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Ityop´iya Federalawi Demokrasiyawi Ripeblik – ETH

(Demokratische Bundesrepublik Äthiopien)

Slezak, Gabriele;
Jänner 2006
6. überarbeitete Auflage



Quelle: Munzinger-Archiv Online

 

Inhalt
ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK  
ENTWICKLUNGSGRUNDLAGEN UND -PERsPEKTIVEN
BILATERALE BEZIEHUNGEN ZU ÖSTERREICH
ANHANG
VERWENDETE UND WEITERFÜHRENDE LITERATUR


 

ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK 

Aufgrund der natürlichen Vorraussetzungen weist Äthiopien eine einzigartige Vielfalt an landschaftlichen Formen auf: tropisches Tiefland, gemäßigte Mittellagen zwischen 1.000 und 2.500 m, kühle Weideflächen im Hochgebirge (Ras Dashen mit 4620 m), extrem aride Steppenlandschaften im Osten und Salzseen im NO. Es zählt zu den sieben Regionen der Welt mit der größten Bio-Diversität. Fast 65 % der Landfläche sind landwirtschaftlich nutzbar, allerdings liegen weite Gebiete brach, andere sind dafür zu dicht besiedelt. Auch zeigt die Rodung ausgedehnter Waldgebiete gravierende Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht des Landes. Die Bodenschätze an Platin, Nickel und Pottasche sind bescheiden, nur Gold wird in nennenswertem Umfang gefördert.

Die über 2000 Jahre alte Geschichte und Kultur Äthiopiens ist ab dem 4. Jhd. christlich geprägt. Städte wie Axum, Lalibela und Gondar waren nacheinander Herrschaftszentren. Ab dem 13. Jhd. bildeten sich die Feudalstrukturen des äthiopischen Kaiserreiches heraus. Die Kaiser des 19. Jhd. betrieben eine Re-Zentralisierung, unter Menelik II (1889-1913) wurden die Südprovinzen (Ogaden) erobert. Die Selbständigkeit konnte gegenüber Italien erhalten werden, als Eritrea 1890 italienische Kolonie wurde. Während des zweiten Weltkrieges wurde Äthiopien kurzzeitig von Italien besetzt (1935/36-1941). Eritrea wurde 1952 auf Beschluss der UNO föderiert, jedoch 1962 von Äthiopien annektiert, was gleichzeitig den Anfangspunkt des Kampfes für dessen Unabhängigkeit markierte und in einem bis heute andauernden Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea resultierte. Der letzte Kaiser, Haile Selassie, (1930-1974) entwickelte ansatzweise einen – allerdings mit starker imperialer Zentralgewalt und Amharisierung versehenen – modernen Staat.

Nach der Hungersnot 1973/74 bereitete 1974 ein Militärputsch dem jahrhundertealten aristokratischen Feudalsystem ein Ende. Der provisorische Militärrat DERG verfolgte das Konzept eines äthiopischen Sozialismus und leitete grundlegende gesellschaftliche Umwälzungen ein, wie die Verstaatlichung des Bodens, der Industrien und Banken, die Reform des Arbeitsrechts und Alphabetisierungskampagnen. Das ungelöste Nationalitätenproblem führte 1991 zu einem mehrjährigen Bürgerkrieg der mit der Machtübernahme der Äthiopischen Volksrevolutionären Demokratischen Front (EPRDF) endete.

Ausgehend von einer Nationalkonferenz wurde 1994/95 eine neue Verfassung erarbeitet, die aus Äthiopien eine parlamentarische Bundesrepublik mit weitreichender Selbständigkeit der Regionen machte. Nach den Wahlen im Mai 2005 erklärten sich Zenawi und seine Regierungspartei EPRDF erneut zum Sieger. Opposition und internationale Wahlbeobachter sprechen jedoch von massiver Manipulation. Weiters fanden Wahlen zur Nationalversammlung und zu den Regionalparlamenten statt, aus denen die EPRDF erneut als Sieger hervorging; jedoch hatten wichtige oppositionelle Gruppen die Wahlen boykottiert. Immerhin konnte die Opposition Stimmenzuwächse erzielen und vervielfachte ihre Parlamentssitze von bisher 13 auf 174.

Heute zählt Äthiopien zu den ärmsten Entwicklungsländern: ständig wiederkehrende Hungersnöte, ein feudalistisches Regime sowie die Bürgerkriegsbedingungen ließen die Armut der Bevölkerung dramatische Ausmaße annehmen. Der mit Ende des sozialistischen Regimes eingeleitete politische und wirtschaftliche Transformationsprozess hatte das Land z.T. gesellschaftlich befriedet und wirtschaftlich vorangebracht, war aber in wichtigen Bereichen unvollständig und widersprüchlich geblieben und durch kriegerische Auseinandersetzung bedroht worden.


ENTWICKLUNGSGRUNDLAGEN UND -PERsPEKTIVEN

BASISDATEN

Fläche: 1.127 Mio. km 2 (Munzinger Archiv)

Bevölkerung:
2003: 68,6 Mio. (IBRD, 2004);2002: 69 Mio.(UNDP,2004);2004:70,4 Mio. (EIU 2005)

Bevölkerungswachstum: 1975-2003: 2,8 % (UNDP, 2005); 1997-2003: 2,3 % (IBRD, 2004)

Bevölkerungsdichte: 2003: 61/km 2 (regional sehr unterschiedlich)

Verstädterung: 2002:15,7%;1975:9,5% (UNDP, 2005)

Öffentliche Ausgaben für Bildung:
2000-2002: 4,6 % des BSP; 13,8 % des Budgets (UNDP 2005)

Alphabetisierungsrate:
2003: 59 % (IBRD, Eth. at a glance, 10/2004); 2003: 41,5 % Frauem: 33,8%, Männer 49,2% (UNDP, 2005)

Einschulungsrate:
2003: Grundschule: 62 %, (IBRD, Eth. at a glance 2004)
2002/03: Grundschule: 51 %, (w: 30 %); Sekundarschule: 18 % (UNDP 2005)

Öffentliche Ausgaben für das Gesundheitswesen: 2002: 2,6 % des BSP (UNDP, 2005)

Lebenserwartung:
2003: 42 Jahre (IBRD, Eth. at a glance 10/2004); 2002: 45,5 Jahre)
2000-05: 47,6 Jahre (UNDP 2005)

Gesundheitsversorgung:
1990-2002: 3 Ärzte pro 100.000 Einw. (UNDP 2005)
Zugang zu wesentlichen Medikamenten 1999: 50-79 % (UNDP, 2005)

Ernährung: 1995-2003: 47% der Kinder unter 5 Jahren sind unterernährt (UNDP, 2005)

Zugang zu sauberem Wasser:
2002: 22 %; (in den Städten 90 %, auf dem Land 20 %) (UNDP, 2005)

Human Development Index (HDI):
2003: Rang 170 von 177, mit einem Index v. 0,367 (max. 1,0) (UNDP, 2005)

Gender Related Development Index (GDI):
2002: Rang 134 von 140 mit einem Index v. 0,355 (max. 1) (UNDP, 2005)

Bevölkerung unter der Armutsgrenze-Human Poverty Index (HPI-1):
Rang 99 von 103, mit einem Wert v. 55,3 % (UNDP, 2005)

Gini-Index: 1999: 30 % (UNDP, 2005)

BSP/Kopf:
2003: 90 US$, PPP: 710 US$ (IBRD, 2004); GDP per capita (PPP US$)
2003: 711 US$ (UNDP, 2005)

Durchschnittliches Wachstum des BSP: 2003: -3,9 % (IBRD, 2004); 2004: 11,6 (EIU, 2005)

Inflation: 2004: - 7,5 % (EIU 2005)

Verschuldung: 2004 : 6.000 Mio. US$,; (EIU, 2005)

Schuldendienst: 2004: 8,0% der Exporte von Gütern und Dienstleistungen (EIU, 2005)


Quellen:
IBRD, World Development Report 2004, Washington, 2004
IBRD, Ethiopia at a glance, 10/2004
UNDP, Human Development Report 2005, New York, 2005
Munzinger-Archiv/IH-Länder aktuell, 2005
Economic Intelligence Unit (EIU): Country Profile Ethiopia 2005

World Bank Africa Database (WBAD) 2003
Africa South of the Sahara (ASS) 2004, London 2005

Überblick zu Entwicklungsgrundlagen und -perspektiven

Obwohl Äthiopien heute mit rund 100 US$ Pro-Kopf-Einkommen zu den ärmsten Ländern der Welt zählt - 45 % der Bevölkerung leben unter der nationalen Armutsgrenze- hätte es aufgrund der natürlichen Voraussetzungen gute Bedingungen für eine diversifizierte Entwicklung. Die Verwirklichung einer modernen Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur leidet jedoch an den strukturellen Brüchen einer Jahrhunderte langen Feudalherrschaft und dem gescheiterten sozialistischen Experiment der 70er und 80er Jahre. Der UNDP-Index der menschlichen Entwicklung liegt bei 0,359. Äthiopien liegt damit auf dem 170. von 177 Plätzen.

Die zahlreichen Bürgerkriege im Land und in den Nachbarländern führten und führen zu hunderttausenden von Flüchtlingen, die Lebenserwartung ist äußerst niedrig das Bevölkerungswachstum beträgt gleich bleibend über 2%.

Im Bildungsbereich sind die geringe Alphabetisierungsrate und die niederen Einschulungsquoten die Hauptprobleme. Letztere beträgt trotz Schulpflicht und kostenloser Grundschule unter 70 % (bei Mädchen nur 41 %). Durch den Bau hunderter Grundschulen und die Schulung tausender Lehrer soll bis 2015 jedes schulpflichtige Kind eingeschult sein. Die Berufs- und technische Ausbildung auf mittlerem und höherem Niveau wird besonders gefördert.

Die Anforderungen an das öffentliche Gesundheitswesen im Land sind ebenfalls hoch: durch den Ausbau primärer Einrichtungen für eine adäquate Erstversorgung und Massenimpfungen soll eine Reduzierung der Säuglingssterblichkeit, der Ausbreitung von Epidemien, Malaria und Tuberkulose, sowie eine Reduktion der verbreiteten Beschneidung von Mädchen und Frauen (derzeit geschätzt 85 %) gewährleistet werden. Die AIDS-Rate in Äthiopien ist die dritthöchste in Afrika und eine der höchsten weltweit. Von der Regierung wurde diesbezüglich ein strategischer Fünfjahresplan entworfen, der von der Weltbank finanziert wurde.

Äthiopien verzeichnet vorwiegend durch den großen Bedarf an Feuerholz, eine rasante Verringerung der Waldbestände, die heute nach einigen Angaben nur mehr 2,7 % der Fläche betragen. Zur Bekämpfung der Bodenerosion, von der rund ein Drittel der kultivierbaren Fläche betroffen ist, erarbeitete das Ministerium für Natürliche Ressourcen und Umweltschutz eine nationale Strategie für die Verwendung und Entwicklung natürlicher Ressourcen inklusive eines „Ethiopian Forest Action Plans“. Die Bedrohung durch Millionen Minen in den ehemaligen Kriegsgebieten zählt ebenfalls zu den ökologischen Herausforderungen.

Das wirtschaftliche Rückgrat Äthiopiens ist die Landwirtschaft, die nach wie vor mehr als drei Viertel der Erwerbstätigen beschäftigt und knapp über die Hälfte zum BIP beisteuert. Der größte Teil der Landwirtschaft wird als Subsistenzlandwirtschaft betrieben - Kaffee, Leder/Häute, Hülsen- und Ölfrüchte stellen ca. 80 % des Exports. Aufgrund ständiger Nahrungsmittelknappheit und wiederholter Hungersnöte muss Äthiopien große Mengen an Getreide einführen. Eine gesicherte landwirtschaftliche Produktion wird derzeit strukturell durch eine mangelnde Bodenreform, den geringen Grad der Bewässerung trotz vorhandener Flüsse und Seen und die Abhängigkeit von über 11 Mio. Kaffeebauern von den Preisschwankungen des Weltmarkts verhindert. Auch der Anbau der Droge Khat, der in jüngster Zeit für viele äthiopische Bauern eine viel versprechende Alternative zum Kaffeeanbau darstellt, zeigt massive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft.

Der ökonomische und soziale Reformprozess seit 1991 vollzog sich im Rahmen von Strukturanpassungsprogrammen (SAP und ESAF) der Weltbank und des IMF. Doch wegen Krieg, Dürre und wirtschaftlicher Turbulenzen kam es zeitweise zu Behinderungen dieses Prozesses.

Die Regierung von Äthiopien strebt mit ihrem aktuellen „Fünfjahresplan der EPRDF für Entwicklung, Frieden und Demokratie“ eine Lösung der Schlüsselprobleme Armut, Ernährungssicherung, Wasserversorgung und Bewässerung, Gesundheit und Bildung, Bodenerosion und Bodenreform, Infrastruktur, Verschuldung, schwacher Privatsektor und niedrige Exporte. Die Entwicklungsstrategie geht einerseits nach innen, zu einer möglichst produktiven Nutzung der heimischen Ressourcen (Agricultural-Development-Led Industrialization – ADLI, eine durch landwirtschaftliche Entwicklung geförderte Industrialisierung), andererseits nach außen durch Steigerung und Diversifizierung der Exporte. Die Wirtschaft soll liberalisiert und die Verwaltung dezentralisiert werden. Zugleich wird das international gewünschte Programm zur Reduzierung der Armut (PRSP) umgesetzt. Äthiopien startete im Jahr 2000 in den PRS-Prozess und legte 2002 das „Sustainable Development for Poverty Reduction Program“ (SDPRP) vor. Im Dezember 2003 veröffentliche die Regierung einen ersten Bericht über Fortschritte bei der PRS-Implementierung. Die zivilgesellschaftliche Beteiligung bei der Erstellung der PRS sowie der bisherigen Umsetzung und des Monitorings ist schwach. Der PRSP-Prozess in Äthiopien ist sehr deutlich in der Hand der Regierung. Fachliche Verantwortung hat das Ministry of Finance and Economic Development (MOFED).

Der IWF und die IDA sind im Wesentlichen mit der Umsetzung der PRSP zufrieden. Die Kernpunkte dieser Strategie sind die Förderung des landwirtschaftlichen Sektors und die Verbesserung des Investitionsklimas. In Anlehnung an die Millennium Development Goals (MDG) sieht sie eine Reduzierung der Einkommensarmut von 44% 1999/00 auf 40% 2004/05 vor.

2001 hatte Äthiopien fast dreimal so viele Auslandsschulden wie Exporteinnahmen und wurde auf Grund dessen in das Programm zur Entschuldung der ärmsten Länder von Weltbank und IWF aufgenommen, die HIPC II Initiative. Es bekam einen Schuldenerlass in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar zugestanden, dies entspricht 47% seiner Auslandsschulden bei öffentlichen Gebern. Bis zum Jahr 2021 soll die Regierung dadurch durchschnittlich 96 Millionen US-Dollar pro Jahr einsparen. Im April 2004 erreichte Äthiopien den HIPC completion point (Übersetzung des deutschen Finanzministeriums: "Vollendungspunkt"), wodurch dem Land der vollständige HIPC-Erlass zugesprochen werden konnte. Allerdings zeigte sich bei dieser Gelegenheit, dass sich der Schuldenstand vor allem durch die Neuverschuldung auf 246% erhöht hat. Begründet wurde dies mit einer Dürreperiode und dem Verfall des Weltmarktpreises für Rohkaffee.

 

Internationale Entwicklungszusammenarbeit    

BASISDATEN
ODA - Official Development Assistance: 2003: 1.504 Mio. US$; 19 US$/Kopf (OECD, 2005)

Hauptgeber 2003: USA, IDA, EU, Großbritannien, Niederlande, Japan, Italien, Deutschland

Anteil Österreichs 2003: 7,6 Mio. US$; das sind 0,5% der ODA an Äthiopien
 

Die Schlüsselprobleme der Entwicklung Äthiopiens sind: Armut, Ernährungssicherung, Wasserversorgung, Gesundheit und Bildung, Bodenerosion, Infrastruktur, Verschuldung, ein gering ausgebauter Privatsektor sowie niedrige Einnahmen durch Exporte. Die Entwicklungsstrategie des Landes geht einerseits nach innen, zu einer möglichst produktiven Nutzung der heimischen Ressourcen, andererseits nach außen zu einer Steigerung und Diversifizierung der Exporte, was durch Liberalisierung der Wirtschaft und Dezentralisierung der Verwaltung erreicht werden soll.

Beschränkte sich die internationale Entwicklungszusammenarbeit aufgrund der politischen Lage zwischen 1974 und 1984 vor allem auf Nahrungsmittelnothilfe, so wird seit dem Regimewechsel Anfang der 90er Jahre die Durchführung des Programms zur Reduzierung der Armut (PRSP) mit über einer Mrd. US$ jährlich intensiv unterstützt. Die Hauptgeber der letzten Jahre waren bilateral die USA, Japan, Großbritannien, Italien, Deutschland, Niederlande und Norwegen. Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit konzentrierte sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf umfassende sektorale Entwicklungsprogramme, die von der Regierung für die Sektoren Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit initiiert wurden.

Das Ministerium für „Economic Development and Cooperation“ (MEDaC) in Äthiopien hat für die wirtschaftliche Planung und Koordination der bilateralen und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit die Gesamtverantwortung. Auf der Geberseite wird versucht einen kontinuierlichen Informationsaustausch untereinander in Form von Arbeitsgruppen auf Botschafts- und Koordinationsbüroebene zu gewährleisten. Die Umsetzung dieser Koordination findet in den oben erwähnten sektoralen Entwicklungsprogrammen mit gemeinsamer Planung, Finanzierung und Implementierung statt. Die Regierung legt großen Wert darauf, dass die Aktivitäten der NROs mit den Entwicklungsprioritäten der Zentralregierung und Regionalverwaltungen sowie den Bedürfnissen der Bevölkerung übereinstimmen. Eine „Development Assistance Group“ bestehend aus den meisten der in Äthiopien zahlreich vertretenen internationalen Geberorganisationen trifft sich monatlich unter dem Vorsitz von Weltbank und UNDP. Die rund 40 Mitglieder waren bereits in den Prozess der Strategieerstellung integriert. 2001 wurde eine eigene Arbeitsgruppe zu PRS unter der Leitung von UNDP eingerichtet.

Nach dem Zusammenbruch des Mengistu-Regimes 1991 haben die USA zuerst die Restriktionen für Hilfeleistungen aufgehoben und sich seither stark in der Entwicklungskooperation engagiert; sie bestreiten bis zu einem Drittel der bilateralen ODA. Die Schwerpunkte US-amerikanischer Entwicklungszusammenarbeit liegen in den Bereichen der Nahrungsmittelhilfe, Gesundheit, Erziehung, Demokratieentwicklung und Verbesserung der Menschenrechte. Die Aktivitäten werden in Zusammenarbeit mit anderen Geberländern und NGO’S durchgeführt. Im Jahr 2003 kam es aufgrund der erhöhten Beiträge für Lebensmittelhilfe 2002/03 zu einer Verdreifachung der ODA-Leistungen.

Die japanischen Aktivitäten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit liegen vorwiegend in den Bereichen Armutsbekämpfung, Förderung der Entwicklung humaner Ressourcen und Demokratisierung.

Die Niederlande unterstützen derzeit Äthiopien als ein Schwerpunktland ihrer bilateralen Hilfsmaßnahmen in den Sektoren Gesundheitswesen (AIDS), Bildung und Ländliche Entwicklung/Nahrungsmittelsicherheit.

Großbritannien unterstützt Äthiopien im Kampf gegen die Armut (PRSP).Die Schwerpunkte sind Nahrungsmittelsicherung, Bildung, Gesundheitswesen (HIV und AIDS), der Kapazitätsausbau für öffentliche Sektoren und zivile Gesellschaft. Es ist geplant für 2004/2005 das Budget für dieses Programm von 53 Mio. US$ auf ca. 72 Mio. US$ anzuheben, ab 2005/2006 ist eine neuerliche Erhöhung auf 123,6 Mio. US$ vorgesehen.. Die Aktivitäten werden in Zusammenarbeit mit multilateralen, NGOs und regionalen Regierungen durchgeführt.

Im Jahr 2002 legte die deutsche Regierung 65 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien während der nächsten drei Jahre fest. Somit zählt Deutschland zu den wichtigsten Geberländern Äthiopiens. Die Aktivitäten konzentrierten sich auf die Bereiche Kapazitätsaufbau im Regierungs- und Verwaltungssystem, Berufsbildung und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen für Nahrungsmittelsicherung, die 2001 zwischen den Regierungen vereinbart wurden.

Die Zusammenarbeit zwischen Äthiopien und Italien bewegte sich lange Zeit um den Konflikt mit Eritrea und war vom Volumen her von Jahr zu Jahr unregelmäßig; Italien engagierte sich stark in seiner Vermittlerrolle und war nicht unwesentlich am Entwurf des Waffenstillstandsabkommen von 2000 in Algier beteiligt. Für die Zukunft ist verstärkte Kooperation in den Bereichen wirtschaftliche Beziehungen, Armutsbekämpfung, Schaffung von Frieden, Stabilität und kollektiver Sicherheit sowie Konsolidierung von Institutionen und des Rechtssystems geplant.

Seit 1995 ist Äthiopien auch Schwerpunktland der norwegischen Entwicklungspolitik. Die Stärkung von Demokratie und Menschenrechten im Land war von Beginn an Kernbestandteil der Kooperation. Seit 2000 gibt es einen Fokus auf Bereiche der sozialen, wirtschaftlichen und demokratiepolitischen Entwicklung sowie auf Umwelt- und Ressourcenmanagement und Gender. Andere Unterstützungsbereiche sind Nahrungsmittelsicherung und HIV/AIDS.

Auf mutilateraler Ebene ist die Weltbanktochter IDA der wichtigste Geber. Äthiopien war lange Zeit das von der Weltbank am stärksten geförderte Land Afrikas, bevor 1999 die Hilfe aufgrund des Eritreakonflikts kurzfristig total eingestellt wurde. Gegenwärtig unterstützt IDA insgesamt 31 Projekte in Äthiopien, mit einer Summe von 2,25 Mrd. US$ in den Bereichen: Kapazitätsaufbau im Regierungs- und Verwaltungssystem, Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, die Entwicklung des privaten Sektors, Gesundheitswesen und HIV/AIDS, sowie Infrastruktur und Erziehung.

Die Weltbank stellte 2003 eine neue CAS (Country Assistance Strategy) zusammen, die als Ergänzung zu dem 2002 verfassten PRSP vorgesehen ist.

Den Rahmen der Kooperation Äthiopiens mit der EU bildet das langfristige Ziel, die Armut zu bekämpfen. Die Hilfe wurde während des Krieges mit Eritrea z.T. eingefroren (v.a. Budgethilfen). Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Nahrungsmittelsoforthilfe. Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die Schwerpunktsektoren Transport, makroökonomische Unterstützung und Kapazitätsausbau für die wirtschaftliche Verbesserung, sowie Demokratisierung und Förderung der zivilen Gesellschaft.

Die in Äthiopien präsenten EU-Mitgliedstaaten kooperieren vor Ort intensiv.

Das Country Strategy Paper and Indicative Programme 2002-07 beinhaltet die wesentlichen Schwerpunkte der Zusammenarbeit.

Auch diverse Abteilungen der Vereinten Nationen sind in Äthiopien aktiv; gefördert werden hier in erster Linie die Sektoren Bildungs- und Gesundheitswesen (z.B. eine große Impfkampagne gegen Polio der WHO), Landwirtschaft und Wasserversorgung .

Eine Sammlung von Links, die genauere Beschreibungen von Landesprogrammen der einzelnen Hauptgeber sowie weiterführende Informationen zur Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien bieten, sind auf eza.at abrufbar.
Eine Auswahl landesspezifischer Volltextdokumente finden Sie auf  eza.at.


 

Tabelle 1:
Gesamte empfangene Official Development Assistance (ODA)


 

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

erh. ODA ges.
(in Mio US $ netto)

882,7

817,8

578,5

660,4

643,3

693,0

1115,7

1306,7

1504,4

pro Kopf (in US $) ca.

16

14

10

11

10

11

16

19,4

21,9

in % des BSP

17,0

13,7

9,0

10,2

10,0

17,0

13,7

21,7

22,8

davon ODA Österreichs
(in Mio US $)

2,6

2,2

2,5

3,2

4,9

3,8

7,0

4,3

7,6

in % der ges. ODA

0,3

0,3

0,4

0,5

0,8

0,5

0,6

0,3

0,5


Quelle: OECD: Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen




Tabelle 2:

Gesamte empfangene ODA
Anteil Bilateral/Multilateral und Zuschüsse/Kredite (in Mio. US$)

 

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

GESAMT-ODA

882,7

817,8

578,5

660,4

643,3

693,0

1115,7

1306,7

1504,4

bilaterale ODA in %

60

55

66

57

53

57

37

37

69

multilaterale ODA in %

40

45

34

43

47

45

63

63

31

grants in % der ODA

72

72

88

83

72

80

51

54

89

loans in % der ODA

28

28

12

17

28

20

49

46

11


Quelle: OECD: Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen


Grafik:
Äthiopien: Hauptgeberländer (ODA-gesamt in Mio. US$)


Summe bilateral*
2001
403,6
2002
525,2
2003
1064,0

*inkl. arab. und andere Länder

Quelle: OECD, Geographical Distribution, 2005



Grafik:
Äthiopien: Hauptgeberinstitutionen (ODA in Mio. US$)

Summe multilateral*
2001
720,8
2002
783,6
2003
439,7
Quelle: OECD, Geographical Distribution, 2005

 


Grafik:
Bilateral ODA Commitments 2003: (By purpose in  %)

TOTAL (in Mio. US $ = 100 %)

1.026,1


Quelle: OECD, Geographical Distribution, 2005; % eigene Berechnung


BILATERALE BEZIEHUNGEN ÖSTERREICH-Äthiopien

Überblick

Auf diplomatischer Ebene begannen die Beziehungen Österreichs zu Äthiopien schon Mitte des 19. Jhd, als nach 1870 der äthiopische Kaiser um Hilfe gegen das Vorrücken Ägyptens ersuchte. In weiterer Folge wurde zwischen den beiden Kaiserreichen ein erster bilateraler Vertrag abgeschlossen und infolgedessen 1912 das erste österreichische Konsulat in Addis Abeba eingerichtet. Der nach dem ersten Weltkrieg neu abgeschlossene Freundschafts- und Handelsvertrag bildete die Grundlage für diverse heute noch gültige wirtschaftliche und diplomatische Abkommen. Seit 1964 besteht die österreichische Botschaft in Addis Abeba. Intensivere Beziehungen auf Ministerebene begannen dann mit dem offiziellen bilateralen Besuch des äthiopischen Außenministers Minister Seyoum Mesfin in Österreich 1996, was den Anstoß für mehrere Besuche äthiopischer Minister bei internationalen Organisationen in Österreich gab. Den jüngsten offiziellen Besuch gab es vom äthiopischen Handels- und Industrieminister, Ato Girma Birru, im Jahr 2005Nach der Unterstützung der UN-Mission UNMEE durch österreichische Militärbeobachter bis 2002 werden nun die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch Seminare zu diplomatischem Recht, die Österreich für das äthiopische Außenministerium organisierte, intensiviert .

Nachdem Äthiopien schon seit 1993 zu den Schwerpunktländern der OEZA und seit Mitte der 90er Jahre zu den Focus-Staaten im Rahmen des Konzepts „Afrika 2000“ zählt, wurde 1996 ein EZA-Koordinationsbüro an der österreichischen Botschaft in Addis Abeba eingerichtet. Mit dem OEZA-Rahmenabkommen von 1996 wurde die formale Ebene geschaffen, um die bilateralen Kontakte auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit, Kultur und Wissenschaft durch gegenseitige Besuche hochrangiger Politiker kontinuierlich zu intensivieren. Insbesondere die Bereiche Wissenschaftskooperation, Stipendienprogramme und Künstlerförderung konnten dadurch stärker berücksichtigt werden. So veranstaltete z.B. 2000 die Österreichische Botschaft in Addis Abeba gemeinsam mit dem äthiopischen Außenministerium ein Völkerrechtsseminar über Privilegien und Immunitäten. Auf kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet unterhält Österreich schon seit der Ära der Österreichisch-Ungarischen Monarchie enge Beziehungen zu Äthiopien (Ärzte, Techniker, Lehrer, Musiker und Künstler). Die Stiftung „Pro Oriente“ pflegt seit 1964 intensive Kontakte zur äthiopischen Kirche.

Neben der Förderung von Kulturprojekten und kurzfristigen kulturellen Kooperationen sowie der Gründung der „Österreichisch-Äthiopische Freundschaftsgesellschaft“ - der im Rahmen der bilateralen Kulturvermittlung eine wichtige Rolle zukommt - besteht im Wissenschaftsbereich seit 1997 eine intensive paläo-anthropologische Kooperation. Unter Anthropologen zählt das so genannte Afar-Dreieck Äthiopiens auf Grund der Geologie des Großen Grabenbruches zu den interessantesten Grabungsstätten weltweit. Aufgrund dieser Zusammenarbeit erhält das Institut für Anthropologie der Universität Wien unter Leitung von Univ-Prof. Dr. Horst Seidler, seit über 10 Jahren befristete Grabungslizenzen für die Gadamaitu/Galila-Region. Im Februar 2005 wurden von einem internationalen Forschungsteam in Galili in einer 4 Mio. Jahre alten Schicht Fossilien gefunden. Als weiteres Resultat der Zusammenarbeit mit der Universität Wien wurde an der Universität Mekele/Tigray ein „Institute of Human Origin“ gegründet und im Februar 2002 ein internationales Symposium über Anthropologie am National Museum in Addis Abeba organisiert. Anfang 2005 unterzeichneten Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und der äthiopische Vizeminister für Bildung Wondossen Kiflu ein "Memorandum of Understanding".

 

Entwicklungszusammenarbeit

Basisdaten


Schwerpunktland
der OEZA seit 1993

Gesamt-ODA Österreichs an Äthiopien 2004
3,5 Mio.€; 1,2 % der bilateralen ODA Österreichs

Koordinationsbüro der OEZA in Addis Abeba seit 1996.




Geschichtlicher Überblick und Aktueller Stand   

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien begann in geringem Umfang in den 60iger Jahren mit Trainingskursen für äthiopische Polizisten und Zollbeamte sowie einer Kooperation mit der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft. Später kamen Stipendien für äthiopische Hochschulstudenten und Postgraduierte hinzu.

Auch die Caritas leistete schon zu Beginn der 70er Jahre Private Hilfe. Eine Ausweitung erfuhren die Hilfeleistungen Österreichs durch eine Beteiligung an internationalen Programmen UNICEF, UNESCO und an Frauenprogrammen (UNICEF) ab den 80iger Jahren. 1983 leistete Österreich erstmals Nahrungsmittelhilfe, die daraufhin jährlich einen Fixposten innerhalb der Österreichischen EZA an Äthiopien ausmachte. Ein großer Anteil an privaten Spenden wurde während der Dürre- und Hungerkatastrophe 1984/85 von Caritas, Österreichischem Roten Kreuz und Österreichischer Volkshilfe sowie von der privaten Spendenorganisation „Menschen für Menschen“ aufgebracht. Über das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) unterstützte Österreich mehrmals die Flüchtlingsrückführung. Mitte der 80iger Jahre wurde begonnen die Kooperation auch auf Infrastrukturprojekte in den Bereichen Wasser und Gesundheit auszuweiten. 1984 wurde das erste Abkommen zur Versorgung mit Maschinen und Ausrüstungsgegenständen für den Bau des großen Kraftwerks Gilgel Gibe unterzeichnet.

Ende der 80iger Jahre wurde Äthiopien 1988 als de facto Schwerpunktland ( erst ab 1993 offiziell) der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit geführt, die sich in den Folgejahren auf zwischenstaatliche Projekte konzentrierte. Ab 1995 konnte das Programm im Rahmen des Konzepts „Afrika 2000“ auf die Förderung von Kleinprojekten ausgeweitet werden.

Das erste offizielle bilaterale Rahmenabkommen mit Äthiopien von 1996, im Zuge dessen auch das österreichische Koordinationsbüro in Addis Abeba eröffnet wurde, hatte zum Ziel die vielen bestehenden Einzelprojekte innerhalb einer gemeinsamen Programmierung zusammenzuführen. Als Schwerpunktregionen der ÖEZA definierte die OEZA den amharischen und somalischen Bundesstaat. Gesundheitswesen, Viehzucht, Tourismusberatung mit Umweltschutz, Energie und Wasserkraft, Dezentralisierung und Demokratisierung, ländliche Basisentwicklung sowie Wissenschaftskooperationen waren die sektoriellen Schwerpunkte, auf die sich die OEZA-Aktivitäten konzentrieren sollten.

Die Erstellung des ersten Landesprogramms (1998-2000) für die Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien setzte diese Bestrebungen fort - auch heute noch dient es als Ausgangsdokument für die kontinuierliche Anpassung der Programme und Projekte in Dreijahresabständen.


Tabelle 3:

Die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit Österreichs mit Äthiopien in Mio. €

 

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

ODA gesamt

2,9

4,6

4,1

7,8

4,6

6,7

3,5

Zuschüsse

2,9

4,6

4,1

7,8

4,6

6,7

3,5

Kredite

-

-

-

-

-

-

-

 % der bilat. ODA

1,1

1,4

1,5

2,0

1,2

3,3

1,2


Quelle: OEZA-Statistik/ÖFSE/TBK; DAC-Statistik

 


Sektoren der Entwicklungszusammenarbeit und aktuelles Programm

Die aktuelle OEZA in Äthiopien hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Armutslinderung zu leisten und konzentriert sich - wie im dritten Landesprogramm bis 2006festgelegt- auf die vier Teilprogramme Gesundheit, Nahrungsmittelsicherung, Energie, Gender/Demokratieförderung. Ausbildungsprogramme, Poolprojekte für Wissenschaftliche Kooperation, NGO-Finanzierungen und multilaterale Projekte (UNIDO, u.a. im Textilsektor) werden als komplementäre Werkzeuge zu den Sektorprogrammen eingesetzt. Eine weiterführende regionale Konzentration ist aufgrund der speziellen äthiopischen Situation nur in den Sektoren Nahrungsmittelsicherung in der Region Amhara und für den Sektor Gesundheit in der Region Somali sinnvoll. Durch eine Prüfung des Landesprogramms 1998-2000 wurde das Teilprogramm Tourismus, das mittelfristig keine Entwicklungsoption des Landes darstellt, durch das Teilprogramm Nahrungsmittelsicherung, das im äthiopischen Kontext und in der Regierungspolitik die höchste Priorität beansprucht, ersetzt. Das geplante Budget für die Periode 2004-2006 beträgt 16,26 Mio. €, wovon rund 12,7 Mio.€ für die 4 Subprogramme vorgesehen sind.

Gesundheitsbereich

Seit 2001 richtet sich in diesem Teilprogramm der Fokus auf das von der Regierung initiierte Sektorentwicklungsprogramm, das gemeinsam mit den Geberländern unter Federführung der Weltbank geplant und durchgeführt wird. Der regionale Schwerpunkt liegt in der Region Somali, wo im Rahmen eines Projekts zur Unterstützung der regionalen Gesundheitsbehörde in der Region Somali Kapazitätsentwicklung und Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung im Vordergrund stehen. Zugleich wird der Einsatz von lokalen NGOs im Gesundheitssystem gefördert. Die Finanzierung von Projekten wie die Tuberkulosekontrolle in der Region, die in Zusammenarbeit mit dem äthiopischen Gesundheitsministerium durchgeführt wird oder die Ausbildung von Frauen als traditionelle Hebammen, um die hohe Sterblichkeit von Schwangeren und jungen Müttern zu verringern ergänzen das Sub-Programm.

Nahrungsmittelsicherung

In diesem Teilprogramm wird der österreichische Beitrag in der Steigerung landwirtschaftlicher Produktion und der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten gesehen. Der Sektor beinhaltet das in Richtung landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung umgeplante Tourismusprojekt in den Semien Mountains, ein seit Anfang 1998 erfolgreich laufendes Viehzuchtprojekt sowie ein Biomasse- und Forstprojekt. Der regionale Schwerpunkt liegt in der Region Amhara.

Energie

Im Teilprogramm Energie richtet sich der Fokus auf die Gewinnung von Elektrizität aus Wasserkraft durch den Bau von Kleinstwasserkraftwerken im Rahmen der ländlichen Elektrifizierung, sowie auf die Unterstützung im Management der äthiopischen Energiebehörde EEPCO (Ethiopian Electric Power Corporation) durch die Erhaltung und Sanierung von Klein- bis Großwasserkraftwerken, Training und Ausbildung von Personal und ExpertInneneinsätze.

Gender und Demokratie

In diesem Sektor sind die beiden Querschnittsthemen Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie der Demokratisierung zusammengefasst; Der Fokus liegt bei der Förderung von Projekten, die die Gleichstellung von Mann und Frau breitenwirksam voranbringen. Auf dem Gebiet der Demokratie sollen vor allem Maßnahmen zur Demokratisierung und der Beachtung der Menschenrechte gestärkt werden. Aktivitäten werden auf die Unterstützung von NGOs, unabhängigen Medien (Seminare für äthiopische Journalisten in Äthiopien sowie Ausbildung von Radio-Journalisten in Österreich), Forschungsinstitutionen sowie Dokumentationszentren im Bereich der Menschenrechte und Demokratisierung gerichtet. Projekte dieses Teilprogramms werden aus einem Anfang 1999 eingerichteten Pool finanziert. Kleinprojekte im Bereich Gender, Demokratie und Menschenrechte können seither direkt vom Koordinationsbüro ausgewählt und unterstützt werden.

Im Bereich Demokratie werden NROs, unabhängige Medien, Forschungsinstitutionen wie auch Dokumentationszentren im Sinne einer Förderung der Demokratisierung und der Wahrung der Menschenrechte unterstützt.

 

Komplementäre Programme

Die Bildungszusammenarbeit läuft vorwiegend über Stipendienprogramme. Dazu gehören Stipendien für Doktoratsstudien im Rahmen des Nord-Süd Dialog Stipendienprogramms, Stipendien für Lehrgänge sowie Stipendien für kurzzeitige Forschungsaufenthalte äthiopischer Wissenschafter in Österreich. Das seit Ende der 90iger Jahre laufende Poolprojekt für Wissenschaftskooperation dient der direkten Unterstützung von äthiopischen Forschungsaktivitäten unterschiedlicher Art, wie der Finanzierung von Doktoratsarbeiten, Feldstudien, Workshoporganisation, Seminar und Konferenzveranstaltung. Zusätzlich wird die Vernetzung von wissenschaftlichen Institutionen finanziert.

NGO-Finanzierung im Rahmen einer Kofinanzierung für Projekte österreichischer NGOs, die sowohl durch ÖEZA, als auch durch EU-Mittel kofinanziert werden, werden entsprechend der geltenden Richtlinien fortgesetzt. Thematisch reicht der Rahmen von ländlicher Entwicklung über Ausbildung bis zu Gesundheitsvorsorge.

Die Geberkoordination wurde im Zuge des PRS-Prozesses immer wichtiger, auf verschiedenen Ebenen wird versucht nicht nur die Geber untereinander zu koordinieren sondern diese auch parallel dazu mit der Regierungsseite zu koordinieren, aus diesem Grunde wurde die so genannte „New Partnership Architecture“ ins Leben gerufen, an der Österreich auch beteiligt ist. Von österreichischer Seite soll insbesondere die internationale Zusammenarbeit in den beiden Schwerpunktregionen North Gonda und Somali Region unterstützt werden.

Die Volltextdokumente zum Landesprogramm der OEZA für Äthiopien und den einzenen Sektorprogrammen sind unter www.eza.at  abrufbar.

 

:
Die österreichische EZA an Äthiopien nach Sektoren 2004 (in % der ODA)

Grafik:

SUMME (in Mio.€)

3,46


Quelle: OEZA-Statistik/TBK

 

Projektbeispiele aus Schwerpunktsektoren

Ausweitung des Tuberkulose Programms (Schwerpunkt Gesundheit)

Projektträger: Médecins Sans Frontières - Austria
Projektpartner: Médecins Sans Frontières –Belgium & regionales Gesundheitsbüro der Region Somali (Somali Regional Health Bureau)
Laufzeit: seit 1996
Projektsumme für die aktuelle Periode 2002-2005: 950.000 €

Projektbeschreibung : Das Projekt wurde 1996 als Pilotprojekt gestartet. Anlass für das groß angelegte Gesundheitsprojekt war die hohe Infektionsrate an TBC in der Region Somali. Zielgruppe sind TBC-positive Patienten, die durch ein spezielle Behandlung (Directly Observed Treatment Strategy - DOTS) behandelt werden. Bei dieser Methode werden die Daten der Patienten genau erfasst, Medikamente täglich und nur unter ärztlicher Aufsicht direkt verabreicht und Patienten, die die Behandlung unterbrechen, an ihren Wohnorten aufgesucht und wieder integriert. Dabei sollten die Vorgaben des nationalen Tuberkulose- und Leprakontrollprogramms der äthiopischen Regierung berücksichtigt sowie die Richtlinien von MSF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingehalten werden. Aufgrund der großen Chancen auf Heilung von 85% war das Ziel, dieses aufwendige Behandlungsmodell so gut zu etablieren, dass langfristig eine Übergabe des Programms an die regionale Gesundheitsbehörde und eine Ausweitung auf weitere Bezirke erreicht werden konnte. Derzeit arbeitet der Projektträger mit der regionalen Gesundheitsbehörde und MSF-Belgien zusammen, um das erfolgreiche Programm auf ein größeres Einzugsgebiet auszuweiten.  

Integriertes Viehzuchtprojekt in Nord-Gondar

Projektträger und Projektpartner: Amhara National Regional State Bureau of Agriculture and Rural Development (BoARD)
Laufzeit: seit 1997
Projektsumme für die aktuelle Projektphase 2005: 607.000 €

Projektbeschreibung : Das Projektgebiet liegt in der Provinz Amhara, die dort lebenden Kleinbauern sind aufgrund von massiver Bodenerosion und Überbevölkerung mit einer sich radikal verschlechternden Lebenslage konfrontiert. Um die Einkommenssituation und damit die Lebensqualität der bäuerlichen Familien anzuheben, konzentriert sich das Projekt auf Maßnahmen, die die Produktivität der Viehhaltung und Vermarktung von Produkten aus der Viehzucht verbessern. Dies wird durch Zucht- und Mastprogramme für Rinder und Schafe, veterinärmedizinische Versorgung, Maßnahmen zur Verbesserung der Weidenqualität, der Futterproduktion sowie der Milchvermarktung erreicht. Ergänzend dazu werden verschiedene Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die betroffenen Bauern und für Mitarbeiter der zuständigen lokalen Behörden angeboten. Die Projektaktivitäten betreffen eine Phase von drei Jahren, die in Einjahresverträge für 2005, 2006, 2007 aufgeteilt wurde.

Power-System Planning – Training für EEPCO

Projektträger: Verbundplan GmbH
Projektpartner: Ethiopian Electric Power Cooperation (EEPCO)
Laufzeit: seit 2000
Projektsumme für die aktuelle Projektphase 2005: 16.900 €

Projektbeschreibung: Die Ethiopian Electric Power Cooperation (EEPCO) ist das verstaatlichte Energieversorgungsunternehmen Äthiopiens. Zu den Aufgaben gehören sowohl die Erzeugung des Stroms als auch die Verteilung über das Netz, die Versorgung der Kunden und der Verkauf der elektrischen Energie. Dass die effiziente Versorgung mit Strom aber nicht immer gewährleistet werden kann, ist unter anderem auch auf einen Mangel an Fachkräften zurückzuführen. Aus diesem Grund werden seit 2000 aus Mitteln der OEZA Ausbildungsprogramme im Energiesektor finanziert, deren Ausarbeitung und Abhaltung von der Verbundplan GmbH. Geleitet wird. Die inhaltliche Ausrichtung der Programme hängt vom jeweiligen Bedarf ab - in der aktuellen Projektphase stehen Kurse für Computer basierte Applikationen für Fachkräfte im Vordergrund.

Afar Women as Agents of Development

Projektträger: Afar Pastoralist Development Association (APDA)
Laufzeit: seit 2000
Projektsummefür die aktuelle Projektphase 2005: 46.376.- €

Projektbeschreibung : Die Afar Pastoralist Development Association (APDA) ist eine lokale NGO in der Region Afar in Nord-Ost Äthiopien, die Frauen als Sozialarbeiterinnen, Geburtshelferinnen und Personal für das kommunale Gesundheitswesen ausbildet. In Form von mobilen Teams wird direkt mit der nomadischen Bevölkerung, insbesondere mit Frauen, in den betroffenen Gebieten gearbeitet, um den Wissensstand zu Gesundheitsfragen und Ernährung zu verbessern, die Mütter- und Kindersterblichkeit einzudämmen und allgemein den Gesundheitsstandard in den betreuten Familien anzuheben.

Das Projekt unterstützt die Arbeit der mobilen Sozialarbeiterinnen finanziell und kommt für Trainings- und Ausrüstungskosten auf. Die so genannten Women Extension Workers (WEW) sind verantwortlich für die Ausbildung von Afarfrauen in Hygienefragen und Ernährungslehre (inkl. Alphabetisierung), zudem bilden sie traditionelle Geburtshelferinnen aus und überwachen deren Arbeit. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist die Aufklärung der Bevölkerung über die negativen Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung.

Detaillierte Informationen zu Programmen und Projekten der OEZA in Äthiopien sind auf der Website des Außenministeriums abrufbar.

Tabelle 4:
Die bilateralen Zuschüsse Österreichs an Äthiopien 2004 in €

ProjekttrÄger Gegenstand

ausbezahlt

1. ADA Budget (Austrian Development Agency)
Bildung
ADA (Field Office) Förderung von Aus- & Fortbildungsmaßnahmen sowie von Wissenschaftskooperation
-9.518
Menschen f. Menschen NGO-Kofinanzierung (KKR): Zukunft für Kinder durch gute Schulen in Derra (Bau und Ausrüstung einer Primarschule)
36.435
AAI Wien Eine-Welt Stipendienprogramm, Länderanteil
nach Personen-Stipendienmonaten

10.873
5.151

ÖAD Diverse Stipendienprogramme, Länderanteil
nach Personen-Stipendienmonaten

29.061
35.739
212.019

Gesundheit
Somali Regional Health Bureau Support to the Implementation of the Health Sector Development Program in Somali National Regional State, Third Year HSDP Project; Capacity Building for Somali Regional Health Institutions

-227.733
-38.559

Licht für die Welt Beitrag zu den Jahresprogrammen: Vorhaben zur Blindheitsbekämpfung und Einrichtung von Augenabteilungen

37.000
309.045

MSF- Ärzte ohne Grenzen Primary Health Care Programme in Afdeer Zone und MoH-MSF Tuberculosis Control Programme, Somali National Regional State

300.000
150.000

AMREF Austria Health System Support to Libaan & Afheer Zones
-49.247
School of Public Health Postgradualer Universitätskurs "Diplom Community Health" (Anteil Äthiopien 50%)
35.000
Programme für Bevölkerung und reproduktive Gesundheit
CARE Österreich CARE Jahresprogramme: Afar FGC Elimination (Female Genital Mutilation), CARE 1107 Forts. 04

101.442
9.042

UNICEF UNICEF, expanding innovative youth focused HIV/AIDS prevention strategies in Ethiopia (ADA-Budget-finanzierter Anteil)
174.107
Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen
ÖAW Postgraduiereten Lehrgang in Limnologie, Länderanteil nach Personen-Stipendienmonaten
50.501
ADRA Österreich NGO-Kofinanzierung (KKR): Wasser f. Gordoma - Trinkwasserbrunnen für 300 Haushalte
6.832
Regierung und Zivilgesellschaft
ICRC (IKRK) Beitrag zum Minenaktionsprogramm des IKRK
200.000
Ländliche Entwicklung
CARE Österreich CARE Jahresprogramm 2003: Zeghe Community-based Development Project, Phase II (Forts. 03)
2.586
Energie
Verbund Plan GmbH. Management Assistance and Development of a Business Plan for the Ethiopian Electric Power Corporation (EEPCO)
38.898
GTZ Windenergieprogramm TERNA - Äthiopien
50.000
DSA Biomass Project (Agroforestry-Based Fuel Wood Plantation, Feasibility Study in the Amhara Nat. Regional State)
5
Landwirtschaft
BoFED Amhara Integrated Livestock Development Project in North Gondar, Phase II B
-98.897
BoA Amhara Integriertes Viehzuchtprojekt in Nord-Gonder, IIc
436.000
Austroprojekt Milchviehhaltung bei Kleinbauern in Nord-Gonder: Finanzierung der Personalkosten eines externen Beraters
52.000
Förderung von Frauen
GPR Consult GmbH Support of Micro-Projects in the Fields of Gender and Democracy
-130.970
ADA (Field Office) Support of Gender & Democracy Projects
189.570
andere multisektorielle Programme
BoFED Amhara Simen Mountains National Park, Integrated Development Project Phase III
-72.093
HORIZONT 3000 Kofinanzierungsprojekt: Integriertes ländliches Entwicklungsprogr. in Gamo Gofa & South Omo
374.384
Parks Dev. Authority Simen Mountains National Park - Integrated Development Plan Phase IV
190.185
ADA (Field Office) Fonds für Kapazitätsentwicklung
50.574
Zwischensumme ADA-Budget
2.459.429
2. Andere Ministerien
n.a. Indirekte Studienplatzkosten (33 Pers.)
235.611
ADA (Drittmittel) UNICEF: HIV/AIDS prevention strategies in Ethiopia (BMaA-VII-1-Budget-finanzierter Anteil)
157.402
n.a. Teilnahme an UNO-Friedensmission in Äthiopien/Eritrea (UNMEE)
88.724
BOKU Wien Forschungsprojekt zu schädlingsresistentem Getreide
6.323
BOKU Wien Einfluß von Eucalyptus auf Bodeneigenschaften und den Wasserhaushalt im Hochland Äthiopiens
8.623
OeKB Zinssatzreduktionen Äthiopien
117.116
n.a. Bundesbetreute AsylwerberInnen (51 Personen)
234.422
Zwischensumme Andere Ministerien
848.219
3. Bundesländer u. andere öffentliche Stellen
Brücke nach Äthiopien Unterstützung Schulgeldfonds Awassa
2.500
CARITAS Feldkirch Unterstützung der Goro primary school im Bezirk Borriccha
2.000
Menschen f. Menschen Errichtung einer Volksschule in Bure Woreda und eines Kindergartens in Algo Town
120.000
CARITAS Feldkirch Unterstützung Awash-Basisgesundheitsprojekt
15.000
Privatperson(en) Verkauf von Kalendern zur Unterstützung von Waisenhäusern in Addis Abeba und einer Schule in Awasa
11.250
Privatperson(en) Unterstützung eines freiwilligen Entwicklungshilfeeinsatzes
500
Zwischensumme Bundesländer und andere öffentliche Stellen
151.250

ODA-ZUSCHÜSSE Gesamt 2004

3.458.898

Quelle:  OEZA-Statistik/TBK

Weiterführende Informationen zu Projekten und Programmen der OEZA können in der Projektdatenbank der ÖFSE auf eza.at recherchiert werden.


Private Entwicklungszusammenarbeit

Die privaten Hilfsleistungen an Äthiopien begannen schon in den 70er Jahren und erreichten ihren ersten Höhepunkt während der Dürre- und Hungerkatastrophe 1984/85, wo die großen Hilfsorganisationen wie CARITAS, Volkshilfe, Rotes Kreuz, Malteser Orden etc. über 7,3 Mio. EURO (100 Mio. ATS) aufbrachten. Anlässlich dieser Hungersnot entstand auch die Initiative „Menschen für Menschen“ von K.H. Böhm – zuerst als Nothilfe, später als Entwicklungshilfe; inzwischen werden in Österreich Mittel sowohl aus öffentlicher Hand als auch von privater Seite für diverse Projekte in Äthiopien aufgebracht, die von der Organisation "Menschen für Menschen" betreut werden. SOS-Kinderdorf International errichtete bereits seit 1974 mehrere Kinderdörfern in Äthiopien, über die Jahre verteilt wurden rund 25 Mio. EURO dafür verwendet. Die EZA der anderen österreichischen NGOs wie CARITAS Feldkirch, HORIZONT 3000 (früher Kofinanzierungsstelle-KFS), EH-Klub, Hope 87, Aktion Regen, CARE-Österreich, Rotes Kreuz, Christoffel Blindenmission, MSF-Ärzte ohne Grenzen etc. findet in geringerem Ausmaß statt und arbeitet weitgehend mit Kofinanzierungen der österreichischen EZA bzw. auch mit anderen internationalen Gebern. Aus einem Kleinprojektefonds, der bei der österreichischen Botschaft angesiedelt ist, werden vorwiegend Projekte lokaler NGOs unterstützt, z.B. ein Projekt für Straßenmädchen und junge Straßenmütter der NGO „Godanaw“ (Straße).


Tabelle 5 :
Zuschüsse der NGOs an Äthiopien 2004 (in  €) *

PROJEKTTRÄGER

GEGENSTAND

AUSBEZAHLT

Licht für die Welt

Schulische Integration hör- und sehbehinderter Kinder

36.249

KOO-Mitgliedsorganisationen

Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Bildung" aus privaten Mitteln

85.021

Pro Homine

Stipendien für Schüler, Studenten und Lehrlinge

13.200

KOO-Mitgliedsorganisationen

Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Gesundheit" aus privaten Mitteln

80.582

Licht für die Welt

Aufbau, Unterstützung und Betrieb augenmedizinischer Einrichtungen

498.040

Licht für die Welt

Augenmedizinische Rehabilitations- und Vorbeugeprogramme

104.204

Entwicklungshilfe-Klub

Gesundheitsbetreuung & Förderung behinderter Kinder in den Slumvierteln von Addis Abeba

15.116

Entwicklungshilfe-Klub

Gesundheitsversorgung für Frauen und Kleinkinder in Nord-Omo

1.563

MSF- Ärzte ohne Grenzen

Hauspflege und Ernährungsprogramm für unterernährte Kinder in Wag Hamra

200.000

KOO-Mitgliedsorganisationen

Leistungen der KOO-Mitgliedsorg. auf dem Sektor "Reproduktive Gesundheit" aus privaten Mitteln

15.107

CARE Österreich

CARE Jahresprogramm 2004: Afar FGC Elimination (Female Genital Mutilation), CARE 1107 Forts. 04 - Eigenmittelanteil

55.972

KOO-Mitgliedsorganisationen

Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Wasserver- und -entsorgung" aus privaten Mitteln

46.000

ADRA Österreich

Errichtung von Trinkwasserbrunnen

7.800

SOS Kinderdorf

Unterstützung für Kinder in SOS-Kinderdörfern

17.482

KOO-Mitgliedsorganisationen

Leistungen der KOO-Mitgliedsorg. auf dem Sektor "Soziales/Wohlfahrt" aus privaten Mitteln

166.378

Licht für die Welt

Nationaler Blindenverband

4.926

CARE Österreich

CARE Jahresprogramm 2003: Zeghe Community-based Development Project, Phase II (CARE 1108, Forts. 03) - Eigenmittelanteil

14.508

KOO-Mitgliedsorganisationen

Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Land- und Forstwirtschaft und Fischerei" aus privaten Mitteln

6.498

KOO-Mitgliedsorganisationen

Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Gewerbe und Industrie" aus privaten Mitteln

66.000

EWA

Frauenförderungsprogramm im Stadtteil Gulele, Addis Abeba - Eigenmittelanteil

3.783

Menschen f. Menschen

Verteilerzentrale, Transport, Schulen, Verwaltung in Addis Abeba

130.007

KOO-Mitgliedsorganisationen

Multisektorielle Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen privaten Mitteln

47.950

CARE Österreich

Farta Food Security and Support Project - Katastrophenprävention und Verbesserung der landwirtschaftlichen Methoden

2.323

Menschen f. Menschen

Projekt der ländlichen Entwicklung in der Provinz Merhabete/Derra

1.371.904

ÖRK

Delegiertenentsendung

3.364

KOO-Mitgliedsorganisationen

Sektoriell nicht zuordenbare Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen aus privaten Mitteln

56.050

Summe NGOs

 

3.050.027

Quelle: OEZA-Statistik; * erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da nur jene Projekte erfasst werden konnten, die an die OEZA-Statistik gemeldet wurden.

Wirtschaftsbeziehungen Österreich - Äthiopien

Bereits in den 60er Jahren gab es enge Wirtschaftsbeziehungen zwischen österreichischen Firmen (Voith, ELIN) und Äthiopien. Im Handel mit Äthiopien wurden jährlich Waren im Wert von 3,6 bis zu 11,6 Mio. EURO ausgeführt (inkl. Hilfsleistungen) und im Wert von 1,1 bis 14,5 Mio. EURO eingeführt. Zumeist ergab sich für Österreich ein Exportüberschuss, nur 1989 und 1997 kam es aufgrund hoher Kaffeeimporte zu einem Defizit von über 7,3 Mio. EURO. Seit 1999 werden kontinuierlich Exportüberschüsse mit projektbezogenen Schwankungen verzeichnet, so gab es z.B. 1999 einen Anstieg der Exporte auf über 4 Mio. Euro im Zuge eines Großauftrags an eine österreichische Firma für das Kraftwerksprojekt Gilgel Gibe. Die OEZA sieht in ihrem Landesprogramm vor, einen Beitrag zur Intensivierung und zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu leisten. Einen Schritt in diese Richtung stellte eine von der Wirtschaftskammer organisierte Wirtschaftsmission im Februar 1998 und die regelmäßige Teilnahme Österreichs an der äthiopischen Wirtschaftsmesse während der vergangenen Jahre dar. Da die Wirtschaftsbeziehungen mit Äthiopien als ausbaufähig gelten, werden gegenseitig Wirtschaftsmessen besucht oder veranstaltet und auch die langjährige Entwicklungszusammenarbeit sieht vor, einen Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen zu leisten. Für Österreichische Firmen soll dadurch die Möglichkeit geschaffen direkt in Projekten der OEZA in Äthiopien teilzunehmen. So bietet beispielsweise der noch wenig erschlossene Tourismussektor in Äthiopien für österreichische Reisebüros interessante Investionsmöglichkeiten. Auch das Ende 2005 unterzeichnete Abkommen zwischen Österreich und Äthiopien über die Förderung und den Schutz von Investitionen soll diese Aktivitäten unterstützen.


Grafik:
Außenhandel Österreichs mit Äthiopien (in 1000 €)


Quelle: Statistik Austria

 

Wichtigste Waren 1998-2004

Einfuhren: Kaffee, Maschinen (Re-import), Gemüse, Gewebe aus Baumwolle.

Ausfuhren: LKW, Fahrzeuge, Ersatzteile und Maschinen, chem. Erzeugnisse, Insektizide, bearbeitete Waren, Fertigwaren, Sportgeräte

Eine Auswahl von relevanten Internetadressen zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Äthiopien finden sie auf eza.at.


Anhang


Wichtige Adressen


Österreichische Botschaft
Austrian Embassy in Ethiopia
South Africa Road, Old Airport Area, near Victory Dept.Store
Addis Abeba
Postadresse: P. O. Box 1219, Addis Abeba, Ethiopia
Tel.: (+251-11) 371 21 44, 371 24 45, 71 25 80, 371 00 52
Fax: (+251-11) 371 21 40
e-mail: E-Mail: addis-abeba-ob(at)bmaa.gv.at
Homepage: http://www.aussenministerium.at/addisabeba


Österreichisches Kooperationsbureau
Regional Bureau for Developpement Cooperation; c/o Austrian Embassy
P.O.Box 1219; Addis Abeba, Äthiopien
Telefon: (+251/11) 553 38 28
Telefax: (+251/11) 553 38 31
e-mail: austrian.dev(at)telecom.net.et

Österreichische Außenhandelsstelle
The Commercial Counsellor at the Austrian Embassy in Cairo:
Postanschrift: P. O. Box 137 oder 1219, Addis Abeba
Telefon: (+251/11) 372 86 87
Telefax: (+251/11) 372 86 88
E-Mail: atc-addis(at)telecom.net.et
Homepage: http://www.austriantrade.org/egypt/en/

Botschaft der Republik Äthiopien in Österreich
Wagramer Str. 14
A - 1220 Wien
Tel.: (01) 7102168, 7102169
Fax: 7102171
E-mail: ethiopia(at)Eunet.at

Österreichisch-Äthiopische Freundschaftsgesellschaft
c/o Univ. Prof. Dr. Horst Seidler (Präsident), Institut für Institut f. Anthropologie
Althanstrasse 187, 1090 Wien
Tel. (+43 1) +43 1 4277 54701
Fax: +43-1-7102168
e-mail: horst.seidler(at)univie.ac.at
Homepage: http://www.anthropology.at/ethiopia/index.html


NGO´s und Firmen sind auf eza.at abrufbar.

 

Wichtige Webadressen:

Deutschsprachige Länderinformationen zu Äthiopien gibt es bei folgenden Organisationen:
 
Munzinger-Archiv
 
 
 
Wirtschaftskammer Österreich

Eine Zusammenstellung ausgewählter Links zu Äthiopien ist über eza.at abrufbar.


VERWENDETE UND WEITERFÜHRENDE LITERATUR

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Abkommen

Liste der Bilateralen Staatsverträge - Vertragsübersicht zwischen Österreich und Äthiopien.



Weiterführende Literatur kann in der ÖFSE-Bibliothek bzw. über WWW.EZA.AT eingesehen werden.


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