy (Routledge 2013).

Ihre herausragende Forschung wurde durch mehrere nationale wie internationale Preise gewürdigt. Aktuell ist sie Generalsekretärin der International Development Economics Associates (IDEAS). In dieser Funktion ist sie auch in Beratungsleistung für Regierungen und internationale Organisationen tätig und schreibt Kolumnen zu aktuellen Themen der nachhaltigen Wirtschaftspolitik in verschiedenen indischen und internationalen Medien.

Foto: Stephan Röhl/Heinrich Böll Stiftung

Klaus Töpfer, promovierter Ökonom und Experte auf dem Gebiet politischer Strategien für Nachhaltigkeit und leitete bis 2015 das „Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, das er 2009 auch gründete. Seit Mai 2014 ist Töpfer, gemeinsam mit Dirk Messner, Vorsitzender für Deutschland im UN-Netzwerk Sustainable Development Solutions Network.

Als ehemaliger deutscher Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie später für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau als auch ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages für die CDU engagierte sich Töpfer über viele Jahre für eine nachhaltige Umwelt- und Wirtschaftspolitik in Deutschland. Als er 1998 aus dem Bundestag ausschied leitete er als Exececutive Director über viele Jahre das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi.

Mit der Gründung des IASS in Potsdam verfolgte er das Ziel, Entwicklungsmöglichkeiten für eine globale Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen. Das IASS verfolgt daher einen transdisziplinären, dialogorientierten Ansatz zur gemeinsamen Entwicklung des Problemverständnisses und von Lösungsoptionen in Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Ergebnisse werden in den Diskurs mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingebracht und tragen durch Beratungsleistung zum Transformationsprozess bei.

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, darunter 1986 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2008 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. 2010 erhielt er den Deutschen Kulturpreis, 2012 wurde er in die "Kyoto Earth Hall of Fame" aufgenommen und wurde ihm der Wilhelmine von Bayreuth Preis verliehen.

21. September 2017: Internationaler Tag des Friedens der Vereinten Nationen

Aus diesem Anlass führt heute im C3 Ilija Trojanow ein Gespräch mit dem Journalisten und Schriftsteller Arnoldo Gálvez Suárez zu seinen jüngsten Roman „Die Rache der Mercedes Lima“.

Lateinamerika & Politisches Schreiben:
Buchpräsentation: „Die Rache der Mercedes Lima“ am 21. September 2017, 20:00, im C3-Centrum für Internationale Entwicklung

Arnoldo Gálvez Suárez, geboren 1982 in Guatemala-Stadt, gilt als eine der wichtigsten jungen Stimmen Zentralamerikas. Sein Debütroman „Los Jueces“ (2008) wurde mit dem „Mario Monteforte Toledo Prize for Fiction“ ausgezeichnet. Der vorliegende Roman – sein erster ins Deutsche übersetzter – erhielt 2015 den „BAM Letras Prize for Fiction“.

Das literarische Schreiben brachte ihn auch zum Journalismus, zu einer Zeit da die digitalen Medien profunde Recherchen und das Entstehen essayistischer journalistischer Texte in Zentralamerika förderten. Diese Entwicklung ermöglichte JournalistInnen eine Pressefreiheit und Unabhängigkeit, die sie in den traditionellen Redaktionen der Printmedien ihrer Länder nicht vorfanden. So entstand beispielsweise über mehrere Monate eine seiner sozio-politischen Chroniken über die Realität in Gefängnissen Guatemalas, die die rezente Geschichte des Landes beleuchtete und Einblick in die Machtspiele der Politiker bot. › mehr

Seit 2011 lehrt der Journalist nun am Department für Journalismus an der Universidad Rafael Landívar und koordiniert von Guatemala aus das Kommunikationsteam der NGO interpeace, einer unabhängigen internationalen Organisation für Friedensarbeit mit Sitz in Genf, die sich der Aufgabe widmet in rund 20 Ländern friedensbildende Maßnahmen zu lancieren. › mehr

Das Buch
Spannender Krimi, abgründige Liebesgeschichte und finsteres Polit-Drama: Fesselnd, einfühlsam und verstörend direkt erzählt der vielschichtige Roman vom Leben in Guatemala-Stadt Ende der achtziger Jahre. Auf der Gesellschaft lastet noch immer der Schatten eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs. Der Autor verschränkt meisterhaft einen tragischen Vater-Sohn-Konflikt mit der jüngsten Landesgeschichte. Der Roman erhielt 2015 den BAM Letras Prize for Fiction. Das Autorengespräch führt der renommierte Schriftsteller und Herausgeber der Reihe Weltlese Ilija Trojanow.

Das Gespräch führt heute Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren und in Kenia aufgewachsen. Er ist einer der renommiertesten deutschen Autoren. Sein neuestes Werk Nach der Flucht erschien im Mai 2017. Seit 2008 gibt Trojanow die Reihe Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte heraus, in der Arnoldo Gálvez Roman erschienen ist.

Veranstaltungssprachen sind Spanisch und Deutsch, Dolmetscher: Lutz Kliche.

Eintritt frei!

über das Buch (pdf)

Eine Veranstaltung der ÖFSE und der Büchergilde Gutenberg in Kooperation mit dem Österreichischen Lateinamerika-Institut.

C3-Award 2017 im Parlament

Die TeilnehmerInnen des VWA-Wettbewerbs diskutieren mit den entwicklungspolitischen SprecherInnen aller Fraktionen die UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung.

Im Rahmen der Veranstaltung SDG'S - BE PART OF IT  diskutieren die MaturantInnen  als ExpertInnen mit den Parlamentarischen Fraktionen über die Umsetzung der UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) in Österreich. Die SchülerInnen werden bei dieser Gelegenheit ihre Vorschläge aus ihren entwicklungspolitisch relevanten Arbeiten und Maturaprojekten einbringen, die beim C3-Award 2017 eingereicht wurden. In weitererFolge werden die Aufgaben und Möglichkeiten der Umsetzung auf politischer Ebne in Workshops diksutiert.

Die Veranstaltung findet am Freitag, dem 22. September 2017, um 14:00 - 17:00 Uhr im Parlament (Pavillon Hof, Lokal 6) statt.

Wir freuen uns über weitere Interessierte und zahlreiche Anmeldungen!

***

Die Präsidentin des Nationalrates Doris Bures lädt zur Veranstaltung

SDG'S - BE PART OF IT
Wie schaffen wir die bessere Einbindung von Jugendlichen in die Umsetzung der Sustainable Developement Goals (SDGs) in Österreich?

am Freitag, dem 22. September 2017, um 14:00 - 17:00 Uhr
ins Parlament (Pavillon Hof, Lokal 6) ein.

PROGRAMM

Begrüßung
Abg. z. NR Petra Bayr
Obfrau des entwicklungspolitischen Unterausschusses

World Café
mit den entwicklungspolitischen SprecherInnen aller Parlamentsfraktionen

Schlussworte
Abg. z. NR Petra Bayr
Obfrau des entwicklungspolitischen Unterausschusses

Im Anschluss wird zu einem Getränkeempfang geladen.

***

Wichtig: Eine spannende C3-Radiosendung am 13.09.2017, 18:30-19:00 Uhr berichtet vom C3-Award 2017 am 30. Mai 2017.  Die C3-Award-PreisträgerInnen sind zu Gast und erzählen von ihren spannenden Projekten und ihren Erfahrungen mit der vorwissenscahftlichen Arbeit!

Zur Sendung

Why Africa’s development model puzzles economists

In its recent issue on Africa's development patterns The Economist highlighted Cornelia Staritz' (ÖFSE) and Lindsay Whitfield's (Roskilde University) study on Ethiopia's industrial policy.

ÖFSE beim Europäischen Forum Alpbach 2017

Im Rahmen der Wirtschaftspolitischen Gespräche beim Europäischen Forum Alpbach referierte Werner Raza auf Einladung der Oesterreichischen Kontrollbank zum Thema „Ausländische Direktinvestitionen – Fluch oder Segen?“ 

„Mexiko hat sich zu schnell geöffnet“

Ökonom Bernhard Tröster (ÖFSE) über NAFTA und die Probleme der Globalisierung im Interview mit Ralf Leonhard (DIE FURCHE).

DIE FURCHE. Die österreichische Wochenzeitung. Seit 1945. 35/2017
„Mexiko hat sich zu schnell geöffnet“

Der Ökonom Bernhard Tröster meint, dass der drastische Liberalisierungskurs, der mit dem Nordamerikanischen Freihandelspakt einherging, in den USA Jobs gekostet hat, gleichzeitig aber  Mexikos Wirtschaft nicht aufholen konnte.

Das Gespräch führte Ralf Leonhard

Bernhard Tröster, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), befasst sich vor allem mit Rohstoffen und internationalen Handelsabkommen. Ein Interview über NAFTA und die Probleme der Globalisierung.

DIE FURCHE: Mitte August haben in Washington die NAFTA-Neuverhandlungen begonnen. Wer sind bisher die Gewinner, wer die Verlierer?

Tröster: Es gibt verschiedene Untersuchungen, denen gemeinsam ist, dass NAFTA auf  gesamtwirtschaftlicher Ebene nur minimale Effekte gezeigt hat. Keine der Prognosen auf  Wirtschaftswachstum hat sich erfüllt. Was sich verändert hat, sind Volumen und Struktur der  Handelsströme. Die sind ein Indikator, dass sich die Produktionsstrukturen stark verändert haben. Es sind transnationale Wertschöpfungsketten entstanden, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder in der Automobilindustrie.

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Zwei Jahre C3-Award – ein erstes Resümee

Im Interview mit Literacy.at/BMB erklären Gabriele Slezak und Sarah Schmelzer (ÖFSE) warum sich das C3 für Vorwissenschaftliche Arbeiten von SchülerInnen interessiert.

Bundesministerium für Bildung  (BMB): Literacy.at
Wien, 31.07.2017

„Beeindruckende Arbeiten”

Vorwissenschaftliche Arbeiten können bei unterschiedlichsten Institutionen und Organisationen eingereicht werden. Die Besten werden prämiert und erhalten Preise. Wir sprachen mit Gabriele Slezak und Sarah Schmelzer vom Centrum für Internationale Entwicklung und wollten wissen, warum sich das C3 für VWAs interessiert?

Interview: Michael Achleitner

Warum schreibt das „Centrum für Internationale Entwicklung (C3)” einen Preis für eine vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) aus? Welche Ziele verfolgen Sie mit dieser Auszeichnung?

Mit dem C3-Award prämieren wir herausragende Vorwissenschaftliche Arbeiten (VWA) und Diplomarbeiten, die globale Zusammenhänge, Machtverhältnisse und Abhängigkeiten mit einem kritischen Zugang berücksichtigen. Es werden Arbeiten ausgezeichnet, die Wohlstand und Armut nicht isoliert von politischen Systemen betrachten, sondern das Netzwerk weltumspannender Beziehungen reflektieren. Zum einen wollen die im C3 vertretenen entwicklungspolitischen Organisationen damit Internationale Entwicklung als gesellschaftlich relevantes Themenfeld im Schulkontext stärker positionieren und zum anderen auf unser Angebot für SchülerInnen im C3, wie Veranstaltungen und Bibliothek, aufmerksam machen.

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Zwentendorf 1978 - ein markantes Ereignis in der Umweltbewegung

meint der Politologe Ulrich Brand (Universität Wien, ÖFSE-Kuratorium) im Interview mit Ö1/Radiokolleg am 31.7.2017.

Ö1/Radiokolleg

Die Ökobewegung - Von der Graswurzel zum Netzwerk. 

Gestaltung: Ilse Huber

1872 ist ein besonderes Jahr - nicht nur für Naturschützer in den Vereinigten Staaten: Der Yellowstone-Park wird zum Nationalpark - dem ersten weltweit. Ein markanter Zeitpunkt. Denn was folgt sind viele Trittsteinbiotope in politischer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und bildungsinhaltlicher Hinsicht. Was mit der Unterschutzstellung eines Lebensraumes begonnen hat, mündet derzeit in die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung. Bis zum Jahr 2030 sollen diese umgesetzt werden. Zwischen Konservierung und Entwicklung liegen also 158 Jahre.

Setzten sich anfangs einzelne Persönlichkeiten für die Erhaltung der natürlichen Umwelt ein, hat sich inzwischen ein gesellschaftliches Netzwerk etabliert, das in alle Lebensbereiche hineinreicht. Nicht mehr einzelne Gruppierungen kämpfen um konkrete Projekte, wie "Rettet die Wale" oder "Die Serengeti darf nicht sterben" sondern unterschiedlichste Gesellschaftsgruppen formieren sich zu einem Zug der Grünbewegten.

In Österreich gab es diesbezüglich zwei markante Ereignisse meinte Ulrich Brand, Politologe der Universität Wien und Kuratoriumsmitglied der ÖFSE im Interview mit Ilse Huber (ORF/Ö1). Der erste große Historische Einschnitt war Zwentendorf, 1978, als von den Rändern der Gesellschaft aus eine Kritik formuliert wurde, für die sie anfangs fast lächerlich gemacht wurden. Warum wehrt man sich gegen ein Atomkraftwerk? Die Gewerkschaften haben sich gegen sie gestellt und natürlich auch die Arbeitgeberverbände, die Sozialpartnerschaften haben für die Atomkraft gestimmt. Das zweite emblematische Ereignis ist natürlich Hainburg, 1984, wo das Wasserkraftwerk bereits geplant war und gebaut werden sollte, und sich auch da die Mehrheit der Gesellschaft eigentlich dafür aussprach.

Heute kann man sagen, dass sich aus diesen Bewegungen von den Rändern, ein gesellschaftlicher Konsens herausgebildet hat. Soziale Bewegung im historischen Verlauf zu verstehen bedeutet auch, zu akzeptieren, dass das oft am Rand entsteht und dann erst mit der Zeit wichtiger wird. 

Ausgehend von globalen Herausforderungen wie Klimawandel oder Ressourcenschutz engagieren sich heute Menschen auf unterschiedlichsten Ebenen: Sie verändern die Herstellung von Produkten, Stichwort: Lebenszyklus. Sie nehmen Einfluss auf die Mobilität und den Tourismus am Beispiel des ökologischen Fußabdrucks beim Reisen. Sie gestalten Lerninhalte und Ausbildungsperioden wie etwa das freiwillige Umweltweltjahr und sie nehmen Entscheidungsträger/innen und Wissenschafter/innen in die Pflicht für langfristige Lösungen.

Das führt zu neuen Allianzen: Gewerkschaften unterstützen Kritiker/innen bei internationalen Handelsabkommen, Handelsketten fördern den Klimaschutz, Stadtbewohner/innen und Stadtregierungen arbeiten gemeinsam an einer besseren Lebensqualität. Die Öko-Bewegung geht durch alle Gesellschafts- und Bildungsschichten und erfasst alle Altersklassen. Aber: Tut sie das wirklich? Oder ist der ökoverträgliche Lifstyle nicht längst zum schicken Distinktionsmerkmal geworden?

Die Radiokolleg-Reihe "Die Ökobewegung - von der Graswurzel zum Netzwerk" dokumentiert in vier Teilen, was die Grünbewegung zusammenschweißt und was sie auseinanderhält. Ein Stich in den Heuhaufen.

zur Sendung 

NGOs: Zwischen Sinn und Wahnsinn.

Ein Beitrag zur aktuellen Debatte über Nichtregierungsorganisationen.
Michael Obrovsky (ÖFSE) zu Gast in der Ö1 Radiosendung Punkt eins am 25.07.2017, 13.00 Uhr
Moderation: Rainer Rosenberg.

Sie organisieren Schiffe, um Menschen auf dem Mittelmeer zu retten, sind oft die letzten, die aus Sicherheitsgründen Krisengebiete verlassen, kämpfen für die Umwelt, gegen unterschiedlichste Ausdrucksformen von Not, für die Menschenrechte und doch sind sie immer wieder umstritten: Nichtregierungsorganisationen, die abseits offizieller staatlicher Organisation die Initiative ergreifen und mit mehr oder weniger großer Unterstützung von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen aktiv werden. Für Tierrechte, gegen Atomkraftwerke, für Meinungsfreiheit gegen willkürliche Verhaftungen.

In vielen Diktaturen sind NGOs nicht beliebt, Funktionäre von Nichtregierungsorganisationen werden schikaniert, oder - wie jetzt gerade in der Türkei - inhaftiert, in Russland werden Büros geschlossen, in Ungarn soll eine private Universität ihre Zulassung verlieren, und unterschiedliche Politiker wie auch der österreichische Außenminister kritisieren die Rettungstätigkeit von NGOs im Mittelmeer (Zitat: "Der NGO Wahnsinn muss beendet werden.").

Ist es nun die vielzitierte Zivilgesellschaft, die beim Versagen von Regierungen eingreift, um in Katastrophenfällen zu helfen und das Versagen von Regierungen auszugleichen? Werden durch NGOs z.B. in der Entwicklungspolitik nicht klar erkennbare Interessen befördert? Sind manche große Organisationen auf immer spektakulärere Aktionen angewiesen, um am Markt des Spenden-Sammelns zu überleben?

Fragen, die Rainer Rosenberg mit Dr. Michael Obrovsky bespricht.

mehr Informationen zur Sendung

Global Political Economy of Sustainable Development


Neues postgraduales Masterprogramm an der Universität Wien

Im Herbst 2017 startet das postgraduale Masterprogramm "Global Political Economy of Sustainable Development" erstmals an der Universität Wien. Der interdisziplinäre Universitätslehrgang wird in drei Semestern Vollzeit bzw. in fünf Semestern berufsbegleitend in Kooperation mit der ÖFSE und der UNIDO durchgeführt. Die Unterrichtssprache ist Englisch. TeilnehmerInnen schließen mit dem akademischen Grad "Master of Science (MSc)" ab.

Die Anmeldefrist wird bis zum 31. Juli 2017 verlängert.

mehr Informationen

Rohstoffe der Digitalisierung

Im Rahmen einer Veranstaltung zur EU-Rohstoffpolitik referiert Karin Küblböck, ÖFSE, über unsere digitale Zukunft im globalen Zusammenhang am 23.6.2017 im Haus der Europäischen Union.

Einladung

 "Rohstoffe der digitalen Zukunft: Zeit für ein sozial-ökologisches Upgrade" am 23.Juni von 9-13 Uhr im Haus der Europäischen Union, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien.  

Einladung

Die Digitalisierung wird aufgrund ihres erwarteten Wachstumspotenzials als Hoffnung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft gesehen. Aber auch eine digitalisierte Gesellschaft benötigt eine „Hardware“. Abbau, Verarbeitung, Handel und nicht zuletzt die Entsorgung der Rohstoffe für die Produktion von Smartphones, Tablets und Laptops gehen oft Hand in Hand mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen, schweren Konflikten und erheblicher Umweltzerstörung.

Im Zentrum dieser Veranstaltung stehen die Möglichkeiten und Handlungsoptionen der Politik für eine gerechtere und umweltfreundlichere Rohstoffpolitik.

Unter den Gästen:
Europaabgeordnete Karin Kadenbach (SPÖ)
Europaabgeordnete Ulrike Lunacek (Grüne)
Karin Küblböck, Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE)
Héctor Córdova, Fundación Jubileo, Bolivien
Jaime Caichoca, Centro de Ecología y Pueblos Andinos, Bolivien
Sophia So, SACOM, Hong Kong

Moderation: Josef Gepp (Profil)

Einladung
Anmeldung

Eine gemeinsame Veranstaltung von:
Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Finance & Trade Watch, Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) und Südwind im Rahmen des Projekts „Rohstoffe der Digitalisierung"
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C3-Award 2017 – ein Streifzug durch entwicklungspolitische Nachwuchsforschung in Österreich

93 SchülerInnen aus Schulen in ganz Österreich nahmen 2017 an dem entwicklungspolitischen Nachwuchswettbewerb der C3-Organisationen teil. Die Preisverleihung zeigte die hohe Relevanz von Themen wie Flucht, Migration, Handelspolitik, Fair Trade, Genderfragen und globale Ungleichheit für SchülerInnen.

Die Organisationen ÖFSE, BAOBAB, Frauen*solidarität, Paulo Freire Zentrum und Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik luden am 30. Mai 2017 ins C3 - Centrum für Internationale Entwicklung ein  – erneut wurde der C3-Award für Vorwissenschaftliche (Diplom-) Arbeiten im Bereich Internationale Entwicklung verliehen.

Jugendliche als AkteurInnen der Entwicklungspolitik.
Insgesamt 93 SchülerInnen aus Schulen in ganz Österreich hatten ihre Arbeiten zu entwicklungspolitischen Themen eingereicht. Diese zeigten nicht nur die Relevanz von Themen wie Flucht und Migration, Handelspolitik, Fair Trade, Genderfragen und globale Ungleichheit sowie strukturelle Machtverhältnisse, sondern auch das Engagement junger ForscherInnen, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und die eigene Lebensweise kritisch zu beleuchten. Auch Ulrike Lunacek (Vizepräsidentin Europaparlament und Obfrau der Frauensolidarität), Peter Launsky-Tieffenthal (Botschafter und Sektionschef der Sektion Entwicklung im BMIA), Petra Bayr (Abg.z.NR) und Franz-Joseph Huainigg (Abg.z.NR und Autor) betonten in ihren Grußworten zur Veranstaltung die Wichtigkeit der Bereitschaft junger Menschen, sich mit solchen Inhalten auseinanderzusetzen.

Verleihung des C3 Award 2017

Ergebnisse engagierter Forschungsarbeit.

Die acht ausgewählten Arbeiten verdeutlichen nicht nur die Breite des inhaltlichen wie auch methodischen Spektrums, sondern weisen auch eine differenzierte Herangehensweise an die komplexen Themen auf. Die behandelten Gegenstände reichen von Menschenhandel über bedingungsloses Grundeinkommen bis hin zu den Sustainable Development Goals (SDGs). Gearbeitet wurde theoretisch, analytisch und oftmals auch empirisch. Im Folgenden werden nun die drei mit dem C3-Award 2017 prämierten Arbeiten kurz vorgestellt.

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Verleihung des C3 Award 2017

Verändere die Welt


Jean Ziegler diskutiert mit Karin Küblböck (ÖFSE) im ORF-DialogForum Spezial "Verändere die Welt", das am 4.6.2017 ORF III ausgestrahlt wird.

DialogForum spezial : Verändere die Welt

Protest – Medien - Gesellschaft
 
Er ist einer der streitbarsten und zugleich umstrittensten Kämpfer für eine bessere Welt. Gegen Hunger, Elend und globale Ungleichheit, unermüdlich im Streit mit den großen Konzernen.

Jean Ziegler präsentiert am 31.Mai im Wiener Gartenbau-Kino die  biographische Dokumentation „Der Optimismus des Willens“,  die sich mit seinem jahrzehntelangen Kampf gegen die Folgen der  Globalisierung,  der Politik des Neoliberalismus, die Ernährungskrise der Dritten Welt und für Menschenrechte und Solidarität beschäftigt.

Im ORF-DialogForum spezial diskutiert er unter der Leitung von Klaus Unterberger mit Karin Küblböck, Ökonomin in der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung und Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin der ORF Initiative „Mutter ERDE“.

  • Kann sich die Zivilgesellschaft im Kampf um soziale Gerechtigkeit durchsetzen?
  • Welche Rolle spielen die Medien dabei?
  • Ist es naiv oder notwendig, sich für eine bessere Welt einzusetzen?

Die Sendung wird in ORF III am Sonntag, den 4.6. um 21.55 ausgestrahlt und danach auf zukunft.ORF.at zum Stream angeboten.

MaturaNEU als Chance.

Entwicklungspolitischer Preis zeigt großes Potenzial bei jungen ForscherInnen.

2017 wurde nun bereits zum 2. Mal der C3-Award für SchülerInnen ausgeschrieben. 93 SchülerInnen österreichweit beteiligten sich mit ihren VWAs und Diplomarbeiten zu entwicklungspolitischen Themen an dem Wettbewerb des C3 - Centrum für Internationale Entwicklung. Bemerkenswert war das Interesse Jugendlicher, sich kritisch mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinanderzusetzen. Beeindruckend die persönlichen und innovativen Zugänge und Ideen, die in den Maturaprojekten berücksichtigt wurden.

Die eingereichten Arbeiten illustrieren die Relevanz entwicklungspolitischer Themen und die Bereitschaft junger ForscherInnen, Zusammenhänge zwischen globalen Prozessen und der eigenen Lebensweise zu reflektieren. 44 Arbeiten kamen in die engere Auswahl und wurden begutachtet. In diesem Jahr zählten zu den thematischen Schwerpunkten Flucht und Migration, Handelspolitik, Fair Trade, Menschenrechte mit einem Fokus auf Genderfragen, Humanitäre Hilfe und Fragen globaler Ungleichheit. Der regionale Schwerpunkt lag auf afrikanischen und europäischen Ländern.

Viele der Arbeiten zeigen, wie wichtig der Lernprozess und die intensive Auseinandersetzung mit komplexen gesellschaftspolitischen Sachverhalten für junge Menschen ist. Eindrucksvoll konnte gezeigt werden, wie schwierig es sein kann, trotz großer Bereitschaft, Zusammenhänge zwischen globalen Prozessen und der eigenen Lebensweise zu reflektieren. Die preisstiftenden Organisationen gratulieren herzlich allen SchülerInnen wie auch allen betreuenden und unterstützenden Lehrkräften zu diesem tollen Ergebnis!

Ein wissenschaftlicher Beirat begutachtet derzeit die Arbeiten von
11 SchülerInnen
von BHS und AHS in Österreich, die alle in die engere Auswahl gekommen sind. 

Am Dienstag, 30.5.2017, 18.30 lädt das
C3-Centrum für Internationale Entwicklung

zur feierlichen Verleihung des C3-Awards.

Die Preise werden von Ulrike Lunacek (MEP), Peter Launsky-Tieffenthal (BMEIA), Petra Bayr (Abg.z.NR) und Franz-Joseph Huainigg (Abg.z.NR) übergeben. Die fünf entwicklungspolitischen Organisationen ÖFSE, BAOBAB, Frauen*solidarität, Paulo Freire Zentrum und Mattersburger Kreis für  Entwicklungspolitik freuen sich,
8 herausragende Arbeiten
vorzustellen und 3 davon zu prämieren!

Moderation: Anna-Katharina Laggner (ORF)

Eintritt frei!

Für die Live-Musik des Abends sorgt SATUO!

Zeit: 30.05. 2017 18:30
Ort: C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien

Programm

› Rückblick: C3-Award 2016 (Fotos, Video, Artikel)

Call für Beiträge: Treffen der Entwicklungsforscher/innen - Verlängerung!


Vorveranstaltung zur 7. Österreichischen Entwicklungstagung

"Sozial-ökologische Transformationen – Perspektiven österreichischer Entwicklungsforschung"

Der Call für Beiträge wurde bis 30. April 2017 verlängert! Einreichungen bitte direkt an julia.guenther@paulofreirezentrum.at

Von 17. bis 19. November 2017 findet an der Universität Graz die 7. Österreichische Entwicklungstagung statt.

Im Vorfeld dieser veranstaltet die Kommission für Entwicklungsforschung in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen am 19. Mai 2017 ein Treffen der Entwicklungsforscher/innen. Titel dieser Veranstaltung lautet "Sozial-ökologische Transformationen – Perspektiven österreichischer Entwicklungsforschung".

Der Call für Beiträge ist bis 30. April 2017 geöffnet. Beiträge können kürzere (15 Min.) oder längere Inputs (max. 30 Min.), Posterpräsentationen oder Blitzlichter aus der eigenen Forschung sein. Genauere Informationen und Einreichmodalitäten entnehmen Sie bitte den Call-Dokumenten

Das Treffen der Entwicklungsforscher/innen wird veranstaltet von der Kommission für Entwicklungsforschung in Kooperation mit Paulo Freire Zentrum, Center for Development Research, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik, Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien und ÖFSE.

Ort: Großer Saal des OeAD, Untergeschoß, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien
Datum: 19. Mai 2017, 11-18 Uhr

Details zur Veranstaltung

Living books im C3


Um – WELT
gestalten lautet der Titel zu einer spannenden Veranstaltung am 4. April 2017, 17.15 im C3 in der Sensengasse 3 in Wien 9.

An diesem Nachmittag werden die einladenden Räume der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik ein Ort der besonderen Begegnung sein. Insgesamt 18 Lebende Bücher werden von 17.15-19.15  im persönlichen Zweiergespräch Einblick in ihre Erfahrungen im ehrenamtlichen und/oder beruflichen Engagement für eine Veränderung (in) unserer UmWELT geben.

Insgesamt werden an diesem Nachmittag 21 verschiedene Organisationen vertreten sein. Bei dieser living books Veranstaltung im Rahmen von Bildung im C3ntrum gibt es die Möglichkeit, mit AkteurInnen, die an der Schnittstelle von Umwelt- und Sozialem arbeiten, über ihr Engagement zu sprechen.

Die öffentliche Abendveranstaltung richtet sich an alle, die Einblicke in Visionen und Handlungsmöglichkeiten bekommen und unsere (Um)Welt mitgestalten möchten!
Das gegenseitige Lernen steht bei den persönlichen Gesprächen im Vordergrund. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Geschichte, mit unterschiedlichen Berufen und Lebensanschauungen kommen zusammen und erörtern gemeinsam die Frage nach der Bedeutung transformativer Tätigkeiten in ihrem Leben. Aber auch die strukturelle Defizite und Machtfragen werden dabei reflektiert. Respekt und Wertschätzung ohne gegenseitiges Überzeugen wollen sind bei diesem Format besonders wichtig.

04.04.2017, 17:15 - 19:15
C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, 1090 Wien, Sensengasse 3

UmWELTgestalten. Wie verändern wir die Welt – und zwar nachhaltig?

Eine living books Veranstaltung zu den Möglichkeiten und Grenzen einer sozial-ökologischen Transformation im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bildung im C3ntrum.
mehr Information

17:15-20:00 Uhr Öffentliche Veranstaltung
Anmeldung

Die Gespräche dauern jeweils eine halbe Stunde. „Lebende Bücher“ können beim Check-In vor Ort im C3 gebucht werden.

› Liste der Lebenden Bücher für die Öffentliche Veranstaltung

Globalisierung und die Zukunft der Demokratie


[A&W-blog] Werner Raza (ÖFSE),  15.März 2017

Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg des  Rechtspopulismus in Europa werfen beunruhigende Fragen über die Zukunft der Demokratie in Zeiten der Globalisierung auf.

Der ökonomische Prozess der Globalisierung hat das Einkommensgefälle in Industrieländern vergrößert - mit offenkundigen Auswirkungen auf die Demokratie. Der liberale Aufruf an antipopulistische Kräfte, ihre Bemühungen auf die Verteidigung der Globalisierung zu konzentrieren, greift zu kurz. Statt sich weiter darauf zu konzentrieren, die Auswüchse neoliberaler Politik abzumildern, sollte ein fortschrittliches politisches Projekt stattdessen für eine soziale Demokratie kämpfen, das heißt ihr Potential für eine egalitärere und solidarischere Gesellschaft mobilisieren. Dadurch werden nicht nur demokratische Teilhabe, Menschenrechte, und soziale Inklusion gestärkt, sondern auch eine stringentere Regulierung der Globalisierung möglich.

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Informationsabend: Neues Masterprogramm zu Nachhaltiger Entwicklung an der Universität Wien


Im Herbst 2017 startet das postgraduale Masterprogramm "Global Political Economy of Sustainable Development" erstmals an der Universität Wien. Am 22.03.2017 informieren Werner Raza (ÖFSE) und Ulrich Brand (Universität Wien) über Inhalte und Organisation des neuen Lehrgangs.  

mehr Informationen zur Veranstaltung


Information evening

Date: Wednesday, 22.03.2017, 17:00 - 19:00
Location: Alois Wagner-Saal, C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Vienna

Ulrich Brand, the Scientific Director, and Werner Raza, the Scientific Coordinator of the Master Program, inform about the content and organization of the Master Program.
The participation in the event is free of charge!
Participants are required to register for the information evening at: info.sustainable-development@univie.ac.at

Website

Themen für Vorwissenschaftliche Arbeiten und Diplomarbeitsprojekte gesucht?


Die C3 Themen-Sheets stellen kurz und übersichtlich relevante Themen aus dem Bereich der Internationalen Entwicklung vor. Das neueste zu  Fairem Handel: ein Rezept für nachhaltige Entwicklung?  bietet Inspiration für spannende Fragestellungen und einen soliden Einstieg in die Literaturrecherche. 

zum Themen-Sheet Fairer Handel

weitere Themen-Sheets

Globale Nachhaltigkeitsziele - ein Programm für Niederösterreich


Die neue Broschüre vom Land Niederösterreich zeigt ein breite Angebot für interessierten Bürgerinnen und Bürgern, sich für Klimagerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung  zu engagieren. Auch das C3 hat einiges für Niederösterreich zu bieten!


Global Gesehen - Klima gerecht - Umwelt bewusst

Informationen und Angebote für Niederösterreich

In den letzten 20 Jahren wurden die globalen Aspekte im Klimaschutz immer wichtiger. Auch im Weltklimavertrag sind globale Zielsetzungen verankert. Ebenfalls von allen 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (United Nations-UNO) beschlossen, sind die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDG) und somit auch Programm für Österreich. Diese Ziele traten am 1. Jänner 2016 in Kraft mit einem Zeithorizont bis 2030.

Seit über 20 Jahren arbeiten wir in Niederösterreich zum Thema Globalität und seinen Auswirkungen. VertreterInnen von Gemeinden, Unternehmen und Vereinen, PädagogInnen, JournalistInnen und interessierten Bürgern und Bürgerinnen wollen wir mit dieser Broschüre aufzeigen, welche Möglichkeiten es für Klimaschutz und Umweltschutz gibt, und was sie mit den globalen Fragen zu tun haben. In der Broschüre werden die Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDG) behandelt, bei denen es um Klimagerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung geht.

Download Broschüre (pdf)

Bibliotheksführungen


Die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik bietet im März zwei Termine an, an denen Sie die Bibliothek und unsere neue Suchmaschine kennenlernen können:

14.03.2017, 15:00 - 16:00 Uhr
16.03.2017, 10:00 - 11:00 Uhr


Treffpunkt: Desk am Eingang der Bibliothek, Anmeldung erforderlich unter a.resch@oefse.at

Es erwarten Sie unter anderem Informationen zu:

  • Recherchestrategien und Umgang mit der neuen Suchmaschine der C3-Bibliothek
  • Benützung der elektronischen Zeitschriften und Datenbanken
  • Räumlichkeiten und Ausstattung der Bibliothek (Lesesaal, Arbeitsräume, Kopiergeräte …)
  • Benutzungs- und Entlehnbedingungen

mehr Informationen

BenutzerInnen der C3-Bibliothek bei der Recherche

Lesestoff aus der C3-Bibliothek: Die ungleiche Welt. Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht.


Die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik empfiehlt ausgewählte Neuzugänge aus dem Bibliotheksbestand:

Milanović, Branko: Die ungleiche Welt. Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht. Berlin: Suhrkamp, 2016. - 311 S.
ÖFSE-Signatur:  26342/DE

Anhand neuer, haushaltsbasierter Daten zu Einkommen und Vermögen untersucht der aus Serbien gebürtige US-Ökonom Branko Milanovic die Ursachen und Folgen der globalen ungleichen Einkommens- und Vermögensverteilung . Er zeigt, dass zwar der Abstand zwischen armen und reichen Staaten geringer geworden ist, das Gefälle innerhalb einzelner Nationen jedoch dramatisch zugenommen hat. Armut und Perspektivlosigkeit sind treibende Kräfte für internationale Migrationsbewegungen. Noch immer ist das Geburtsland eines Kindes der entscheidende Faktor für die Höhe seines zukünftigen Einkommens. Milanovic analysiert den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Migration – und plädiert für ein radikal liberales Einwanderungsrecht.

Alle ausgewählten Neuzugänge Februar 2016

In Memoriam

Gerda Kramer

Dr.in Gerda Kramer (1941-2017)

Gerda Kramer war drei Jahrzehnte als wissenschaftliche Mitarbeiterin eine der prägenden Persönlichkeiten in der ÖFSE. Ihre wissenschaftliche Arbeit im Bereich Bibliothek und Dokumentation bestimmte über viele Jahre das inhaltliche Profil der ÖFSE. Vor allem in schwierigen institutionellen Zeiten hat Gerda dafür gesorgt, dass die ÖFSE als Bibliothek und Dokumentation nicht nur die „richtige Literatur“ und die wichtigen internationalen Zeitschriften anbieten konnte, sondern, dass diese nach internationalen Standards erfasst und katalogisiert wurden. Mit der „Annotierten Bibliographie“  und der Länderdokumentation zu Asien sowie den Länderberichten zu Bhutan, Nepal und Pakistan hat Gerda einen wichtigen qualitativen Beitrag zur Anerkennung  der ÖFSE als wissenschaftliche Einrichtung geleistet, der für die Weiterentwicklung unserer Organisation ein wichtiges Fundament darstellt. Die Internationalisierung der ÖFSE sowie internationale Kooperationen gehen auf das Engagement von Gerda Kramer zurück und sind nach wie vor ein bedeutender Bereich der ÖFSE.

Umso schmerzlicher ist daher ihr Ableben für uns alle.

Wir werden Gerda Kramer sowohl als profilierte Wissenschafterin als auch als warmherzigen und humorvollen Menschen in Erinnerung behalten!

Neuer postgradualer Masterstudiengang: „Global Political Economy of Sustainable Development“


Universität Wien, ÖFSE, UNIDO

Im Oktober 2017 startet der neue postgraduale MasterstudiengangGlobal Political Economy of Sustainable Development“ der Universität Wien in Kooperation mit der ÖFSE und UNIDO.

Der interdisziplinäre Studiengang möchte auf Basis eines pluralen Verständnisses wissenschaftlicher Ansätze und Theorien zu Globalisierung und Nachhaltigkeit politikorientierte Kenntnisse und angewandte Methoden für die soziale und ökologische Gestaltung von Politiken auf nationaler sowie internationaler Ebene vermitteln.

Nähere Informationen

Postgradualer Masterstudiengang „Global Political Economy of Sustainable Development“

Summon: neue Suchmaschine der C3-Bibliothek


Seit November 2016 bietet die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik die neue Suchmaschine Summon an.

Zahlreiche entwicklungspolitisch relevante Treffer
Eine Suche in Summon umfasst zusätzlich zu den lokalen wissenschaftlichen Printbeständen (Frauen*solidarität, ÖFSE, Sonderbestand Lateinamerika und Sonderbestand Missio) der Bibliothek den Summon Index, in dem sich über zwei Milliarden Einträge befinden. Unsere Installation durchsucht in wenigen Sekunden den Index nach entwicklungspolitisch relevanten, wissenschaftlichen Artikeln, Ebooks und weiteren Medien. Das Ergebnis ist eine umfangreiche Trefferzahl aus den Bereichen der Internationalen Entwicklung.   

Volltexte, Abstracts und Zitationsanalysen
In den Ergebnissen finden Sie neben Volltextartikeln zahlreiche Abstracts, Zitationsanalysen und die wissenschaftlichen Printbestände der C3-Bibliothek, die Sie in der Bibliothek einsehen und weiterverwenden können. Weiters haben Sie die Möglichkeit, Ihre Suche anhand unterschiedlicher Kriterien (z.B. Materialart, Erscheinungsjahr, Sprache) zu verfeinern.

Artikelsuche in Printzeitschriften
Oft ist es schwierig, in einer Zeitschrift Artikel zu einem bestimmten Thema zu finden. Eine Suche mit Summon bietet den Vorteil, dass Zeitschriften auf Artikelebene durchsucht werden, damit Sie alle relevanten Forschungsergebnisse finden können. Das ist nicht nur bei elektronischen Zeitschriften möglich, sondern auch bei vielen Zeitschriften aus unserem Printbestand. Bei einer Suche in der Zeitschrift „World Development“ finden Sie zum Beispiel Artikel von 1973 bis heute.

Hörtipp: Handelspolitik auf dem Prüfstand: Kaffee aus Frauenhand

Globale Dialoge – Women on Air
Di, 24. Jänner 2017, 13.00 bis 14.00 Uhr auf ORANGE 94.0; auf Kabel 92.7

(1) Handelspolitik auf dem Prüfstand. Was bedeuten faire Bedingungen im Welthandel?
Im November 2016 luden die Organisationen des Centrum für Internationale Entwicklung und Fair Trade Österreich Schüler_innen von fünf unterschiedlichen Schulen ins C3 – Centrum für Internationale Entwicklung zu Workshops und Vorträgen rund um das Thema Handelspolitik ein.
Einige Schüler_innen versuchten sich im Radiomachen und befragten Besucher_innen der Bibliothek zu gerechter Handelspolitik und Fairem Handel. Auch die Ökonomin Karin Kübelböck (ÖFSE) kam zum Thema Handelspolitik und Welthandel zu Wort. Petra Pint, Kampagnenleiterin von „It’s your cup too“ der Frauen*solidarität  macht im Interview auf die Unsichtbarkeit der Arbeit von Kaffeebäuerinnen und den Ungerechtigkeiten im Kaffeegeschäft aufmerksam.

Viel Vergnügen beim Hören der Workshopergebnisse!

Sendung zum Nachhören

Musik: Pietnastka – Keymonica (freemusicarchive.com)
Sendungsgestaltung: Claudia Dal-Bianco (Frauen*solidarität)

SchülerInnen gestalten eine Radiosendung
SchülerInnen gestalten eine Radiosendung zu gerechter Handelspolitik und Fair Trade.

Neuerscheinung: JEP Schwerpunktheft zum Handelsregime der EU im Globalen Süden


Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP)  ist eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften für Fragen von Entwicklungstheorie und -politik im deutschsprachigen Raum. Die jüngste Nummer beleuchtet  kritisch die EU Handelsbeziehungen mit dem Globalen Süden im Kontext der unterschiedlichen Handelsabkommen. Für die Schwerpunktredaktion der Ausgabe war das ÖFSE-Team Jan Grumiller, Werner Raza und Bernhard Tröster verantwortlich.

The EU Trade Regime and the Global South
Volume XXXII / Issue 3 / 2016
 
With the negotiations between the European Union (EU) and the United States on a transatlantic trade agreement (TTIP), so-called ‘deep and comprehensive’ trade agreements have become the object of controversial public debate in recent years. However, TTIP is just one element in the broader EU trade regime established over the last decade. This issue focuses on the trade relations between the EU and countries in the Global South. The articles highlight specific aspects of the EU trade regime, ranging from its underlying strategy to the effects on food security in Sub-Saharan African countries, as well as alternative approaches to trade policy.
 
Schwerpunktredaktion: Jan Grumiller, Werner Raza, Bernhard Tröster
Print ISSN: 0258-2384│Online ISSN: 2414-3197
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Journal für Entwicklungspolitik (JEP)
Das Journal für Entwicklungspolitik ist eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften für Fragen von Entwicklungstheorie und -politik im deutschsprachigen Raum. 

Anti-TTIP-Volksbegehren: Zuspruch und Unterstützung für die Initiative kam auch von Spar

Salzburger Nachrichten, 25.1.2017: Zu den prominenten Unterstützern des Volksbegehrens zählte der Handelskonzern Spar. Seine breite Werbekampagne gegen das Abkommen begründet er mit einer Studie zu den Folgen des Handelsabkommens TTIP vom April 2016, an der IHS und ÖFSE federführend beteiligt waren.

Zuspruch für Anti-TTIP-Volksbegehren
 Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger am Volksbegehren "Gegen TTIP, CETA und Tisa" ist vorhanden. ... Spar warnt seit Jahren vor Handelsabkommen wie TTIP und CETA. ... Spar hatte bereits im April 2016 gemeinsam mit dem Institut für Höhere Studien (IHS) und der Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) eine Studie vorgelegt, die fatale Folgen durch das Handelsabkommen mit den USA (TTIP) prophezeit. 25.01.2017 09:00 / Salzburger Nachrichten Stammausgabe 

50 Jahre ÖFSE

Die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) feiert heuer ein Jubiläum!


Fragen der globalen Entwicklungspolitik und -kooperation gewinnen angesichts einer Vielzahl globaler Herausforderungen an Bedeutung. Vor 50 Jahren hat die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) ihre Tätigkeit aufgenommen. Ihr Auftrag lautete damals, der "Förderung des wechselseitigen Verständnisses und der Beziehungen zwischen Österreich und den Entwicklungsländern" zu dienen und durch "geeignete Maßnahmen das Interesse der österreichischen Öffentlichkeit an den Fragen der internationalen Entwicklung und Entwicklungszusammenarbeit zu pflegen und den befaßten öffentlichen und privaten Einrichtungen, Körperschaften und Dienststellen, die zur Durchführung einschlägiger Zielsetzungen benötigten Unterlagenzu zu liefern"

Dazu kommen heutige Schwerpunkte in der Bildungs- und Informationsarbeit, der angewandten Forschung und der Politikberatung. 2017 wird nun dieses Spektrum durch unser Engagement in der postgradualen Ausbildung ergänzt.

Neue Online-Zeitschriften in der Bibliothek


Die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik erweitert ihr Angebot und bietet wissenschaftliche Online-Zeitschriften im Bestand. Über die neue Suchmaschine ist auch eine Volltextsuche in den elektronischen Zeitschriften möglich.

Neue Online-Zeitschriften im Bestand:

Weitere Online-Zeitschriften in der Bibliothek.

Der Zugriff auf die Volltexte der lizensierten Titel ist derzeit nur aus dem Netzwerk der C3-Bibliothek möglich.

Bittere Süße: Preisschwankungen am Rohstoffmarkt

Im Interview mit dem ECO-Magazin des ORF erläutert Karin Küblböck (ÖFSE) Ursachen und Auswirkungen von Rohstoffpreisschwankungen am Beispiel Kakao aus Westafrika.

Der Preis für die Kakaobohnen, die zumeist aus Westafrika kommen, steigt derzeit nämlich stark an und wird sich in weiterer Folge auch auf die Schokoladepreise auswirken. Der ECO-Beitrag „Bittere Süße: Schokolade wird teurer“ von Lisa Lind und Vanessa Böttcher geht auf die Gründe für den Preisanstieg ein und beschreibt die unterschiedlichen Strategien, mit denen SchokoladeproduzentInnen auf die teuren Kakaobohnen reagieren, und wird am 22.12.2016 um 22:30 auf ORF2 zu sehen sein.

mehr Informationen

 

AK Blog, 27. Februar 2017: Eine aktuelle Studie der ÖFSE beschäftigt sich mit der Wirksamkeit aktueller Regulierungsinitiativen und leitet Empfehlungen für die Umsetzung dieser EU-Verordnung ab. Sie wird am 21. März in Wien präsentiert.

zum Blog

Weltnachrichten: Themenschwerpunkt Eigenverantwortung & wirksame Entwicklung

Michael Obrovsky (ÖFSE) geht in seinem jüngsten Beitrag auf die großen Herausforderungen einer fairen, verantwortungsvollen globalen Politik vor dem Hintergrund der SGDs ein.

Schwerpunkt: Eigenverantwortung
Formel für wirksame Entwicklung?

Sollen die Globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu einer gerechteren Welt führen, müssen sich alle Länder an ihrer Umsetzung beteiligen. Eigenverantwortung ist dabei ein zentrales Prinzip. Was heißt das für die Entwicklungsländer? Und vor welchen Herausforderungen steht die internationale  Staatengemeinschaft?
Von Michael Obrovsky (ÖFSE)

Zum Volltext des Artikels

Im Anfang war das Wort und das Wort ist Käferbohne geworden…


Die entwicklungspolitische Radiosendung „Welt im Ohr“ war zu Gast beim diesjährigen Library Slam im C3. Das Thema, um das sich alles gedreht hat, war Welternährung.

Thema Welternährung: Was braucht der Mensch wirklich?

2016 wurde von den Vereinten Nationen als das internationale Jahr der Hülsenfrüchte ausgerufen. Dies nahm die entwicklungspolitische Radiosendung „Welt im Ohr“ zum Anlass, sich dem Thema Ernährungssouveränität aus unterschiedlichen Perspektiven zu nähern.

Ist Hunger oder Mangelernährung immer ein Problem von Armut und fehlender Nahrung generell? Welche ethischen Aspekte spielen in der Welternährung eine Rolle? Was braucht der Mensch wirklich, können Hülsenfrüchte die hohen Erwartungen? Und welche Rolle in alledem spielt die Lebensmittelindustrie? Zu diesen Fragen kamen auch PoetInnen zu Wort, die am Abend des 6.10.2016 zu diesem Thema im C3 um die Wette slammten. In der Sendung zu hören sind Markus Köhle, Lisa Lehner, Janea Hansen und Mieze Medusa.

Zur Sendung "UN-Jahr der Hülsenfrüchte 2016 – die eierlegende Wollmilchsau?" Gestaltung und Moderation: Doris Bauer

Food matters. Worldwide!

Unter diesem Motto fand am 6. Oktober 2016 zum dritten Mal im Rahmen von „Bildung im C3ntrum“ ein Library-Slam im C3 statt. Die PoetInnen des Abends erörterten die Problematiken der globalen Lebensmittelproduktion und öffneten Ohren und Herzen des Publikums für alternative „Lebens-Mittel“.
Weiter zur Dokumentation

Poetry Slam im C3
Food matters. Worldwide! Ein Library Slam im C3 mit Yasmin Hafedh (Yasmo), Mieze Medusa, Markus Köhle u.a. in der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik

Bildung im C3ntrum 2016
Bildung bewegt und Bildung blockiert. Bildung ist Chance, Bildung ist Bedrohung. Bildung ermöglicht Aufbruch zu Neuem, Bildung macht vertraut mit der Vergangenheit. Kaum ein öffentliches Gut ist so umstritten wie Bildung: in Österreich, in Europa und auf der ganzen Welt. Die Veranstaltungsreihe „Bildung im C3ntrum“ ist eine Kooperation der C3-PartnerInnen ÖFSE, Frauen*solidarität, BAOBAB, Mattersburger Kreis und Paulo Freire Zentrum. Das gemeinsame Anliegen ist es, Perspektiven auf komplexe Zusammenhänge anzuregen und das Verstehen der dahinterliegenden Strukturen zu fördern.
Mehr zur Reihe

ScienceCenter-Netzwerk und UNO reisten „In 17 Zielen um die Welt“

Wien (OTS) - Jedes der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, zu denen sich im Jahr 2015 alle Mitgliedstaaten der UNO bekannten, wurde am 10.November 2016 im Naturhistorischen Museum Wien in Mitmachstationen erlebbar. Die ÖFSE war mit einer Station zum Ziel 16, friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, vertreten.

Mit vollem Erfolg motivierte ein Aktionstag in den Räumen des Naturhistorischen Museums zur Beschäftigung mit nachhaltiger Entwicklung.


Mit einem Ganztagesevent lud das österreichweite ScienceCenter-Netzwerk in Kooperation mit der UNO die BesucherInnen ein, bei einer Reise durch das Museum auf verschiedensten Wegen die globalen Ziele zu entdecken, sich näher mit ihren Einzelaspekten zu beschäftigen sowie über deren Relevanz und Umsetzung zu diskutieren. Mit Michael Obrovsky (ÖFSE) diskutierten SchülerInnen in einem informellen Setting über die verschiedene Aspekte von Frieden und die Rolle, die starken Institutionen in der friedlichen Entwicklung zukommt.

c) Science Center Netzwerk/APA-Fotoservice/Hörmandinger
Mit Michael Obrovsky diskutierten SchülerInnen im Naturhistorischen Museum zum SDG 16

Das ScienceCenter-Netzwerk vertrat Österreich am Internationalen Tag der Science Center und Science Museen


Anlass für den Aktionstag „In 17 Zielen um die Welt“ war der erste „Internationale Tag der Science Center und Science Museen“, der in Kooperation mit der UNESCO stattfand und an dem sich mehr als 300 Science Center und Museen aus 55 Ländern mit unterschiedlichem Programmangebot zu den Sustainable Development Goals (SDGs) beteiligten; unter ihnen auch das österreichische ScienceCenter-Netzwerk. Deswegen ließen sich mehr als zwanzig NetzwerkpartnerInnen zu jedem der siebzehn SDGs Aktivitäten einfallen, die in Form von Experimenten, Diskussionsformaten und Mitmach-Stationen das komplexe Themenfeld für BesucherInnen erlebbar und begreifbar machten.

SDGs (c) Science Center Netzwerk/APA-Fotoservice/Hörmandinger
Die SDGs wurden erlebbar und begreifbar gemacht

Das ScienceCenter-Netzwerk weckt gemeinsam mit der UNO Bewusstsein für globale Herausforderungen


„Die Agenda 2030 betrifft uns alle. Wir müssen Bewusstsein darüber schaffen, denn wir können die gesetzten Ziele nur gemeinsam bewältigen,“ betonte Dr. Martin Nesirky, Direktor des Informationsdienstes der Vereinten Nationen (UNIS) Wien. Die vielen SchülerInnen, die sich gestern im Naturhistorischen Museum Wien mit besonderem Eifer auf Entdeckungsreise nach den Zielen für nachhaltige Entwicklung begaben und die zwischen den Musumsvitrinen positionierten hands-on Stationen ausprobierten, bekräftigen diese Aussage. Darüber hinaus zeigte sich, dass es für ein gemeinsames Bemühen um nachhaltige Entwicklung und Bekämpfung der globalen Ungerechtigkeit einen starken persönlichen Bezug sowie kritische Auseinandersetzung und Dialog braucht.

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SDGs (c) Science Center Netzwerk/APA-Fotoservice/Hörmandinger
Viele SchülerInnen begaben sich mit besonderem Eifer auf Entdeckungsreise nach den Zielen für nachhaltige Entwicklung

Oxford Development Studies: New publication on value chains in the apparel sector in Southern Africa

Cornelia Staritz, ÖFSE, together with Mike Morris, PRISM, recently published a new study on Lesothos’s apparel market and the impacts of global value chains on sustainability.

Cornelia Staritz

Oxford Development Studies, DOI: 10.1080/13600818.2016.1237624
Industrial upgrading and development in Lesotho’s apparel industry: global value chains, foreign direct investment, and market diversification

Mike Morris, PRISM, School of Economics, University of Cape Town, Cape Town, South Africa
Cornelia Staritz, Austrian Foundation for Development Research (ÖFSE), Vienna, Austria

Abstract:
Many low-income countries are integrated into apparel global value chains through foreign direct investment (FDI), including Lesotho, which has become the largest Sub-Saharan African apparel exporter to the US under the African Growth and Opportunity Act. More recently, South Africa has emerged as a new apparel export market in Lesotho. The two markets are supplied by different types of FDI firms – affiliates of Taiwanese transnational producers and South African manufacturers – which are part of different value chain variants. The paper assesses the implications for industrial upgrading and development of integration into these two value chain variants in Lesotho, drawing on firm-level and institutional interviews. We show that their different characteristics in terms of investors’ motivation, governance structure, end markets, firm set up and most importantly and causally, ownership and embeddedness have crucial impacts on functional,product and process upgrading, local linkages, and skill development.

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ÖFSE-Datenbanken mit neuen Features online

Suchen Sie nach Projekten und Programmen der österreichischen EZA oder erfahren Sie mehr Details zu den AkteurInnen der österreichischen Entwicklungspolitik in den neu gestalteten Datenbanken der ÖFSE.

Mit den neuen Abfrage -Features stellt die ÖFSE jetzt eine Volltextsuche nach Projekten und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Österreich zur Verfügung und macht somit historische OEZA-Daten besser zugänglich.  Für Recherchen zu den Schwerpunkten und Aktivitäten der wichtigsten ProjektträgerInnen der OEZA in den vergangenen 20 Jahren können Sie über die Organisationendatenbank auch diverse Ausgaben von Jahresberichten online abrufen.  Die Mehrfachauswahl bietet Ihnen zudem eine Abfragemöglichkeit von Projekten nach mehreren Ländern und Sektoren sowie die Kombination von unterschiedlichen Berichtsjahren in den Datenbanken.

In ihrer Projekt-Datenbank stellt die ÖFSE Informationen zu Projekten und Programmen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Die seit 1996 bestehende Datenbank umfasst österreichische EZA-Projekte öffentlicher und privater Geberinstitutionen. Erfasst werden Projekte mit mehr als 10.000 EUR Finanzierungsvolumen. Mittlerweile sind mehr als 25.000 Projekte nach Länderbezug, Finanzierungsart und Sektoren zugänglich.

zur Projektdatenbank

Die Organisationen-Datenbank enthält systematische Informationen zu den  AkteurInnen der österreichischen Entwicklungspolitik. Über eine differenzierte Suche können mehr als 900 öffentliche und private EZA-Einrichtungen systematisch nach Länderbezug, Bundesland und Organisationstyp abgefragt werden.

zur Organisationendatenbank

Was bringt CETA für Österreich und die EU?

Wenig bis nichts – aber viele Unsicherheiten meint Bernhard Tröster, ÖFSE, im aktuellen EU Infobrief der Arbeiterkammer.

AK Infobrief EU & International, Nr. 4, Oktober 2016:

Wirtschaftliche Effekte von CETA: Was bringt CETA für Österreich und die EU?


Wenig bis nichts – aber viele Unsicherheiten: Eine neue Studie zu den ökonomischen Auswirkungen des Freihandelsabkommens der EU mit Kanada (Comprehensive Economic and Trade Agreement – CETA) bestätigt, dass von diesem Abkommen kaum wirtschaftliche Impulse für EU Staaten zu erwarten sind. Dennoch entstehen durch CETA Risiken, besonders für geringer qualifizierte ArbeitnehmerInnen in Österreich und der EU und weitere Belastungen für die bereits heute angespannten Arbeitsmärkte in der EU. Bernhard Tröster

Ganzen Artikel lesen

Handelsabkommen – eine Kosten-Nutzen Rechnung?

In seinem AK-Blogbeitrag erörtert Bernhard Tröster (ÖFSE), warum es wichtig ist, zwischen Zollsenkungen und Reduktion von Kosten aus Regulierung zu unterscheiden und welche Auswirkungen dies auf Verhandlungen, Kontrolle und ‚Kosten-Nutzen Rechnung‘ von Handelsabkommen der neuen Generation hat.

Blog.arbeit-wirtschaft.at:

Bernhar Tröster

CETA, TTIP & Co.: Standards sind keine Zölle
Bernhard Tröster, ÖFSE, 29. September 2016

Zölle und unterschiedliche nationale Regulationsstandards erhöhen Handelskosten. Durch Zollsenkungen und Deregulierung werde der Handel erleichtert und nicht nur Wirtschaftswachstum, sondern auch Jobs würden geschaffen – so die Befürworter von CETA, TTIP & Co. Dabei unterscheidet sich die Wirkung von Zollsenkungen von der Reduktion nicht-tarifärer Handelshemmnisse fundamental. Geht gesellschaftlicher Nutzen aus Regulierung verloren, werden neue Handelsabkommen zu einem schlechten Geschäft für die Allgemeinheit.

Traditionelle Handelsabkommen: Zollsenkungen

In der Theorie profitieren von Zöllen inländische ProduzentInnen durch weniger Konkurrenz und der Staat durch Zolleinnahmen. Demgegenüber stehen jedoch negative Folgen für KonsumentInnen durch teurere Produkte. Weil die positiven Effekte die negativen Folgen nicht ausgleichen, kommt es zu Nettowohlfahrtsverlusten.

Trotz aller Probleme dieses Zugangs in Theorie und Praxis (man denke nur an die Bedeutung von Zöllen für Entwicklungsländer) wird die prinzipielle Wirkung von Zollsenkungen durch Handelsabkommen klar. Gewinne – über niedrigere Preise (KonsumentInnen) und verbesserten Marktzugang (ProduzentInnen in Exportsektoren) – kommen vielen zu Gute, während Verluste – durch mehr Importkonkurrenz – von wenigen zu tragen sind (ProduzentInnen in Importsektoren): Gewinne sind breit gestreut, Verluste konzentriert.

Daher müssen sich VerhandlerInnen von Zollabkommen mit ProduzentInnen und deren ArbeitnehmerInnen abstimmen, um mögliche Verluste und Gewinne in Sektoren mit unterschiedlichen Export- und Importanteilen abzuwägen.

Neue Handelsabkommen: Senkung nicht-tarifärer Handelshemmnisse

Unter ‚nicht-tarifären Handelshemmnissen‘ kann man im Prinzip alle Maßnahmen und Regulierungen zusammenfassen, die keine Zölle sind, aber potentiell einen negativen Effekt auf den internationalen Handel haben können. Alle Unterschiede zwischen nationalen Standards und Regulierung können so als Kosten und Handelshemmnis angesehen werden.

Nationale Standards sind jedoch das Ergebnis eines Verhandlungsprozesses zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie z.B. ArbeitnehmerInnen, Unternehmen, KonsumentInnen oder staatlichen Institutionen. Dabei geht es um gesamtgesellschaftliche Ziele wie z.B. den Schutz der öffentlichen Gesundheit. Durch Regulierung entsteht ein gesellschaftlicher Nutzen, dem mögliche Kosten gegenübergestellt werden müssen.

Damit ist nicht gemeint, dass aktuelle Regulierung immer optimal ist oder unveränderbar sein soll. Verhandlungsprozesse sind eher als fortlaufend zu betrachten und unterliegen wechselnden Kräfteverhältnissen zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Ohne möglichen Nutzen von Normen zu beachten, kann es bei Deregulierung mit dem Ziel internationalen Handel zu erleichtern, zu negativen Folgen für die Allgemeinheit kommen. Damit wird die Wirkung von Zollsenkungen auf den Kopf gestellt: Die Verluste der Liberalisierung sind breit gestreut, die Gewinne aber konzentrieren sich auf wenige Unternehmen.

Auch der bekannte Handelsökonom Dani Rodrik hat vor kurzem davor gewarnt, dass die Abschaffung von Barrieren für Handel und Finanzströme zum Selbstzweck einer sich verselbständigenden „Hyperglobalisierung“ wird. Er betont, dass nationale Regulierungen in erster Linie fundamentalen wirtschaftlichen und sozialen Zielen dienen. Veränderungen nationaler Regulierung bedürfen daher unbedingt demokratischer Legitimation.

VerhandlerInnen von Handelsabkommen der neuen Generation müssen daher zwingend Auswirkungen auf alle gesellschaftlichen Gruppen berücksichtigen und durch Transparenz und geeignete institutionelle Strukturen demokratische Kontrolle gewährleisten. Die in CETA oder TTIP angestrebte Regulierungskooperation entspricht diesem Maßstab aber nicht.

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New guest researcher

ÖFSE is happy to welcome Rudi von Arnim (University of Utah, Salt Lake City) as guest researcher. He will be working together with our team on the "ÖFSE Global Trade Model."

The ÖFSE Global Trade Model

Rudi von Arnim's work with ÖFSE focuses on the development of the "ÖFSE Global Trade Model." The model serves as a key research tool to investigate the impact of trade agreements. In contrast to other common assessment techniques, the model's causal structure highlights income, employment and distributive effects of trade policy. The ÖFSE research group on Free Trade Agreements Werner Raza, Bernhard Tröster and Jan Grumiller together with Prof. Emeritus Lance Taylor (New School for Social Research) and von Arnim collaborated on the development of the model and its application to TTIP. Currently, the team continues work on a project on the effect of EPAs with the EU on five developing countries in Sub-Saharan Africa and Asia. From September until November 2016 Rudi von Arnim will be a guest researcher at ÖFSE.

Werner Raza, Lance Taylor, Bernhard Tröster, Rudi von Arnim, 2016: Modelling the impacts of trade on employment and development: A structuralist CGE-model for the analysis of TTIP and other trade agreements, ÖFSE Working Paper 57. 

Werner Raza, Bernhard Tröster, Rudi von Arnim , 2016: Assess CETA: Assessing the claimed benefits of the EU-Canada Trade Agreement (CETA), Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien.

Rudi von Arnim

Rudi von Arnim (PhD, Economics, New School for Social Research 2008) is Associate Professor at the Department of Economics at the University of Utah in Salt Lake City, UT. Research interests of von Arnim broadly fall into three categories: (1) Macroeconomic theory, with a focus on the links between growth, the business cycle and the distribution of income; (2) economic development, with a focus on structural heterogeneity; and (3) international economics, with a focus on large and persistent global imbalances. These categories are connected theoretically, in terms of the focus on macroeconomic issues, as well as methodologically, in the development and application of simulation models. On these themes, he has worked with and consulted for G24, UNDP, UNCTAD, ILO’s Institute for International Studies (IILS) as well as OeFSE (Austrian Foundation for Development Research).

Blinde Flecken bei nachhaltiger Entwicklung

derStandard.at: Ulrich Brand (Universität Wien) und Werner Raza (ÖFSE) kommentieren den Fortschritt Österreichs bei der Umsetzung der "2030 Entwicklungsagenda". Es zeigt sich, dass von Regierungsseite der Finanzierung, politischem Willen sowie dem Kampf gegen die mächtigen Interessen von Konzernen bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Blinde Flecken bei der nachhaltigen Entwicklung

KOMMENTAR DER ANDEREN
Ulrich Brand, Werner Raza

25. September 2016, 18:28

Ein Jahr nach der Verabschiedung der Uno-Ziele zur nachhaltigen Entwicklung tut sich in Österreich dazu wenig. Auf globaler Ebene sind Fragen der Finanzierung und der Machtinteressen aus der Strategie ausgeklammert worden Von einem historischen Moment war die Rede, als Ende September 2015 die Generalversammlung der Vereinten Nationen 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) beschloss. In einem dreijährigen Prozess haben sich 193 Regierungen unter anderem dem konsequenten Kampf gegen Armut und Hunger, für gute Arbeit, sauberes Wasser, ökologische und leist-bare Energie, Bildung für alle, Geschlechtergerechtigkeit und nachhaltiger Stadtentwicklung verpflichtet. Auch der Abbau von Ungleichheit und der Kampf gegen den Klimawandel werden prominent formuliert.

Die Ziele sind Teil der sogenannten "2030 Entwicklungsagenda", sie sollen also das Regierungshandeln der kommenden 15 Jahre anleiten. Sie werden in 169 Unterzielen operationalisiert. So sollen etwa die Subventionen für fossile Energien oder für Agrarexporte auslaufen. Waren die 2000 verabschiedeten Entwicklungsziele zur Jahrtausendwende (Millennium Development Goals, MDGs) noch stark auf die Länder des globalen Südens hin und an klassischen Entwicklungsthemen ausgerichtet, so verpflichten die SDGs alle Länder – so auch Österreich - und geben sozialökologischen Fragen einen hohen Stellenwert. Weiterlesen…

Ulrich Brand (Professor für Internationale Politik an der Universität Wien) und Werner Raza (Leiter der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung – ÖFSE) sind die Initiatoren des neuen englischsprachigen Masterstudiengangs Global Political Economy of Sustainable Development.

Austrian Journal of Political Science: Die Österreichische Außenpolitik seit EU Beitritt


In ihrem Beitrag thematisieren Michael Obrovsky (ÖFSE) und Simon Lightfoot (University of Leeds/UK) das Spannungsfeld zwischen Nachbarschaftspolitik und EU-Entwicklungspolitik am Beispiel der Entwicklungspolitik Österreichs. Dazu analysieren sie einerseits die Rahmenbedingungen für eine Europäische Entwicklungspolitik und andererseits die konkreten ODA-Leistungen Österreichs seit 1995.

OZP – Austrian Journal of Political Science  http://oezp.at/, Vol. 45, issue 2 : Schwerpunktheft: Austrian foreign policy Forschungsartikel zum Schwerpunkt, Seite 11-21.

Austrian development policy - from global to neighbourhood policy?

Simon Lightfoot School of Politics and International Studies, University of Leeds, UK , Michael Obrovsky Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung, Wien, Österreich 

Österreichische Entwicklungspolitik – Nachbarschaftspolitik in Europa statt globaler Politik ?

Mit dem Beitritt Österreichs zur EU im Jahr 1995 wurde erwartet, dass Österreich die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) auf ein europäisches Niveau anheben und sein EZA Management professionalisieren und mehr in Einklang mit europäischen und internationalen Standards bringen wird müssen. Nach 20 Jahren EU Mitgliedschaft lässt sich resümieren, dass Österreich zwar die europäische Entwicklungsrhetorik übernommen hat, jedoch seine öffentlichen Entwicklungshilfemittel nicht angehoben hat. Trotz der Gründung einer professionellen Österreichische Entwicklungsagentur (ADA) ist die ODA stärker auf Nachbarschaftspolitik im westlichen Balkan sowie auf die Stärkung der österreichischen Wirtschaftsinteressen im Kaukasus ausgerichtet als auf die Armutsbekämpfung im globalen Süden sowie Beiträge zu den globalen öffentlichen Gütern. Da verbindliche Verträge über die ODA-Leistungen der EU-Mitglieder fehlen, konnte sich Österreich mit Entwicklungsrhetorik und effizienteren Managementstrukturen hinter der EU-Entwicklungspolitik verstecken ohne die ODA-Mittel signifikant zu erhöhen.

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Mehr zu den Autoren:

Dr. Michael Obrovsky
is deputy director of the Austrian Foundation of Development Research – ÖFSE. He gives lectures at the Institute of International Development studies at the University of Vienna and at the Danube-University Krems. His Research areas are: developmentpolicy, financing for development, civil society and development.

Dr. Simon Lightfoot is a Senior Lecturer in European Politics at the University of Leeds, UK. His research areas are development policy, especially in Central and Eastern Europe and at the EU level. He is also co-convenor of the EADI Working Group on the Development Aid of the Non-DAC Donors.

Angebote der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik zu Semesterbeginn:


In der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik besteht die Möglichkeit Semesterhandapparate aufzustellen.
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Außerdem bieten wir Bibliotheksführungen und Schulungen, in deren Rahmen die Grundlagen  wissenschaftlicher Recherche vermittelt werden. Wir präsentieren die C3-Bibliothek auch gerne vor Ort in einer Lehrveranstaltung.
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Bei Interesse an einem unserer Services wenden Sie sich bitte an bibliothek@centrum3.at.

C3-Bilbothek für Entwicklungspolitik

CETA: Volkswirtschaftliche Effekte gering

Am 7.9.2016 präsentierte Werner Raza, Leiter der ÖFSE, in Brüssel eine neue Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Abkommens, die im Auftrag der Arbeiterkammer erstellt wurde.

Ö1/Morgenjournal: 8.9.2016
Warnungen vor CETA


Unterschriftsreif aber umstritten - CETA, das Handelsabkommen der EU mit Kanada, soll bereits Ende Oktober feierlich in Brüssel unterzeichnet werden. Die EU-Kommission lobt das Abkommen und spricht von einem wichtigen Impuls für die europäische Wirtschaft, zugleich mehren sich aber in mehreren EU-Ländern kritische Stimmen, die vehement Nach-Verhandlungen fordern - in Österreich war dies etwa Bundeskanzler Christian Kern. CETA droht damit zur nächsten großen EU-Baustelle zu werden. Bei einer Podiumsdiskussion in der ständigen Vertretung Österreichs in Brüssel hat die Arbeiterkammer am  Abend des 7.9.2016 eine neue Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Abkommens präsentiert. Studienautor Werner Raza, Ökonom und Leiter der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung, geht davon aus, dass zwar die Effekte des Abkommens grundsätzlich positiv sein werden, aber in sehr geringen Größenordnungen. Pro EU-Bürger bedeutet das ein zusätzliches Einkommen von 15-20 Euro. Da die Geschäfte mit Kanada nur 1,7% des gesamten EU-Außenhandels ausmachen, werden die volkswirtschaftlichen Effekte des Abkommens sehr gering sein. Er diskutierte am Podium gemeinsam mit  Tiroler SPÖ EU Abgeordnete Caroline Graswander-Hainz und Chef der deutschen Gewerkschaft ver.di Frank Bsirske und CETA- Chefverhandler Maure Petriccione.

Sendung nachhören

Parlamentarischen Enquete zu CETA und TTIP

Am 14. September hielt der Nationalrat eine Parlamentarische Enquete  zu den Freihandelsabkommen CETA und TTIP ab.  Werner Raza, Leiter der Österreichischen Forschungsstiftung für internationale Entwicklung (ÖFSE) referierte über die ökonomischen, ökologischen und sozialen Effekte von CETA und TTIP.

› OTS-Meldung: Enquete zu CETA und TTIP: Unterschiedliche Expertenmeinungen zur Freihandelspolitik

Einblicke in erfolgreiche Maturaprojekte

Die vier PreisträgerInnen des C3 Award 2016 erzählen im Gespräch mit dem Südwind Magazin über ihre ersten Erfahrungen in der Entwicklungsforschung. Am 14.9.2016,18.30 sind sie auch zu Gast im Radio.

Südwind Magazin, September 2016: Recherchen der Zukunft

Artikel im Südwind Magazin


Der erstmals vergebene C3-Award zeigt: Unter Österreichs MaturantInnen findet sich begabter  Nachwuchs für die Entwicklungsforschung. Irmgard Kirchner und Christina Schröder haben nachgefragt. Die Gespräche geben Einblick  in den Prozess der Themenfindung und Recherche bei  vorwissenschaftlichen Arbeiten sowie interessante Anregungen für angehende MaturantInnen.

Keine Spur von Vorwissenschaft, als eine Art Kindergarten für die „echte“ Wissenschaft. Hohes Lob verteilte die mit WissenschaftlerInnen gut besetzte Jury für die GewinnerInnen des C3-Awards bei der Preisverleihung Ende Mai in Wien. Aaron Calzadilla, Fabian Kriechbaum, Helene Hanel und Sonja Hofstetter erhielten die Auszeichnung für ihre herausragenden vorwissenschaftlichen Arbeiten im Bereich Internationale Entwicklung. Diese schriftlichen Arbeiten sind wesentliches Element der so genannten „neuen Matura“, die in Österreich seit 2015 abgehalten wird. Das Thema dafür wird von den SchülerInnen selbst gewählt. Bei Interesse an internationaler Entwicklung, finden sie in der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik in Wien eine ideale Anlaufstelle. Im aktuellen Südwind Magazin erzählen die PreisträgerInnen von ihren Maturaprojekten und Forschungserfahrungen.
Südwind Magazin 09/2016 

Der C3-Award wird auch im kommenden Jahr ausgeschrieben.
Alle Informationen dazu und zur C3-Bibliothek

Radio-Tipp zum Schulbeginn: Wie finde ich ein geeignetes Thema für meine VWA? Wer kann mich dabei unterstützen? Wo finde ich Material für einen ersten Überblick? C3 Radio bringt anlässlich des neuen Schuljahres eine Reportage über aktuelle gesellschaftspolitische Themen von MaturantInnen und ihre Erfahrungen. Wann? 14.9.2016, 18.30 -19.00
zur Radiosendung

Veranstaltungstipp: Am 27.9.2016 findet um 17.00 ein Informationsabend zur Ausschreibung des C3-Award 2017 im C3 - Centrum für Internationale Entwicklung statt. Themen werden die Beurteilungskriterien, Einreichmodaliäten und Recherchehilfe bei Themenfindung und -ausarbeitung sein.
mehr Information

› Anmeldung für interessierte Lehrkräfte bitte unter award@centrum3.at

Brasiliens Demokratie hat Schaden genommen

Anlässlich des Amtsenthebungsverfahrens gegen Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff war Andreas Novy, Kuratoriumsvorsitzender der ÖFSE, heute zu Gast im Morgenjournal.

Dilma Rousseffs Amtsenthebung

Andreas Novy

Andreas Novy im Gespräch mit Christian Williwald im Ö1 Morgenjournal vom 30.8.2016
Der Senat des brasilianischen Parlaments entscheidet heute über das politische Schicksal von Dilma Rousseff. Die Senatoren werden sie - das steht so gut wie fest- als Präsidentin absetzen. Gestern hatte Rousseff die letzte Gelegenheit, ihre Position darzulegen. In einer Rede vor dem Senat hat sie erklärt, sie habe kein Verbrechen begangen und sei die rechtmäßig gewählte Präsidentin. Trotzdem muss sie ihr Amt abgeben, sagt Andreas Novy von der Wirtschaftsuniversität Wien, Leiter der Grünen Bildungswerkstatt und Kuratoriumsvorsitzender der ÖFSE. Die Demokratie habe Schaden genommen.

› Die Sendung kann noch sieben Tage nachgehört werden

Fortschritte in der globalen Armutsbekämpfung – mit Vorbehalt


Im Interview mit dem Kurier weist Michael Obrovsky, stv. Leiter der ÖFSE, darauf hin, dass die Definition von Armut an sehr unterschiedlichen Parametern gemessen werden kann. So scheint die  vielfach zitierte „neue Mittelschicht“, die in Asien oder Afrika entsteht, mit unseren Vorstellungen wenig gemein zu haben.

Kurier, 23.7.2016, Wirtschaft:
Das Ende extremer Armut wird greifbar

Kräftiges Wachstum hat Milliarden Menschen aus der Mittellosigkeit befreit – besonders seit 1980
Krisen über Krisen, soweit das Auge reicht. Auch die Armut wird immer schlimmer. Moment, stimmt das überhaupt?

Im Interview mit Kurier-Redakteur Hermann Sileitsch-Parzer gibt Michael Obrovsky, stellvertretender Leiter der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung – ÖFSE zu bedenken: "Ja, es gibt Konsens, dass in der Armutsbekämpfung Fortschritte gemacht wurden, allerdings sorgt die Art, wie die Weltbank extreme Armut definiert, für heftige Kritik. Sie setzt die Schwelle bei 1,90 Dollar pro Tag an, früher waren es sogar nur 1,25 Dollar. Das sichert bestenfalls ein Überleben. Der Armutsfalle ist man damit nicht entronnen".

Die jüngsten "UN-Nachhaltigkeitsziele" gehen deshalb weiter. Bis 2030 soll extreme Armut zur Gänze ausradiert werden. Das scheint tatsächlich möglich, denn seit Mitte der 1980er-Jahre sind die globalen Einkommen stark gestiegen. Dafür war nicht etwa die Entwicklungshilfe verantwortlich. Der Hauptgrund war die Globalisierung. Der viel gescholtene Kapitalismus hat also nicht mehr Armut erzeugt, sondern diese reduziert? Schon. Aber der Geldsegen war sehr ungleich verteilt: In Afrika südlich der Sahara ist sehr wenig davon angekommen.

Tatsächlich sind für den Rückgang der Armut in der Statistik vor allem jene eineinhalb bis zwei Milliarden Chinesen und Inder verantwortlich, die der ärgsten Armut entrinnen konnten. "Diese neue Mittelschicht, die in Asien oder sogar Afrika angeblich entsteht, hat mit unseren Vorstellungen aber nichts zu tun", warnt Obrovsky. Für die Weltbank zählt man schon mit 2 bis 20 Dollar pro Tag zum Klub der Mittelschicht.

Entwicklungshilfe wird heute nicht mehr rein karitativ-humanitär verstanden, sondern setzt verstärkt auf Wirtschaftspartnerschaften. Der Experte vermisst dabei jedoch globale Strategien. Am meisten helfen würde ein gerechteres Wirtschaftssystem: "Könnten die Entwicklungsländer multinationale Konzerne angemessen besteuern, hätten sie mehr Mittel zur Verfügung als über die gesamte Entwicklungshilfe."

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C3 Radio Sendung zu Schlepperei und Fluchthilfe


Am 10.8.2016 waren die HistorikerInnen Gabriele Anderl und Simon Usaty im Gespräch mit Jürgen Plank, C3 Radio, zu hören.

Im Kontext der Fluchtbewegungen der Jahre 1933-1945 fanden illegale Grenzübertritte wesentlich häufiger statt als allgemein bekannt. Sie erwiesen sich vielfach als lebensrettend ... Heute ist das Thema angesichts der immer rigoroseren Abwehrmaßnahmen, mit denen die »Festung Europa« gesichert werden soll, brisanter denn je. Die AutorInnen des Sammelbands "Schleppen, Schleusen, Helfen" (Mandelbaum Verlag 2016) befassen sich mit den unterschiedlichen Formen, Phasen und Motiven der organisierten und individuellen Fluchthilfe oder "Schlepperei" seit den 1930er Jahren und rückt die restriktive Aufnahmepolitik der potentiellen Zufluchtsländer als wesentliche Ursache für das Phänomen ins Blickfeld. C3 Radio hat mit den beiden HerausgeberInnen Gabriele Anderl und Simon Usaty gesprochen und war bei der Buchpräsentation dabei.

Sendung nachhören

CETA: Neue ÖFSE Studie zu den wirtschaftlichen Effekten

Eine aktuelle Studie der ÖFSE zeigt, dass vom fertig ausverhandelten EU-Kanada Freihandelsabkommen nur sehr geringe Effekte auf Einkommen und Beschäftigung zu erwarten sind.

Assess CETA: Assessing the claimed benefits of the EU-Canada Trade Agreement (CETA)

Eine aktuelle Studie der ÖFSE zeigt, dass vom fertig ausverhandelten EU-Kanada Freihandelsabkommen nur sehr geringe Effekte auf Einkommen und Beschäftigung zu erwarten sind. Die nach wie vor bestehenden Unklarheiten zu zentralen Aspekten des Abkommens, insbesondere zum Themenbereich der regulatorischen Kooperation, führen zudem zu beträchtlichen Unsicherheiten bezüglich der zu erwartenden Effekte.

  1. Dafür werden die bekannten Studien zu ökonomischen Effekten von CETA zusammengefasst und kritisch überprüft, unzureichende Modellannahmen problematisiert und fehlende Risiken und Anpassungskosten dargestellt.
  2. Basierend auf dem ÖFSE Global Trade Model werden die ökonomischen Effekte von CETA auf die Mitglieder des Abkommens und andere Weltregionen – aber auch speziell für Österreich – geschätzt. Das verwendete Modell erlaubt dabei im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen auch Aussagen zu Effekten auf Beschäftigung, Löhne, Budgetdefizit und Leistungsbilanz.
  3. Modellbasierte Analysen zu den wirtschaftlichen Effekten von Handelsabkommen sind immer mit gewissen Unsicherheiten verbunden, da bestimmte Parameter nicht exakt abzuschätzen sind. In den Handelsabkommen der neuen Generation wie CETA wird dies durch die Bedeutung von nicht-tarifären Handelshemmnissen wie Regulierungen und technische Standards noch verstärkt, da ex-ante unklar ist, wie stark Handelskosten durch regulatorische Zusammenarbeit gesenkt werden können. Deshalb wird mithilfe einer Sensitivitätsanalyse die Schwankungsbreite der Ergebnisse aufgrund der Variation von wichtigen Parametern aufgezeigt.

Download der Studie

Pressemeldung zur Studie: APA/OTS: PK AK Wien: CETA – wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren, 16.6.2016 

Vergebene Chance? EU-Verordnung zu Konfliktmineralien

In der aktuellen Ausgabe des EU-Infobriefs der AK berichtet Karin Küblböck, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖFSE, von einem Kompromiss zwischen Ministerrat und EU-Parlament über die Rechenschaftspflicht zu Konfliktmineralien.

EU-Verordnung zu Konfliktmineralien: Der weite Weg hin zu höherer Rechenschaftspflicht im Rohstoffsektor

„No blood in my cell phone“ – Anfang der 2000er-Jahre führten Kampagnenslogans wie dieser einer bis dahin recht uninformierten Öffentlichkeit die Zusammenhänge zwischen Rohstoffen in beliebten Elektronikprodukten und gewaltsamen Konflikten vor Augen. 40% aller Bürgerkriege der letzten 60 Jahre hatten laut Vereinten Nationen einen Rohstoffbezug.

In der Zwischenzeit ist eine Reihe von Regulierungen zu „Konfliktmineralien“ verabschiedet worden. In den letzten beiden Jahren wurde auf EU-Ebene eine Verordnung zu diesem Thema verhandelt. Am 15. Juni 2016 wurde eine Einigung zwischen Ministerrat und EU-Parlament präsentiert. Sie lässt viele Fragen offen kritisiert Ökonomin Karin Küblböck (ÖFSE).

› Weiterlesen im AK Infobrief EU & International, Ausgabe 3/Juni 2016 (pdf)

Der EU-Infobrief erscheint 5x jährlich im digitalen Format und liefert eine kritische Analyse der Entwicklungen auf europäischer und internationaler Ebene. Die Zeitschrift der Abteilung EU & Internationales der AK-Wien fokussiert dabei Themen an der Schnittstelle von Politik, Recht und Ökonomie.

Karin Küblböck ist Ökonomin mit den Forschungsschwerpunkten Rohstoffe und Entwicklung, Privatsektorentwicklung, Internationaler Handel und Investitionspolitik. Sie ist seit 1996 wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖFSE und dort seit 2001 im Bereich "Weltwirtschaft und Entwicklung" tätig.
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EZA-Aufstockung: Nur ein erster Schritt

Michael Obrovsky, Stellvertretender Leiter der ÖFSE, warnt davor, zu große Erwartungen im Zusammenhang mit der beschlossenen Aufstockung der EZA-Gelder zu haben. Warum erklärt er im Interview mit ISJE-Redakteur Richard Solder.

Nur “ein erster Schritt”

June 22, 2016 richard
 
Michael Obrovsky von der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) warnt davor, zu viele Erwartungen von der Aufstockung der EZA-Gelder zu haben. Im Interview mit Südwind Redakteur Richard Solder.

Herr Obrovsky, wie sehen Sie den von Minister Sebastian Kurz auf Schiene gebrachten Stufenplan zur Steigerung der Gelder für die österreichische Entwicklungshilfe?

Das ist kein Stufenplan. Da geht es um das Bundesfinanzrahmengesetz und darum, wie viel Geld demzufolge für die ADA (Austrian Development Agency) aus dem Budget des BMEIA in den nächsten Jahren ausgegeben wird. Die 15,5 Millionen Euro mehr sind auch keine Steigerung, die bei der ODA-Quote (öffentliche Entwicklungszusammenarbeit, Anm.) ins Gewicht fällt. Nehmen wir die Zahlen aus 2015: Die ODA-Quote Österreichs vom vergangenen Jahr betrug 0,32 Prozent des Bruttonationaleinkommens BNE. 15,5 Mio Euro mehr pro Jahr machen genau genommen 0,005 Prozent des BNE aus. Kann man da von einem Stufenplan sprechen, wenn wir – um das Ziel, 0,7 Prozent des BNE für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit zu erreichen – bei dieser jährlichen Steigerung von 15,5 Mio Euro noch mindestens weiter 40 Jahre brauchen werden?

Ist es also eine Verbesserung der finanziellen Situation oder nicht?
Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, allerdings in einer homöopathischen Dosis.

Wer wird von den 15,5 Millionen Euro im Jahr profitieren?
Aktuell kann man noch keine Detailanalyse machen. Man muss sich anschauen, wofür das Geld konkret verwendet wird.

Wie groß ist die Chance, dass das der klassischen Entwicklungszusammenarbeit zu Gute kommt?
Da brauchen wir uns nicht allzu viel Hoffnung machen. Es handelt sich um eine abgestimmte Strategie zwischen den Ministerien. Hinter der Steigerung steht das Bestreben der Bundesregierung, die 15,5 Millionen Euro zu einem großen Anteil Regionen zu widmen, die eine Rolle in der Flüchtlingsthematik spielen. Migrationsverhinderung steht hier im Vordergrund. Eine klassische NGO etwa, die Uganda aktiv ist, wird davon nicht viel sehen.

Besteht die Gefahr, dass die Entwicklungshilfe in der Flüchtlingspolitik als Druckmittel verwendet wird – etwa durch die Koppelung an die Rückübernahme von MigrantInnen?
Welchen Ländern will Österreich drohen? Dieses Argument geht ins Leere. Das Drohpotential existiert nicht. Die Flüchtlinge kommen nicht aus den Schwerpunktländern der österreichischen EZA. Die Verknüpfung von EZA und Rückübernahmeabkommen ist eher eine innenpolitische PR-Botschaft.

Was kann Österreich mit den 15,5 Millionen Euro im Jahr mehr in Sachen Flüchtlingsbewegungen unternehmen?
Zuerst einmal: Entwicklungszusammenarbeit wirkt sich per se nicht direkt auf die Flüchtlingsbewegungen aus. Bei dieser Summe ist es zudem absolut naiv zu glauben, dass damit ernsthaft die Ursachen für Flucht beseitigt werden können. Wir müssen hier auch die Relationen sehen: Dem Verteidigungsministerium wurde im Bundesfinanzrahmengesetz mehr als eine Milliarde Euro mehr zugesprochen, dem Innenministerium rund 200 Millionen Euro mehr. Mit 15,5 Millionen Euro für Programme der EZA kann ich viel Humanitäre Hilfe vor Ort leisten, die Ursachen für Flucht werden damit kaum lösbar sein. (sol)

ganzes Interview

Die ÖFSE analysiert und dokumentiert die österreichische Entwicklungspolitik. Die österreichische Entwicklungspolitik wird von der ÖFSE vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklungspolitik dokumentiert und analysiert. Dabei versteht sich die ÖFSE als Forschungseinrichtung, die auf Basis des internationalen Diskurses über die Entwicklungspolitik und Entwicklungsforschung den Dialog mit den verschiedenen AkteurInnen der österreichischen Entwicklungspolitik sucht und mit Hilfe verschiedener Aktivitäten und Maßnahmen (Veranstaltungen, Publikationen, Workshops, Beratung) zur Diskussion und zur Weiterentwicklung der österreichischen Entwicklungspolitik beiträgt. Entsprechend den Arbeits- und Themenschwerpunkte der ÖFSE sind die MitarbeiterInnen des Bereichs Wissenschaft und Forschung sowohl AnsprechpartnerInnen für viele AkteurInnen der österreichischen Entwicklungspolitik wie auch für internationale PartnerInnen.

Michael Obrovsky ist Stellvertretender Leiter der ÖFSE. Schwerpunkte seiner Arbeit sind vor allem Fragen der österreichischen und internationalen Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungsfinanzierung. Seit 1994 ist Michael Obrovsky als Lehrbeauftragter an der Universität Wien sowie seit 2011 an der Donauuniversität Krems tätig sowie Mitglied in verschiedenen Gremien entwicklungspolitischer Einrichtungen.

Material zum Thema ist online verfügbar über Finanzierung der Entwicklungspolitik.

C3-Awards an MaturantInnen


Ö1/Wissen Aktuell berichtete über die Verleihung der C3-Awards 2016 und stellt junge PreisträgerInnen und ihre Arbeiten vor.

Die MaturaNEU in Österreich verlangt von Jugendlichen, eine vorwissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Viele SchülerInnen vertiefen sich dabei in Themen, die ihnen am Herzen liegen - und viele liefern, wie sich zeigt, durchaus fundierte Werke ab. Zumindest finden das die JurorInnen und preisstiftenden Organisationen des C3-Award, der heuer in Wien erstmals Schülerarbeiten prämiert hat, die sich mit Entwicklungspolitik beschäftigt haben.

Es ist ein Fest in erstaunlich großem Rahmen. Noch nicht ganz mit der Matura fertig bekommen neun mögliche Nachwuchs Wissenschaftlerinnen eine Auszeichnung. Das C3 – Centrum für Internationale Entwicklung in Wien Alsergrund hat die eigene Bibliothek zum Festsaal gemacht. Mit Bühne, Orchester und Büffet. Man will wirklich Anerkennung zeigen, sagt Mitveranstalterin Karin Küblböck. Wir waren sehr positiv überrascht von der Qualität der Arbeiten, der Auswahl der Themen, der Ausarbeitung der Fragestellungen und der kritischen Perspektive. Das sind durchaus nicht nur vor-wissenschaftliche Arbeiten sondern man kann sie wissenschaftliche Arbeiten nennen.
Sendung 7 Tage nachhören

Gestaltung: Isabella Ferenci

Mit: Karin Küblböck, ÖFSE, Olivia Radford, Schülerin des BRG/BG Kufstein, Valere Ubonabenshi, Schüler des BG/BRG 3 Boerhaveegasse und Aaron Calzadilla, Schüler des Öffentlichen Gymnasiums der Stiftung Theresianische Akademie anlässlich des Festakts im C3- Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien.

Schwedens Solidarität hat Tradition


Kein Land in Europa gibt soviel für EZA aus wie Schweden. Michael Obrovsky , wissenschaftlicher Mitarbeiter der ÖFSE, erläutert im Interview mit der Presse die Hintergründe.

Die großzügigen Geber im hohen Norden

International genießt Schweden einen sehr guten Ruf. Dazu hat auch die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) beigetragen. Kein Land in Europa gibt so viel Geld für die Unterstützung ärmerer Länder aus wie Schweden. Diese Art von Solidarität hat seit den 1970er-Jahren Tradition, erklärte Michael Obrovsky im Interview mit Julia Raabe/Die Presse). Die Flüchtlingskrise stellt nun aber vieles infrage.
Stockholm/Wien. Das beste Land der Welt? Für den britischen Politikberater Simon Anholt steht die Antwort fest: Schweden. Der nordische Staat stand in diesem Jahr an erster Stelle seines Good-Country-Index“ einer Liste von 163 Ländern, die auf Grundlage von 35 Indikatoren darauf geprüft werden, welchen Beitrag sie für die Menschheit als Ganzes leisten. „Schweden ist so etwas wie die Elite, wenn es darum geht, an den Rest der Welt zu denken“, zitierte die schwedische Zeitung „The Local“ den Index-Erfinder.

Tatsächlich genießt Stockholm international den Ruf, besonders solidarisch und großzügig zu sein. Das zeigt sich auch in blanken Zahlen – Beispiel Entwicklungshilfe: Kein Staat in Europa gibt so viel Geld für die Unterstützung ärmerer Ländern aus wie Schweden. Im vergangenen Jahr betrug Stockholms öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) mit 7,5 Milliarden Euro 1,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) – und damit weit mehr als das von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union deklarierte Ziel von 0,7 Prozent. Nur vier weitere EU-Länder (Luxemburg, Dänemark, Niederlande und Großbritannien) erreichten diese Marke. Zum Vergleich: Österreich kam auf 0,32 Prozent (1,1 Mrd. Euro).

Die Rolle der Sozialdemokratie

Der schwedische Spitzenplatz des vergangenen Jahres ist längst kein Ausrutscher nach oben: Bemüht man noch einmal das Kriterium von 0,7 Prozent, so liegt Schweden seit 1975 beständig darüber. Die Sozialdemokratie unter dem damaligen Ministerpräsidenten, Olof Palme, setzte in den 1970er-Jahren auf internationale Solidarität und Unterstützung für die neuen, unabhängigen Staaten, die den Kolonialismus hinter sich gelassen hatten. Wie Bundeskanzler Bruno Kreisky in Österreich und Willy Brandt in Deutschland bemühte er sich um den Ausgleich zwischen Nord und Süd. Und nicht nur das: „Es ging auch darum, Schweden auf internationaler Ebene gut zu positionieren“, sagt Michael Obrovsky von der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) – mit Erfolg. Das Land hat mehr internationalen Einfluss, als man bei der Größe (9,7 Millionen Einwohner) und der geografischen Lage am nördlichen Rand Europas erwarten würde.

Bis heute gilt in der schwedischen Entwicklungspolitik der Grundsatz, mindestens ein Prozent des BNE für arme Länder zur Verfügung zu stellen. Ein Schwerpunkt ist nach wie vor die Hilfe für die afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Neue Themen sind hinzugekommen: Umweltschutz und der Kampf gegen den Klimawandel zum Beispiel. Und seitdem die rot-grüne Regierung von Premier Stefan Löfven eine „feministische Außenpolitik“ ausgerufen hat, soll auch die Förderung von Frauen noch weiter in den Fokus rücken: Die Entwicklungshilfeagentur Sida wurde angewiesen, mehr Geld in Entwicklungsprojekte zu investieren, die Geschlechtergerechtigkeit als Hauptziel haben.

Faktor Flüchtlingskrise

Die schwedische Solidarität mit Menschen in Not hat sich im vergangenen Jahr auch in der Flüchtlingskrise gezeigt: Mit über 160.000 Asylwerbern hat das Land pro Kopf mehr Schutzsuchende aufgenommen als jedes andere EU-Mitglied…
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› Weitere Informationen zum Thema in Österreich:

ÖFSE Policy Note Nr.17
Ausgaben für Flüchtlingshilfe – Aufputz der ODA-Statistik oder reale Erhöhung der EZA?
Michael Obrovsky
Wien, November 2015
Download

Rohstoffe: knapp & umkämpft


Im jüngsten HSK Band erörtert Karin Küblböck (ÖFSE) Herausforderungen für lokale Entwicklung in der Rohstoffpolitik.  

Karin Fischer, Johannes Jäger, Lukas Schmidt (Hg.)
Rohstoffe und Entwicklung. Aktuelle Auseinandersetzungen im historischen Kontext

Rohstoffe sind knapp und umkämpft. Ihre Verfügbarkeit prägt Entwicklungsprozesse und Lebensweisen in Nord und Süd. Ihr Preis ist heftigen Schwankungen unterworfen. In den letzten Jahren erlebten wir einen ausgeprägten Boom vieler Rohstoffe auf den eine tiefe Krise folgte.

Der Band zeigt wirtschaftliche, politische und ökologische Zusammenhänge von Rohstoffausbeutung und -verbrauch auf und stellt diese in einen global-historischen Kontext. AutorInnen aus unterschiedlichen Disziplinen gehen den Ursachen von Rohstoffboom und Krise auf den Grund und beleuchten deren Auswirkungen am Beispiel von Ländern und Regionen. Karin Küblböck, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖFSE, analysiert in ihrem Beitrag „Internationale Rohstoffpolitik im Wandel. Zwischen Zugangssicherung und lokaler Entwicklung“ die Strategien unterschiedlicher Akteure der Rohstoffpolitik auf nationaler und internationaler Ebene und zeigt die Herausforderungen für eine lokale Entwicklung auf.

Der Band gibt Einblick in historische, entwicklungstheoretische und entwicklungspolitische Zugänge zu Rohstoffpolitik und stellt die Frage nach möglichen Alternativen zu einer ressourcenintensiven Entwicklungsweise.

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HSK: Historische Sozialkunde / Internationale Entwicklung für AHS/BHS

Die Reihe Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung (HSK) erscheint zweimal jährlich. Ziel ist, neue Tendenzen einer sozialwissenschaftlich orientierten Geschichtsschreibung zu verschiedenen Themenschwerpunkten für LehrerInnen an allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen aufzubereiten. Die knappe und anschauliche Form der Vermittlung ermöglicht eine rasche Information über zentrale und aktuelle Inhalte für die Fächer Geschichte und Sozialkunde.
 
Die einzelnen Bände der Buchreihe Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung (HSK/IE) gehen von aktuellen Fragestellungen aus und unternehmen in weiterer Folge den Versuch, diese sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Phänomene aus globaler Perspektive und interdisziplinär darzustellen und zu analysieren. Der Reihentitel deutet es an: Historische Traditionslinien und Brüche sollen ebenso prominent berücksichtigt werden wie globale Ungleichgewichte und ihre Auswirkungen.

Im Idealfall enthalten die Bände eine Kombination aus primär theoretisch orientierten Aufsätzen und konkreten Fallstudien (unter besonderer Berücksichtigung europäischer und außereuropäischer Peripherien). Die Bücher wenden sich vor allem an ein studentisches Publikum, aber auch an einen darüber hinausreichenden Kreis von Interessierten (LehrerInnen, JournalistInnen etc.). 

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Lithium: teuer & weltweit begehrt


Das Metall Lithium wird in den nächsten Jahren einen Boom erleben. Ökonomin Karin Küblböck warnt im Interview mit Ö1 vor massiven Auswirkungen auf die Bevölkerung in Förderländern.

Das Metall Lithium wird in den nächsten Jahren einen Boom erleben. Schon jetzt kaufen die großen Abbaufirmen weltweit Schürfrechte auf. Der Grund: Lithium brauchen wir vor allem in aufladbaren Batterien - und davon immer mehr. Rohstoffexpertin Karin Küblböck, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖFSE, erklärte im Ö1- Mittagsjournal, welche Herausforderungen auf die Förderländer zukommen, sollte der Bedarf weiter ansteigen.

Wenn wir so viele Lithiumbatterien jährlich bräuchten wie bisher, dann könnten wir auf 400 Jahre einfach weitermachen. Allerdings ist klar, dass die Nachfrage steigt. In den letzten Jahren haben vor allem die Gerätebatterien für Kleinanwendungen die Nachfrage angekurbelt. Nun, im Zeitalter der Elektromobilität, ist anzunehmen, dass sich die Entwicklung weiter beschleunigen wird.

Bedarf könnte explodieren

Der amerikanische Elektroautohersteller Tesla etwa prognostiziert, ab 2018 jährlich rund eine halbe Million Elektroautos mit Lithiumbatterien zu verkaufen. Ab dem Jahr 2030 könnte laut Tesla gar die Hälfte aller weltweit neu verkauften Fahrzeuge rein elektrisch betrieben sein. Der jährliche Lithiumbedarf könnte sich damit fast verhundertfachen. Lithium kommt praktisch nie konzentriert vor. Die Gewinnung ist daher teuer, selbst das Recyceln von alten Batterien. Viele Lithiumquellen - auch in Österreich - lassen sich ganz einfach wirtschaftlich nicht erschließen. Die weltweit ergiebigsten Vorkommen liegen in den Salzebenen Boliviens, Chiles und Argentiniens. Über Monate schwemmt und verdunstet man dort Salzlösungen in großen Becken. Das Salz ist reich an Lithiumkarbonat, aus dem man in weiteren chemischen Verfahren reines Lithium gewinnt.

„Industriezweig wie ein Hasardspiel"

Der Lithiumabbau ist ein langsames Unterfangen. Engpässe drohen, wenn nicht bald mehr Quellen erschlossen werden. Dazu bräuchte es massive Investitionen in die Infrastruktur und Industrie der Förderländer - die sich vielleicht gar nicht auszahlen, warnt Karin Küblböck von der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung.

Denn: Lithium ist zwar jetzt Grundlage für leichte und effiziente Batterien, aber die Technologie könne sich schnell wandeln. Ein weiteres Problem: Der massive Wasserverbrauch bei der Lithiumgewinnung könnte das Grundwasser in den wüstenhaften Abbaugebieten Südamerikas aufbrauchen.

Viele Menschen in dieser Region leben von Viehzucht und sind daher auf Wasser angewiesen. Küblböck befürchtet, dass viele ihre Lebensgrundlage verlieren könnten. Für viele Förderländer gleiche dieser Industriezweig einem Hasardspiel, meint die Entwicklungsexpertin. Bleibe der Erdölpreis niedrig wie jetzt, sei nicht einmal sicher, dass Elektroautos den Markt erobern. Die Investitionen - der Wetteinsatz - wären aber jetzt gefordert.

Mittagsjournal Samstag, 28. Mai 2016
E-Autos: Bedarf an Lithium steigt
von Isabella Ferenci, Ö1-Wissenschaft

Es ist nicht ganz das Erdöl des 21. Jahrhunderts, aber einen gewissen Boom wird das Metall Lithium wohl in den nächsten Jahren erleben. Schon jetzt kaufen die großen Abbaufirmen weltweit Schürfrechte auf. Nicht zuletzt wegen der steigenden Zahl an Elektrofahrzeugen. Lithium wird vor allem für wiederaufladbare Batterien gebraucht - und davon immer mehr. Der Bedarf könnte in wenigen Jahren die Produktion übersteigen, meinen Experten.

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MaturaNEU als Chance


Entwicklungspolitischer Preis zeigt großes Potenzial bei jungen Forscher_innen.

Wien (OTS) - Erstmals wurde 2016 der C3-Award für Schüler_innen ausgeschrieben. 102 Arbeiten zu entwicklungspolitischen Themen wurden bei dem österreichweiten Wettbewerb des C3-Centrum für Internationale Entwicklung eingereicht. Bemerkenswert war das Interesse Jugendlicher, sich kritisch mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinanderzusetzen. Beeindruckend die neuen Zugänge und Ideen, die in den Maturaprojekten berücksichtigt wurden.

Die eingereichten Arbeiten illustrieren die Relevanz entwicklungspolitischer Themen und die Bereitschaft junger Forscher_innen Zusammenhänge zwischen globalen Prozessen und der eigenen Lebensweise zu reflektieren.

Am Dienstag, 31.5.2016, 18.00 fand im C3-Centrum für Internationale Entwicklung die feierliche Verleihung des C3-Awards, dem ersten entwicklungspolitischen Preis für Vorwissenschaftliche Arbeiten (AHS)/Diplomarbeiten (BHS) statt. Die fünf entwicklungspolitischen Organisationen ÖFSE, BAOBAB, Frauen*solidarität, Paulo Freire Zentrum und Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik stellten die 9 herausragenden Arbeiten vor, die für den C3-Award nominiert wurden:

Gruppenbild C3-Award 2016
10 SchülerInnen wurden 2016 für den C3-Award nominiert: Tamina Huber, Tanja Viktoria Hoffman, Johannes Lang, Valère Ubonabenshi, Fabian Kriechbaum, Olivia Radford, Helene Hanel, Aaron Calzadilla, Samyam Acharya und Sonja Hofstetter (v.l.n.r.).

Die C3-Awards wurden von Botschafter Peter Launsky-Tieffenthal (BMEIA), Univ.Prof. Andreas Novy in Vertretung von Ulrike Lunacek (EP-Vizepräsidentin) und Katharina Kucharowits (Abg.z.NR) an Aaron Calzadilla, Fabian Kriechbaum, Helene Hanel und Sonja Hofstetter verliehen.

C3-Award Preisträger Aaron Calzadilla
Peter Launsky-Tieffenthal, Aaron Calzadilla, Werner Raza, Karin Küblböck (v.l.n.r.)
C3-Award Preisträger Fabian Kriechbaum
Katharina Kucharowits, Fabian Kriechbaum, Wolfram Schaffar, Karin Küblböck (v.l.n.r.)
C3-Award Preisträgerinnen Helene Hanel und Sonja Hofstetter
Andreas Novy, Helene Hanel, Sonja Hofstetter (v.l.n.r.)

Wir gratulieren den PreisträgerInnen herzlich!!

Paradicso
Für die Live-Musik des Abends vom 31.05. 2016 sorgte PARADICSO!

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Das Projekt wird vom C3 – Centrum für Internationale Entwicklung durchgeführt. Es bietet seit dem Schuljahr 2015/16 Schüler_innen, die sich in ihrer Vorwissenschaftlichen Arbeit mit dem Themenfeld Internationale Entwicklung auseinandersetzen, neue Angebote.

C3-Award Shortlist: 9 Arbeiten in der engeren Auswahl


Nach Ende der Einreichfrist am 30.4.2016 hat die Jury bereits die erste Begutachtungsrunde abgeschlossen. Die Arbeiten in der engeren Auswahl für den C3-Award zeigen ein eindrucksvolles Ergebnis entwicklungspolitischen Engagements von SchülerInnen.

Der erste C3-Award geht in seine finale Phase: Fristgerecht bis 30. April sind 102 Einreichungen aus allen Bundesländern eingetroffen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven spannenden Fragestellungen der Internationalen Entwicklung widmen und im Rahmen der Reifeprüfung entstanden sind. Beliebte Themen wie der Faire Handel waren beispielsweise gleich Gegenstand mehrerer Arbeiten, die sich dabei so unterschiedlicher Aspekte wie Effizienz, KonsumentInnen-Bewusstsein oder Kinderarbeit angenommen haben. Historische Phänomene – zum Beispiel Globalisierungstendenzen der Frühen Neuzeit – wurden ebenso analysiert wie aktuelle Entwicklungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Dabei illustrieren die eingereichten Arbeiten nicht nur die Bandbreite und die Relevanz des Themenkomplexes der Internationalen Entwicklung, sondern dass stets auch Zusammenhänge zu globalen Prozessen hergestellt und die eigene Lebensweise reflektiert wurde.

Die Shortlist der Jury umfasst neun herausragende Arbeiten, aus denen nun die drei Arbeiten für den C3-Award gekürt werden. Kein leichtes Unterfangen!


Ausbeuterische Kinderarbeit: Aufklärung und nachhaltige Bewusstseinsbildung

VerfasserIn: Sonja Hofstetter/Helene Hanel
Schule: HLW 19 Straßergasse (Wien)
BetreuerIn: Mag. (FH) Fross/Mag. Bergauer

Chemikalieneinsatz bei der Baumwollproduktion und -verarbeitung und deren ökologische Folgen
VerfasserIn: Olivia Radford
Schule: BRG/BG Kufstein (Tirol)
BetreuerIn: Dipl. Päd. Astrid Kurz

Childrenplanet-Patenschaft –Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität am Beispiel ausgewählter Pateneltern
VerfasserIn: Fabian Kriechbaum
Schule: ORG Dachsberg (Oberösterreich)
BetreuerIn: Mag. Martina Spitzer

Costa Rica, eine stabile Demokratie in Mittelamerika. Beschreibung eines Sonderweges in Lateinamerika
VerfasserIn: Tamina Huber
Schule: Wiedner Gymnasium/Sir Karl Popper-Schule (Wien)
BetreuerIn: Mag. Christoph Pichler

Effects of Europe’s Commercial Expansion into the Indian Ocean on Asian and African Coastal Economies, 1600-1650
VerfasserIn: Johannes Lang
Schule: Neulandschule Grinzing (Wien)
BetreuerIn: Mag. Ruth Schabauer

Genozid in Ruanda: Ursache, Anteil des Westens sowie Aufarbeitung in der Bevölkerung seit 1994
VerfasserIn: Valere Ubonabenshi
Schule: BG/BRG 3 Boerhaavegasse (Wien)
BetreuerIn: Mag. Dr. Lydia Braumann

Der Menschenhandel als Wirtschaftssektor
VerfasserIn: Tanja Viktoria Hoffmann
Schule: Wiedner Gymnasium/Sir Karl Popper-Schule (Wien)
BetreuerIn: Mag.a Elisabeth Prügger

Internet usage of teenagers in Nepal for educational purposes
VerfasserIn: Samyam Acharya
Schule:  BRG 19 Krottenbachstraße (Wien)
BetreuerIn: Laura Sinnott

Wahrnehmung der Kinderarbeit in Bolivien in internationalen Medien
VerfasserIn: Aaron Calzadilla
Schule: Öffentliches Gymnasium der Stiftung Theresianische Akademie (Wien)
BetreuerIn: Mag. Sabine Proksch-Bauer

Download Shortlist (pdf)

Die Preisverleihung wird am 31. Mai im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung mit Musik, Tanz und Buffet im C3 - Centrum für Internationale Entwicklung stattfinden. Die Preise werden von Peter Launsky-Tieffenthal (BMEIA), Ulrike Lunacek (EP-Vizepräsidentin) und Katharina Kucharowits (Abg. z. NR) überreicht.

Wir würden uns freuen, Sie im C3 begrüßen zu dürfen und freuen uns auf eine schöne gemeinsame Feier!
Um Anmeldung wird gebeten unter: office@oefse.at

Musik gibt es von der Gruppe Paradicso.

Logo Paradicso

Konfliktmineralien: Neue EU-Verordnung mehr als ein Lippenbekenntnis?


Karin Küblböck (ÖFSE) bloggt über die neue EU-Verordnung, die das Verantwortungsbewusstsein der Wirtschaft bei der Rohstoffbeschaffung erhöhen soll.

Karin Küblböck

Der Abbau von Rohstoffen spielt häufig eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Eskalation von Konflikten. 40 % aller Bürgerkriege hatten laut UN in den letzten 60 Jahren einen Rohstoffbezug. Konfliktmineralien wie Tantal, Zinn, Wolfram und Gold sind gerade in der Produktion von Elektronikprodukten wichtige Mineralien. Die EU arbeitet nun an einer Verordnung zu diesen Konfliktmineralien, die das Verantwortungsbewusstsein der Wirtschaft bei der Rohstoffbeschaffung erhöhen soll. Während das EU-Parlament verbindliche Regelungen zu den Rohstoffen schaffen will, sieht der Rat nur eine freiwillige Selbstzertifizierung der Unternehmen vor. Es bleibt also abzuwarten, ob die geplante Verordnung stark genug sein wird, um einen Beitrag zu leisten, Konflikte um Rohstoffe zu reduzieren.

Weiterlesen im blog.arbeit-wirtschaft.at

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Die Umsetzung der SDGs in Österreich


Parlament, 13.4.2016: Beim entwicklungspolitischen Unterausschuss schlägt Michael Obrovsky, Experte für Entwicklungspolitik der ÖFSE, eine nationale Strategie zur Umsetzung der neuen Entwicklungsagenda vor. Diese soll ressortübergreifend sein und Politikkohärenz ermöglichen.

Entwicklungspolitischer Unterausschuss im Parlament, (c) Bild: Natalie Plhak

© Bild: Natalie Plhak

Am 13.4.2016 tagte der Unterausschusses für Entwicklungszusammenarbeit im Parlament zum aktuellen Dreijahresprogramm und der Implementierung der UN-Sustainable Development Goals (SDGs) in der österreichischen Politik. Michael Obrovsky erläuterte in diesem Zusammenhang, dass eine Steigerung des OEZA-Budgets um einige Mio € nicht ausreichen wird, um die österreichische ODA Performance nachhaltig zu verbessern. "Wenn man über eine signifikante Anhebung der Mittel für Programme und Projekte in den Partnerländern spricht, dann sollte berücksichtigt werden, dass eine Steigerung von 0,01% der ODA rund 37 Mio € an Budgetmittel braucht", so Obrovsky. Die im Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik 2016-2018 wiederholte Verpflichtung Österreichs, 0,7% des BNE an öffentlicher EZA bereitzustellen, würde daher mit einer Steigerung von jährlich zusätzlichen 37 Mio € erst in 30 - 40 Jahren erreicht werden. Zur Umsetzung der SDGs in Österreich schlägt Obrovsky eine - alle Ressorts übergreifende - nationale Strategie vor, in der auch konkrete Instrumente und Instanzen zur Herstellung von Politikkohärenz im Sinne einer globalen nachhaltigen Entwicklung integriert werden.

Unterausschuss des Außenpolitischen Ausschusses: Entwicklungszusammenarbeit

Pressemeldung zum Entwicklungspolitischen Unterausschuss vom 13.4.2016

Dreijahresprogramm 2016-2018

DSA 2016 - Call for Papers!


We call for papers for the panel "The end of the commodity super-cycle and its implications for oil- and mineral-exporting countries" at the Development Studies Association Conference, 12.-14.9.2016 University of Oxford.

The panel will examine  the end of the commodity super-cycle and its implications for oil- and mineral-exporting countries. It will focus particularly on how oil- and mineral-rich developing countries are adapting to the current low-price environment, as well as exploring the suitability of subnational, national and regional institutions in addressing these changes.

Papers, including country case studies and comparative analyses (small- and large-N), responding to the following questions are particularly welcome:

  • How have pro- and counter-cyclical governance measures adopted over the past decade prepared resource-rich developing countries for the present low-price environment and for the high volatility of most commodity markets?
  • What limitations and opportunities does the current price decline have for the effectiveness of diversification and structural transformation strategies in commodity-producing countries?
  • What does the new low price context mean for governments' scope to renegotiate oil and mining contracts?

Further details of the panel with link to propose a paper
 
More details of the conference 
 
Proposing a paper
The call for papers is open until 23:59 UK time on 25 April 2016. Paper proposals should include a paper title, the name(s) and email address(es) of author(s), a short abstract of no more than 300 characters, and a long abstract of no more than 250 words, and should be submitted through the DSA’s online system (see first link above).

Convenors/Contact
Jakob Engel (University of Oxford)
Juan Gutierrez (University of Oxford )
Rebecca Engebretsen (University of Oxford)
Cornelia Staritz (Austrian Foundation for Development Research - ÖFSE)

Aktuelle ÖFSE/IHS Studie: Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion gehören zu Verlierern von TTIP.


Eine neue Studie von ÖFSE und IHS untersucht die Auswirkungen von TTIP auf die österreichische Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion. Die Studie prognostiziert eine Verschlechterung der österreichischen Handelsbilanz und darauf aufbauend Arbeitsplatzverluste in der österreichischen Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion im Ausmaß von bis zu 2%.

Kurzfassung der Studie

Langfassung der Studie

TTIP – Regulierungs- oder Freihandelsabkommen?


In der März Ausgabe des Wirtschaftsdienst 2016 erklärt  Ökonom Werner Raza,  Leiter der ÖFSE, warum Abkommen wie TTIP nicht Freihandelsabkommen, sondern im Kern Regulierungsabkommen sind.

Wirtschaftsdienst exklusiv – TTIP – Jenseits von Handelsfreiheit 96. Jahrgang, 2016, Heft 3 | S. 159-171


2016 wollen die USA und die EU das Abkommen zur Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft TTIP abschließen. In der europäischen Bevölkerung gibt es vehemente Proteste dagegen. Die Kritik bezieht sich vor allem auf die mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen, das Investitionsschutzabkommen und manche Auswüchse der Standardisierung von Lebensmittelvorschriften. Befürworter sehen in gemeinsamen Regeln entscheidende Vorteile für die beteiligten Länder. Im aktuellen Zeitgespräch des Wirtschaftsdienst diskutieren Experten über das Für und Wider von TTIP.

TTIP – mehr Regulierungs- als Freihandelsabkommen 
Werner Raza

Als Abkommen der neuen Generation, das auf tiefe Integration zwischen den Handelspartnern abzielt, umfasst TTIP eine ganze Reihe von neuen Themenbereichen, die potenziell weitreichende Auswirkungen auf die nationale Politik haben können. Dazu gehören neben dem traditionellen Warenhandel insbesondere der Dienstleistungsverkehr samt den damit verbundenen Sektor-regulierungen sowie eine breite Palette von Themen wie der Schutz geistiger Eigentumsrechte, das öffentliche Beschaffungswesen oder die Liberalisierung bzw. der Schutz ausländischer Direktinvestitionen. Dazu kommt als neues Element der Bereich der regulatorischen Kooperation mit dem Ziel, technische Standards, Produktregulierungen und Zulassungs- bzw. Prüfverfahren zu vereinheitlichen. Der US-Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz hat daher Recht, wenn er meint, dass TTIP und ähnliche Abkommen wie das transpazifische Abkommen TPP nicht Freihandelsabkommen, sondern im Kern Regulierungsabkommen sind.

Weiterlesen

Das ganze Zeitgespräch „TTIP – Probleme und Chancen“ von  Galina Kolev, Jürgen Matthes, Peter Egger, Katharina Erhardt, Nicola Sieksmeier, Gerald Willmann, Werner Raza ist auf dem WirtschaftsWunder-Blog verfügbar.

Empirical analysis: Effects of financial speculation on commodity prices


International Review of Applied Economics , Volume 30, Issue 4, 2016:
In an empirical analysis for coffee, cotton, wheat and oil Cornelia Staritz, senior researcher at ÖFSE, (together with Stefan Ederer and Christine Heumesser) shows that financial speculation has contributed to high and volatile commodity prices. This has crucial implications for developing countries and calls for regulations on commodity derivative markets.

Financialization and commodity prices – an empirical analysis for coffee, cotton, wheat and oil
Stefan Ederer, Christine Heumesser & Cornelia Staritz

Commodity prices have crucial implications for developing countries. The question whether the financialization of commodity derivative markets has contributed to high and volatile commodity prices has been controversially debated. Building on limitations in the empirical literature, we estimate a multivariate Vector Autoregressive (VAR) model to assess the effect of different groups of financial investors (index investors and money managers) as well as fundamental and macroeconomic variables on the prices of coffee, cotton, wheat and oil. We find that, in contrast to index investors, money managers’ net long positions have a large statistically significant effect on commodity prices. This calls for policy interventions as commodity derivative markets may cease to perform their fundamental developmental roles.

Full Article in: International Review of Applied Economics, Volume 30, Issue 4, 2016, pages 462-487.


OEFSE research focus:
In the context of the research project „Financial Markets and the Commodity Price Boom” financed by the Oesterreichische Nationalbank, ÖFSE conducted research on the question whether and to which extent financial investors and the financialisation of commodity markets have affected commodity prices and have changed the functioning and fundamental roles of commodity derivative markets. The research involved quantitative econometric as well as qualitative interview-based approaches. The analysis has been performed for five commodities: coffee, cotton, wheat, crude oil and aluminum. Results of both approaches have generally supported the financialisation hypothesis which states that the increasing role of financial investors in commodity derivative markets has, in addition to fundamental and macroeconomic factors, had effects on commodity prices and market structure. This research also questions to which extent commodity derivative markets still fulfill their economic roles of price discovery and hedging price risks for in particular small commercial traders.

For more information contact:

Cornelia Staritz

Ms. Cornelia Staritz
Senior Researcher
Tel.: +43 1 317 40 10 – 116  
E-Mail: c.staritz@oefse.at
 
more information

C3-Radio: Hilfe!? (Gem)Einsam für eine bessere Welt

Ein Feature über soziales und politisches Engagement in Ehrenamt und Beruf
Die Gründe, sich gesellschaftlich in der Freizeit und/oder beruflich für Gerechtigkeit und Gleichheit einzusetzen, sind vielfältig. Viele dieser Beweggründe bleiben uns verborgen, weil im alltäglichen Tun selten Zeit bleibt, sich mit anderen über die eigene Praxis auszutauschen. Oder wollen bzw. sollen wir die Gründe für soziales Engagement vielleicht gar nicht so genau kennen? Die fünf C3-Organisationen haben dazu am 16.März 2016 28 Lebende Bücher ins C3 eingeladen.

C3-Radio hat bei den Gesprächen von SchülerInnen, LehrerInnen, Studierenden mit Lebenden Büchern zugehört und mitgefragt.

zur Sendung
Nachhören: Arbeit für menschliche Entwicklung (09.03.2016)

alle Sendungen zum Nachhören

Living books im C3


„Hilfe!“ …oder eher  mit  einem „?“ lautet der Titel zu einer spannenden Veranstaltung am 16. März 2016, 16.30 im C3 in der Sensengasse 3 in Wien 9.

An diesem Nachmittag werden die einladenden Räume der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik ein Ort der besonderen Begegnung sein. Insgesamt 18 Lebende Bücher werden von 16.30-18.30  im persönlichen  Zweiergespräch Einblick in ihre Erfahrungen  im ehrenamtlichen und/oder beruflichen Engagement für eine Veränderung in unserer Welt geben.

Insgesamt werden an diesem Nachmittag 21 verschiedene Organisationen vertreten sein. Es wird Gelegenheit geben, unterschiedliche Arbeitsthemen , Motivationen  und Visionen miteinander zu reflektieren.

Das gegenseitige Lernen steht bei den persönlichen Gesprächen im Vordergrund. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Geschichte, mit unterschiedlichen Berufen und Lebensanschauungen kommen zusammen und erörtern gemeinsam die Frage nach der Bedeutung transformativer Tätigkeiten in ihrem Leben. Aber auch die strukturellen Defizite und Machtfragen werden dabei reflektiert. Respekt und Wertschätzung ohne gegenseitiges Überzeugenwollen sind bei diesem Format besonders wichtig.

16.03.2016, 14:00 - 20:00
C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, 1090 Wien, Sensengasse 3
Hilfe!? (Gem)Einsam für eine bessere Welt
Eine Living Books Veranstaltung zu sozialem und politischem Engagement in Ehrenamt und Beruf.

mehr Information

Anmeldung 

Die Gespräche dauern jeweils eine halbe Stunde. „Lebende Bücher“ können beim Check-In vor Ort im C3 gebucht werden. Eine Liste der anwesenden „Lebenden Bücher“ findet sich hier.


Die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik präsentiert Literatur, Unterrichtsmaterialien und Filme zu den vielfältigen Facetten von Freiwilligenarbeit.

Exportschlager Berufsbildung: ExpertInnen warnen - C3-Radiosendung zur ÖFSE-Studie


Die Lehrlingsausbildung in Österreich verbindet Praxis mit Theorie und gilt im internationalen Kontext als erfolgreich. Zunehmend wird sie von Firmen auch in Entwicklungsländer exportiert. Eine ÖFSE Studie sieht den positiven Effekt jedoch skeptisch.

Lehrlinge verbringen in Österreich einen großen Teil ihrer Ausbildung im Betrieb. In der Berufsschule lernen sie geblockt oder ergänzend zur Berufspraxis. Dieses Modell der dualen Berufsbildung ist typisch für die deutschsprachigen Länder, die im internationalen Vergleich bessere Zahlen in der Jugendbeschäftigung aufweisen. Aus diesem Grund ist das Interesse an der österreichischen Berufsbildung international gestiegen. Unternehmen exportieren sie auch an ihre Standorte im Ausland. Es ist anzunehmen, dass es in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird, sowohl im Rahmen der Außenwirtschaft als auch der Entwicklungszusammenarbeit.

Ob das positiv für die Entwicklung der Empfängerländer ist, wurde in Österreich noch nicht erforscht. Eine aktuelle Studie der ÖFSE untersucht erstmals die bisherigen Erfahrungen in Entwicklungsländern und zeigt, wie wichtig weitere wissenschaftliche Untersuchungen des „Export Trends“ wären.

C3-Radio hat mit der ÖFSE-Bildungsexpertin Margarita Langthaler anlässlich der Präsentation ihrer Studie im C3 am 9.12.2015 gesprochen.

C3-Radiosendung am 10.02.2016, 18:30 - 19:00

Alle C3-Radiosendungen zum Nachhören

Mehr zum Thema

C3-Award 2016


2016 wird erstmals ein jährlich zu vergebender entwicklungspolitischer Preis für Vorwissenschaftliche Arbeiten (AHS)/Diplomarbeiten (BHS) in Österreich ausgeschrieben.

Die fünf entwicklungspolitischen Organisationen im C3 - ÖFSE, BAOBAB, Frauen*solidarität, Paulo Freire Zentrum und Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik - prämieren drei herausragende Arbeiten zu globalen Themen, die einen entwicklungspolitischen Aspekt berücksichtigen.

Deadline für die Einreichung ist der 30. April 2016.

Zugelassen sind eingereichte Vorwissenschaftliche Arbeiten (AHS) und Diplomarbeiten (BHS) der Schuljahre 2014/15 und 2015/16.

Einreichungen an: award@centrum3.at

mehr Information (pdf)

EU-Handelspolitik auf dem Prüfstand


Der Politologe Prof. Stephen Gill, York University, Toronto wird auf Einladung der ÖFSE  für eine internationale Konferenz zu EU-Handelspolitik von 3.2.-7.2.2016 in Wien sein.

Stephen Gill ist ein renommierter Kritiker der europäischen Integration und bekannt für seine kritischen Analysen zur Rolle transatlantischer Unternehmen in der neuen Weltordnung.

Im Rahmen der internationalen Konferenz
EU Trade Policy at the Crossroads: between Economic Liberalism and Democratic Challenges
(4.2.-6.2.2016, im C3-Centrum für Internationale Entwicklung) wird er den
Eröffnungsvortrag zu  “EU Trade Policy as a case of New Constitutionalism”  halten.

Stephen Gill
is Distinguished Research Professor of Political Science, Communications and Culture at York University, Toronto, Canada. He is also a Fellow of the Royal Society of Canada and a Senior Associate Member of St. Anthony’s College, Oxford University. in 2009-10 he was the Jane and Aatos Erkko Visiting Professor in Studies on Contemporary Society at the Helsinki Collegium for Advanced Studies, University of Helsinki, Finland and in 2016 he will be the Hallsworth Visiting Professor in Global Studies at the University of Manchester, UK.  His main fields are Global Political Economy, International Relations, and Social and Political Theory.

mehr Informationen zur Konferenz (en)

Neue Bücher im Januar 2016

Die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik empfiehlt monatlich eine Auswahl von Neuzugängen aus dem Bibliotheksbestand. Für Januar 2016 haben wir folgende Bücher und Medien für Sie ausgewählt.