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PUBLIKATIONEN |
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ÖFSE-Forum 1
Wurm, Andrea M.
Das Beispiel der Southern African Development Co-ordination Conference (SADCC).
Regionale Wirtschaftskooperation von Entwicklungsländern als Instrument der Collective Self-Reliance. Fallstudie aus der Dissertation.
Wien: Südwind, 1997 - 186 S. (ÖFSE Forum; 1)
ISBN 3-900592-23-3
Der Dissertationsausschnitt behandelt die Entwicklung der Südafrikanischen Entwicklungskonferenz (SADC, früher SADCC), die sich schrittweise vom wirtschaftlichen Arm der Frontstaaten zum bedeutendsten Wirtschaftsblock in Süd- und Ostafrika entwickelt hat. Redaktionsschluß ist 1991, also noch vor dem Beitritt der Republik Südafrika. Die einzelnen Abschnitte der Monographie behandeln die (historischen und ökonomischen) Voraussetzungen der SADC-Staaten, die spezifische Struktur der Kooperation, die Rahmenbedingungen der SADC-Weiterentwicklung und die speziellen Kooperationssektoren.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 2
Rohrauer, Bettina
"Du nix Hammel braten in Hof ...".
Fremdenbild und Ausländerpolitik in Grazer Printmedien. Eine linguistische Analyse. Forschungsprojekt des Grazer Büros für Frieden und Entwicklung - Leitung: Dr. Karl Kumpfmüller.
Wien: Südwind, 1997 - 274 S. (ÖFSE Forum; 2)
ISBN 3-900592-24-1
Die Autorin untersucht mit Hilfe einer linguistischen Analyse Grazer Printmedien hinsichtlich deren Berichterstattung über Ausländer, Ausländerpolitik und Flüchtlinge. Auf diese Weise soll der Umgang der Medien mit Phänomenen wie Fremdenhaß, Xenophobie oder rassistischer Gewalt, sowie ihr Beitrag zur Prägung von Fremdbildern untersucht werden. Es wird so herausgearbeitet wie durch die Medien Klischees verbreitet, und wie Antagonismen im Sinne von "wir Österreicher" gegen "die anderen" vermittelt werden. Die Autorin zeigt, wie "der Fremde" entweder zur Bedrohung aufgebaut oder lächerlich gemacht wird, und sie weist darauf hin, daß die Favorisierung einer bestimmten politischen Partei das dominante Element der Berichterstattung ist, das auch positiven Beispielen die Glaubwürdigkeit nimmt.
ÖFSE-Forum 3
Kittl, Jörg
Nachhaltigkeitskriterien bei der Evlauierung von technischen Bildungsprojekten der Entwicklungshilfe.
Am Beispiel des österreichischen Ausbildungszentrums in Burkina Faso.
Wien: Südwind, 1997 - 132 S. (ÖFSE Forum; 3)
ISBN 3-900592-31-4
Die Diplomarbeit befaßt sich vor allem mit dem Begriff und den Möglichkeiten zur Feststellung nachhaltiger Entwicklung. Sie zeigt anhand eines Berufsbildungsprojektes in Burkina Faso, das über 25 Jahre von Österreich unterstützt wurde, die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien und -methoden. Dabei werden Bildungspläne, -ziele, Entwicklungsphasen, Ausstattung von Werkstätten, Fachkräfte und Lehrer einer kritischen Betrachtung unterzogen. Im Hinblick auf eine Evaluierung versucht der Autor die drei Standbeine der Nachhaltigkeit - Problemlösungskapazität des Partners, Multiplikatorwirkung und Modellcharakter - im Nachhinein in der Projektentwicklung zu erkennen. Sozialen und wirtschaftlichen Aspekten wurde dabei große Aufmerksamkeit geschenkt.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 4
Cui, Xiaoli
Gegenwärtige soziale Versorgung in der VR China.
Am Beispiel der Stadt Beijing.
Wien: Südwind, 1997 - 291 S. (ÖFSE Forum; 4)
ISBN 3-900592-29-2
Die Dissertation stellt am Beispiel der Stadt Beijing die Sozialversorgung in den Städten Chinas dar. Kapitel 1 gibt einen historischen und sozio-kulturellen Überblick über die soziale Versorgung im alten China (Klansystem) und in der Mao-Zeit (Danweisystem). In den Kapiteln 2 und 3 werden die Wirtschaftsreformen der 70er Jahre, die durch diese ausgelösten gesellschaftlichen Veränderungen sowie die Reformen der Sozialversicherung und der sozialen Wohlfahrt (Kranken-, Pensions-, Arbeitslosenversicherung usw.) analysiert. Das Kapitel 4 behandelt die Sozialarbeit (etwa psychische Betreuung und Beratung) und die Problematik der Übertragung westlicher Modelle auf China.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 5
Grausgruber, Alfred/Heinz Holley
Zwischen Eigennutz und Solidarität.
Einstellungen zu Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit in der österreichischen Bevölkerung.
Wien: Südwind, 1997 - 206 S.
(ÖFSE Forum; 5)
ISBN 3-900592-33-0
Die Arbeit gibt einen ersten Bericht über eine umfangreiche empirische Untersuchung über die Einstellungen der österreichischen Bevölkerung zur Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit.
Die Studie wurde im Rahmen der Ausbildung von Studierenden im Fach Soziologie unter der Leitung der Autoren an der Abteilung für Politik- und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz durchgeführt.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 6
Gauster, Susanne/Angelica Oberleithner
Alternative Schulprojekte.
Wegweisend für eine generelle Bildungsreform in Guatemala?
Wien: Südwind, 1998 - 202 S. (ÖFSE Forum; 6)
ISBN 3-900592-35-7
Ausgehend von der pädagogischen Theorie Paulo Freires, insbesondere seiner "Pädagogik der Unterdrückten", untersuchen die Autorinnen die Möglichkeiten und Ansätze einer emanzipatorischen Bildungspolitik, deren Notwendigkeit am Beispiel Guatemalas - stellvertretend für die "Dritte Welt" - manifest wird.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 7
Purkarthofer, Petra
Der politische Diskurs über kulturelle Identität und Autonomie in Chiapas 1994-1996.
Wien: Südwind, 1998 - 169 S. (ÖFSE Forum; 7)
ISBN 3-900592-38-1
Die Autorin erläutert in einer theoretischen Einleitung den Diskursbegriff und seine Beziehung zu Macht und Wissen. Das zweite Kapitel widmet sich den Hintergründen und dem Entstehungskontext des Diskurses. Am Ende des Kapitels werden die realpolitsche Situation und die regionalen Unterschiede in Chiapas aufgezeigt. Im Anschluß widmet sich die Autorin der internen Diskussion auf seiten der EZLN, aus der das Bemühen darum, einen Minimalkonsens im Abkommen von San Andrès zu verankern, hervorgeht. Abschließend wird versucht, unter Zuhilfenahme der Theoriediskussion über kollektive Rechte, die geforderten kulturellen Gruppenrechte zu differenzieren.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 8
Strickner, Alexandra
Die Dezentralisierung und Finanzierung der öffentlichen Bildung in Argentinien im Kontext neoliberaler Wirtschaftspolitik.
Wien: Südwind, 1998 - 116 S. (ÖFSE Forum; 8)
ISBN 3-900592-41-1
In der vorliegenden Arbeit untersucht die Autorin den Dezentralisierungsprozeß der öffentlichen Bildung in Argentinien in seinem sozio-ökonomischen und politischen Kontext. Unter dem Begriff "Dezentralisierung" wird in Argentinien die vollständige Übertragung der Verantwortung für die Finanzierung und Erhaltung der öffentlichen Schuleinrichtungen von der bundesstaatlichen Ebene auf jene der Provinzen verstanden. Damit soll die Demokratisierung der Bildung (d.h. vor allem ein verbessserter Zugang zu Bildungseinrichtungen), eine höhere Qualität von Bildung und die Mitsprache der beteiligten Gruppen bei Entscheidungen herbeigeführt werden. Der Kontext eines neolibe-ralen Wirtschafts- und Wachstumsmodells, in welchem das Dezentralisierungsprojekt der öffentlichen Bildung in Argentinien durchgeführt wird, läßt jedoch Zweifel über die vordergründig postulierten Ziele und deren Erreichung aufkommen.
Ziel der Arbeit war es, herauszufinden inwieweit die Motivation für die Dezentralisierung bzw. bereits sichtbare Ergebnisse mit den im Diskurs angesprochenen Absichten und Zielen übereinstimmen bzw. welche anderen Gründe hinter den durchgeführten Veränderungen möglicherweise stecken.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 9
Bauernfeind, Georg
Fundraising für Missio.
Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich zwischen Bildungsauftrag und Spendenwerbung.
Wien: Südwind, 1999 - 102 S. (ÖFSE Forum; 9)
ISBN 3-900592-44-6
Die Diplomarbeit beginnt mit der Beschreibung einer Werbekampagne, die von Missio 1997 durchgeführt wurde. Danach wird die Organisation, die hinter dieser Aktion steht, vorgestellt. Es wird detailliert auf die Bereiche Bildungsarbeit und Mittelaufbringung eingegangen: Die Publikationen von Missio werden kurz vorgestellt, die Kampagnen (Sonntag der Weltkirche u.a.) und Projektbereiche angeführt. In einem zweiten Schritt wird die "Missio-Idee" und ihre Kommunikation untersucht. Folgende Fragen werden behandelt: Wie kann man heute Mission verstehen? Welche Positionen gibt es dazu innerhalb der Kirche? Drei missionstheologische Schlüsselwörter werden hervorgehoben: Die missionarische Kirche trifft eine besondere Option für die Armen, versucht als Ortskirche inkulturiertes Christentum zu leben und erachtet im Dialog mit nichtchristlichen Religionen eine Chance, den Glauben zu bezeugen und vom Glauben anderer zu lernen. Der Austausch über diese missionarischen Themen erfolgt im Rahmen der "Lerngemeinschaft Weltkirche", in der sich die Kirche in Österreich und die Kirche im Süden als Partner gegenüberstehen. Missio kann zu dieser Lerngemeinschaft einladen und so die eigene Idee kommunizieren. Im dritten Kapitel wird eine Theologie des Missio-Fundraisings entwickelt. Unter der Leitidee "weltkirchliche Solidarität" werden Bausteine entwickelt, die beim Missiofundraising zu beachten sind. Die Arbeit beschreibt also einerseits die "Entwicklungszusammenarbeit" Wiens großen kirchlichen Hilfswerkes. Gleichzeitig geht sie auf das Selbstverständnis dieser Organisation ein. Sie versucht aufzuzeigen, wie die Anliegen "Missio - 'Dritte Welt' - weltkirchliche Solidarität" in der heutigen Zeit thematisiert werden können.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 10
Fischbacher, Christa
Entwicklung durch Technik.
Auswirkungen der Einführung des elektrischen Stroms untersucht am Beispiel der Sherpa-Dorfgemeinschaften im Khumbu Himal, Nepal.
Wien: Südwind, 1999 - 264 S. (ÖFSE Forum; 10)
ISBN 3-900592-49-7
Die Arbeit führt in den ersten Kapiteln in die aktuelle entwicklungstheoretische Diskussion mit besonderer Berücksichtigung des Konzeptes "sustain-able development" ein. Nach einer Darstellung der Entwicklungsprobleme Nepals folgt ein faktenreicher Abriß der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit mit Nepal und der Schwerpunkte dieser Zusammenarbeit in den Bereichen Tourismus, ländliche Entwicklung, Umweltschutz, Erhaltung von Kulturgütern und Energie. Den Hauptteil der Arbeit bildet die Darstellung von Entstehungsgeschichte, sozio-ökonomischen Umfeld und Konzeption des Kleinwasserkraftwerkes Namche-Thame in der Hochgebirgsregion des Khumbu Himal und eine empirische Untersuchung der Auswirkungen des elektrischen Stroms auf die Dorfgemeinschaft im Einzugsgebiet des Kraftwerkes.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 11
Kohl, Eva
Partizipation als Anspruch von Bildung.
Zwischen Ideologie und Illusion in der Entwicklungszusammenarbeit.
Wien: Südwind, 1999 - 193 S. (ÖFSE Forum; 11)
ISBN 3-900592-56-X
Die Arbeit beschreibt die einzelnen Entwicklungsdekaden und ihre Strategien seit der 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Allgemeinen Menschenrechtserklärung. Die Autorin arbeitet die Widersprüche zwischen den Ausführungen Paulo Freires, den späteren Theorien zur partizipativen Entwicklung und der gängigen entwicklungspolitischen Praxis heraus. Die wichtigste Erkenntnis ist, daß ein partizipativer Prozeß, der die Kriterien der Pädagogik der Unterdrückten und die der patizipativen Theorien im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit nicht möglich sind, da die externen Konditionalitäten der Geldgeber diese Prozesse beeinflussen und steuern. Damit werden grundlegende Kriterien für eine befreiende Bildungsarbeit und eine participatory development außer Kraft gesetzt. Um sich in der Praxis den theoretischen Ansprüchen anzunähern, empfiehlt die Autorin, die vorgegebenen Konditionalitäten bewußt sichtbar zu machen und so konstruktiv in die Arbeit einzubeziehen.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 12
Semler, Renate
"Frauen und Gender" in der öffentlichen EZA und in der Entwicklungszusammenarbeit der Katholischen Kirche Österreichs.
Institutionenvergleich und Fallstudien.
Wien: Südwind, 1999 - 129 S. (ÖFSE Forum; 12)
ISBN 3-900592-55-1
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Untersuchung der Frauenförderung und des Gender-Aspektes in der staatlichen und kirchlichen Entwicklungspolitik Österreichs. Konkret wird aufgezeigt, welche Bedeutung diese beiden Aspekte sowohl in der kirchlichen als auch staatlichen EZA haben und in welcher Form sich die theoretische Diskussion tatsächlich in den einzelnen Programmen und Projekten niederschlägt. Ebenfalls werden die Unterschiede in der Umsetzung einer geschlechtergerechteren Entwicklungszusammenarbeit analysiert. Die ersten beiden Kapitel skizzieren den Entwicklungsbegriff der katholischen Kirche und die internationale Entwicklung von der Frauenförderung hin zum Gender-Ansatz. Als Fallbeispiele zur organisationspolitischen Umsetzung von Frauenförderung und Gender-Ansatz wird die Katholische Frauenbewegung und der Österreichische Entwicklungsdienst porträtiert. Die Sektion EZA im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten wird hinsichtlich ihrer Unterstützung des Empowerments von Frauen in den Bereichen ökonomische Selbständigkeit, Bildung und Gesundheit untersucht.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 13
Spitzer, Helmut
"Kindersoldaten" - Verlorene Kindheit und Trauma.
Möglichkeiten der Rehabilitation am Beispiel Norduganda.
Wien: Südwind, 1999 - 174 S. (ÖFSE Forum; 13)
ISBN 3-900592-61-6
Diese Arbeit setzt sich mit der Rehabilitation und sozialen Reintegration von Kindern auseinander, die aktiv an bewaffneten Konflikten teilgenommen haben. Es handelt sich dabei um sogenannte "Kindersoldaten", also Kinder, die in kriegerischen Auseinandersetzungen gezielt als Mitkämpfer eingesetzt werden. Den Schwerpunkt der Diplomarbeit stellt die Beschreibung und Analyse von zwei Rehabilitationsprojekten dar, die in Norduganda Kinder, die unter zum Teil unvorstellbaren Bedingungen in Kriegsaktivitäten verstrickt waren, beim Wiedereinstieg in ein ziviles Leben unterstützen. Das Phänomen der Kindersoldaten ist nicht neu, zu allen Zeiten wurden auch Kinder im Krieg militärisch eingesetzt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden Kinder allerdings mehr als jemals zuvor gezwungen, an Kampfhandlungen teilzunehmen. In diesem Kontext hat das Thema der Rehabilitationsmöglichkeiten für betroffenen Kinder besonders in den Ländern der Dritten Welt zunehmend an Aktualität gewonnen und stellt für die internationale humanitäre Hilfe einen zentralen Problembereich dar. Aufgrund der sehr gut aufbereiteten Thematik der "Kindersoldaten", der übersichtlichen Darstellung des Konflikts in Norduganda, der genauen Analyse der zwei Fallbeispiele sowie der von persönlichen Eindrücken geprägten Darstellung der Projekte selbst, liefert die vorliegende Arbeit einen wichtigen Beitrag zur derzeitigen internationalen Diskussion über Maßnahmen und Programme im entwicklungspolitischen Umfeld.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 14
Egger, Stefan
The Austrian Educational Commitment and its Impact on Austrian Business Activities in Indonesia.
Wien: Südwind, 2000 - 186 S. (ÖFSE Forum; 14)
ISBN 3-900592-67-5
Der Autor Stefan Egger, beschäftigte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit der Frage, welche wechselseitigen Einflüsse und Zusammenhänge zwischen den Aktivitäten der österreichischen Universitäten bzw. der Österreichischen Bildungszusammenarbeit und den wirtschaftlichen Beziehungen Österreichs südostasiatischen Raum - am Beispiel Indonesien - bestehen.
Alle drei Akteure - österreichische Universitäten, die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit und die österreichische Wirtschaft - unterhalten in dieser Region Kontakte, Partnerschaften und Projekte. Die vorliegenden Publikation ist ein erstmaliger Versuch, derartige Zusammenhänge systematisch und empirisch zu untersuchen.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 15
Werther-Pietsch, Ursula
Strategie für Entwicklung auf Grundlage der Menschenrechte.
Europäische Union: Entwicklungs- und Außenpolitik, Cotonou-Abkommen.
Wien: Südwind, 2001 - 200 S. (ÖFSE Forum; 15)
ISBN 3-900592-72-1
Aus Anlaß des Abschlusses des Cotonou-Abkommen der EU mit den AKP-Ländern analysiert die Autorin die Entwicklungspolitik der EU vor dem Hintergrund völkerrechtlicher Normen. Neben den Menschenrechten, der Demokratisierung und dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit wurde in den Cotonouverträgen das Prinzip der good governance zum politischen Leitbild und somit zum Gegenstand völkerrechtlicher Normen gemacht. Werther-Pietsch beschreibt und bewertet die Entwicklungspolitik der EU, sie untersucht das Verhältnis der Entwicklungspolitik zur gemeinsamen Außenpolitik und skizziert die künftigen Möglichkeiten der Menschenrechts- und Demokratieförderung im Rahmen der EZA. Der derzeit entstehenden neuen Afrika-Politik der EU wird ein Kapitel gewidmet in dem die Autorin zum Abschluß die wichtigsten Innovationen im Cotonou-Abkommen herausarbeitet. Die Arbeit gibt anhand Primärtexte und der detailreichen Beschreibungen einen Einblick in die EU-internen Entscheidungsprozesse und Verfahrenstechniken und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen von multilateralen Verhandlungen.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 16
Krammer, Annemarie /Claudia Oberndorfer
Einsatz danach
Die Rolle der RückkehrerInnen in der österreichischen Gesellschaft.
Wien: Südwind, 2001 - 116 S. (ÖFSE Forum; 16) ISBN 3-900592-76-4
Der Einsatz von Fachkräften zählt zu den wichtigsten Massnahmen bei der Umsetzung von Programmen und Projekten der Entwicklungszusammenarbeit. Sehr früh wurde auch erkannt, dass ProjektmitarbeiterInnen dabei nicht nur eine Leistung in der Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten in ihr jeweiliges Projekt einbringen sondern auch eine wichtige Funktion als BrückenbauerInnen zwischen Kulturen und Nationen erfüllen.
Das authentische Mitteilen der jeweiligen Arbeits- und Lebenserfahrungen macht andere Kulturen und gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche Realitäten auch für jene begreifbar die nicht die Gelegenheit eines solchen Erlebens haben. Aus vielen Gesprächen und aus dem was uns aus einzelnen Lebensgeschichten bekannt ist, haben wir geschlossen, dass zurückgekehrte ProjektmitarbeiterInnen ein überdurchschnittliches Engagement in gesellschaftspolitischen Fragen einbringen.
Diese Hypothese wurde im Rahmen einer Diplomarbeit wissenschaftlich untersucht und liefert nicht nur wichtige Beiträge für entwicklungspolitische Projekte, sondern auch einen unschätzbaren Wert für die Entwicklung unserer Gesellschaft.
Die AutorInnenwurden für die nun vorliegende Studie mit dem Hauptpreis des Herta-Prammer-Preises für entwicklungspolitische Studien ausgezeichnet.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 17
Husch, Maria Valerie
Determinanten des individuellen Spendenverhaltens in Österreich.
Wien: Südwind, 2001 - 233 S. (ÖFSE Forum; 17) ISBN 3-900592-74-8
Spenden gehört in Österreich nicht nur zum guten Ton. In der Tat werden in unserem Land jedes Jahr beträchtliche Mittel für die unterschiedlichsten Anliegen privater Organisationen gespendet. Die Beteiligung an Spendenvorgängen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Mehr als 80 Prozent haben im Jahr 2000 angegeben, wenigstens einmal im Jahr gespendet zu haben. Diese in Österreich breit verankerte Spendenkultur ist wenig erforscht. Erst ab etwa 1990 widmen sich Universitäaten dem Thema. Das Österreichische Institut für Spendenwesen - ÖIS, seit 1996 innerhalb der ÖFSE eingerichtet, hat sich zur Aufgabe gestellt, dass Spendenwesen durch Studien und Konferenzen zu beobachten und auf neue Trends hinzuweisen.
Die vorliegende Diplomarbeit von Mag. Maria Valerie Husch ist ein wichtiger Beitrag dazu mehr Transparenz am heimischen Spendenmarkt zu erreichen. Husch verwendet die beiden ÖIS-Studien aus 1996 und 2000 für Ihre Analysen und zeigt neue Zusammenhänge im Spendenwesen auf. Von besonderer Bedeutung ist die Bearbeitung von Grundlagen für das individuelle Spendenverhalten.
Preis EUR 13,-
VERGRIFFEN!
ÖFSE-Forum 18
Pamminger, Daniela
Reisen und globales Lernen.
Von Workcamps in Ländern des Südens als eine Form des Reisens und ihr Beitrag zum Globalen Lernen.
Wien: Südwind, 2002 - 98 S. (ÖFSE Forum; 18) ISBN 3-900592-77-2
Die vorliegende Diplomarbeit von Mag. Daniela Pamminger betrachtet das Beispiel Workcamps in Ländern des Südens als Möglichkeit alternativen Reisens. Nach der Annäherung an das alternative Reisen über die Bereiche Globalisierung, Tourismus und Pädagogik beleuchtet Daniela Pamminger Workcamps in Ländern des Südens als spezielle Möglichkeit Globalen Lernens und untersucht dabei, welche Themenbereiche angesprochen werden, inwieweit die räumliche Dimension Beachtung findet und welche Kompetenzen besonders gefördert werden.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 19
Gebrewold-Tochalo, Belachew
The Impact of the Socio-Cultural Structures of the Kambata/Ethiopie on their Economic Development.
An interdisciplinary and cultures comparing approach to discuss the issue of economic developement.
Wien: Südwind, 2002 - 300 S. (ÖFSE Forum; 19) ISBN 3-900593-78-0
In seiner Dissertation "The Impact of the Socio-Cultural Structures of the Kambata/Ethiopie on their Economic Development. An interdisciplinary and cultures comparing approach to discuss the issue of economic developement" beschäftigte sich Herr Gebrewold mit der Frage nach den sozialen und kulturellen Determinaten für Entwicklung am Beispiel der Kambata in Äthiopien.
Er beforschte mittels einer komparativen und interdisziplinären Analyse die soziale und kulturelle Strukturen der Kambata und deren Auswirkung auf wirtschaftliche Entwicklung.
Preis EUR 13,-
VERGRIFFEN!
ÖFSE-Forum 20
Müllegger, Elke
REuse REduce REcycle
Wien: Südwind, 2003 - 132 S. (ÖFSE Forum; 20) ISBN 3-900592-81-0
Die Arbeit von Frau Müllegger ist in ein weit fortgeschrittenes Wasserprogramm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Südwesten Ugandas eingebettet und behandelt die Lebenssituation der Menschen bezüglich Siedlungshygiene in ländlichen Wachstumszentren.
Es stellt sich für die programmatische Entwicklung des Wassersektors der ÖEZA die Frage, welchen Beitrag ein Planungsansatz wie der "Household Centered Approach" (HCA) zu einer nachhaltigen regionalen Entwicklung leisten kann. Bei diesem Ansatz stehen grungsätzlich die Menschen und die einzelnen Haushalte im Mittelpunkt der Betrachtung und der Zielsetzung, wobei für möglichst dezentrale Lösungen die Teilnahme aller Beteiligten und geschlossene Stoffkreisläue im Vordergrund stehen.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 21
Schwank, Oliver
Neuorientierung der Weltbank in
den 90er Jahren
Wien: Südwind, 2003 - 93 S. (ÖFSE Forum;21)
ISBN 3-900592-82-9
Die Arbeit von Oliver Schwank gibt einen Überblick über die Geschichte der
Entwicklungstheorie und den entsprechenden Strategien der Weltbank seit ihrer
Gründung. Im Zentrum steht jedoch die Analyse der Strukturanpassungspolitik der
Weltbank der 80er Jahre und die in den 90er Jahren erfolgten Veränderungen, zu
denen sie sich aufgrund der mangelnden Erfolge im Hinblick auf Armuts- und
Schuldenreduktion und der damit verbundenen zunehmenden Kritik gezwungen sah.
Oliver Schwank kommt in seiner Arbeit zur Erkenntnis, dass der Neue Washington
Konsens der 90er Jahre die Kernelemente der Strukturanpassungspolitik der 80er
Jahre nicht in Frage stellt, sondern die Reformansätze um den Aspekt der Rolle
von (staatlichen) Institutionen ergänzt werden. Er kommt zum Schluss, dass die
differenzierte Wahrnehmung staatlicher Aufgaben zwar in Teilbereichen eine
Verbesserung bringt. An der grundlegenden neoliberalen Ausrichtung der
Weltbankstrategie wird jedoch nicht gerüttelt.
Die Arbeit leistet einen wichtigen Input für die aktuelle Diskussion über die
Ansätze und Strategien der Weltbank, insbesondere im Hinblick auf die wieder
entdeckte Rolle des Staates, und gibt einen Einblick in die dahinter liegenden
theoretischen Ansätze und Bezugspunkte.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 22
Vallant, Sandra
Möglichkeiten und Grenzen
von Spendengütesiegeln
Wien: Südwind, 2003 - 130 S. (ÖFSE Forum;22)
ISBN 3-900592-83-7
Das Österreichische Institut für Spendenwesen hat eine Diplomarbeit zu
"Möglichkeiten und Grenzen von Spendengütesiegeln" gefördert. Die Arbeit von
Mag. Sandra Vallant befasst sich mit einem Vergleich der Spendegütesiegel in
Deutschland, der Schweiz und Österreich.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 23
Niessner, Birgit
Außenhandel und Entwicklung der Schwerpunktländer der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Wien: Südwind, 2004 - 209 S. (ÖFSE Forum;23)
ISBN 3-900592-86-1
Birgit Niessner behandelt in ihrer Dissertation "Außenhandel und Entwicklung der Schwerpunktländer der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit". Sie verweist darin u.a. auf eine differenzierte Sichtweise bei Zusammenhängen zwischen Handesliberalisierung, Wachstum und Armutsbekämpfung.
Preis EUR 13,-
VERGRIFFEN!
ÖFSE-Forum 24
Wiesmueller, Magdalena
Kapitalistische Entfremdung oder kollektive Integration?
Inhaltsanalytische Fallstudie einer KooperativeInhaltsanalytische Fallstudie einer Kooperative im
mexikanischen Bundestaat Chiapas
Wien: Südwind, 2004 - 226 S.
ISBN 3-900592-89-6
Wenig erforscht sind sozioökonomische Kontextfaktoren und organisationale Bedingungen, die entgegengesetzte Wirkungen zur individuellen und sozialen Arbeitsentfremdung zeitigen können, mit anderen Worten, wenig bekannt sind solche Kontextfaktoren, die eine umfassende Entwicklung der Persönlichkeit in einer integrierten Gemeinschaft fördern. Zur Verringerung genau dieser theoretischen und empirischen Lücke leistet die Autorin mit der vorliegenden Arbeit einen substantiellen Beitrag. In der durchgeführten Inhaltsanalyse identifiziert sie unterschiedliche individuelle Erlebensmuster mit hohem Präzisionsgrad, die auch intrapersonell betrachtet Auskunft über miteinander verschränkte Komponenten von Selbstverwirklichung und Entfremdung geben. Ihre Analyse stellt sie in den Kontext der politischen und sozioökonomischen Bedingungen des sozialen Systems (eine Kooperative in Mexiko), in welchem sich solche individuellen Erlebensmuster herausbilden.
Im Zentrum dieser interdisziplinären Arbeit steht die lebensweltliche Situation von Akteuren eines kommunitär orientierten Genossenschaftsnetzes in einer südmexikanischen Region, der Kooperative Ik'Otik im Bundesstaat Chiapas.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 25
Bauer, Johanna
Spar- und Kreditgruppen von UnternehmerInnen
südlich der Sahara
Wien: Südwind, 2004 - 153 S.
ISBN 3-900592-90-X
Die bestehenden Familienstrukturen in Afrika südlich der Sahara benachteiligen Frauen in Bezug auf Bildung, Vermögen und Selbstbestimmung. Dadurch, dass ihre Arbeit und der Nutzen ihrer Leistung von einer männlichen Person bestimmt werden, ist es ihnen nur schwer möglich, wirtschaftliche Ressourcen für sich anzuhäufen. Das vorherrschende formelle Finanzwesen in der Region schafft in der Regel Belastungen für KleinunternehmerInnen, da es sich nicht KleinsparerInnen annimmt und kein dichteres Filialnetz aufbaut. Das informelle Finanzwesen ist daher nur eine Konsequenz vom formellen. Die informelle Wirtschaft ist aber für die Betroffenen aufgrund der Auswirkungen der Strukturanpassungsprogramme und der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage oft die einzige Möglichkeit für die Schaffung eines Lebensunterhalts. UnternehmerInnen und ArbeiterInnen dieses Wirtschaftsbereichs in Verbänden zu organisieren und nach Produktion, Verkaufsort und Verkaufswaren zu strukturieren, würde sie zu einem Gesprächspartner für Entwicklungshilfeeinrichtungen und Regierungsstellen machen. Zum Teil ist diese Entwicklung aber strukturell nicht bezweckt, denn sie würde zu große Forderungen an Verwaltungsbehörden und Regierungen stellen.
In diesem Umfeld werden Frauen großteils zum Unternehmertum gedrängt. Die Diplomarbeit beschäftigt sich vor diesem Hintergrund mit dem Empowernment-Ansatz und behandelt die selbstinitiierten Spar- und Kreditgruppen der Unternehmerinnen in Afrika südlich der Sahara als Beispiele für das gelungene, wenn auch unbewusste, Praktizieren dieser Theorie. So schön die Erfolge damit aber sein können, kann dieses System nicht von Entwicklungshilfeeinrichtungen direkt geschaffen, sondern nur indirekt unterstützt werden.
Preis EUR 13,-
ÖFSE-Forum 26
Schuster, Nadja
Soziale Sicherung im unorganisierten Arbeitssektor in Indien.
Mikrosoziologische Studie zu dem Versicherungsprogramm der Frauengewerkschaft Self-Employed Women’s Association (SEWA)
Wien: Südwind, 2004 - 178 S.
ISBN: 3-900592-91-8
Ausgehend von der Darstellung und Analyse des sozialen Sicherungssystems in Indien innerhalb des soziopolitischen, sozioökonomischen und soziokulturellen Kontextes wird in dieser Arbeit die Rolle einer zivilgesellschaftlichen Organisation, der Self-Employed Women’s Association (SEWA) als Akteur im Bereich soziale Sicherheit beschrieben.
SEWA hat ein integriertes Versicherungsprogramm für im unorganisierten Arbeitssektor tätige Frauen entwickelt, das eine Kranken-, Unfall-, Lebens- und Haushaltsversicherung in einem darstellt. SEWA versucht mittels dieses Programms das Armutsrisiko der Mitglieder zu verringern.
Ferner verfolgt die Gewerkschaft als Empowering Organization das Ziel, durch die Einbindung der Mitglieder in ein soziales Netzwerk soziale Mobilisierungs- und persönliche Ermächtigungsprozesse voranzutreiben.
In der vorliegenden mikrosoziologischen Studie wird erforscht, ob SEWA bzw. Vimo SEWA zu einer persönlichen Ermächtigung der Versicherungsnehmerinnen und/oder einer finanziellen Besserstellung der befragten Haushalte beigetragen hat.
ÖFSE-FORUM 27
Stein, Katharina Viktoria
Public health and gender in developing countries - with a case study in Uganda
Wien: Südwind, 2006 - 111 S.
ISBN: 3-900592-95-0
Die Diplomarbeit "Public Health and Gender in Developing Countries - with a Case Study of Uganda" befasst sich mit dem Thema der "Public Health" und verbindet dieses zugleich mit einer Diskussion von Gender-Aspekten. Die Arbeit bietet einen ausgezeichneten Überblick zum Stand der Forschung, wobei über die rein ökonomische Literatur hinausgehend der interdisziplinäre Zuschnitt des Themas intensiv berücksichtigt wird. Ausführlich behandelt werden u.a. die Problematik geeigneter Indikatoren und die aus den Grundsatzüberlegungen abgeleiteten Politikinitiativen, letztere in einer durchaus kritischen Würdigung. Einen wichtigen Teil der Arbeit macht schließlich eine Fallstudie zu Public Health-Initiativen in Uganda aus.
ÖFSE-FORUM 28
Vanessa Prinz:
Imagine Migration
The Migration Process and its Destination Europe in the Eyes of Tanzanian Students
Wien: Südwind, 2006 - 217 S.
ISBN: 3-900592-9-69
Vor dem Hintergrund der Globalisierung findet das Thema Migration auch in der entwicklungspolitischen Diskussion verstärkt Beachtung. Die Diplomarbeit „Imagine Migration“ geht am Fallbeispiel Tansanias wesentlichen Fragen in Bezug auf Migration und Entwicklung nach. Unterschiedliche Migrationstheorien werden vorgestellt, die Migrationsbewegungen von Tansania nach Europa beschrieben und auf deren Ursachen sowie spezifische Phänomene wie den Braindrain eingegangen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht jedoch die Untersuchung der Vorstellungen, die sich potentielle afrikanische MigrantInnen von Europa machen. Bewusst wurde hier die Perspektive der AkteurInnen im Migrationsprozess gewählt, die in 120 Interviews zu den Vorstellungen, Ideen und Hoffnungen befragt wurden, die sie mit dem Begriff „Europa“ verbinden.
ÖFSE-FORUM 29
Susanne Fabjan:
Die Handelspolitik der Europäischen Union – ein Beitrag zur Armutsreduktion?
Die entwicklungspolitische Kohärenz am Beispiel europäischer Zuckerpolitik.
Wien: Südwind, 2006 - 122 S.
ISBN 13: 978-3900592-98-1
ISBN 10: 3-900592-98-5
Die Europäische Union ist in zweifacher Hinsicht für die Entwicklungsmöglichkeiten südlicher Länder von herausragender Bedeutung.
Zum einen stellt die EU mehr als die Hälfte der weltweiten öffentlichen Entwicklungshilfe zur Verfügung und versucht auf diese Weise, einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele zu leisten. Zum anderen beeinflusst das politische Verhalten der Union etwa im Bereich Handel ganz entscheidend die weltweiten Rahmenbedingungen, unter denen insbesondere schwächere Volkswirtschaften versuchen müssen, ihre Entwicklungschancen zu verbessern. Das Konzept der Kohärenz ist der dringend notwendige politische Versuch, jene Politikbereiche, die einen entscheidenden Einfluss auf Entwicklungsländer ausüben, mit entwicklungspolitischen Zielsetzungen abzustimmen.
Dieses komplexe Unterfangen seitens der EU wird in der vorliegenden Arbeit auf zweifache Weise analysiert: Die Autorin erklärt in einem ersten Teil Grundlegendes zur europäischen Handelspolitik einerseits und der Entwicklungspolitik der EU andererseits. Das Kohärenzkonzept, das beides zu kombinieren versucht, ist zunächst ein politischer Anspruch, der sehr konkret und umfassend in seinen Formen und Ursachen dargestellt wird. Die mittlerweile rechtliche Verbindlichkeit dieses Konzeptes ergibt sich, wie abschließend ausgeführt wird, aus den vertraglichen Verpflichtungen zu Kohärenz, die die EU-Mitgliedstaaten im Vertrag von Maastricht eingegangen sind.
Der zweite Teil der Arbeit ist eine Konkretisierung der Kohärenzproblematik anhand des Beispieles der europäischen Zuckerpolitik. Angesichts der wirtschaftlichen Heterogenität der zuckerproduzierenden Entwicklungsländer sind die Auswirkungen der europäischen Zuckerpolitik sehr unterschiedlich. Dennoch lässt sich die Kritik aus entwicklungspolitischer Sicht an einigen zentralen Aspekten festmachen: ausgeprägte Staatsintervention seitens der EU, die daraus resultierenden Niedrigpreise und protektionistisches Verhalten, das die Eigeninteressen sichert. Die Reform der Gemeinsamen Marktorganisation für Zucker vom Februar 2006 weist erste Schritte zu einer verbesserten Kohärenzpolitik auf, der weitere folgen müssen, um den Verpflichtungen aus Maastricht adäquat nachzukommen.
ÖFSE-FORUM 30
Khittel, Stefan; Jan Pospisil:
Europäische Entwicklungspolitik als Alternative zum „Global War on Terrorism“?
Zur Entwicklungszusammenarbeit der EU in Krisenregionen
Wien: Südwind 2006 - 215 S.
ISBN 13: 978-3-900592-99-8
ISBN-10: 3-900592-99-3
Im Bereich Entwicklungspolitik spielt die Europäische Union seit vielen Jahren eine führende Rolle. Spätestens seit nun der Entwicklungspolitik im Rahmen der Europäischen Sicherheitsstrategie (ESS) auch eine zentrale Rolle im präventiven sicherheitspolitischen Handeln der EU zugedacht wurde, ist das Thema „umfassende Sicherheit“ zu einer wichtigen Aufgabe der internationalen Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit geworden.
Die Europäische Union hat bei der entwicklungspolitischen Neuorientierung eine Vorreiterrolle übernommen hat, mit der sie ihre politische und ökonomische Bedeutung als globaler Akteur festigen möchte. Vor allem in der politischen Auseinandersetzung mit dem von den USA proklamierten und weltweit geführten „Krieg gegen den Terrorismus“ ist die EU gefordert, Stellung zu beziehen. Dabei hat die Europäische Union immer wieder betont, dass sie im Umgang mit dem internationalen Terrorismus oder mit „fragilen Staaten“ einen europäischen, eigenständigen Weg einschlagen will, der primär auf Ursachenbekämpfung, und daher auf dem Einsatz ziviler – allen voran entwicklungspolitischer Instrumente – basieren soll.
Das Projekt „Europäische Entwicklungspolitik als Alternative zum ‚Global War on Terrorism’?“, als Kooperationsprojekt des Österreichischen Instituts für Internationale Politik (OIIP) und der Kommission für Sozialanthropologie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Univ. Doz. Dr. Helmut Lukas durchgeführt, wurde vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank gefördert. Stefan Khittel und Jan Pospisil legten nun ihren Endbericht vor, der auch konkrete Empfehlungen an die Entwicklungspolitik enthält. Anhand der Ansätze ausgewählter europäischer Geberstaaten sowie zweier Fallbeispiele (Kolumbien und Philippinen) wird der Frage nachgegangen, ob auf der Ebene der zivilen Maßnahmen im Kontext bewaffneter Konflikte von einer spezifischen „europäischen Identität“ gesprochen werden kann.
ÖFSE-FORUM 31
Michaela Flenner:
„Education for All –
The Contribution of State and Civil Society Based on the Example of Deprived Children in Urban Slum Areas in India“.
Wien: Südwind 2007 - 119 S.
ISBN 13: 978-3-9502306-1-1
ISBN 10: 3-9502306-1-0
Vor dem Hintergrund der internationalen Bildungsinitiative Education for All befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Bildungssituation in Indien. Education for All (EFA) hat seit der ersten Weltbildungskonferenz 1990 in Jomtien, Thailand, an Bedeutung gewonnen und bildet heute einen wichtigen Bezugspunkt sowohl für Bildungsreformen in den Entwicklungsländern als auch für die internationale Entwicklungszusammenarbeit im Sektor Bildung.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Grundbildung für gesellschaftliche Entwicklung und berücksichtigt hierbei insbesondere die Rolle von Bildung bei der Geschlechtergleichstellung und spezifischen Förderung von Frauen und Mädchen. Der sozioökonomische, politische, gesellschaftliche und gesundheitliche Nutzen von Grundbildung wird beleuchtet.
Die Arbeit liefert weiters einen Überblick über bestehende internationale Vereinbarungen, die mit der EFA-Initiative im Zusammenhang stehen bzw. als deren Vorläufer anzusehen sind, einen Vergleich Indiens mit anderen Ländern, v.a. mit China, sowie eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen ökonomischen Modellen zur Finanzierung von Bildung.
Im zweiten Teil wird die Bildungssituation in der Primarbildung in Indien unter Berücksichtung der Aspekte Armutsminderung und Bildungszugang für unterprivilegierte Kinder analysiert. Die Arbeit fokussiert hierbei auf die Bildungsprogramme zur Erhöhung der Alphabetisierungsrate und zur allgemeinen Verbesserung der Bildungssituation in Indien, die Rolle der Lehrkräfte sowie die Bedeutung von NGOs in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen bei der Erreichung der am stärksten benachteiligten Kinder. Exemplarisch wird die Arbeit der NGO „Praya“ in Delhi vorgestellt.
Fazit der Arbeit ist, dass trotz wesentlicher Verbesserungen das Bildungssystem Indiens nach wie vor mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat. Dem hohen Bevölkerungswachstum steht fehlendes Lehrpersonal gegenüber, die Durchführung von Bildungsprogrammen erweist sich in der Praxis aufgrund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und des teils fehlenden politischen Willen als schwierig. Obwohl bereits die indische Verfassung von 1949 verpflichtende und freie Schulbildung für alle bis zum Alter von 14 Jahre festschreibt, ist Indien von der Umsetzung der internationalen Bildungsdeklaration Education for All noch entfernt.
ÖFSE-FORUM 32
Kaan TAŞLI:
A Conceptual Framework for Gender and Development Studies:
From Welfare to Empowerment
Wien: Südwind 2007 - 88 S
ISBN 13: 978-3-9502306-2-8
ISBN 10: 3-9502306-2-9
Diese Studie analysiert verschiedene Ansätze des Diskurses über 'Frauen und Entwicklung', und untersucht deren zentralen Argumente sowie praktischen Konsequenzen. Die Ansätze werden in ihrer chronologischen Entwicklung, beginnend mit dem Welfare-Ansatz, evaluiert. Danach folgt eine vergleichende Analyse des Women-in-Development-Ansatzes (WID), des Gender-and-Development-Ansatzes (GAD) sowie des Empowerment-Ansatzes.
Die Studie sucht nach Konvergenzpunkten zwischen verschiedenen Ansätzen, im besonderen aber zwischen GAD und Empowerment, und sieht gewisse Synergien bei einem simultanen Einsatz der Top-Down- und Bottom-Up-Strategien.
ÖFSE-FORUM 33
Thomas M. Klein
Performance Management in der humanitären Hilfe und internationalen Entwicklungszusammenarbeit
Wien: Südwind 2007 - 165 S
ISBN 10: 3-9502306-3-7
ISBN 13: 978-3-9502306-3-5
Mit der Verabschiedung der Millenniums-Entwicklungsziele zur Jahrtausendwende versuchte die internationale Gemeinschaft, konkrete inhaltliche Schwerpunkte entsprechend der größten Defizite der Armutsbekämpfung zu setzen und die Koordination und damit die Zielstrebigkeit der Entwicklungspartnerschaften zu erhöhen. Die Pariser Erklärung zu mehr Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA), verabschiedet im März 2005, ist ein wesentlicher politischer und methodischer Schritt, dieses Vorhaben effektiv umzusetzen.
Eine Veränderung in der Praxis der EZA kann sich aber nicht nur auf die oberste politische Ebene beschränken, sondern muss sich in den entwicklungspolitisch engagierten Einzelorganisationen fortsetzen und dort mit geeigneten Maßnahmen realisiert werden. Der aktuelle Band des ÖFSE-Forums ist ein gelungener Versuch, die bisherige Praxis des Performance Managements in der EZA zu analysieren, bereits erreichte Verbesserungen aufzuzeigen und die weitere Arbeit in der Zukunft zu skizzieren. Hinter diesem Begriff steht die Erkenntnis, dass für bessere Resultate der EZA im Sinne der Armutsbekämpfung Wege gefunden werden müssen, um organisationales Lernen zu ermöglichen bzw. zu verstärken, klare Verantwortlichkeiten für Leistungsvorgaben zu identifizieren und flexible Strategie- und Zielformulierung zu ermöglichen, die eine fortwährende Anpassung an den Kontext der EZA durchführen.
Das vorliegende ÖFSE-Forum erörtert somit die konkreten Konsequenzen der Pariser Erklärung für die organisationsinternen Vorgänge und Prozesse und bietet damit höchst relevante Einblicke und Anregungen für eine konsequente und sämtliche Ebenen der Entwicklungskooperation mit einschließenden Debatte über Fortschritte und notwendige Korrekturen.
ÖFSE-FORUM 34
Margret Steixner
LERNRAUM INTERKULTUR
von interkultureller Erfahrung zu interkultureller Kompetenz
Potentiale und Relevanz des interkulturellen Coachings
am Beispiel von Fachkräften der Entwicklungszusammenarbeit
Wien: Südwind 2007 - 240S
ISBN 13:
978-3-9502306-4-2
Lehrgänge zum „Erlernen“ interkultureller Kompetenz boomen in Zeiten globalisierter Unternehmensstrategien. Interkulturelle Kompetenz geht jedoch weit über die reine Fachkompetenz, das Aneignen von kompatiblen Verhaltensweisen hinaus. Es geht vielmehr um eine generelle Haltung des Respekts gegenüber kultureller Differenz, um die Etablierung einer Gesellschaft, die kulturelle Vielfalt würdigen und nutzen kann.
In der Entwicklungszusammenarbeit wurde das Thema interkulturelle Kompetenz traditionell zumeist im Rahmen der Personalentsendung behandelt und ist dort weiterhin zentral. Interkulturelle Kompetenz muss sich jedoch auch in der grundlegenden Philosphie der Zusammenarbeit widerspiegeln - basiert doch die in der Pariser Erklärung geforderte Eigenverantwortung der Partnerländer und die Anpassung der Geber auf einem reifen und partnerschaftlichen Umgang miteinander.
In ihrer Dissertation, die auf umfangreichen empirischen Untersuchungen Uganda und Eritrea basiert, entwickelt Margret Steixner ein theoretisches Modell, anhand dessen die Auseinandersetzung mit verschiedenen Ebenen von kultureller Differenz ermöglicht wird. Nach der theoretischen Aufarbeitung des Themas analysiert Steixner verschiedene Methoden, die den Erwerb interkultureller Kompetenz unterstützen sollen und setzt sich dabei insbesondere mit dem Potential des interkulturellen Coachings auseinander.
Margret Steixner , Studium der vergleichenden Erziehungswissenschaften mit einer Schwerpunktsetzung im Bereich der interkulturellen Pädagogik. Sie lebt derzeit in Uganda und arbeitet im Bereich interkulturelles Coaching und Training. Sie arbeitete in Eritrea in der Lehrerfortbildung und forschte zum Thema Frauenbeschneidung in Burkina Faso.
ÖFSE-FORUM 35
Manuela Grabner
Soziale Bewegungen:
Politisches Enagement über Alphabetisierung
Ein Vergleich zwischen Dakar und anderen
westafrikanischen Städten
Wien: Südwind 2008 - 173S
ISBN:978-3-9502306-9-7
Die bedeutende Rolle sozialer Bewegungen für den Entwicklungsprozess der Länder des Südens wird in den letzten Jahren immer stärker wahrgenommen. Das umso mehr, seit die Entwicklungszusammenarbeit begonnen hat, Zielsetzungen wie Empowerment, Partizipation und Demokratisierung zu verfolgen und Prinzipien wie Ownership und Politikdialog anzuwenden.
Dünner gestreut ist jedoch die Auseinandersetzung mit den Gründen für soziales und politisches Engagement, das zum Entstehen von sozialen Bewegungen führt. Selten wird beispielsweise der Zusammenhang mit Alphabetisierung untersucht. Tatsächlich ist insbesondere in Afrika südlich der Sahara noch immer ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerungen vom Zugang zu Bildung ausgeschlossen.
Die Autorin der vorliegenden Arbeit, Manuela Grabner, setzt es sich zum Ziel, den Zusammenhang zwischen Alphabetisierung und sozialen Bewegungen zu untersuchen. Sie tut dies anhand einer Fallstudie der senegalesischen Hauptstadt Dakar und zieht den Vergleich zu anderen westafrikanischen Städten – Abidjan, Bamako und Ouagadougou. Die Autorin legt besonderes Augenmerk auf die Untersuchung der Rolle von Frauen und jenen Jugendlichen, die bereits einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Insbesondere die Selbstorganisation in den Stadtvierteln und die damit in Verbindung stehende Alphabetisierung hat in vielen Fällen zu Veränderungen in Bezug auf Einstellungen zu Rollenbildern oder Verbesserungen der Lebensumstände geführt.
Der vorliegende Band nimmt eine in den letzten Jahren in den Hintergrund gerückte, jedoch für die Funktionalität von Bildung im Entwicklungsprozess zentrale Fragestellung wieder auf: die Kontextabhängigkeit von Bildung, die Bildung je nach den gegebenen Umständen zu einem Instrument des sozialen Wandels aber auch der Erhaltung des Status quo machen kann.
ÖFSE-FORUM 36
Harald Mayer
Die Rückkehr Chinas nach Afrika.
Chinas aktuelles Engagement in Afrika aus entwicklungspolitischer Sicht
Wien: Südwind 2008 - 104S
ISBN:978-3-9502487-0-8
Die Volksrepublik China nimmt durch ihren wirtschaftlichen Aufstieg in den internationalen Beziehungen eine immer wichtigere Rolle ein. Mit China entsteht ein neuer globaler Akteur, der außenwirtschaftlich wie außenpolitisch immer selbstbewusster auftritt. Die Präsenz Chinas in Afrika stellt dabei auch für die Entwicklungspolitik der traditionellen Geberländer eine besondere Herausforderung dar.
Mit seiner Diplomarbeit „Die Rückkehr Chinas nach Afrika“ hat Harald Mayer ein überaus aktuelles Thema aufgegriffen. Neben einer Analyse der historischen und aktuellen Beziehungen Chinas zu Afrika geht er auch auf die Frage ein, ob Chinas Entwicklungsweg ein Vorbild für Afrika darstellen könnte.
ÖFSE-Forum 37
Jan Pospisil / Stefan Khittel
Sicherheitspolitische Entwicklungszusammenarbeit von Kleinstaaten
Eine vergleichende Analyse der Praxis von Österreich, der Schweiz, Schweden und den Niederlanden anhand von ausgewählten Fallbeispielen
Wien: Südwind 2008 - 169 S
ISBN: 978-3-9502487-1-5
Sicherheit ist in den letzten Jahren zu einem dominanten Thema in der internationalen Entwicklungsdiskussion geworden. Neben aktuellen Anlässen wie die nach wie vor hohe Zahl an fragilen Staaten, die ihre Kernaufgaben nicht entsprechend wahrnehmen können, oder das Phänomen des transnationalen Terrorismus trägt zu dieser Aktualität bei, dass sich entwicklungspolitische Zielsetzungen dabei mit Eigeninteressen der reichen Staaten treffen, sich wechselseitig verstärken aber auch in Konkurrenz zu einander treten. Dementsprechend kontroversiell wird das Verhältnis von Sicherheit und Entwicklung bzw. Entwicklungszusammenarbeit im Moment diskutiert.
ÖFSE-Forum 38
Alexander Rehbogen
Internationale Entwicklungszusammenarbeit in Gemeinden
Rahmenbedingungen, Chancen und Möglichkeiten
der österreichischen Gemeinden in der OEZA
Wien: Südwind 2008 - 229 S
ISBN: 978-3-9502487-3-9
Die vorliegende Arbeit trägt der Aktualität des Themas Sicherheit Rechnung, indem sie am Beispiel der Kleinstaaten untersucht, welche Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen es für sicherheitspolitische Entwicklungszusammenarbeit gibt.
Die Studie zeigt, dass es in diesem heiklen Feld durchaus komparative Vorteile für Kleinstaaten wie Österreich oder die Schweiz geben kann, so die Entwicklungspolitik selbst in regionale und auch lokale Sicherheitsstrategien eingebettet ist und in sich kohärent gestaltet wird.
In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sind viele öffentliche und private Akteure tätig, die auf verschiedenen Ebenen versuchen, vielfältige Beiträge zur Beseitigung oder zumindest zur Reduktion der Armut zu leisten. Die Gemeinden liegen an einer Schnittstelle zwischen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit und den privaten Initiativen und Nichtstaatlichen Einrichtungen, die im jeweiligen Gemeindegebiet tätig sind.
Die Zielsetzungen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit bilden einerseits einen internationalen Rahmen für die Aktivitäten der Gemeinden, während andererseits die Unterstützung der konkreten Projekte der NGOs für Überschaubarkeit, Orientierung, Wirksamkeit und Nachvollziehbarkeit innerhalb der Gemeinde sorgen.
Aufgrund der – vor allem finanziell - relativ geringen Beteiligung von Gemeinden im Bereich der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit blieb das entwicklungspolitische Potential von Gemeinden in der akademischen Diskussion bislang unberücksichtigt. Im Vergleich zu Deutschland spielen die Gemeinden in Österreich – aus verschiedenen Gründen - nur eine sehr unbedeutende Rolle in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
Die vorliegende Diplomarbeit greift trotzdem die mögliche Rolle der Gemeinden in der OEZA auf und beleuchtet ausgehend von einer empirischen Analyse der Arbeit der Salzburger Gemeinden das Potential der österreichischen Gemeinden im Bereich der OEZA.
Gerade unter dem Blickwinkel des Prinzips der „Partnerschaft“ böte eine stärkere Involvierung von Gemeinden in der OEZA vor allem im Bereich der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zahlreiche Möglichkeiten eines wirksamen Engagements.
In der Arbeit werden auf Grundlage empirischer Erhebungen und Experteninterviews zukünftige Handlungspielräume der Gemeinden im Rahmen der OEZA skizziert, die ein verstärktes Bemühen um die Einbindung von Gemeinden in die OEZA empfehlen.
ÖFSE-Forum 39
Andreas Schrott
„Fair Trade“ als Kommunikationsmedium einer zukunftsfähigen Entwicklungszusammenarbeit
am Beispiel Österreichs
Wien: Südwind 2009 - 113 S
ISBN: 978-3-9502487-4-6
„Fair Trade“ hat sich in den letzten Jahrzehnten von der Nische des Dritte Welt-Ladens in das Bewusstsein vieler mündiger Konsumenten bewegt und wird vor allem mit Nachhaltigkeit, Ökologie, Gerechtigkeit und Entwicklungszusammenarbeit assoziiert.
Dabei geht der entwicklungspolitische Anspruch von „Fair Trade“ weit über die konkreten Projekte in den Ländern des Südens hinaus und hinterfragt kritisch die Mechanismen und Bedingungen des weltweiten Handelssystems. Der Autor der vorliegenden Diplomarbeit thematisiert nicht nur die Zusammenhänge zwischen Entwicklungszusammenarbeit und den Mechanismen des neoliberalen Wirtschaftssystems sondern sieht in „Fair Trade“ auch ein emanzipatorisches Potential im Kontext des Themenbereichs „Globalen Lernens“. Versteht man „Fair Trade“ als Kommunikationsmedium einer zukunftsfähigen Entwicklungszusammenarbeit dann bildet der faire Handel nicht nur eine Ergänzung der klassischen Entwicklungszusammenarbeit sondern auch eine konkrete Handlungsmöglichkeit des Einzelnen bei der Verwirklichung von sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Lebensbedingungen. Neben einer Bestandsaufnahme des Fairen Handels in Österreich bietet die Diplomarbeit auch eine umfassende qualitative Analyse des Fairen Handels an, die im Kern auf 8 qualitativen Experteninterviews beruht. Die besondere Stärke der Arbeit liegt in der mehrdimensionalen Annäherung des Autors an das komplexe Thema „Fairer Handel“ in Österreich aus der Sicht der Geographie und Wirtschaftskunde.
ÖFSE-Forum 40
Berita Musau
Ethnic Conflicts and Transition to Democracy in Africa: Recurrence of Ethnic Conflicts in Kenya (1991-2008)
Wien: Südwind 2009 - 110 S
ISBN: 978-3-9502487-5-3
Die vorliegende Arbeit trägt der Aktualität des Themas ethnischer Konflikte im Zusammenhang mit politischer Liberalisierung Rechnung, indem sie das Beispiel Kenyas aus historischer Perspektive bis zu den rezenten gewaltsamen Ausschreitungen Ende 2007 aufrollt. Die Analyse greift jene entscheidenden Phasen seit dem Beginn der politischen Transition in Kenya Anfang der 1990er Jahre auf, vor deren Hintergrund drei von Gewalt dominierte Konflikte ausgetragen wurden. Dabei wird im Besonderen auf die Bedeutung von Ethnizität wie auch ethnischer Konflikte für den Transitionsprozess eingegangen. Durch die differenzierte Betrachtung des vielschichtigen Problems werden zentrale Faktoren wie die Landfrage, regional divergierende Machtverhältnisse, ökonomische Zusammenhänge, die manipulierende Rolle von Wahlkampfrhetorik, rechtsstaatliche Rahmenbedingungen, der Einfluss der politischen Elite aber auch die Bedeutung regionaler Konflikte für Kenya berücksichtigt.
ÖFSE-Forum 41
Stefan Kerl
Die Entwicklungszusammenarbeit der EU mit Palästina
Wien: Südwind 2009 - 180 S
ISBN:
978-3-9502487-6-0
Diese Diplomarbeit unter dem Titel „Die Entwicklungszusammenarbeit der EU mit Palästina“ analysiert die Rolle der EU-Nahostpolitik und –Entwicklungszusammenarbeit (EZA) in Palästina.
Im ersten Kapitel wird die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) analysiert. In diesem Zusammenhang werden der Barcelona-Prozess und seine Auswirkungen auf die Staaten des südlichen Mittelmeers untersucht. Weiters werden Entstehung, Inhalt und diplomatische Realität der Nahost-Politik der EU erklärt. Die Schlussfolgerung ist, dass die EU zwar in ihren Deklarationen eigene Positionen entwickelt und eingenommen hat, zur Verwirklichung dieser Positionen am diplomatischen Parkett aber zu wenig getan hat.
Im zweiten Kapitel wird die EZA der EG in Palästina durchleuchtet. Es wird dabei die Schlussfolgerung gezogen, dass die EZA der EG politisch eine wesentliche Rolle im Aufbau und der Aufrechterhaltung der palästinensischen Autorität (PA) und damit des Friedens- bzw. eines Verhandlungsprozesses gespielt hat, aber entwicklungspolitisch ihre Ziele nicht erreichen konnte.
Das dritte Kapitel stellt das theoretische Konzept der Zivilmacht vor und vergleicht die Politik und EZA der EU in Palästina mit diesem Konzept. Dabei wird eine Übereinstimmung in der Wahl der Mittel ebenso wie der Werte und Normen festgestellt. Hingegen hat sie die Ziele einer Zivilmacht nämlich die Zivilisierung der internationalen Beziehungen nicht nur nicht erreicht, sondern teils durch kontraproduktive Auswirkungen ihrer EZA verhindert.
In der Conclusio wird trotz Verbesserungen ein umfassender „capabilities expectations gap“ für alle Bereiche festgestellt. Durch ein mutigeres und entschlosseneres außenpolitisches Auftreten in Nahost könnte sie nicht nur zu besseren Rahmenbedingungen für die palästinensische Wirtschaft, sondern auch zu Bedingungen für einen dringend nötigen Entwicklungsdialog beitragen.
ÖFSE-Forum 42
Franz Astleithner et al.
Indikatoren zur sozialen Nachhaltigkeit im Tourismus
Explorative Erkundungen in zwei Regionen in Peru
Wien: Südwind 2009 - 111 S
ISBN: 978-3-9502487-9-1
Der hier publizierte Endbericht einer Forschungsarbeit, die von einer Gruppe StudentInnen des Instituts für Soziologie an der Universität Wien in Peru durchgeführt wurde, präsentiert die Ergebnisse eines Studienprojektes, in dem der Frage nachgegangen wurde, wie Tourismus nachhaltig gestaltet werden kann. Einleitend werden relevante Grundlagen der Theorie der sozialen Nachhaltigkeit für das Projekt skizziert und der historische Kontext Perus im Allgemeinen und die deskriptive Beschreibung der untersuchten Orte dargestellt. Nach einem methodischen Kapitel werden die Ergebnisse der Interviews von Einheimischen, ExpertInnen und TouristInnen in Beziehung zu den regionalen Gegebenheiten gesetzt. Abschließend werden die Ergebnisse diskutiert und Indikatoren für die soziale Nachhaltigkeit im Tourismus in Peru vorgestellt.
Die Forschungsarbeit bietet mit der Indikatorenentwicklung eine wichtige Grundlage für die Diskussion der Beurteilung von sozialer Nachhaltigkeit im Bereich des Tourismus am Beispiel Perus.
ÖFSE-Forum 43
Anna Hochwarter
Inklusion, Partizipation, Empowerment und Anwaltschaft:
Die Strategien unterschiedlicher Akteure der Entwicklungszusammenarbeit in Bezug auf Menschen mit Behinderung/en
Wien: Südwind 2009 - 122 S
ISBN: 978-3-9502487-7-7
Im Rahmen der Diplomarbeit untersuchte die Autorin die Strategien von unterschiedlichen Akteuren in der EZA in Österreich (Licht für die Welt, World Vision) und in Deutschland (Handicap International, OXFAM) in Bezug auf Menschen mit Behinderungen. Im Mittelpunkt des Interesses der Untersuchung stand die Frage, ob und wie die neuen international anerkannten Standards der EZA (Inclusive Development, Disability Mainstreaming), die sich auf den Menschrechtsansatz sowie auf die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung stützen bei den untersuchten Organisationen reflektiert bzw. adaptiert werden.
Die Analyse ergab, dass die westliche Gesellschaft sehr stark von traditionellen Wohlfahrtsmodellen ausgeht und dieser Ansatz die Arbeit der EZA Akteure bestimmt. Dies steht aber im Gegensatz zu den Grundsätzen einer Entwicklungspolitik, die sich auf den Menschenrechtsansatz als Arbeits- und Messgrundlage von EZA-Maßnahmen beruft.
ÖFSE-Forum 44
Marjan Baier
Vom Kolonialdiskurs zum Entwicklungsdispositiv: Ghana und Südkorea im entwicklungsstrategischen Vergleich
Wien: Südwind 2010 - 147 S
ISBN: 978-3-9502964-0-2
Südkorea wird vor allem in wissenschaftspopulistischen Medien immer noch als Musterbeispiel für die Machbarkeit von Entwicklung angeführt, da es den asiatischen Weg als Überholspur zum ökonomischen Erfolg repräsentiert. Der Vergleich zu afrikanischen Staaten wird immer dann bemüht, wenn es einerseits gilt, Erfolg sichtbar zu machen und andererseits auf politische und soziokulturelle Defizite in Afrika hinzuweisen, die angeblich Entwicklung behindern. Untermauert werden diese Stereotypen meist noch mit dem Vergleich der ökonomischen Situation in Südkorea und in afrikanischen Staaten in den 1950er Jahren. In der Darstellung afrikanischer Ökonomien und ihrer Position im globalen Kontext taucht der Vergleich zwischen Südkorea und Ghana in den 1950er Jahren gelegentlich auf, wobei beide Staaten eine vergleichbare Charakteristik im Bereich der Ökonomie und der Humanressourcen aufweisen. Marjan Baier hat diese Behauptung aufgegriffen und die verschiedenen Entwicklungswege in ihrer historischen und globalen Kontextualisierung dargestellt. Marjan Baier versteht in Bezug auf Foucault Entwicklung als Diskurs und erarbeitet in Anlehnung an Aram Ziai neuen Kriterien von Entwicklung, die seine historische Analyse leiten. Entwicklung wird dabei als Ziel und der Weg dorthin als steuerbarer Prozess verstanden. Diese Sichtweise ermöglicht einen klaren Blick auf die Interessen und Machtverhältnisse, die den jeweiligen Diskurs steuerten. Der Vergleich der unterschiedlichen „Entwicklungsdispositive“ zeigt deutlich, dass ausgehend von der kolonialen Periode in beiden Ländern sehr unterschiedliche Bedingungen geherrscht haben und die Regierenden unterschiedliche Strategien verfolgt haben. Weiters waren nicht nur unterschiedliche politische und ökonomische Rahmenbedingungen für die verschiedenen Entwicklungen maßgeblich, sondern auch die externen Projektionen und damit verbundenen finanziellen Hilfsleistungen.
Mit dieser Diplomarbeit legt der Autor eine sehr interessante, methodisch und theoretisch sehr gut fundierte historische Vergleichsstudie vor, mit der die Ursachen für die unterschiedlichen Entwicklungen Ghanas und Südkorea seit den 1950er Jahren differenziert erklärt werden können.
ÖFSE-Forum 45
Johannes Knierzinger
The Chiefs of Development
Local Development and Local Government in Ghana
Wien:
Südwind 2010 - 101 Seiten
ISBN:978-3-9502964-4-0
Die neotraditionellen Systeme Ghanas – bestehend aus Chiefs, Queenmothers, Stool Fathers, Elders, Development Chiefs usw. – haben sich seit der Unabhängigkeit grundlegend verändert. Aus VermittlerInnen zwischen der Kolonialregierung und der afrikanischen Bevölkerung wurden oftmals private InteressensvertreterInnen. Das Engagement von neotraditionellen AkteurInnen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit war und ist daher in diesem Kontext eine willkommene Möglichkeit, den verlorenen politischen Einfluss zu kompensieren. Trotz Kritik an den neotraditionellen Herrschaftsformen in Medien und durch eine kritische Zivilgesellschaft ist die ghanaische Bevölkerung immer noch stark in neotraditionelle Strukturen eingebunden und steht den neotraditionellen AkteurInnen überwiegend positiv gegenüber.
Johannes Knierzinger beschreibt, auf welche Weise neotraditionelle AkteurInnen in die ghanaische Entwicklungszusammenarbeit eingebunden sind bzw. diese mitgestalten. Es wird deutlich, wie diese AkteurInnen mit PolitikerInnen, Geschäftsleuten, NGO-VertreterInnen und RepräsentantInnen der großen Entwicklungsagenturen interagieren bzw. inwiefern sie selbst als solche agieren. Die vom Autor vorgelegten Ergebnisse sind sowohl für internationale AkteurInnen der Entwicklungszusammenarbeit als auch für lokale AkteurInnen von Interesse, da sie die gängige Rationalität von entwicklungspolitischem Handeln in Frage stellen.
Mit dieser Diplomarbeit legt der Autor eine hoch interessante Darstellung und Analyse der Rolle von "Entwicklungsbrokern" und lokalen Autoritäten in Ghana vor. Sowohl methodisch als auch theoretisch – vor allem im Hinblick auf die Kenntnis der historischen und sozialwissenschaftlichen Situation in Ghana – überzeugt der Autor, der sich bewusst abseits des entwicklungspolitischen mainstreams bewegt.
ÖFSE-Forum 46
Dieter Rachbauer
Partizipation und Empowerment
Legitimationsrhetorik und Veränderungspotential entwicklungspolitischer Schlüsselbegriffe
Wien:
Südwind 2010 - 291 Seiten
ISBN:978-3-9502964-5-2
Partizipation und Empowerment zählen zu den “Zauberworten” entwicklungspolitischer Diskurse. Ohne die oftmalige Verwendung der beiden Begriffe in Strategiepapieren, Leitlinien oder Projektanträgen positioniert man sich unwillkürlich im Abseits der Entwicklungszusammenarbeit und dokumentiert damit nur all zu deutlich, dass die Grundprinzipen der neuen Aid-Architektur noch nicht ausreichend internalisiert sind, um eine Intervention der Entwicklungszusammenarbeit möglichst wirksam und nachhaltig zu gestalten.
Vor diesem entwicklungspolitisch harmonisierten mainstream-Hintergrund fasziniert die vorliegende Forschungsarbeit, die der permanent größer werdenden Kluft zwischen einer theoretischen Argumentationslogik und der in der Praxis möglichen Umsetzung von Partizipation und Empowerment am Beispiel eines konkreten Projektes der ländlichen Entwicklung in Nepal nachgeht. Da der Autor Dieter Rachbauer gemeinsam mit einem lokalen Team über einen Zeitraum von sechs Jahren für die Umsetzung dieses Projektes verantwortlich war, ist die Arbeit nicht das Ergebnis einer zeitlich begrenzten kritischen Analyse eines besserwissenden Forschers, sondern eine kritische Reflexion der eigenen Arbeit, die angereichert durch eine umfangreiche Aufarbeitung theoretischer Grundlagen einige selbstverständlich scheinende Prämissen in Frage stellt. Die aus der empirischen Analyse des Projektes gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur von großer praktischer Relevanz, sondern zeigen deutlich, dass die Legitimationsrhetorik im Kontext der Umsetzung von Entwicklungsprojekten und –programmen vielfach zu kurz greift. Versteht man Partizipation und Empowerment als alternative Entwicklungsstrategie, dann werden dadurch Räume geschaffen, „in denen lokal angepaßte Innovationen durch die Auseinandersetzung mit neuen Ideen und neuen Möglichkeiten entstehen können“. Dieses Veränderungspotential steht aber sehr oft im Widerspruch zu den tatsächlich erwünschten oder aber auch realpolitisch erreichbaren Wirkungen von Entwicklungszusammenarbeit.
ÖFSE-Forum 47
Saskia Koppenberg
Putting Migrants and Refugees on the Development Agenda:
A qualitative comparable cases research on the Global Forum on Migration and Development
and the UNHCR-led discussion on Targeting Development Assistance in the framework of Convention Plus
Wien:
Südwind 2010 - 124 Seiten
ISBN:978-3-9502964-7-1
Das Globale Forum über Migration und Entwicklung (GFMD) wurde 2007 als ein informeller und freiwilliger Dialog zwischen UN-Mitgliedsstaaten gegründet. Ziel ist der Austausch von Ideen und Strategien zum Umgang mit internationaler Migration auf der Ebene politischer EntscheidungsträgerInnen. In ihrer qualitativ-vergleichenden Inhaltsanalyse zeigt die Autorin Saskia Koppenberg, dass sich die Diskussionspapiere des GFMD vor allem auf zirkuläre und temporäre Arbeitsmigration konzentrieren und von einem ökonomisch geprägten Entwicklungsdenken ausgehen. Es wird ein modernisierungstheoretischer Ansatz verfolgt, der in Migration vor allem einen Kapitaltransfer in die globalen Zentren sieht.
Die zweite Fallstudie, der Dialog über Targeting Development Assistance des UNHCR konzentriert sich im Gegensatz dazu auf erzwungene Migration – Flüchtlinge, intern Vertriebene und RückkehrerInnen. Dieser Dialog ist durch ein alternatives Entwicklungsdenken charakterisiert, welches laut der Autorin der Diplomarbeit die menschliche Entwicklung der MigrantInnen sowie ihren Beitrag zur Entwicklung des Ortes, an dem sie sich – temporär – befinden, in den Vordergrund stellt.
In der Arbeit von Saskia Koppenberg wird ein sehr aktuelles Thema behandelt, das von zunehmendem wissenschaftlichen und politischen Interesse ist: der Nexus von Migration und Entwicklung. Die Autorin zeigt deutlich, dass Flüchtlinge und MigrantInnen in den Diskursen über Migration und Entwicklung meist nicht berücksichtigt werden. Durch die Konzentration auf bestimmte Formen von Migration und Entwicklung werden relevante Themen ausgeklammert. Die Autorin stellt hier zu Recht die Frage, welche Migration angesprochen wird und welche Konzepte und Theorien von Entwicklung dem „Sprechen“ über Migration zugrunde liegen.
Mit dieser Diplomarbeit werden die beiden Fallstudien GFMD und UNHCR sehr gut in die verschiedenen Migrations- und Entwicklungsansätze eingebettet. Die abschließende Reflexion der beiden Fallstudien ermöglicht eine empirisch und analytisch fundierte Kritik an der Entwicklungspolitik und deren Strategien.
ÖFSE-Forum 48
Siegfried Zottel
Externe Verschuldung und
menschliche Entwicklung
in Niedrigeinkommensländern
Erkenntnisse aus einer
Panelanalyse
Wien: Südwind 2011 - 90 Seiten
ISBN: 978-3-9502964-8-8
Der Zusammenhang zwischen externer Verschuldung und menschlicher Entwicklung
ist ein viel diskutiertes Thema in entwicklungspolitischen Kreisen. Dieses Thema ist
in letzter Zeit wieder besonders aktuell – einerseits aufgrund der Millenniumsziele,
bei denen Verringerung von Armut und Förderung von menschlicher Entwicklung im
Zentrum stehen, und andererseits aufgrund internationaler Entschuldungsinitiativen,
die seit Ende der 1990er-Jahre umgesetzt werden.
In der theoretischen und empirischen Literatur wird vorwiegend auf die negativen
Auswirkungen hoher Verschuldung auf Wirtschaftswachstum fokussiert. Im Kern
der Diskussion steht dabei, wie sich hohe Schuldenstände auf private Investitionen
sowie auf öffentliche Ausgaben auswirken. Vor allem die negativen Auswirkungen
von hoher Verschuldung auf Investitionen und Wirtschaftswachstum wird von vielen
Analysen empirisch bestätigt.
Wirtschaftswachstum ist ein wesentlicher Bestandteil von und ein Mittel zu menschlicher
Entwicklung, aber neben wirtschaftlichen Faktoren sind soziale, politische und
kulturelle Aspekte gleichermaßen relevant. Negative Auswirkungen einer hohen
Verschuldung auf Wirtschaftswachstum haben indirekt maßgeblichen Einfluss auf
menschliche Entwicklung. Aber darüber hinaus können hohe Schuldenstände und
Schuldendienstzahlungen auch direkte Effekte auf menschliche Entwicklung haben:
durch die Reduktion von öffentlichen Investitionen in Infrastruktur und öffentliche
Güter wie Gesundheit, Bildung, soziale Sicherheit und Armutsbekämpfung, und
durch das Fehlen öffentlicher Mittel für breitere entwicklungspolitische Strategien.
Auf diesen Erkenntnissen aufbauend fordern vor allem Nichtregierungsorganisationen
sowohl in Entwicklungsländern als auch in Industriestaaten seit Jahrzehnten
Entschuldung. Im letzten Jahrzehnt führten diese Bemühungen zu ersten Erfolgen,
einige weitreichende Entschuldungsinitiativen für Niedrigeinkommensländer wurden
umgesetzt. In diesem Kontext sind Analysen, die die Effekte von hoher Verschuldung
auf menschliche Entwicklung analysieren und empirische Evidenz über die wirtschaftlichen
und sozialen Auswirkungen von Entschuldungen liefern, äußerst relevant.
Siegfried Zottel hat mit seiner Diplomarbeit dieses Thema aufgegriffen. Nach einer
Diskussion des Begriffs menschlicher Entwicklung und der Definition von Indikatoren
wird ein Überblick über den theoretischen Zusammenhang und die Wirkungskanäle
zwischen hoher externer Verschuldung und Wirtschaftswachstum sowie menschlicher
Entwicklung gegeben. Der empirische Teil der Arbeit schätzt den Einfluss von
Schuldenindikatoren auf menschliche Entwicklung in 47 Niedrigeinkommensländern
mittels einer Panel-Analyse. Die Ergebnisse der Schätzung belegen einen negativen
Zusammenhang zwischen externer Verschuldung und menschlicher Entwicklung und
liefern damit einen Beleg für die Sinnhaftigkeit von Entschuldung als ein Mittel zur
Förderung von Entwicklung.
ÖFSE-Forum 49
Martina Bergthaller
Soziale Sicherheit zwischen Staat,
Familie und Selbstorganisation
Eine Untersuchung des
ecuadorianischen
Sozialgeldtransfers ‚Bono de Desarrollo Humano'
im Kontext von nichtstaatlichen
sozialen Sicherungsformen in
der Provinz Orellana
Wien: Südwind 2011 - 265 Seiten
ISBN: 978-3-9503182-0-3
Seit einigen Jahren ist das Thema soziale Sicherheit und Sozialpolitik in Zusammenhang
mit Armutsminderung wieder verstärkt auf der Agenda entwicklungspolitischer
Debatten. Erfahrungen zeigen, dass Sozialprogramme, die auf die Linderung der negativen
Effekte von Strukturanpassungsmaßnahmen für bestimmte (arme) Bevölkerungsgruppen
abzielen, nicht nachhaltig zu Armutsminderung beitragen. Um Armut
nachhaltig zu reduzieren ist vielmehr eine Kombination aus einer sozial ausgewogenen
Wirtschaftsentwicklung, die produktive Kapazitäten, Arbeitsplätze und allgemeinen
Wohlstand erhöht, mit begleitenden staatlichen Sozial- und Umverteilungspolitiken
nötig.
Aus den Erfahrungen von diesbezüglich erfolgreichen Ländern können Lektionen in
Hinblick auf die Umsetzung wirksamer Sozialpolitik gezogen werden: Im Gegensatz
zu Targeting-Ansätzen ist eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige Armutsminderung,
dass Sozialpolitik breitere ökonomische, soziale und politische Zielsetzungen
verfolgt. Ein Ansatz, der das Recht auf soziale Sicherheit für alle ins Zentrum
stellt, erhöht die gesellschaftliche Solidarität sowie den sozialen Zusammenhalt
verschiedener Gesellschaftsgruppen. Die Erfahrung europäischer Länder zeigt auch,
dass die Einführung von umfassenden Sozialpolitiken nicht von der Erreichung eines
bestimmten Einkommensniveaus abhängen muss, sondern dass die Reihenfolge
durchaus umgekehrt sein kann: dass die Einführung von Politiken, die soziale Sicherheit
erhöhen, Voraussetzung für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sein kann.
Die Herausforderung für Entwicklungsländer und entwicklungspolitische Akteure ist,
von erfolgreichen Beispielen heutiger Industrie- und Schwellenländer zu lernen, ohne
dabei den Fehler zu begehen, die Ansätze ohne die Berücksichtigung der lokalen
Kontexte zu übertragen.
Eine differenzierte Beobachtung und Analyse von vorhandenen formellen und informellen
Systemen sozialer Sicherheit sowie von kulturellen, politischen und sozialen
Voraussetzungen für deren Weiterentwicklung ist somit konstitutiv für die Implementierung
einer adäquaten Sozialpolitik die zu einer nachhaltigen Armutsminderung
beiträgt. Die vorliegende Arbeit von Martina Bergthaller leistet genau diesen Beitrag,
indem sie anhand der Provinz Orellana in Ecuador zeigt, wie Sozialprogramme aufgrund
fehlender Abstimmung auf lokale Gegebenheiten an ihre Grenzen stoßen,
und wie staatliche und informelle Formen sozialer Sicherheit zusammenspielen. Aufbauend
auf dieser Analyse lassen sich Verbesserungsvorschläge und Lektionen für
Ecuador und andere Länder ableiten.
ÖFSE-Forum 50
Agnes Gössinger, Aljoscha Gütermann,
Katharina Hammler und Nikolaus Schaefer
Bilaterale Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen
in Europa
Eine vergleichende
Untersuchung von DEG,
FMO und CDC
Hrsg:
Univ. Prof. Dr. Ulrich Brand,
Dr. Werner Raza
Wien:
Südwind 2011 - 328 S
ISBN: 978-3-9502964-9-5
Über bilaterale Entwicklungsbanken ist einer breiteren Öffentlichkeit in der Regel wenig bekannt. Dies gilt wohl für alle Länder, in denen es solche Finanzinstitute gibt. Besonders galt es aber 2008 für Österreich, als die Bundesregierung die Gesetzesinitiative zur Gründung der Oesterreichischen Entwicklungsbank (OeEB) präsentierte. Welche spezifischen Funktionen bilaterale Entwicklungsfinanzierungsinstitute im Gesamtensemble der Entwicklungsfinanzierung erfüllen, welche Aktivitäten sie typischerweise durchführen, welche Organisationsformen, Rechenschafts- und Transparenzpflichten sie aufweisen, sind Fragen, über welche es auch in der wissenschaftlichen Literatur große Wissenslücken gibt. Einen Beitrag zu leisten, um diese Wissenslücken zu füllen, war Ziel eines Forschungsprojekts. Die Erkenntnisse aus der vergleichenden Untersuchung zur Tätigkeit von Entwicklungsbanken in Europa sollten zudem für die österreichische Entwicklungspolitik fruchtbar gemacht werden.
ÖFSE-Forum 51
Daniel Lüftenegger
Peace- und Statebuilding im Südsudan:
Die Implementierung des Comprehensive Peace Agreements
Wien:
Südwind 2011 - 215 S
ISBN: 978-3-9503182-3-4
Peace- und Statebuilding im Südsudan ist nicht nur aufgrund der am 9. Juli 2011 erfolgten Unabhängigkeitserklärung der Republik Südsudan vom Sudan ein in hohem Ausmaß aktuelles Thema, es ist vor allem auch ein wichtiger Beitrag zur Analyse von externen Interventionen in fragilen Situationen. Der Umgang mit so genannten "Fragilen Staaten" wurde für die Akteure der internationalen Entwicklungszusammenarbeit nicht zuletzt aufgrund der für Kooperationen impliziten Prämisse von "Good Governance" ein virulentes Problem, das zu einem breiten internationalen Diskurs im Kontext von "Sicherheit und Entwicklung" führte.
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert daher – ausgehend von einem breiten theoretischen Fundament, das eine historische Einführung in das Verständnis der Problemlagen im Südsudan, Merkmale fragiler Staatlichkeit in Bezug auf allgemein akzeptierte Kriterien wie governance, lokale Eigenverantwortung und Rechenschaftspflicht, Kapazität, politischer Einigungsprozess in hybriden Gesellschaftsordnungen und Rollenwandel des Staates sowie einer funktionellen Zusammenschau von Peacebuilding und Statebuilding-Ansätzen anbietet – die Inhalte, Handlungsweisen und Probleme externen Engagements im Südsudan.
Die Auseinandersetzung mit aktuellen Peace- und Statebuilding-Herausforderungen im Südsudan auf Basis der relevanten Literatur, von zahlreichen internationalen Dokumenten sowie von vielen Primärquellen gelingt dem Autor in überzeugender Weise. Die sorgsame und umfangreiche Recherche von aktuellen Informationen und Daten sowie der sensible Umgang mit den Informationen zur Architektur des Friedensprozesses und seinen Verhandlungsetappen machen die Arbeit auch zu einer Dokumentation der Schaffung eines souveränen Staates.
Der Autor sieht im Comprehensive Peace Agreement (CPA) den Grundstein für die De-jure-Staatlichkeit des souveränen Südsudans und analysiert die Implementierung des CPA. Die angespannte Beziehung zu Khartum schränkt die Souveränität des neuen Staats allerdings ein und erfordert weitere Friedenskonsolidierungsprozesse. Die Herstellung menschlicher Sicherheit bleibt daher im Südsudan oberste Priorität. Weiters besteht ein hoher Bedarf an externer, humanitärer Unterstützung um die Souveränität des Staates abzusichern.
Die Arbeit stellt einen aktuellen Beitrag zum Diskurs vom Umgang mit "fragilen Staaten" am Beispiel des Südsudans dar und rückt damit sicherheitspolitische Grundlagen in den Vordergrund, die bei der Diskussion über die Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit vielfach als gegeben vorausgesetzt werden.
ÖFSE-Forum 52
Valentin Seidler
Colonial Legacy and Institutional Development
The Cases of Botswana and Nigeria
Wien:
Südwind 2011
ISBN: 978-3-9503182-4-1
The institutional configuration of a country has been widely accepted to be critical for sustainability of its economic development. Valentin Seidler gives a sophisticated overview of what we know about formality (laws, policy) and informality (cultural norms, traditions) of institutions, particularly from Economic History and New Institutional Economics (NIE) viewpoint and ties together existing theories and knowledge to a model of institutional legitimacy of post-colonial states. He relates the model at two country cases, Nigeria and Botswana, which both became British colonies in the 19th century and independent during the 1960ies. Observations about the institutional environment in both regions before colonialization are the fundament of his analysis and interpretations. He looks at how the initial conditions reacted to externally imposed institutions which were brought in by the British colonializers. The major argument of his thesis is that European institutions influenced the shape of indigenous institutions. He calls this "clashes" and argues that "variations" in their outcomes "account for disparities in institutional quality and economic performance in former British colonies today." Finally the model aims to explain the influence of colonial legacies on economic development in Nigeria and Botswana today. This path dependent view provides valuable insights for both cases. An understanding of institutional changes in colonial times and their persistence during post-colonial times provide an important contribution to the explanation of institutional quality and political and economic constraints of post-Colonial African countries today.
Valentin Seidler carried out two persuasive in-depth studies which contribute to the discussion of convergence/divergence in African economic performance. Hopefully his work on the colonial legacies of Nigeria and Botswana motivates for further in-depth research which would be necessary to overhaul the arguments Valentin Seidler made in his thesis.
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