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Die Entwicklung Bhutans wird seit 1961 durch Fünfjahrespläne gesteuert. Die ersten vier Fünfjahrespläne (1961-1981) waren von bescheidenem Umfang und strebten in erster Linie den Aufbau der Verkehrsinfrastruktur und der sozialen Infrastruktur an. Die meiste Unterstützung für die Umsetzung der Planungsvorhaben leistete Indien, ab den 70er Jahren engagierten sich dann zunehmend die diversen UN-Organisationen, und seit den 80er Jahren ausgewählte bilaterale Geber. Der fünfte Entwicklungsplan (1982-1986) strebte eine Verringerung der übermäßigen Abhängigkeit von ausländischer Hilfe durch eine Mobilisierung der internen Ressourcen an. Schwerpunkte der Entwicklungsförderung des fünften Planes waren Energie (Ausbau der Wasserkraft) und Industrie (Forstwirtschaft, einschließlich der holzverarbeitenden Industrie). Der sechste Fünfjahresplan (1987-1992) legte neue politische Oberziele fest, zu denen vor allem die Erhaltung und Förderung der nationalen Eigenständigkeit zählten. An oberster Stelle der Entwicklungsausgaben standen Handel und Industrie, Energie, öffentliche Arbeiten, Landwirtschaft und Bewässerung sowie Erziehung. Der achte Fünfjahresplan (1997-2002) setzt die Bemühungen um ökonomische Selbständigkeit, Verbesserung des Lebensstandards und Stärkung der nationalen Sicherheit durch Mobilisierung der eigenen Ressourcen, durch Entwicklung der Privatwirtschaft, durch Bildung und Umweltschutz fort. In dieser Periode wurde von der Regierung das Programm „Bhutan 2020“, eine „Vision für Frieden, Wohlstand und Glückseligkeit“ vorgestellt.

Der 9. Fünfjahresplan (2002-2007) wurde auch von Indien mitfinanziert und erstmalig dezentral erstellt: Zunächst wurden auf Ebene der Geogs (Gemeinden) die Prioritäten festgelegt und die Eigenleistungen der Gemeinde definiert, auf nationaler Ebene wurde dann der Planungsprozess der Einzelpläne zum 9. Entwicklungsplan fortgesetzt. Die Prioritäten des Plans lagen in der Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Gebiete, der Infrastruktur und in der Erweiterung des sozialen Dienstleitungsnetzes. Weiters sollte die Bildung menschlicher Ressourcen im Privatsektor gefördert werden. Erstmals wurden den Gemeinden und Distrikten 25% des Budgets zur Verfügung gestellt. Die angestrebte Privatisierung stieß angesichts der schwach entwickelten Strukturen an die Grenzen des Machbaren.

Im 9. Fünfjahrplan setzte die Regierung auf „qualitatives Wachstum“, zunehmende Selbständigkeit bzw. Selbstversorgung, die Mobilisierung der eigenen Ressourcen, um langfristig Importe ersetzen zu können und Produkte für neue Auslandsmärkte zu schaffen (vor allem im Privatsektor bzw. durch Joint- Ventures mit ausländischen Partnern), und auf den Abbau ausländischer Beschäftigter.

Ende 2007 stellte Bhutans Regierung sein en 10. Fünfjahresplan ( Volume I und Volume II ) m it einem Budget von 148 Mrd. Ngultrum (rund 2,7 Mrd. US$) vor. Für den Sektor Bildung ist ein Budget von knapp 10 Mrd. Nu geplant, Bildung wird mit knapp 11 Mrd. Nu beziffert, der Sektor Gesundheit mit gut 4 Mrd. Nu. (Tenth Five Yer Development Plan http://www.imf.org/external/pubs/ft/scr/2010/cr10180.pdf)

Da es sich um den ersten Fünfjahresplan handelt, der von der neuen erstmals gewählten Regierung umgesetzt werden soll, kommt der Gewährleistung einer erfolgreichen Umsetzung besondere Aufmerksamkeit zu. In den kommenden fünf Jahren soll die Armut von 23 auf 15% verringert werden, die Diversifizierung der Industrie vorangetrieben werden, die steigende Arbeitslosigkeit gebremst, den steigenden Kosten im sozialen Dienstleistungssektor entsprochen und die politische Transformation vollzogen werden. Die Regierung sieht als Voraussetzung für die Umsetzung des Plans die fortlaufende Unterstützung durch die bilateralen und multilateralen Geber. Der neue Fünfjahresplan definiert Armutsreduktion und die Erreichung der MDGs als nationale Ziele. Die Ziele des Fünfjahresplans decken sich in vielen Bereichen mit den Millennium Development Goals, Bhutan ist zuversichtlich, einige MDGs schon mit Ende des Fünfjahresplans zu erreichen, also zwei Jahre vor der geplanten Frist.

Millennium Development Goals
Bis 2013 soll die Armut von gut 23% auf 15% reduziert werden, um dieses Ziel zu erreichen, setzt Bhutan auf breit gefächertes Wachstum, Förderung von ländlicher Industrie und Landwirtschaft. Im Bezug auf Gleichberechtigung von Frauen und Männern konnte Bhutan in der Grund- und Sekundarschule deutliche Akzente setzen, trotzdem sind Frauen im Hochschulbereich und im Arbeitsleben noch unterrepräsentiert. Auch geben HIV/Aids Infektionsraten, die zwar nicht sehr hoch sind, aber konstant bleiben, Anlass zur Besorgnis. Ergänzend zu dem Fünfjahresplan und den Millennium Development Goals existiert ein langfristiger Plan für die Entwicklung Bhutans bis zum Jahr 2020. Ziel ist es, ein Vorzeigebeispiel für Frieden und Stabilität zu werden, sichere Grenzen ohne militärische Absicherung, Selbstständigkeit, Modernisierung ohne Verlust der Kultur. Im wirtschaftlichen Bereich bleibt Wasserkraft führend, sowohl den Eigenbedarf betreffend als auch als wichtiges Exportgut.

Weiterführende Literatur zur nationalen Entwicklungspolitik Bhutans