REPÚBLICA DE Moçambique - MOC (Republik Mosambik)

Slezak, Gabriele;
Feber 2007
letzter Stand: Oktober 2006
4. überarbeitete Auflage


Quelle: Munzinger-Archiv Online


Inhalt

ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK  

ENTWICKLUNGSGRUNDLAGEN UND -PERsPEKTIVEN

BILATERALE BEZIEHUNGEN ZU ÖSTERREICH

ANHANG

VErwendete und weiterführende Lteratur


 

ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK 

Mosambik erstreckt sich über knapp 800.000 km 2 vom Rovuma, dem nördlichen Grenzfluss zu Tansania, bis zum Maputo an der Grenze zu Südafrika und Swasiland. Bis auf das am Westen gelegene Bergland mit dem Mont Binga (2436 m) und einige Hochplateaus besteht die Landesfläche zu fast 50% aus einem ausgedehnten Küstentiefland, das von Savanne dominiert wird. Tropischer Wald nimmt weniger als ein Fünftel des Territoriums ein. Aufgrund seiner Lage am indischen Ozean weist Mosambik einen geographischen Vorteil gegenüber den Nachbarstaaten auf. Mit seiner 2800 km langen Küste mit endlosen Sandstränden und den bedeutenden Häfen Maputo, Beira und Nacala kommt Mosambik eine verkehrstechnisch wichtige Rolle in der Region des Südlichen Afrika zu - für Malawi, Sambia und Simbabwe ist Mosambik ein Transitland. Das Land durchqueren zahlreiche Flüsse, die aus dem westlichen Hochland kommen. Der größte Fluss der Region, der Sambesi, mündet in Mosambik in den Indischen Ozean und speist das Riesenprojekt, den Cahora-Bassa-Staudamm. Nach Südafrika, Malawi und Swasiland exportiert Mosambik Elektrizität.

Die Besiedlung des Landes, die bereits im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung stattfand führte ab dem 13. Jahrhundert zur Blüte mehrerer Stadtstaaten in der Region. Die portugiesische Präsenz ab dem 16. Jahrhundert zerstörte die z.T. über riesige Gebiete ausgedehnten Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und führte infolgedessen zum Verfall dieser großen Reiche im südlichen Afrika. Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts eroberten die Portugiesen die gesamte Kolonie und bauten sie als Siedlerkolonie aus. Zugleich wurden die Häfen für den südafrikanischen und rhodesischen Handel geöffnet, wodurch bis zu 1 Million WanderarbeiterInnen in diese beiden Länder pendelten. Zu Beginn der 60er Jahre gründete Eduardo Mondlane die FRELIMO (Frente da Libertação de Moçambique), die 1964 den bewaffneten Befreiungskampf aufnahm. Dieser brachte schließlich am 15. Juni 1975 die Unabhängigkeit mit Samora Machel als Präsident und einem vollständigen Rückzug der portugiesischen Verwaltung und SiedlerInnen. Den sozialistischen Aufbau Mosambiks unter der FRELIMO verhinderte ein bald nach der Unabhängigkeit beginnender Terrorkrieg der RENAMO (Resistência Nacional Moçambicana), der von ehemaligen portugiesischen SiedlerInnen, von Südafrika und dem damaligen Rhodesien (bis 1980) unterstützt wurde. Nach Jahren des Bürgerkriegs wurde Ende der 80er Jahre die sozialistische Wirtschafts- und Entwicklungspolitik aufgeweicht und schrittweise revidiert. Nach der Wende von 1989 kam unter internationaler Vermittlung und internationalem Druck 1992 ein Friedensvertrag zustande, der eine Machtteilung und Mehrparteienwahlen vorsah. Ein UNO-Kontingent (UNOMOZ) von über 7.000 Personen überwachte das Abkommen.

Die ersten Wahlen seit dem Friedensvertrag brachten ein äußerst knappes Ergebnis: die FRELIMO gewann unter Präsident Alberto Chissano mit 129 (44,3 %) von 250 Parlamentssitzen knapp vor der RENAMO mit 112 Sitzen (37,8 %). Zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Regierung gehörte die Reintegration von 4,5 Mio. Flüchtlingen, intern Vertriebenen und demobilisierten ehemaligen Soldaten, die Rehabilitierung der völlig zerstörten Infrastruktur, die Entminung weiter Landstriche sowie die Schaffung günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Noch im selben Jahr trat Mosambik der Weltbank, dem IWF, dem Lomé-Abkommen und ein Jahr später dem Commonwealth bei. Seit 1999 weist Mosambik stabile makroökonomische Daten auf und qualifizierte sich damit für die HIPC-Entschuldungsinitiative.

Einerseits gilt Mosambik international als positives Beispiel für seinen mit massiver internationaler Hilfe und einem entsprechenden Strukturanpassungsprogramm erzielten politischen und wirtschaftlichen Wandel, das internationale Investitionen anlockt. Andererseits aber zählt Mosambik nach wie vor zu den ärmsten Staaten der Welt ( Rang 168 des HDI von 177 Ländern im Jahr 2004), rund die Hälfte der Bevölkerung lebt in absoluter Armut, medizinische Versorgung, Bildungseinrichtungen und soziale Infrastrukturen sind unzureichend.

Die letzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Dezember 2004 brachten einen neuerlichen Sieg der Regierungspartei FRELIMO (63,7%) , allerdings kam es auch zu einem Wechsel an der Regierungsspitze. Armando Emilio Guebuza Nachfolger von Präsident Joaquim Alberto Chissano ist nun neuer Präsident. Der Kandidat der Regierungspartei galt von Beginn an als Favorit für die Wahl, Afonso Dhlakama, Kandidat der Oppositionspartei RENAMO, erlitt zum 3. Mal eine Wahlniederlage ( 31,7%) und weigerte sich - das offizielle Ergebnis der Nationalen Wahlkommission (Comissão Nacional de Eleições - CNE) – anzuerkennen. Der ehemalige Innen- und spätere Transportminister Guebuza hingegen hatte sich als Verhandlungsleiter der Frelimo-Delegation bereits während der Friedensverhandlungen von Rom (1990-1992) einen Namen gemacht und war auf dem 8. Parteitag der Frelimo Mitte 2002 zum Generalsekretär der Partei und damit zum Präsidentschaftskandidaten und Nachfolger von Chissano ernannt worden. Für die Parteienlandschaft in Mosambik aber bedeutete dieses Ergebnis einen eindeutigen Sieg der Regierungspartei mit doppelt so vielen Stimmen wie für die Oppositionspartei RENAMO (zwar bei geringer allgemeiner Wahlbeteiligung von ca. 40%). Von den übrigen drei Präsidentschaftskandidaten erzielten Raúl Domingos (Partido para a Paz, Desenvolvimento e Democracia (PDD)) 2,7 %, Yá-Qub Sibindy (Partido Independente de Moçambique (PIMO)) 0,91 % und Carlos Reis (Movimento para a Mudança e Boa Governação (MBG)) 0,87 % der gültigen Stimmen.

Die Wahlen selbst wurden mit Spannung erwartet und zahlreiche nationale wie internationale Beobachtergruppen berichteten über Ablauf, Transparenz und Fairness der Wahlen. Zu den internationalen Wahlbeobachtergruppen zählten die EU-Beobachtungsmission, das Carter Center und Beobachter der Organisationen des Commonwealth und der SADC (Southern African Development Community). Die „Organisation europäischer Parlamentarier für Afrika“ Awepa, verfolgte die Wahlen und kam zu dem Schluss, dass es Unregelmäßigkeiten und Fälschung gegeben hatte, aber keinen „massiven Betrug“. In der Folge wurden von den Wahlbeobachtern dringend Reformen des Wahlgesetzes und in der Zusammensetzung der Wahlbehörde gefordert und im Frühjahr 2006 eine Konferenz zur Evaluierung der Wahlen organisiert. (Wahlgesetz-Entwürfe Oktober 2006 )

Zwei Dekaden unter Joaquim Chissano hatten in Mosambik zu einer Regierung geführt, deren Politik darin bestand, alles laufen zu lassen („deixar andar“). Sie musste sich den Vorwurf gefallen lassen, korrupt zu sein und ihre Macht zu missbrauchen. Als nun Armando Guebuza als neuer Staatspräsident vereidigt wurde, hatte er sich zum Ziel gesetzt den Menschen im Land, die Einheit der Nation zu festigen, die Wahrung der Menschenrechte und demokratischer Freiheiten zu fördern sowie Armut, Korruption und Kriminalität entschlossen entgegenzutreten und die Regierung radikal zu reformieren. So gab Präsident Guebuza im Februar 2005 bei Amtsantritt seiner Regierung fünf Ziele vor: Veränderungen durch Armutsbekämpfung, hartes Durchgreifen bei Korruptionsfällen und Amtsmissbrauch, Politisierung der Regierung, Priorität für Armutsbekämpfung und ländliche Entwicklung. Durch die Schaffung eines neuen Ministeriums für Planung und Entwicklung soll ein höherer Grad an Koordinierung in der Regierung sichergestellt Schlüsselentscheidungen werden zukünftig statt in den Einzelministerien auf höherer Ebene getroffen.

Die Politik im Land und das Regierungsprogramm werden im wesentlichen von der Regierung im Zusammenspiel mit den 10 bis 18 großen Geberländern bzw. Weltfinanzinstitutionen (G 18), die gemeinsam noch immer knapp 50% der Haushaltsmittel bereitstellen und über 90 Prozent des Investitionshaushaltes finanzieren, gestaltet.

Mit dem Abkommen von Rom 1992 bestimmen die Bemühungen um den Wiederaufbau der Wirtschaft, die Pflege der Beziehungen zu den Geberländern der Entwicklungszusammenarbeit und die Belange insbesondere des südlichen Afrikas die außenpolitische Orientierung Mosambiks. Mosambik ist ein engagiertes Mitglied der südafrikanischen Regionalorganisation SADC (Southern African Development Community), dem bedeutendsten Wirtschaftsraum in Afrika südlich der Sahara. Mosambik übt in der Staatengemeinschaft eine aktive Vermittlerrolle in diversen Konflikten aus – zuletzt bei der Simbabwe-Krise. Die Regierung gilt als zuverlässiger Partner der internationalen Zusammenarbeit, aufgrund dessen dem Staat auch in der Region zunehmende Bedeutung beigemessen wird. Der Vorsitz Mosambiks im SADC – Organ für Politik, Verteidigung und Sicherheit unterstrich Mosambiks wachsende regionale Gestaltungsmöglichkeiten. Anfang Dezember 2004 fand die erste SADC Sicherheitskonferenz in Maputo statt. Regierungsvertreter aus allen SADC Mitgliedsländern diskutierten Ansätze zur Umsetzung der neuen Sicherheitsarchitektur der Afrikanischen Union in der Region des südlichen Afrikas. Als Mitglied der NEPAD-Initiative (New Partnership for Africa’s Development) , engagiert sich Mosambik, mehr Eigenverantwortung für Frieden, Demokratie und die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents zu übernehmen.

Südafrika spielt in den außenpolitischen Beziehungen Mosambiks als dominierende Regionalmacht und mit massiven wirtschaftlichen Interessen eine entscheidende Rolle. Wichtigster Handelspartner von Mosambik ist Südafrika und gerade südafrikanischen Investitionen verdankt Mosambik Wachstumsraten von über 10 %. Zwischen beiden Ländern wurde eine „ Joint Permanent Commission for Co-operation“ eingerichtet, die Vereinbarungen über Grenzkontrollen, Verbrechensbekämpfung, Gesundheit, See- und Luftfahrt, Wirtschaft, Transport, Zoll- und Tourismusfragen aushandelt.

Auch auf wissenschaftlicher Ebene wird Mosambik innerhalb Afrikas eine wichtige Rolle beigemessen, so fand im Dezember 2005 die 11. Jahreskonferenz der CODESRIA zum Thema „Rethinking African Development: Beyond Impasse, Towards Alternatives“ in Maputo statt.Mosambik beteiligt sich an einer Vielzahl von Treffen im Rahmen der Gemeinschaft portugiesischsprachiger Länder (CPLP) sowie der Vereinigung afrikanischer Staaten mit portugiesischer Amtssprache (PALOP).

Im Jahresbericht 2006 von Amnesty International für Mosambik wird allgemein eine Verbesserung der Menschenrechtssituation festgestellt. So unternimmt die Regierung Guebuza größere Anstrengungen bei der Korruptions- und Kriminalitätsbekämpfung. Im Dezember 2005 ratifizierte Mosambik das Protokoll der afrikanischen Menschenrechtscharta zu den Rechten der Frauen in Afrika und das Protokoll zur Anerkennung des afrikanischen Gerichtshofes. Mit der Ratifizierung durch 15 Mitgliedsstaaten ist die afrikanische Anti-Korruptionskonvention drei Jahre nach ihrer Unterzeichnung am AU-Gipfel in Maputo (Mosambik) in Kraft getreten. Das Abkommen beinhaltet die Verpflichtung für Regierungsmitarbeiter ihr Vermögen zu deklarieren, die Einhaltung von Codes of conduct (Verhaltensregeln), Gesetze gegen Geldwäscherei und Bestechung sowie Regeln zu Transparenz und Rechnungslegung einzuführen. Weiters werden die Zivilgesellschaft und die Medien in ihrer Aufsichtsrolle gestärkt.


ENTWICKLUNGSGRUNDLAGEN UND -PERsPEKTIVEN

BASISDATEN

Fläche: 799.380 km 2 (Munzinger Archiv 2005, EIU 2006)

Bevölkerung: 2005: 19,8 Mio. (INEC 2005 - EIU 2006); 2004: 19,4 Mio. (UNDP 2006)

Bevölkerungswachstum: 2005-2010: 1,8 % (estim. EIU 2006); 1975-2004: 2,1% (UNDP 2006)

Bevölkerungsdichte: 2005: 24,8 /km 2 (regional sehr unterschiedlich) (Munzinger 2005)

Verstädterung: 2004: 33,7% (UNDP 2006); 2003: 38% (EIU 2006)

Alphabetisierungsrate: 2004: 77 % der Männer und 49% der Frauen (EIU 2006)

Einschulungsrate: 2004: Grundschule: 71 %; Sekundarschule: 4 % ; Kombinierte Einschulungsrate: 49% (UNDP 2006)

Öffentliche Ausgaben für das Gesundheitswesen: 2003: 1,8 % des BSP (UNDP 2006) 2004: 20,4% des Staatshaushalts (EIU 2006)

Lebenserwartung: 2000-05: 41,9 Jahre (UNDP 2006); 2004: 42 Jahre (EIU 2006)

Kindersterblichkeitsrate: 104 Kinder unter 5 Jahren pro 1.000 Lebendgeburten (UNDP 2006)

Gesundheitsversorgung: 1990-2004: 3 Ärzte pro 100.000 Einwohner (UNDP 2006)

HIV/Aids Infektionsrate: 2004: 16,2% der 15-49 Jährigen (estim. EIU 2006)

Ernährung: 2002: 47% der Bevölkerung sind unterernährt (EIU 2006), 1996-2004: 24% der unter 5 Jährigen sind untergewichtig (UNDP 2006)

Zugang zu sauberem Wasser: 2004 hatten nur 43 % der Einwohner Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur 32 % der Einwohner hatten Zugang zu sanitären Einrichtungen; (UNDP 2006)

Human Development Index (HDI): 2004: Rang 168 von 177, mit einem Index v. 0,390 (max. 1,0) (UNDP 2006)

Gender Related Development Index (GDI): 2004: Rang 128 von 136 mit einem Index v. 0,387 (max. 1) (UNDP 2006)

Bevölkerung unter der Armutsgrenze-Human Poverty Index (HPI-1):
2004: Rang 94 von 101, mit einem Wert v. 48,9 % (UNDP 2006); 78% de Bevölkerung lebten mit einem Einkommen von weniger als 2 US $ pro Tag.

Gini-Index: 1996/97: 39,6 (wobei der Wert 0 eine ausgewogene Einkommensverteilung anzeigt (UNDP 2006)

BSP: 2005: 6,1 Mrd. US$ (EIU 2006)

BSP/Kopf: 2004: 313 US$ / PPP: 1.237 US$ (UNDP 2006)

Reales Wachstum des BSP: 2005: 7,5 % (EIU 2006)

Inflation (Consumer Price Inflation): 2005: 14 % (EIU 2006)

Währung : 1 Euro = 33.381,4 Meticais (Jänner 2007)

Verschuldung: 2003: 4,9 Mrd. US$ (EIU 2006)

Schuldendienst : 2004:  rund 90 Mio. US$ und entspricht 10,1% der Exporte von Gütern und Dienstleistungen (EIU 2006)
Quellen:
http://www.prsp-watch.de/
Report on the UN-Millenium Development Goals: Mozambique http://www.unsystemmoz.org/mdg/docs/MOZ%20MDG%20PR%202005.pdf
UNDP, Human Development Report 2006, New York , 2006 http://hdr.undp.org/hdr2006/report.cfm
Munzinger-Archiv/IH-Länder aktuell, 2006
Economic Intelligence Unit (EIU): Country Profile Mozambique 2006



Überblick zu Entwicklungsgrundlagen und -perspektiven

Mosambik weist günstige natürliche Voraussetzungen für die Landwirtschaft, die Wasser- und Elektrizitätsversorgung, den Fischfang und den Tourismus zum Teil auch für den Bergbau auf. Die Zukunftsaussichten des mehrheitlich agrarisch-ländlich geprägten Landes werden aber durch so unterschiedliche Faktoren wie Korruption, Wetterextreme (Dürre, Überschwemmungen), die Ausbreitung von Aids, Verschuldung und die starke Abhängigkeit vom Weltmarkt beeinträchtigt. Trotz eines erfolgreichen Übergangs zu Frieden und Demokratie in den 90er Jahren steht die mosambikanische Regierung auch im neuen Jahrhundert vor schwierigen Aufgaben: Oberstes Ziel in der nationalen Planungspolitik ist die Armutsbekämpfung, die Senkung der Sterblichkeitsrate, die Erhöhung des Mindesteinkommens sowie die Sicherstellung der politischen Stabilität, die jedoch auch an eine zufriedenstellende Lösung der Landfrage, der Agrarpolitik und ländlichen Entwicklung gekoppelt ist. Schließlich leben rund 80 % der Bevölkerung -zwei Drittel davon unter der Armutsgrenze- in ländlichen Gebieten. Das aktuelle Regierungsprogramm zur Reduzierung der absoluten Armut (PARPA II) zielt auf die Bekämpfung der Armut, die Verbesserung von Bildungs- und Gesundheitswesen, den Ausbau der Infrastruktur sowie die Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Wachstums.

Durch die Ausrichtung der Wirtschaftspolitik auf IMF- und Weltbank-Konzeptionen erlangte Mosambik Zugang zu umfangreicher Entwicklungshilfe und der Entschuldungsinitiative für hoch verschuldete arme Länder (HIPC). Die Strukturanpassungsprogramme konnten im Zeitraum von 1987 bis 1998 ein relativ schnelles Wirtschaftswachstums bewirken, von dem allerdings große Teile der Bevölkerung nach wie vor nicht profitieren. Denn durch die Auflagen der internationalen Finanzinstitutionen sind der Regierung bei Investitionen in die soziale Infrastruktur die Hände gebunden. Angesichts des Finanzbedarfs für den Wiederaufbau und der gleichzeitig trotz mehrerer Entschuldungsinitiativen hohen Auslandsverschuldung ist Mosambik auf lange Sicht auf Entwicklungshilfeleistungen - im Jahr 2004 waren es 23 % des BIP - angewiesen.

Trotz überwiegend positiver Entwicklungsdaten gehört Mosambik noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. Es gilt zwar als eine der Erfolgsgeschichten in Afrika südlich der Sahara, da das Wirtschaftswachstum bei durchschnittlich 9% jährlich liegt. Weltbank und IMF loben die Politik der Regierung, die Geber loben die Armutsorientierung der Regierung, die Schwerpunkte des Aktionsplans zur Reduzierung der absoluten Armut (PARPA) orientieren sich an den international festgelegten Milleniumsentwicklungszielen (MDGs). Auch zeigen die Indikatoren mehrheitlich eine positive Entwicklung. Der Human Development Report 2006 weist Mosambik Rang 168 von insgesamt 177 Ländern zu. Auch bei der Bewertung der Lebenssituation des ärmsten Teils der Bevölkerung stuft UNDP Mosambik nur auf Platz 94 von 101 bewerteten Ländern ein. Die Lebenserwartung der mehr als 18 Millionen Einwohner Mosambiks beträgt 41,9 Jahre, selbst im Vergleich zu anderen wirtschaftlich armen Ländern ist das ein auffallend niedriger Wert. Aus einem Bericht der Regierung und der Vereinten Nationen zu den Millenniumszielen in Mosambik geht hervor, dass das Land von zehn untersuchten Zielen fünf wahrscheinlich nicht erreichen wird und die fünf anderen Ziele nur potenziell erreichbar sind.

Der Fortschrittsbericht der mosambikanischen Regierung zeigt ein differenziertes Bild der Entwicklungen und Perspektiven. Mosambik wird reicher, vor allem aber die Reichen. Menschen die in absoluter Armut leben sind in Mosambik jene die mit weniger als 0,40 Dollar pro Tag überleben müssen. Annährend 70% der Bevölkerung Mosambiks leben nach offiziellen Maßstäben in Armut. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. In der Hauptstadt Maputo ist weniger als die Hälfte der Bevölkerung arm, in der Provinz Sofala sind es fast 88%. Ziel ist es, den Anteil der Armen an der Bevölkerung bis 2010 auf 50% zu vermindern. Trotzdem es einige Fortschritte bei der Armutsbekämpfung gegeben hat, ist die Ernährungssituation für den Großteil der Bevölkerung schlecht. Es gibt wenig Anhaltspunkte, dass sich die positiven Wachstumszahlen auch positiv auf die Lebensverhältnisse jener Menschen, die unter der Armutsgrenze leben müssen, auswirken.

Obwohl das Gesundheitsversorgungssystem nach dem Krieg großteils wieder aufgebaut und ausgebaut werden konnte, sind Gesundheitszustand und medizinische Versorgung der Bevölkerung unzureichend. Es besteht ein Gefälle von Süd nach Nord und zwischen Stadt und Land. Häufig hängt die medizinische Versorgung von nichtstaatlichen Einrichtungen (NGOs, Kirchen etc.) ab. In den letzten Jahren gab es im Gesundheitsbereich einige Fortschritte bei der Verringerung der Mütter- und Kindersterblichkeit (MDGs 4 und 5). Die mosambikanische Regierung hält es für möglich, die gesetzten Ziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Mit internationaler Unterstützung ist der Staat um die Verbesserung der medizinischen Versorgung, den Ausbau des Impfschutzes bei Kindern (Polio, Masern) sowie die Bekämpfung von Aids (Aufklärung, wirksamere und erschwingliche Behandlung) bemüht.

Die weitaus größte medizinische Herausforderung, zugleich eine erhebliche Belastung der Wirtschaft, stellt Aids dar. Durch dessen schnelle Ausbreitung steigerte sich zudem auch die Infektionsrate anderer Krankheiten, darunter insbesondere Malaria, Tbc, Hepatitis und schwere Darminfektionen. Rezente Daten zeigen auf, dass 16,2 % aller Menschen in Mosambik zwischen 15 und 49 Jahren mit HIV/AIDS leben. Allerdings ist die Ausbreitung nicht überall gleich, in Maputo und Sofala sind die Infektionsraten mit 20,7% und 26,5% am höchsten, Nampula und Cabo Delgado (9,2% und 8,6%) sind am wenigsten davon betroffen. HIV/Aids zerstört das soziale Gefüge, bedroht die Existenz der Familien sowie die Überlebensstrategien der ländlichen Bevölkerung insgesamt. Die Auswirkungen der Epidemie auf die Lebensumstände von Kindern sind aber besonders gravierend, 2005 lebte nach UNICEF-Schätzungen etwa eine Million Kinder in Mosambik, die entweder selbst HIV positiv waren, die sich um an AIDS erkrankte Familienmitglieder kümmern mussten oder die bereits einen oder beide Elternteile durch die Krankheit verloren hatten. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen sieht der 2004 erstellte Plano Estratégico Nacional de Combate ao HIV/SIDA der Regierung eine stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft vor. Im Bereich der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten setzt die Regierung auf ausreichende Geberunterstützung, um die Millenniumsziele zu erreichen.

Die Kindersterblichkeit steht in engem Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Verhältnissen in den Haushalten. In armen Familien ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch wie in besser gestellten Haushalten, dass ein Kind vor seinem fünften Geburtstag stirbt. Ein Hauptgrund dafür ist der desolate Zustand der Gesundheitsversorgung in vielen Regionen. Nur die Hälfte der Einwohner Mosambiks hat Zugang zu Gesundheitseinrichtungen, in den ländlichen Einrichtungen fehlt es zudem häufig an ausgebildetem Personal. 2005 wurde eine Impfkampagne für neun Millionen Kinder gestartet, die bereits zu einer deutlichen Senkung der Kindersterblichkeitsrate beigetragen hat.

Bei der Unabhängigkeit 1975 betrug die AnalphabetInnenquote 95 %, die höchste Afrikas und zugleich verließen fast alle LehrerInnen das Land. Mit hohem Aufwand versuchte die Regierung nach 1975 ein flächendeckendes Grundschulsystem aufzubauen, was durch den Krieg verhindert wurde. Der Staat versucht durch eine aktive Bildungspolitik, diesen extremen Herausforderungen zu entsprechen. Ausgehend von der Tatsache, dass das hohe Bildungsdefizit der Bevölkerung, eines der hauptsächlichen Entwicklungshemmnisse Mosambiks darstellt, wurden drei wesentliche Problembereiche im Bildungswesen definiert: Eingeschränkter Zugang zu Bildung für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Niedrige Qualität der angebotenen Bildung und geringe Effizienz des Bildungssystems, was sich in hohen Wiederholungs- und Abbrecherraten niederschlägt und Starke Mängel in der Bildungsverwaltung. Obwohl der Anteil der Schüler, die die fünfte Klasse abschließen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen ist (von 22% auf 38,7%), ist es höchst unwahrscheinlich, dass bis 2015 der Standard erreicht werden kann, dass alle Kinder die ersten fünf Schuljahre durchlaufen. Die Indikatoren, die über die Effizienz und Qualität des Schulsystems Auskunft geben, haben sich nur marginal verbessert. Mehr als 60% der Schülerinnen und Schüler verlassen das Schulsystem, ohne wirklich Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt zu haben. Hinzukommt, dass der Lehrermangel extrem durch das Problem der AIDS Pandemie verstärkt wird. Auch der schnelle Anstieg der Schülerzahlen stellt ein Problem im Bildungsbereich dar. Die Schüleranzahl im Primarbereich 1 (Klassen 1 bis 5) stieg von 2,3 Millionen in 1999 auf 3 Millionen im Jahr 2004 an. Zur Zeit verfügen 41% der Primarschullehrer und 33% der Sekundarlehrer über keine pädagogische Ausbildung, es wird angenommen, dass diese Zahlen noch steigen werden.

Deshalb wurde von der Regierung der strategische Bildungsplan (PEE) entworfen und ihn in die nationale Armutsstrategie (PARPA) eingebunden. Der PEE definiert für jeden der drei Kernbereiche Ziele und Indikatoren, die erreicht werden sollen und die eine bindende Orientierung sowohl für das Bildungsministerium MINED als auch für die internationalen Geberorganisationen darstellen. Letzteres bedeutet, dass alle staatlichen Kooperationen im Bildungsbereich in die nationale Sektorstrategie eingebunden werden und die nationalen Prioritäten maßgebend sind. Eine Evaluierung des ersten strategischen Bildungsplans (PEE I) 2003 ergab, dass große Fortschritte gerade im Bereich des Zugangs zur Schule gemacht wurden. Ein beträchtlicher Anteil des Bildungsbudgets wurde für Schulbau und -erweiterung und für die Einstellung von neuen LehrerInnen ausgegeben und die Einschulungsraten stiegen um 36%. Davon profitierten insbesondere Mädchen, deren Anteil in der Grundschule bei fast 50% liegt. Die schnelle Bildungsexpansion führte jedoch nicht zu einer gleichzeitigen Verbesserung der Qualität des Unterrichts, durch die Einstellung von nicht ausgebildeten Lehrkräften, reduzierte Unterrichtsstunden und große Klassen verschlechterte sich die Unterrichtsqualität eher. Durch eine Neuorientierung im PEE II liegt der Schwerpunkt jetzt auf Qualitätsverbesserung. Zu konkreten Initiativen zur Verbesserung der schulischen Qualität zählen die Reform des Grundschulcurriculums, die neue Strategie der Lehreraus- und -fortbildung und die Einführung von Schulbeiräten. Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern gehört zu den Prioritäten der Regierung. Diese erhofft sich, eine Ausweitung der ausländischen Hilfe für diesen Bereich um das im Jahr 2000 auf dem Weltbildungsgipfel in Dakar beschlossene Ziel der Grundbildung für Alle (EFA) in Mosambik erreichen zu können. Im Rahmen des EFA-Prozesses nimmt Mosambik an der "Education for All Fast Track Initiative" (FTI) der Weltbank teil, die als wichtiges Instrument zur Bildungsförderung in der Grundbildung konkret die Erreichung des EFA Ziels 2, der universellen Primarschulbildung, durch die Bereitstellung von technischer Hilfe und zusätzlichen finanziellen Mitteln unterstützt .

Seit 1990 ist der Umweltschutz in der Verfassung verankert, die Waldvernichtung durch illegale Holzkohleproduktion und Holzeinschlag, insbesondere im Umfeld von Städten, hat in den letzten Jahren stark zugenommen, zudem deckt der Bedarf an Feuerholz alleine 91 % des Energiebedarfs ab. Weiters produziert Mosambik geschnittenes Holz, das bei den Exportprodukten des mosambikanischen Außenhandels an fünfter Stelle steht. Die CO2-Emission ist gering und für die Umweltverschmutzung unbedeutend. Eine wesentlich wichtigere Rolle spielt die Giftmüll- und Sondermüllentsorgung, z.B. stellt die Entsorgung von hochgiftigen Pestizidrückständen die Regierung vor unlösbare finanzielle Probleme. Ein gravierendes Umwelt- und Gesundheitsproblem stellt auch die derzeitige Abfallentsorgung im Großraum Maputo dar.

Naturkatastrophen stellen neben AIDS das größte Entwicklungshemmnis für Mosambik dar. Die globale Klimaveränderung bewirkt ein Ansteigen des Meeresspiegels um 2-3mm/Jahr, was katastrophale Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion sowie die Bevölkerung hat. Dies zeigten die Überschwemmungen in den Jahren 2000 und 2001, die durch heftige Regenfälle und Wirbelstürme verursachten wurden. In den vergangenen Jahren wurde in Untersuchungen besonderes Augenmerk darauf gelegt, welche Rolle lokalen Institutionen bei der Katastrophenbewältigung zukommt und wie Vorsorge mit nachhaltiger Gemeinwesenentwicklung verbunden und in Entwicklungsprogrammen verankert werden kann.

In der ersten Hälfte der 80er Jahre erfuhr Mosambik – vor allem ausgelöst durch den Bürgerkrieg – eine kritische wirtschaftliche und ökonomische Situation, die durch einen starken Produktionsrückgang, die Verschärfung der strukturellen Probleme und der makroökonomischen Ungleichgewichte gekennzeichnet war. Die Strukturanpassungsprogramme SAP (Programa de Rehabilitação Económica/PRE) ab 1987 und PRES (Programa de Rehabilitação Económica e Social) ab 1991, die vor allem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank konzipiert und unterstützt wurden, führten zu einem relativ schnellen Wirtschaftswachstum. Die Landwirtschaft bildet bereits seit den 80er Jahren den Schlüsselsektor, ( bis zu 90 % der Erwerbsbevölkerung - zumeist in der Subsistenzwirtschaft) sie macht aber nur ¼ des BIP aus. Die Agrarexportprodukte Zucker, Tee, Sisal, Baumwolle, Kopra und Cashew liegen auf Grund der schlechten Infrastruktur und der starken Abhängigkeit vom Weltmarkt unter den möglichen Werten. Mit ausländischem Kapital wurde die Plantagenökonomie in den letzten Jahren wieder stark gefördert. Die Forstwirtschaft liefert neben Brennholz auch Schnitt- und Konstruktionshölzer v.a. für Südafrika. Die Fischerei erbringt über 10 % des BIP und 25 % der Exporterlöse. Mosambik besitzt große Lagerstätten an teils seltenen Rohstoffen (Gold, Bauxit, Bentonit, Eisenerz, Kupfer, Nickel, Platin, Tantalit, Titanerz, Diamanten, Graphit, Marmor, Kaolin, Salz, Steinkohle, Erdgas und Erdöl), in deren Nutzbarmachung für die kommenden Jahre ein großes Investitionspotential gesehen wird. Durch den Cahora-Bassa-Damm wird das bedeutende Wasserkraftpotenzial genutzt und elektrische Energie als Exportprodukt gewonnen. Seit 2006 hält nun Mosambik 85% der Anteile an Hydroélectrica de Cahora Bassa (HCB) und Portugal die restlichen 15 Prozent, wovon sich die Regierung wichtige Deviseneinnahmen verspricht. Auch die mosambikanischen Arbeitskräfte für südafrikanische Bergwerke sind wichtige Devisenbringer. Der Industriesektor (Stahl- und Maschinenbau, Nahrungsmittelverarbeitung und Textilbranche) erlebt durch neue Investitionen einen Aufschwung und erwirtschaftet etwa ¼ des BIP. Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur macht Mosambik als Transitland für die Nachbarstaaten interessant. Durch die Förderung u. a. des Privatsektors gelang es, ausländische Investoren zu gewinnen, die sich bevorzugt im Industriebereich engagieren, darunter der MOZAL-Aluminium-Komplex, eine Erdgaspipeline nach Südafrika und weitere Anlagen im „Maputo-Korridor“. Seit Aluminium zum Hauptdevisenbringer aufgestiegen ist, machen Industrieprodukte ca. 80 % (2004) der Exporterlöse aus.

Die Auslandsinvestitionen tragen zwar zur Wachstumsrate und über den Export zur Verbesserung der Handelsbilanz bei, da sie jedoch stark auf Enklavenbereiche (nahe der südafrikanischen Grenze wurde eine Sonderwirtschaftszone, der Maputo-Korridor, geschaffen, in der u.a. auch die Aluminium-Schmelze MOZAL steht, und die stark mit der Wirtschaft des Großraumes Johannesburg verbunden ist) konzentriert sind, weisen sie nur eine geringe Verzahnung mit den anderen Wirtschaftsbereichen auf und bringen kaum Effekte für das Programm zur Armutsbekämpfung. Im Oktober 2001 veröffentlichte die Regierung das „Poverty Reduction Strategy Paper“ (PRSP/PARPA) 2001-2005. Es enthält einen Aktionsplan für die Reduzierung der absoluten Armut, der von den Gebern als Handlungsrahmen bestätigt wurde. Da beim Entstehungsprozess dieses Dokuments zivilgesellschaftliche Akteure nur eine marginale Rolle spielten, wurde nun versucht die Zivilgesellschaft stärker in den Prozess der Planung und Durchführung einzubinden. Die Grupo 20 ist ein Netzwerk nichtsstaatlicher Organisationen, das den PRSP-Prozess begleitet und jährlich einen alternativen Armutsbericht ( Relatório Anual da Pobreza - RAP) herausgibt. Die Ergebnisse zeigen große Unterschiede zu den offiziellen Armutsstatistiken auf und liefern einen wesentlichen Input für die nationale Armutsbekämpfungspolitik. Seit 2003 ist die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Gebern und der G-20 im Observatório da Pobreza institutionalisiert. Darüber hinaus wurden für die Revision und Vorbereitung des PRSP-II technische Arbeitsgruppen eingerichtet bei denen auch die Zivilgesellschaft vertreten ist.


Nach Transparency International (TI) nimmt Mosambik im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) den 99. Rang von 163 ausgewerteten Ländern ein. Auf einer Skala von Null (hohe Korruption) bis Zehn (wenig Korruption) wird Mosambik mit 2,8 eingeordnet. Der Index zeigt eine hohe Korrelation zwischen Korruption und Armut. Aus einer Studie zu Regierungsführung und Korruption geht hervor, dass sich nach Ansicht der meisten Menschen die Korruption seit 1999 eher verschlimmert hat. 2005 wurde das Antikorruptionsreferat, das bei der Untersuchung und strafrechtlichen Verfolgung einer Reihe publizitätsträchtiger Korruptionsfälle seine Effizienz mehrfach unter Beweis stellen konnte, zu einer Zentralstelle für die Bekämpfung der Korruption (Gabinete Central de Combate aCorrupção) aufgewertet und mit größeren personellen und materiellen Ressourcen ausgestattet. Da für die Gebergemeinschaft, die einen erheblichen Anteil des Staatshaushaltes finanziert, die Korruptionsbekämpfung oberste Priorität hat, verfasste die Regierung 2006 eine eigene Anti-Korruptions-Strategie um eine verantwortliche Staatsführung sicherzustellen, die Entscheidungsprozesse der oberen Verwaltungshierarchien transparent zu gestalten und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Mosambik wurde 2001 als einem der ersten Länder ein Schuldenerlass im Rahmen der HIPC-Initiative zugestanden und insgesamt 2,3 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden erlassen. Im September 2001, nach der 2. Phase der HIPC-Initiative, war der größte Teil davon abgeschrieben. Die Restschuld betrug 1,3 Milliarden Dollar nominal oder 761 Mio $ in realem Nettowert. Der Anteil des Schuldendienstes am Staatseinkommen reduzierte sich dadurch vorübergehend von ursprünglich 23% der Exporteinnahmen auf unter 10%. Die Wirkung der Entschuldung wurde jedoch durch die Neuaufnahme von multilateralen Krediten vermindert. In den zwei Jahrzehnten seit 1984 mußte Mosambik wieder Anleihen aufnehmen, so verdoppelte sich der Schuldendienst zwischen 2001 und 2004. Im Januar 2006 gewährte der Internationale Währungsfonds Mosambik im Rahmen einer multilateralen Entschuldungsinitiative der G-8 einen vollständigen Erlass seiner Schulden in Höhe von 119 Millionen US-Dollar. So soll ein vollständiger Erlass der Schulden Mosambiks beim Internationalen Währungsfonds, bei der Weltbanktochter IDA und dem Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF) gewährt werden.

 

Internationale Entwicklungszusammenarbeit    

BASISDATEN


ODA – Official Development Assistance: 2004
: 1.228,4 Mio. US$; 65 US $ /Kopf (OECD 2006)

ODA-Anteil am BIP: 2004: 23 % (EIU 2006)

Hauptgeber 2004: USA, Großbritannien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Irland, Niederlande; IDA, EC, AfDF (OECD 2006)

Anteil Österreichs 2004: 5,2 Mio. US $; das sind 0,42% der gesamt ODA an Mosambik (OECD 2006)

 

 

Mosambik stellt für die internationale Gebergemeinschaft ein erfolgreiches Beispiel für eine friedliche Konfliktlösung mit internationaler Unterstützung und für eine erfolgreiche international gelenkte Wirtschaftsentwicklung dar – zumindest den makroökonomischen Indikatoren zufolge. Ungeachtet der Tatsache, dass nach wie vor mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt und dass die Chancen, dies in den kommenden Jahren zu verändern, nicht groß sind, zitieren die beiden Bretton Woods-Institutionen, IWF und Weltbank, weiterhin Mosambik in den Erfolgsberichten. Dies nicht zuletzt deswegen, weil die beiden Institutionen die begleitenden Sozialmaßnahmen als Aufgabe der Regierung sehen. Veränderungen im sozialen Bereich sind jedoch unter den restriktiven Maßnahmen nur schwer möglich. Während des Bürgerkriegs waren internationale Organisationen vorwiegend in der humanitären Hilfe tätig. Dies änderte sich mit dem Friedensabkommen deutlich, mittlerweile sind unzählige internationale Geberorganisationen in Mosambik tätig. In der Kooperation mit bilateralen und internationalen Gebern gilt die Frelimo-Regierung als Musterschülerin, die zum einen die zur makroökonomischen Zielerreichung auferlegten Konditionen unverzüglich umsetzt und zum anderen sehr diplomatisch ein Netzwerk an Geberorganisationen mobilisiert und deren Unterstützung auch über längere Zeiträume hinweg aufrechterhält. Selbst die durch den Prozess gegen die Mörder des Journalisten Cardoso und diverse Bankenskandale entstandenen Flecken auf Ex-Präsident Chissanos weißer Weste trübten nur bedingt seinen internationalen Ruf.

Die Frelimo-Regierung gilt auch mit ihrem neuen Präsidenten Guebuza als zuverlässiger Partner der internationalen Zusammenarbeit, dem aufgrund seines international guten Rufs auch in der Region zunehmende Bedeutung beigemessen wird. Aufgrund der wirtschaftlich und strategisch bedeutenden Lage des Landes im südlichen Afrika ist die Gebergemeinschaft an einer politischen Stabilität und wirtschaftlichem Wachstum in Mosambik interessiert. Die internationalen ODA-Leistungen spielen mit durchschnittlich 1 Mrd. US$ jährlich für die mosambikanische Wirtschaft eine bedeutende Rolle, 2004 betrugen sie 23 % des BIP, dies bedeutete umgerechnet eine Pro-Kopf ODA-Leistung von 65 US$.

Insgesamt sind 25 Staaten, acht multilaterale Organisationen sowie elf UN-Organisationen in Mosambik als Geber aktiv, von diesen gehören mittlerweile 18 zur Programme Aid Partnership (PAP). Diese als „G-18“ bekannte Gruppe von Geberinstitutionen leistet direkte Haushalts- und Zahlungsbilanzunterstützung für die Regierung. Die gebündelten finanziellen Leistungen haben zum Ziel, der Regierung die landesweite Umsetzung der nationalen Armutsbekämpfungsstrategie zu ermöglichen.

Von den 1,2 Mrd. US$ (2004) der ODA-Leistungen sind etwa 20% direkte Budgethilfe. Diese hat zentrale Bedeutung für die Implementierung der mosambikanischen Armutsstrategie (PARPA) , da sie das Ziel verfolgt, der Regierung die nötigen Mittel für die Umsetzung der Strategie direkt zur Verfügung zu stellen. Das Volumen der Budgethilfe betrug 2004/05 bspw. rund 326,7 Millionen US $ und entspricht ca. 7,6% des BIP und etwa 40% des laufenden Budgets der mosambikanischen Regierung. Zukünftig soll dieser Anteil von der Gebergemeinschaft signifikant erhöht werden. Einige wichtige Reformschritte wären ohne Budgethilfe nicht möglich gewesen, eine große Herausforderungen stellt aber der Dezentralisierungsprozess in Mosambik dar. Aus historischen Gründen gestaltet der stark zentralisierte Staatsapparat die Mittelzuteilungen an Lokalregierungen stark hierarchisch und ohne politische Mitsprache. Die Folge ist eine geographisch ungleiche Budgetverteilung, die die Region um die Hauptstadt bevorzugt. Die übrigen Provinzen haben in den letzten Jahren eher noch an Einfluss auf die Budgetpolitik verloren. Da die Auszahlungen zudem relativ spät kommen und das jährliche Budget zu einem hohen Anteil über EZA finanziert wird, stellt diese eine große Einschränkung für den Handlungsspielraum der Regierung dar.

Für die Unterstützung der PRS in Mosambik hat ein koordiniertes Gebervorgehen große Bedeutung. Es ermöglicht der Regierung und den internationalen Partner die organisatorischen Abläufe zu vereinfachen, die unterschiedlichen Rollen zu klären und damit die Effektivität der Hilfe zu steigern. Koordiniert werden die Geberaktivitäten in Mosambik von der „Consultative Group“ (CG) unter dem Vorsitz der mosambikanischen Regierung und der Weltbank. Zusätzlich wurden geberfinanzierte ExpertInnen in die mosambikanische Verwaltung integriert, um die Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit durch strukturelle Maßnahmen zu gewährleisten. Im Zuge der Harmonisierungs- und Anpassungsstrategien der Geberländer startete die EU auch in Mosambik Pilotprojekte zur Koordinierung der Hilfe. Bessere Informationsaufbereitung über die einzelnen Arbeitsbereiche der EU-Geberländer soll die Koordination im Sinne der Komplementarität steigern. Dafür wurde ein eigener Geberatlas der EU ausgearbeitet. Mit dem Performance Assessment Framework/PAF wurde von Regierungsseite ein innovatives Instrument geschaffen, das erlaubt, den Grad der Zielerreichung zu messen. Im Sinne der Paris- Deklaration steht die wirksame Hilfe im Vordergrund und die Geber verpflichten sich, den Anteil an Budgethilfe zu erhöhen, die andern Instrumente (Sektorprogramme und Projekte) stärker mit den nationalen Prozessen zu koordinieren und die Beiträge über das ordentliche Budget zu kanalisieren. Die Risiken und Schwachpunkte dieses Reformprozesses liegen im Bereich Rechtsunsicherheit, Korruption und Bürokratie. Trotz fehlender Fortschritte bei der Implementierung der Anti-Korruptionsstrategie sagten die 18 Geberländer auch im Jahr 2006 Mosambik umfassende finanzielle Unterstützung für den Staatshaushalt zu.

Die Geber sehen positive Ergebnisse ihrer Investitionen – insbesondere in der Verwendung der Mittel- und loben den konstruktiven Dialog mit der Regierung. Kritik gibt es von unabhängiger Seite an der passiven Rolle der Regierung und dem dominanten Vorgehen der vereinten Gebergemeinschaft innerhalb des PRS-Prozesses.

Die USA zählen in den vergangenen 5 Jahren zu den wichtigsten Gebern in Mosambik, im Jahr 2004 lagen sie mit 110 Mio. US$ (15 % der bilateralen ODA) auf dem 1. Rang der bilateralen Geberliste. Für die Wirtschaft der USA stellt Mosambik einen wachsenden Absatzmarkt für Exportprodukte sowie Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Bergbau und Erdgasförderung dar. Die Entwicklungszusammenarbeit der USA mit Mosambik bis 2010 konzentriert sich regional auf die nördlichen Provinzen und inhaltlich auf Demokratieförderung und Dezentralisierung (Kommunalverwaltung), Förderung des privaten Sektors im ländlichen Umfeld, Exportförderung, ausländische Investitionen, Gesundheitsversorgung mit Schwerpunkt auf Mütter und Kinder sowie gemeinsame Geberaktivitäten im Rahmen von Budgethilfe. Innerhalb der Africa-Food-Security-Initiative sind die USA in der Wiederherstellung des ländlichen Straßennetzes, der Förderung von Bauernverbänden und in der Unterstützung der Sektorpolitik des Landwirtschaftsministeriums tätig. Im Bereich Demokratie wird die nationale Legislative in ihren Aufgaben unterstützt sowie die Zivilgesellschaft gestärkt. Zusätzlich hat USAID auch eine eigene Strategie zur Korruptionsbekämpfung in Mosambik. Im Gesundheitssektor fördert USAID die lokalen, bereits vorhandenen Kapazitäten sowie ein landesweites HIV/AIDS Bekämpfungsprogramm (PEPFAR) .

Die nordischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden gewähren Mosambik jährlich jeweils an die 60 -70 Mio. US$, insgesamt macht ihr Beitrag knapp 30% der bilateralen ODA-Zahlungen aus. Für Dänemark ist Mosambik eines der 15 Programmländer. Bisher war die Hilfe in mehreren Sektoren auf die Tete-Provinz konzentriert. Nach einer umfangreichen Evaluierung wurde das Programm für 2000-2004 modifiziert: die Regierung wird in ihrem Bemühen der Armutsreduzierung unterstützt, die Kooperation wird auf Landwirtschaft, Erziehung und Energie konzentriert und geografisch aus Dänemark geweitet. Auch Dänemark beteiligt sich an Budgethilfe in den Sektoren Demokratisierung und Menschenrechte sowie Umwelt. Zudem fördert die direkte Kooperation zwischen privaten dänischen und mosambikanischen Unternehmen.

Der Schwerpunkt der schwedischen Zusammenarbeit liegt in den Bereichen Menschenrechte und Demokratisierung, Friedensförderung und Konfliktmanagement, Förderung des öffentlichen Verwaltungsapparates auf nationaler und regionaler Ebene, Bildung in Form von Sektorbudgethilfe, HIV/Aids durch Unterstützung des National Aids Council sowie durch die UN- Organisation UNFPA, Aufbau von Infrastruktur zur Verbesserung der Elektrizitätsversorgung und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Einen regionalen Schwerpunkt bildet das Programm in der Provinz Niassa. Der Report zur Kooperation 2004 der SIDA gibt für das Jahr 2005 folgende sektorielle Verteilung der Mittel an: 42% Infrastruktur, 24% Budgethilfe, 21% Menschenrechte und Demokratie, 4% Gesundheit, 3% Umwelt, 2% Bildung.

Großbritannien rückte 2004 mit 66 Mio. US$ (25 % der bilateralen ODA) auf den 4. Rang der bilateralen Geberliste. Das laufende Kooperationsprogramm der britischen und mosambikanischen Regierung sieht Einkommensförderung durch ein Zollreformprogramm, Reformprogramme im öffentlichen Dienst, ein integriertes Entwicklungsprogramm zur Verbesserung der Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung in der Provinz Zambezia und die Förderung des Englischunterrichts im Sekundarschulbereich vor. Die Bekämpfung von HIV/Aids, Aufbau von Infrastruktur, Unterstützung der Zivilbevölkerung und Gesundheitsprogramme sind weitere Kernbereiche der Kooperation. Das UK Department for International Development ( DFID) gibt als finanziellen Rahmen der ODA-Leistungen für 2005/06 rund 55 Millionen Pfund an. £35 Millionen Pfund - rund 64% der ODA- werden im Rahmen des PAP direkt dem Regierungsbudget zugeführt.

Das Kooperationsprogramm zwischen Norwegen und Mosambik nennt fünf Schlüsselbereiche der Zusammenarbeit: Gesundheit, Energie, Fischfang, Dezentralisierung und die makroökonomische Unterstützung in Form von Budgethilfe. Norwegen trägt auch zum Budget Support Programm zur Unterstützung der Regierung bei der Umsetzung der Armutsbekämpfungsstrategie und der Reform des öffentlichen Dienstes sowie des Finanzmanagements bei. Zudem unterstützt Norwegen in Mosambik Anti-Korruptions-Strategien.

Die Niederlande begannen ihre Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik kurz nach der Unabhängigkeit auszubauen. Mosambik gehört zu den 17 Schwerpunktländern, die strukturelle Hilfe bekommen. Diese konzentriert sich auf die sozialen Sektoren (Bildung und Gesundheit), auf den Wasser- und Sanitärbereich und „Good Governance“/Demokratisierung, sowie auf Schuldenerleichterung. Regionaler Schwerpunkt der niederländischen EZA ist die Provinz Nampula.

Deutschland ist nach wie vor einer der wichtigsten Geber, wenn auch die Leistungen insgesamt seit 2000 abnahmen. Mosambik gehört zu den vier Pilotländern des Aktionsprogramms 2015 der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Im Rahmen der G18 unterstützt auch Deutschland Mosambik durch direkte Budgethilfen zum Staatshaushalt. Die deutsche Technische Zusammenarbeit ist über die Hauptstadt Maputo und die Provinz Manica hinaus in den Provinzen Sofala, Inhambane und Nampula präsent. Gegenwärtig liegt der Fokus auf  den Schwerpunktbereichen Grund- und Berufsbildung, Ländliche Entwicklung, Wirtschaftsreform und Aufbau der Marktwirtschaft. Das deutsch-mosambikanische Bildungsprogramm unterstützt die Umsetzung des nationalen strategischen Plans für Bildung und trägt dazu bei, das Angebot von Grund- und Berufsbildung zu verbessern. Da sich das Wirtschaftswachstum bis jetzt vorwiegend auf die Hauptstadt und ihr Umfeld im Süden des Landes konzentriert führt die GTZ ein Programm für ländliche Entwicklung durch. Zur Unterstützung der Wirtschaftsreform und des Aufbaus der Marktwirtschaft wird makroökonomische Beratung der Zentralbank im regulativen Bereich der Mikrofinanzierung, finanzielle Stärkung und institutionelle Förderung des Finanzsystem zur Verbesserung des Zugangs von Kleinst-, Klein - und Mittelunternehmern zu Dienstleistungen des Bankensektors und die Förderung des Aufbaus und Entwicklung sektorspezifischer Regionalverbände des privaten Unternehmertums in den Provinzen Manica, Sofala und Inhambane durch die GTZ durchgeführt.

Als zehntgrößter Geber konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz auf die Bereiche Wirtschaftliche Entwicklung (Budgethilfe; Steuerreform; Förderung des Privatsektors; politische, wirtschaftliche und strategische Arbeitsgruppen für die Armutsbekämpfung), öffentliches Gesundheitswesen, HIV/AIDS-Behandlung und lokale Gesundheitsversorgung, Trinkwasser und Siedlungshygiene in den Provinzen Cabo Delgado, Nampula, Niassa und Zambezia sowie Ländliche Entwicklung und Mikrokreditwesen, Dezentralisierung und Demokratisierung. Als sektorübergreifende Themenschwerpunkte werden die Förderung der Chancengleichheit zwischen Frauen und, Männern und HIV/Aids genannt. Derzeit wird die neue Kooperationsstrategie Schweiz–Mosambik 2007-2011 erarbeitet, die die Schwerpunkte des Schweizer Engagements in Mosambik für die nächsten Jahre definiert.

Österreich ist mit 1-5 % der bilateralen ODA nur ein kleiner Geber für Mosambik. Die Kooperation ist in das PRSP-Programm der Regierung integriert, konzentriert sich auf die Provinz Sofala und hat folgende relevante Sektoren: Demokratie und Dezentralisierung (D&D), Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung (LW&LE), Mikro-, Klein- und Mittelbetriebsförderung (MKMB), Wasserversorgung und Siedlungshygiene (WA), Entminung.

Die multilaterale ODA an Mosambik betrug im letzten Jahrzehnt zwischen 22 % (2001) und 40% (2004) der Gesamt-ODA. Der größte multilaterale Geber ist die Weltbank (bzw. IDA) aufgrund diverser Strukturanpassungsprogramme und weiterführender sozio-ökonomischer Programme, die Mosambik angenommen hatte und durch zwei HIPC-Entschuldungsmassnahmen (1999 und 2001). Die IDA unterstützte 2005 16 Projekte (Kommunikation, Hochschulbildung, Privater Sektor) mit einem Gesamtvolumen an Zusagen von 873 Mio. US$. Die IFC (International Finance Corporation) sagte 148 Mio. US$ für Projekte im Agrobusiness, der Hotellerie, dem Bankwesen und der Industrie zu, wobei 120 Mio. US$ für die Aluminiumschmelze MOZAL bestimmt sind. Im Herbst 2005 erstellte die Weltbank gemeinsam mit der mosambikanischen Regierung ein Country Economic Memorandum das als Grundlage für die Erstellung des PARPA II dienen sollte.

Im Jahr 2004 feierte die EU in Mosambik das 20 jährige Jubiläum der Zusammenarbeit. Der Beginn dieser Kooperation wurde 1984 mit Mosambiks Beitritt zum Lomé-Abkommen festgelegt. Vor diesem Hintergrund finanziert sie im Rahmen des 9. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) ein umfangreiches Entwicklungsprogramm, das sich auf Verkehrsinfrastruktur, makroökonomische Unterstützung sowie Maßnahmen im Gesundheitsbereich konzentriert. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen der EU und der mosambikanischen Regierung liegt im Bereich des integrierten „community-based development“, mit den Zielen die Lebensbedingungen zu verbessern und die Partizipation zu fördern. Die Country Assistance Strategy Paper und das National Indicative Programme (NIP) für den Zeitraum 2001-2007 verfolgt als Hauptanliegen die Konsolidierung der Demokratie und die Verbesserung der Menschenrechtssituation sowie die Unterstützung der Armutsbekämpfungsstrategie der Regierung. In diesem Sinn wird in den Ausbau des ländlichen Straßennetzes, die Wasserversorgung, den Ausbau des Schulsystems und der Gesundheitsversorgung investiert sowie auf Lebensmittelversorgung, Viehzucht und ländliche Entwicklung geachtet. Als begleitende Sektoren werden Demokratisierung und Friedenskonsolidierung, die Förderung des privaten Sektors in der Wirtschaft sowie des Transportwesens angeführt. Die Höhe der finanziellen Unterstützung aus dem 9. EDF für Sektorpolitik Makroökonomische Unterstützung Programm- und Projekthilfe wurde mit 274 Mio. € festgelegt, davon sollen 25-35% für Transportinfrastruktur, 45-55% für Makroökonomische Unterstützung, Ernährungssicherung 0-15% und 10-15% für andere Programme (zB HIV/Aids, NGOs,..) ausgegeben werden. Für Katastrophenhilfe, (wie z.B. Nahrungsmittelhilfe) sieht die CSP 55 Mio. US$ vor.

Aktuelle Projekte der EU sind ein „Private Sector Development Programme“, Private Enterprise Development Programme (PoDE), der Ausbau der Straße von Nampula nach Nacala (Nacala-Korridor), ein „Mozambique Rural Development Programme“ (RDP) in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildungssystem, Ausbau von Verkehrswegen sowie die Erstellung einer Feasibility Studie für die Rehabilitierung der Namacurra-Rio Ligonha Straße. Der politische Dialog beschäftigt sich vorwiegend mit demokratiepolitischen Fragen. In diesem Zusammenhang unterstützte die EU seit den frühen 90er Jahren die mosambikanischen Wahlen. Weiters ist eine Finanzierung technischer Hilfe zur Realisierung von Erleichterungen für den Handel, um Mosambik bei der Integration in den Weltmarkt, der Stärkung des Wirtschaftswachstums und der Bekämpfung von Armut unterstützen. Im Bereich des Handels wurden im Rahmen der Economic Partnership Agreements (EPA) die Beziehungen neu definiert.

Die UN-Organisationen unterstützen in Mosambik den Aktionsplan der Regierung mit dem Ziel der Reduktion der absoluten Armut (PARPA) um 1/3 bis zum Jahr 2010. Alle MosambikanerInnen sollen befähigt werden, am Entwicklungsprozess teilzuhaben und davon zu profitieren. Hauptaufgabe des Entwicklungsprogramms der UNO (UNDP) ist, gemeinsam mit der Weltbank koordinierende Funktionen auszuüben. UNHCR und UNICEF engagieren sich seit Anfang der 90er Jahre im Rahmen der Demilitarisierung und Flüchtlingsrückführung.

Ein regelmäßiger Geber, der auf Rang 3 der multilateralen Geber liegt, ist die Afrikanische Entwicklungsbank (AFDF). Die Projekte reichen von Straßenbau über Wasserversorgung, Gesundheitsversorgung, Bildung, Capacity Building für PRSP bis zu wirtschaftlicher Rehabilitation. Das laufende Programm ist in der Country Assistance Strategy 2006-09 festgeschrieben.


Tabelle 1:

Gesamte empfangene Official Development Assistance (ODA)

 

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

erh. ODA ges.
(in Mio. US $ netto)

805

877

931

2.201

1.037

1.246

1.286

pro Kopf in US $ ca.

40

31

26

35

33

24

38

in % des BSP

12

10

10

14

14

11

16

davon ODA Ö.
(in Mio. US $)

11,1

12,8

4,6

4,5

1,8

5,4

5,4

in % der ges. ODA

3,0

2,0

0,8

0,5

0,2

0,9

0,6

Quelle: OECD, Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen



Tabelle 2:
Mosambik: Gesamte empfangene ODA
Anteil Bilateral/Multilateral und Zuschüsse/Kredite (in Mio. US$)

 

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

gesamt ODA

805

877

931

2.201

1.037

1.246

1.286

Bilaterale ODA in %

74

71

78

76

67

60

58

Multilaterale ODA in %

26

29

22

24

33

40

42

Grants in % der ODA

182

103

87

68

93

74

78

Loans in % der ODA

o.A.

o.A.

11

45

24

26

22

Quelle: OECD, Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen



Grafik:
Mosambik: Hauptgeberländer in %
Summe in Mio US$
2002
1.661
2003
697
2004
728

Quelle: OECD, Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen

 

Grafik:
Mosambik: Hauptgeberintitutionen in %

Summe in Mio. US $
2002 539
2003 339
2004 497
Quelle: OECD, Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen


Sektorielle Verteilung der internationalen ODA

Die sektorielle Verteilung der ODA läßt sich über die Zusagen an bilateraler Hilfe anhand untenstehender Grafik für das Jahr 2003 teilweise nachvollziehen, rund die Hälfte wird durch den Anteil an Schuldenerleichterung abgedeckt, weiters dominiert mit einem Viertel der Commitments der Sozialbereich, gefolgt von den multisektoriell angelegten Projekten und der Programmassistenz mit 8-9%.


Grafik:
Bilateral ODA-Commitments 2004 (by purpose in %)

Total in Mio. US$

740


Quelle: OECD, Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen




BILATERALE BEZIEHUNGEN ÖSTERREICH-Mosambik

Überblick

Die bilateralen Beziehungen zu Österreich im außenpolitischen Bereich, in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA), im Handel und kulturellen Bereich bestehen seit 1976. Auf diplomatischer Ebene aber gab es nach der Unabhängigkeit Mosambiks lange Zeit keine offiziellen Kontakte und während der Bürgerkriegszeit leistete Österreich keine politisch-diplomatische Unterstützung. In weiterer Folge kam es auch nicht zu einem Austausch von BotschafterInnen, Österreich ist seit 1987 lediglich mit einem Honorarkonsulat in Mosambik vertreten. In wirtschaftlichen Belangen gab es bereits vor der Unabhängigkeit Mosambiks mehrere österreichische Firmen (z.B. Bauer Bewässerungstechnik und Steyr), die langjährige Erfahrung in der Kooperation mit Mosambik aufwiesen. Nach der Unabhängigkeit zogen sich diese jedoch zurück und wurden erst 10 Jahre später im Rahmen von EZA-Projekten bei der Instandsetzung einer Bewässerungsanlage wieder aktiv. Auch bei der Instandhaltung der Bahnlinie im Beira-Korridor arbeiteten Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit eng zusammen.

Seit Beendigung des Bürgerkrieges 1992 beteiligt sich Österreich am Wiederaufbau des Landes, zunächst durch eine Teilnahme an der UN-Operation ONUMOZ in Mosambik 1994 (Einsatz von Polizisten). Österreich begann damals allgemein sein sicherheitspolitisches Engagement in Krisengebieten der Dritten Welt zu verstärken. Begleitet wurde dieser Einsatz mit flankierenden, Demokratie fördernden Maßnahmen in Vorbereitung der ersten Wahlen seit dem Friedensabkommen. Bald darauf wurde Mosambik auch als Schwerpunktland der damaligen Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ausgewählt und ein OEZA-Koordinationsbüro eingerichtet. In den darauf folgenden Jahren kam es zur Ausarbeitung eines Länderprogramms. 1998 besuchte dann die damalige Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner Mosambik, anlässlich einer Reise ins südliche Afrika zur Vorbereitung der österreichischen EU-Präsidentschaft sowie anlässlich der EU-SADC Transportkonferenz. 1999 stattete der damalige Bundeskanzler Viktor Klima in Begleitung von Finanzminister Edlinger und einer Wirtschaftsdelegation dem Schwerpunktland einen Besuch ab. Im Juni 2001 war Außenminister Leonardo Santos Simão in Österreich, führte Gespräche mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, dem Parlament und der Wirtschaftskammer und betonte, dass Mosambik gute Beziehungen zu Österreich auf der Ebene der EZA, der Wirtschaft und der SADC (Österreich ist für Transport und Kommunikation zuständig) aufbauen wolle. Anlässlich des World Summit 2002 in Johannesburg trafen Aussenministerin Benita Ferrero-Waldner und Außenminister Leonardo Simão zu einem Arbeitsgespräch zusammen. 2004 kam es zu einer Teilnahme einer österreichischen Delegation unter Leitung von Botschafter Georg Lennkh an der 5. EU –SADC Ministerkonferenz in Maputo. 2004 war Gesundheitsminister Fernando Songane auf Einladung des Hilfswerks Austria in Österreich, dabei kam es auch zu Gesprächen mit Sektionsleiter Georg Lennkh und ADA Geschäftsführer Michael Linhart. Die diplomatischen Agenden werden nach wie vor von den Botschaften in Bonn und Harare stellvertretend wahrgenommen. Im Jahr 2005 kam der Geschäftsführer der ADA Michael Linhart zu einem Arbeitsbesuch in die Provinz Sofala. Die Außenhandelsstelle Österreichs in Harare, die auch für Mosambik zuständig war, wurde ab Jänner 2002 nach Johannesburg in Südafrika verlegt.

Auf kulturellem Gebiet gab es ab Mitte der 80er Jahre mehrere gemeinsame Aktivitäten. Im Bereich Kunst überwiegt bis heute der Austausch und die Zusammenarbeit von KünstlerInnen. Zum einen stellte der Maler Malangatana Ngwenya 1987 in Österreich Bilder aus und leitete einige Workshops und anlässlich der UN-Menschenrechtskonferenz in Wien entstand im Juni 1993 ein Wandbild in Zusammenarbeit von Berry Bickle aus Zimbabwe, Malangatana Ngwenya aus Mosambik und Minna Antova aus Österreich.

Im Bereich der darstellenden Kunst wurde 1988 die mosambikanisch-österreichische Koproduktion ”Safari” von Wilhelm Pevny in Maputo uraufgeführt und auf Einladung des Wiener Instituts für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (VIDC) wurden 1993 acht Jugendliche nach Österreich eingeladen, um im Rahmen der Produktion ”Crianças do Mundo” Tanzvorführungen zu geben und Schulpartnerschaften zu besuchen.

Als musikalische Kooperationen fand diverse Tourneen statt, so unternahm das Timbila-Orchester von Venancio Mbande Ende der 80er Jahre eine Österreich-Tournee und 1986 partizipierten das Vienna Art Orchestra, Patt Brothers und andere Gruppen am einwöchigen Jazzfestival „Maputo Jazz 86“.

Im Juni 1990 konnte ein Dokumentarfilm von Margareta Heinrich und Margit Niederhuber in Gegenwart des mosambikanischen Präsidenten und mehrerer Regierungsmitglieder in Maputo uraufgeführt werden.

1984 entstand das Solidaritätskomitee Mosambik, das sich als Forum von Menschen und Institutionen verstand, die an politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Prozessen in Mosambik interessiert sind. Über viel Jahre hindurch wurde in der eigenen Zeitschrift ”A Luta Continua” über aktuelle Ereignisse in Mosambik informiert. Nach der Einstellung dieser Reihe kam es vorübergehend zu einer Kooperation mit dem deutschen Koordinierungskreis Mosambik (KKM) bei der Herausgabe des Mosambik-Rundbriefs. Mittlerweile wurde aber auch das Solidaritätskomitee Mosambik ganz aufgelöst.

Einen verstärkenden Impuls erlebten die kulturellen Beziehungen 1996 durch Projekte des VIDC im Rahmen des Festivals ”Sura za Afrika” – Gesichter des Südens – und diverse Veranstaltungen und kulturelle Austauschprogramme: so trat zum Beispiel die mosambikanische Gruppe Ghorwane in Österreich und die Wiener Tschuschenkapelle in Mosambik auf und auch Venancio Mbande trat im Rahmen des Kulturprogramms ”Sura za Afrika” wieder mit seinem Timbila-Orchester auf. Zudem wurden Kreativworkshops bzw. ein interaktives Kulturprogramm in den Bereichen der Bildenden und Darstellenden Kunst gemeinsam organisiert. Die SchriftstellerInnen Pauline Chiziane (”Wind der Apokalypse”) und Mia Couto unternahmen Literaturtourneen durch Österreich. Zur Präsentation mosambikanischer Kunst nahmen Francisco Maria Conde und Silverio Sitoe an dem Symposium 1998 teil, das in Kooperation mit dem VIDC in der Kunsthalle Krems veranstaltete wurde.

Einen weiteren Höhepunkt in der kulturellen Zusammenarbeit gab es im Rahmen der humanitären Katastrophenhilfe, die Österreich bei den Überschwemmungen von 2000 und 2001 leistete. Angesichts der Flutkatastrophe fanden sich österreichische MusikerInnen und Kulturschaffende zusammen, um mit einem ”Konzert für Moçambique” die öffentliche Aufmerksamkeit und Anteilnahme wach zu halten und den Wiederaufbau in Mosambik zu unterstützen. Mit dem Reinerlös der Benefizveranstaltung (über 13.000 Euro) wurde ein Beitrag zu Projekten in Búzi in der Provinz Sofala zur Instandsetzung von zerstörten Brunnen für Trinkwasser und Bewässerung, sowie Unterkünften und Transportwegen geleistet. Unterstützung fand auch das Netzwerk „KünstlerInnen gegen Armut“ in Mosambik und die Initiative der afrikanischen Länder, eine Aufstockung der Mittel für internationale Entwicklungszusammenarbeit, u.a. durch einen vollständigen Schuldenerlass, zu fordern.

Im Herbst 2000 fand ein weiteres Benefizkonzert für Mosambik, diesmal mit KünstlerInnen aus Mosambik, statt. Im Gegenzug wurde im August 2002 in Matola, einem Vorort Maputos unter dem Motto „bridge over troubled water“ ein Solidaritätskonzert für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe in Europa gegeben – als Dank für die (künstlerische) Unterstützung und Hilfe im Jahr 2000. Das interdisziplinäre Kulturaustauschprojekt mit mosambikanischen KünstlerInnen aus dem Umfeld der Initiative „artists against poverty“ und dem österreichischen Posaunisten Werner Puntigam MO'SOME BIG NOISE läuft seit 2003. Und im Jänner 2003 gastiert das teatro avenida Maputo im Schauspielhaus Graz mit „ butterfly blues“ von H. Mankell.

Im Theaterbereich wurde 2005 die Aufführung von Schillers „Räuber“ unter österreichischer Mitwirkung im Teatro Avenida in Maputo (Stephan Bruckmeier, Margit Niederhuber) unterstützt. Ferner wurde ein finanzieller Beitrag an die mosambikanische Theatergruppe NICE geleistet, anlässlich der Aufführung einer in Hinblick auf die AIDS-Problematik überarbeiteten Version von Schnitzler’s „Der Reigen“ .


Entwicklungszusammenarbeit


Basisdaten


Schwerpunktland
der OEZA seit 1993

Gesamt-ODA Österreichs an Mosambik 2005 3,5 Mio. €; 0,4% der bilateralen ODA Österreichs

Koordinationsbüro der OEZA in Beira 1995-2005, Liaisonsbüro in Maputo 1997-2005. Seit 2005 befindet sich das Koordinationsbüro in Maputo.




Geschichtlicher Überblick und Aktueller Stand   

Die Entwicklungszusammenarbeit hatte schon bald nach der Unabhängigkeitserklärung im Bildungsbereich und in der Stadtplanung mit kleineren Projekten des damaligen Instituts für Internationale Zusammenarbeit (IIZ) eingesetzt. Davon abgesehen begannen ab den 80er Jahren jährliche Nahrungsmittelhilfen im Umfang von mehreren tausend Tonnen, das Gesamtvolumen der österreichischen EZA-Leistungen an Mosambik lag im Schnitt bei mehr als 3,63 Mio. Euro (50 Mio. ATS) jährlich. Weiters kam es Mitte der 80er Jahre zu einem verstärkten Engagement in Bewässerungs- und Viehzuchtprojekten und Projekten zur Errichtung von Schlachthöfen. Aufgrund von Überschwemmungskatastrophen stiegen die Zahlungen in Form von Exportkrediten weiter an. In dieser Phase wurde auch der Grundstein zu dem Großprojekt ”Hochwasserschutz am Rio Umbeluzi” an der Grenze zu Swaziland gelegt, das in Form von unterschiedlichen Projektvorhaben über Jahre ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Programm- und Projekthilfe an Mosambik war.

Einen verstärkenden Impuls erfuhr die Entwicklungszusammenarbeit durch den Abschluss eines Abkommens über technische und finanzielle Zusammenarbeit im Jahr 1985. Die damalige Schwerpunktsetzung lag in den Bereichen Viehzucht, Fleischverarbeitung, Eisenbahnbau und Wasserwirtschaft und es wurden vor allem Projekte zum Wiederaufbau des durch Krieg zerstörten Landes. In diesem Zusammenhang wurden projektbegleitend zwei EZA-Kredite für die ”Rehabilitierung v. Bewässerungsanlagen und einer Fabrik zur Erzeugung von Bewässerungssystemen” und zur ”Rehabilitierung der Machipanda-Beira Eisenbahnstrecke” an Mosambik vergeben. Auf Initiative des früheren Bundeskanzlers Vranitzky fand 1998/99 im Rahmen der HIPC-Initiative Mosambik eine Entschuldung dieser beiden Kredite über insgesamt 9,5 Mio.€ (130,7 Mio. ATS) statt.

Über 10 Jahre standen Hochwasserschutz, Schlachthofplanungen und die Eisenbahnrehabilitierung im Vordergrund, anlässlich der innenpolitischen Entwicklungen in Mosambik kam Anfang der 90er Jahre der Bereich „Hilfestellung und Ausbildung zur Wahlvorbereitung und Durchführung der Wahlen sowie Entsendung von WahlbeobachterInnen“ dazu. Entsprechende Projekte wurden vom Österreichischen Nord-Süd-Institut für Entwicklungszusammenarbeit ( ÖNSI) durchgeführt z.T. mit groß angelegten Wahlinformationsprogrammen über Radio Moçambique. In dieser Zeit wurde die Forderung nach einer neuen inhaltlichen Programmierung und einem Länderprogramm für die Zusammenarbeit mit Mosambik laut. Seit 1993 ist Mosambik das einzige Schwerpunktland in der Schlüsselregion Südliches Afrika im Dreijahresprogramm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. (als Schwerpunktland der OEZA wurde es bereits 1992 ausgewählt). Auf Basis von Erhebungen einer österreichischen Kommission wurde für die zukünftige Zusammenarbeit die sektorielle Schwerpunktsetzung in den Bereichen ”Demokratie, Zivilbevölkerung, Landwirtschaft, Kleinbetriebsförderung sowie Wasserwirtschaft” festgelegt. Bei den ersten Wahlen nach dem Friedensabkommen 1994 nahmen 15 österreichische WahlbeobachterInnen teil. Eine regionale Konzentration im Partnerland wurde für die Provinzen Sofala und Manica definiert. Seit 1994 ist die Provinz Sofala Schwerpunktregion, wobei sich die Projektaktivitäten auf folgende Distrikte konzentrierten: Buzi, Marromeu, Dondo (Stadt), Cheringoma und Chibabava. Die Schwerpunktregion der OEZA ist eine der ärmsten Provinzen Mosambiks. Etwa 90% der ländlichen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Der Großteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird meist nur für den Eigenbedarf bewirtschaftet. Zu den Aktivitäten dieser Zeit zählte u.a. die langfristige Unterstützung des Projekts ”Capacity Building in der mosambikanischen Frauenorganisation Amai a pa Banda” dar, das 15 nach dem Bürgerkrieg zurückgekehrte Gruppen in den Distrikten Mwanza und Cheringoma unterstützte, um dort den sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbau vorzubereiten.

Mit Errichtung des österreichischen Koordinationsbüros in der Provinzhauptstadt Beira 1995 kam es zur Erstellung des 1. Landesprogramms für den Zeitraum 1996-1998. Zur besseren Abstimmung mit anderen Geberländern bzw. der EU wurde zwei Jahre später ein Liaison-Büro in der Hauptstadt Maputo eingerichtet. Seit 2005 befindet sich nun das Koordinationsbüro der OEZA in Maputo. Das 2. Landesprogramm 1999-2001 konzentrierte sich auf die Zentrumsprovinz Sofala, welche den höchsten Armutsindex Mosambiks aufwies. In enger Abstimmung mit regionalen Regierungspartnern und durch Geberkoordinierung auf nationaler Ebene wurden im Rahmen des Landesprogramms vier Sektorprogramme in den Bereichen Demokratie & Dezentralisierung, Ländliche Wasserversorgung & Siedlungshygiene, Landwirtschaft und Kleingewerbe entwickelt und durch konkrete Projekte in ländlichen Distrikten der Provinz Sofala umgesetzt. Aber auch im Bereich der Entminung und der Konfliktbewältigung wurden Beiträge geleistet. Im November 2001 fand das zweite, vom Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Stadtschlaining) in Mosambik durchgeführte interafrikanische Seminar zur Konzept- und Strategieentwicklung für Friedensbildung im südlichen Afrika mit internationaler Teilnahme aus 17 afrikanischen Staaten statt.

Die durch öffentliche Mittel finanzierte bilaterale Projektarbeit wurde zudem durch österreichische Trägerorganisationen mit Eigenmitteln ergänzt. Zu den durchführenden Organisationen der OEZA zählten das ÖNSI, CARE-Österreich, das IIZ (jetzt HORIZONT 3000), der ÖED (jetzt HORIZONT 3000) und die Firmen Ecotec, ADC – Development Corporation Projektmanagement GmbH. und TB-Weidel. Innerhalb Österreichs fanden sich VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), staatlicher Verwaltung, Firmen sowie interessierte Einzelpersonen zu einer Gruppe „Südliches Afrika“ zusammen und begleiteten die Ausarbeitung und Umsetzung des jeweiligen OEZA-Drei-Jahres-Programms für Mosambik.

Die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2000 hatte auch die Provinz Sofala stark betroffen. Aufgrund der lokalen Infrastruktur des Koordinationsbüro der OEZA konnte ein wesentlicher Beitrag zu effektiver und effizienter Koordinierung des Hilfseinsatzes vor Ort geleistet werden und die Rehabilitierung zügig durchgeführt werden. Kurzfristig wurden als erste Maßnahme Ende Februar 2000 4 Mio. ATS umgewidmet. Für weitere Rehabilitierungs- und Verteilungsmaßnahmen (Trinkwasserversorgung in den Bezirken Búzi und Chibabava, landwirtschaftliche Anbauberatung und -unterstützung sowie Wiederaufbau von 435 Wohnhäusern in hochwassersichereren Gebieten im Bezirk Buzi) wurden von der Bundesregierung weitere 9,8 Mio. ATS genehmigt. Die österreichische Regierung entsandte 80 Bundesheersoldaten mit 4 Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen nach Mosambik. Die Gesamtkosten für den vierwöchigen Hilfseinsatz im Distrikt Chibutu betrugen rund 17 Mio. ATS. Mit Hilfe von Spendengeldern waren auch Caritas, Unicef Österreich, Diakonie Österreich, Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, Care Österreich, Hilfswerk Austria und World Vision vor Ort tätig.

Tabelle 3:
Die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit Österreichs mit Mosambik in Mio.€

 

2000

2001

2002

2003

2004

2005

ODA gesamt

5,5

2,3

22,7

3

4,2

3,5

Zuschüsse

5,5

2,3

22,7

3

4,2

3,5

Kredite

-

-

-

-

-

-

% der bilat. ODA

1,9%

0,5%

5,9%

1,5%

1,5%

0,4%

Quelle: OEZA-Statistik/ÖFSE/TBK; DAC-Statistik

 

 

Sektoren der Entwicklungszusammenarbeit und aktuelles Programm

Das aktuelle österreichische Programm, das über ländliche Entwicklung an der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bevölkerung in den Distrikten entsprechende Strukturen und Mechanismen schaffen will, entspricht der nationalen Orientierung auf die Armutsreduzierung. Standen im ersten Landesprogramm mit Mosambik (1996-1998) noch Wiederaufbau und Friedenssicherung im Vordergrund, erlauben nun die politische und wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes die Konzentration auf die Sektoren:

  • Demokratieentwicklung und
  • Dezentralisierung sowie
  • Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, die auch das Trink- und Nutzwassermanagement umfasst.

Das jährliche Volumen der Hilfe lag in den letzten Jahren zwischen 2,27 und 5,52 Mio. EURO, das sind 0,8 bis 2,0 % der bilateralen österreichischen EZA.

Das Landesprogramm Mosambik 2002 – 2004 (2005) hat „die Reduktion der absoluten Armut und Verbesserung der Lebensbedingungen der Familien in ländlichen Gebieten der Provinz Sofala unter Einbeziehung aller Beteiligten in den Prozess einer nachhaltigen demokratiepolitischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Entwicklung“ als Oberziel. Damit folgt es in Übereinstimmung mit der internationalen Gebergemeinschaft dem Regierungsprogramm, in dem das 2001 verabschiedete PRSP (Poverty Reduction Strategy Paper 2001-2005) eine zentrale Rolle einnimmt.

Lokal ist das Programm auf die Provinz Sofala konzentriert und vereint die bislang relevanten Sektoren Demokratie und Dezentralisierung (D&D), Landwirtschaft (LW), Mikro-, Klein- und Mittelbetriebsförderung (MKMB), Wasserversorgung und Siedlungshygiene (WA). Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerprogrammen, die sich jeweils aus diesen vier Sektoren zusammensetzten, beschränkt sich das laufende Landesprogramm auf die beiden Sektoren Ländliche Entwicklung und Dezentralisierung. Diese beiden Sektoren beinhalten insgesamt sieben verschiedene Interventionsbereiche, wobei sich entsprechend den mehrjährigen Erfahrungen Ländliche Entwicklung aus den Komponenten Landwirtschaft, Wasser, und Klein- und Mittelbetriebsförderung zusammensetzt und der Sektor Dezentralisierung aus den Komponenten Distrikt- und Gemeindeentwicklung, Geographische Informationssysteme, Entminung und Medienentwicklung besteht.

Das Koordinationsbüro beteiligt sich auf Landesebene am Koordinierungsprozess zwischen Regierung und Gebergemeinschaft und auf Provinzebene an der Durchgängigkeit des Regierungsprogramms zur Armutsbekämpfung und seiner Verknüpfung mit den PDDP (Participatory District Development Plans). Die beiden Interventionsbereiche Dezentralisierung und Ländliche Entwicklung sollen im Sinne einer erfolgreichen Armutsreduktion in ländlichen Gebieten (Distriktsentwicklungspläne) ein dezentrales Zusammenspiel von staatlicher Verwaltung, Zivilgesellschaft (inklusive traditioneller Strukturen) und Privatsektor fördern. Das Koordinationsbüro der OEZA ist dabei für Programm- und Monitoringprozess verantwortlich, wobei die jeweiligen Maßnahmen und Ergebnisse auf Projektebene mit allen Beteiligten (Regierung, Provinz- und Distriktverwaltung, NGOs, anderen Gebern und Interessierten) diskutiert und neue Initiativen im Vorfeld besprochen werden.

Grafik: Die österreichische EZA an Mosambik nach Sektoren 2005 (in % der ODA)

SUMME (in Mio.€)

3,5

Quelle: OEZA-Statistik


Dezentralisierung

Oberstes Ziel der Maßnahmen ist im Zuge des Dezentralisierungsprozesses die Absicherung der Grundrechte und des demokratischen Prozesses durch die Teilnahme der verschiedenen Akteure bei Planung und Umsetzung integrierter Entwicklungspläne in ausgewählten Distrikten und Gemeinden. Im Dezember 1995 wurde in einem ersten Schritt von der Provinzverwaltung von Sofala ein Koordinationsbüro für die Betreuung der Dezentralisierung und Demokratisierung auf kommunaler Ebene eingerichtet. Dieses ”Gabinete de Investimento e Desenvolvimento integrado – GIDI” unterstand direkt dem Gouverneur zur Unterstützung der Dezentralisierung in den Pilotbezirken Búzi, Dondo und Marromeu. Diese Erfahrungen in den Bereichen Dezentralisierung bzw. Dekonzentrierung bilden heute die Grundlage für das Projekt PADM, das in Abstimmung mit der staatlichen Verwaltung auf Provinz- und Distriktsebene partizipative Prozesse zu Planung und Umsetzung von lokalen Entwicklungsplänen in fünf Distrikt- und zwei Stadtverwaltungen unterstützt. Das Regionalprogramm ist in einen Reformprozess der staatlichen Verwaltung in Richtung Demokratisierung und Dezentralisierung eingebettet. Die derzeitige Projektphase PADM II stellt einen Schlüsselbereich im Programm für Dezentralisierung der OEZA in der Provinz Sofala dar. Durchführende Organisation ist die Firma ECOTEC. Um den Dezentralisierungsprozess zu verstärken wird im Rahmen des Projektes PAC - Proyecto Avanco Caia auch der Distriktsverwaltung von CAIA eine technische und finanzielle Unterstützung gegeben. Mit der Errichtung eines unabhängigen, finanziell selbsttragenden und nachhaltigen Dienstleistungszentrums „Casa Algarve“ für die Distriktsadministration soll ein Beitrag zur dezentralen integrativen Bezirksentwicklung geleistet werden.

Als Reaktion auf die Flutkatastrophe in Mosambik im Jahr 2000 wurde vom Österreichischen Nord-Süd-Insitut (ÖNSI) in Kooperation mit dem Zentrum für Geographische Informationsverarbeitung der Universität Salzburg ein Geographisches Informationssystem (GIS) am Centro de Informação Geográfica, CIG-UCM der Katholischen Universität von Beira für nachhaltige Entwicklung und Regionalplanung in Sofala installiert.Über die unmittelbare Katastrophenhilfe und den Wiederaufbau hinaus, war es ein wichtiges Ziel das GIS  nachhaltig zu nutzen, wie z.B. zur Anfertigung und Digitalisierung von Karten zu Flüssen und deren Verlauf bei Hochwasser, Bevölkerungsdichte, Kommunikationssysteme, Landnutzung, Infrastruktur, GPS-Messungen. Auch die Bereitstellung verlässlicher Geoinformation für Regionalplaner und Entscheidungsträger sind eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Region. Durch ein ausführliches Schulungs- und Trainingsprogramm wurden mosambikanische StudentInnen und ExpertInnen auf eine fachgerechte Anwendung vorbereitet.

Seit 1993 unterstützt die OEZA in Mosambik im Rahmen von Demokratie- und Medienprojekten die Vorbereitung für Wahlen sowie die Berichterstattung. Zum einen finanziert Österreich den Aufbau und die fortlaufende Unterstützung von Kommunalradios in Zentralmosambik sowie die Regionalisierung und Stärkung der Journalistengewerkschaft. Mit dieser gezielten Förderung in Hinblick auf ein langfristiges Funktionieren der Kommunalradios unter Wahrung politischer Unabhängigkeit soll ein Beitrag zur Dezentralisierung und Stärkung der politischen Teilnahme in der Provinz Sofala geleistet werden. Das Rádio Comunitária do Búzi , ein relativ junges Medium, wird derzeit im Rahmen des Medienentwicklungsprogramms PROMISO in der Provinz Sofala abschließend betreut. Die durchführende Organisation ÖNSI ist für die Durchführung des Medienprojekt zuständig ist. Das Projekt „Stimme der Frauen“ widmete sich seit 1996 der Förderung von speziellen Radioprogrammen von Frauen für Frauen in den Provinzen. In der Stadt Dondo und im Distrikt Búzi wurden gemeinsam mit der lokalen NGO ASSERCO Gruppen der Zivilgesellschaft in Selbstorganisation und Dialog mit Verwaltungsstrukturen gefördert. Diese Erfahrungen dezentraler partizipativer Entwicklung wurden in zwei Dokumentationen publiziert und finden über die Provinz hinaus Anerkennung als Beitrag für modellhafte Entwicklungskonzepte.

Die österreichischen Beiträge zum nationalen Programm für Landminenräumung wurden lange Zeit über das United Nations Development Programme (UNDP) abgewickelt, wobei als Partner das Nationale Institut für Entminung (IND) fungiert. Mit österreichischer Unterstützung existiert als Maßnahme zur Bürgernähe seit 2001 ein Regionalbüro des nationalen Entminungsinstitutes IND in Beira und die Stromversorgungslinie nach Beira wurde entmint. Seit 2000 leistet die OEZA einen Beitrag zur Nachhaltigen Entminung durch die Unterstützung des Mine Action Project Sofala von Handicap International. Unter der Leitung von adc Austria werden im Rahmen des Projekts DESSOF ein Minenwarnprogramm in der Provinz Sofala entwickelt, bei dem lokale Forschungsinstitutionen und NROs auf Kommunalebene einbezogen werden .

 

Ländliche Entwicklung

Durch Ernährungssicherung, Steigerung der Haushaltseinkommen durch Überschussproduktion sowie Zugang zu Trinkwasser und Siedlungshygiene soll ein Beitrag zur Armutsreduktion bei Familien in ländlichen Gebieten geleitet werden. Gegenwärtig ist die Ländliche Entwicklung geprägt durch die fortschreitende Implementierung des sektorweiten Programms (SWAP) PROAGRI, dem Nationalen Programm für Landwirtschaftliche Entwicklung. Im Zuge dessen werden zahlreiche Programme und Projekte in ländlichen, zumeist abgelegenen und benachteiligten Regionen des Landes durchgeführt. Das Programm wird von der Gebergemeinschaft in großem Umfang unterstützt und beinhaltet auch die Reform des Landwirtschaftsministeriums. In Abstimmung mit der Provinzdirektion finanziert die OEZA Projekte auf drei Interventionsebenen: APROS steuert lokal die staatliche landwirtschaftliche Organisationsreform auf Provinz- und Distriktebene. So wird die Direktion für ländliche Entwicklung der Provinz Sofala im Rahmen des Programms DPADR Sofala - Assistance for implementation of PROAGRI - (APROS) in technischen Belangen und in der Ausstattung unterstützt. In den Distrikten Búzi und Dondo wurden die Voraussetzungen für die Planung und das Monitoring des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes für 8.000 Familien geschaffen. Auf Seite der ländlichen Bevölkerung vergrößert PACDIB die Reichweite des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes im Distrikt Búzi und dokumentiert ertragreiche Produktionsformen zur Einkommensverbesserung in ländlichen Haushalten, u.a. durch die Markt-Orientiertheit der Produktion, des Zugangs zu Produktionsmitteln und verbesserten Vermarktungsstrukturen durch Selbstorganisation der Interessens- und Produzentengruppen. Besondere Schwerpunkte liegen in der Viehzucht, der Fischerei und dem alternativen Feldbau. Die Regierung startete ein HIV/Aids Aufklärungsprogramm für diese Fachkräfte. Sie werden über präventive Maßnahmen informiert und bei Verdacht auf Infektion medizinisch beraten und behandelt. Als Verbindungsleute zu den ländlichen Gemeinden haben die ländlichen BeraterInnen nun auch die Aufgabe, die Bevölkerung über HIV/Aids und die Ansteckungsgefahren aufzuklären. PROMEC - Economic Promotion of Smallholder Farming Units - initiiert Partnerschaften zwischen ProduzentInnen, LieferantInnen und AbnehmerInnen im Umkreis von Erzeugergemeinschaften, basierend auf den Ergebnissen der mehrjährigen Zusammenarbeit des abgeschlossenen Projektes PIRAC (ÖNSI) mit Genossenschaften und deren Provinzverband in den Distrikten Búzi und Dondo. Die Provinz Sofala verfügt als Folge dieser Projektintervention über die höchste Anzahl an registrierten kleinbäuerlichen Genossenschaften.

Im Wassersektor wurden von österreichischer Seite über Jahrzehnte für den Hochwasserschutz (Projekt am Rio Umbeluzi in der Nähe der Hauptstadt Maputo zur Einrichtung eines Hochwasservorwarnsystems mit der Donaukraft-Engineering/DKE als Projektträger und der Firma Fleck als Lieferant der Telemetrieausrüstung) große Beiträge geleistet. Mittlerweile werden im Rahmen eines sektorweiten Ansatzes auf nationaler Ebene dezentrale Lösungsansätze zur Steigerung der quantitativen und qualitativen Trinkwasserversorgung und Siedlungshygiene unterstützt. Das Projekt PAARSS (adc Austria) trägt seit 1999 erfolgreich zur Bewusstseinsbildung einer nachfrageorientierten Wasserversorgung bei der ländlichen Bevölkerung in fünf Distrikten und der zuständigen Provinzdirektion bei, was wiederum die Grundlage für die nachhaltige Bereitstellung von kollektiven Wasserversorgungssystemen schaffen soll. Ziel dabei ist einerseits die Schaffung von Wartungs- und Instandhaltungseinrichtungen durch die Bevölkerung, um lokale Wassermanagement-Komitees unter Beteiligung von sowohl lokalen NGOs und örtlichen Verwaltungseinrichtungen zu erreichen, sowie die Errichtung und Rehabilitierung von bestehenden technischen Einrichtungen (Handpumpen, Bohrlochreinigungen etc.).

2004 wurde eine umfassende Evaluierung des Landesprogramms Mosambik der OEZA durchgeführt, deren Ergebnisse zeigen, dass österreichische Interventionen in Mosambik durchgehend als relevant angesehen werden, da sie den Grundprinzipien der nationalen Politik zur Armutsreduzierung entsprechen und mit sektorrelevanten Politiken übereinstimmen. Lokale Regierungsvertreter sind mit der Koordination und Zusammenarbeit mit den österreichisch finanzierten Projekten weitgehend zufrieden, jedoch wird auch auf mangelnde Abstimmung österreichischer Aktivitäten mit Provinzentwicklungsplänen und –programmen hingewiesen. Eine Reihe von Projekten, die nicht ins Landesprogramm integriert oder vom Landesprogramm erfasst werden, haben keine Kooperation oft nicht einmal Kommunikation mit den rojekten des Landesprogramms. Alle beteiligten Akteure, inklusive Zielgruppen, stimmen darin überein, dass die Aktivitäten der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit einen hohen Impakt hatten und beträchtlich zur Armutslinderung in der Provinz Sofala beitrugen. Auf nationaler Ebene wurde die Sichtbarkeit aber als relativ gering eingeschätzt, was primär auf das geringe Budgetvolumen und auf die mangelnde Präsenz Österreichs in Maputo zurückzuführen ist. Die Ergebnisse dienen auch als Grundlage für die Konzeption des neuen Kooperationsprogramms.

Eine Übersicht zu den laufenden Projekten der OEZA in Mosambik bietet die geberfinanzierte Datenbank zu Projekten und Programmen im Rahmen der ODA an Mosambik.

Grafik: Aktuelle Projektregionen der OEZA in Mosambik: *

* Quelle: http://www.odamoz.org.mz/reports/rpt_donor.asp ; überarbeitet ÖFSE

 

Tabelle 4:
Die bilateralen Zuschüsse Österreichs an Mosambik 2005 in €

Projektträger
Gegenstand
ausbezahlt
1. ADA Budget (Austrian Development Agency)
Bildung
Jugend eine Welt Austria JEW Jahresprogramm 2005: Aus- & Weiterbildung von Lehrpersonal an berufsbildenden Schulen
103.389
Diakonie Auslandshilfe NRO-Kofinanzierungsprojekt: Ausbildung im Sozialzentrum Macia
13.000
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Einführung eines University Information Systems (UIS) für die Katholische Universität Mosambiks
15.071
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Koordinatorin für Problem Based Learning UCM Pemba
18.085
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Lektor für Informatik an der UCM in Pemba
30.141
Hilfswerk Austria Kofinanzierung: HWA-Jahresprogramm 2005: Qualitätssteigerung des Lehrangebots an der UCM durch die Integration v. online & traditional learning
10.326
ÖAD Reisekostenzuschüsse für StipendiatInnen, Länderanteil gem. Ausgabenschlüssel
1.234
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Lektorin am Institut für Ökonomie und Management, Beira
21.099
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Entwicklung von Lehrplänen für Englisch als Fremdsprache an der UCM
3.014
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Errichtung eines Technologiezentrums an der Katholischen Universität in Beira
36.170
Gesundheit und Programme für Bevölkerung und reproduktive Gesundheit
Diakonie Auslandshilfe NRO-Kofinanzierungsprojekt: Gesundheit in der Provinz Sofala
24.673
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Programmreferent für Mosambik
36.170
CARE Österreich EU-Kofinanzierung: Einzelprojekt APPLE - AIDS prevention, positive living and empowerment
-64.272
Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen
adc GmbH. Ländliche Wasserversorgung & Siedlungshygiene in Sofala, Projekt PAARS - Fase II
525.180
Borwozak, Winfried Dr. Mid Term Review Parrss, Ländliche Wasserversorgung & Siedlungshygiene in Sofala
18.194
Joanneum Research Universitätslehrgang "Groundwater Tracing": Länderanteil auf Basis von Personen-Stipendienmonaten
7.674
Regierung/Zivilgesellschaft
ECOTEC GmbH PADM - Förderung der Distrikt- und Municipalenentwicklung in Sofala, Phase II
1.100.000
ÖNSI Capacity Building in Geoinformation for Sustainable Development at CIG/UCM in Beira/Moçambique
124.600
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Organisationsberatung bei der Uniao Provincial de Camponeses de Tete (CPC)
36.170
Hilfswerk Austria Kofinanzierung: HWA-Jahresprogramm 2005: TEIA - Stärkung der Zivilgesellschaft in Mosambik, Förderung der NGO-Dachorganisation TEIA
26.754
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Organsationsentwicklung bei der regionalen NGO Le Musica
36.170
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Organisationsberater bei der lokalen NGO Margariro
36.170
ÖNSI Civic Education in der Provinz Sofala zur Wahlvorbereitung (1., 2.12.2004)
4.975
ÖNSI Radio Mosambik - Dezentrale Ausbildungsförderung für Radiojournalismus
36.001
ÖNSI Rádios Comunitáriao Búzi - Konsolidierungsphase
9.105
ÖNSI Zusatzprojekt zu EU-Projekt Radio Mozambique - Integrated Civic Education Program (RADICE)
100.000
Handicap International Mine Action Project Sofala
119.691
Handicap International Entminung Mosambik
245.000
Sonstige soziale Infrastruktur
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Sozialarbeit im Tagesheim für AIDS-Waisen
36.170
Kommunikation
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Organisationsberatung Kommunalradio Manica
21.099
Unternehmensförderung und andere Dienstleistungen
ADA (Field Office) Haus Algarve - Projektzentrum Buzi
1.418
Land- und Fortwirtschaft
Kooperationsmin. Mosambik Beitrag zum SWAP PROAGRI I - Förderung ProAgri Sofala
0
Horizont3000 Consult PROMEC II - Wirtschaftsförderung für Kleinbauern in Sofala
450.000
HORIZONT 3000 PACDIB - Förderung kleinbäuerlicher Produktionseinheiten - Abschlußphase
36.458
Industrie
UNIDO Support for Micro- and Small-scale Industries (MSI) in Sofala Province (Phase I)
-148.564
Tourismus
HORIZONT 3000 Personaleinsatz: Lektorin für Tourismus an der Katholischen Universität Mozambik
3.014
Szbg. Tourismusschulen Lehrgang Tourismus- & Hotelmanagement: Länderanteil auf Basis von Personen-Stipendienmonaten
22.901
multisektorielle Programme / Ländliche Entwicklung
Hilfswerk Austria Kofinanzierung HWA-JP 2005: ORAM II - Entwicklung & Implementierung integraler und nachhaltiger Entwicklungspläne (Guara-Guara, Guenge-Buzi)
53.985
Katastrophenhilfe
W.F.P./FAO Support of the Protracted Relief and Recovery Operation of the World Food Programme
200.000
Zwischensumme ADA-Budget
3.376.990
2. Andere Ministerien
Zwischensumme Andere Ministerien
0
3. Bundesländer und andere öffentliche Stellen
CARITAS Feldkirch Erweiterung der Schule von Barada
15.000
KMB Moskitonetze für Mosambik
35.000
CARITAS Feldkirch Betreuung von Aids-Patienten
20.000
CARITAS Feldkirch Integration und ganzheitliche Behandlung HIV/Aids infizierter Kinder und Aidswaisen
11.000
Humana Wasserversorgung für ADPP Cashew Centre Itoculo in der Provinz Nampula
1.500
Privatperson(en) Beihilfe zu Einsatzkosten oö. Entwicklungshelfer
8.667
Zwischensumme Bundesländer und andere öffentliche Stellen
91.167
ODA-ZUSCHÜSSE Gesamt 2005
3.468.157
Quelle: ADA/ OEZA-Statistik; * erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da nur jene Projekte erfasst werden konnten, die an die OEZA-Statistik gemeldet wurden.

 

Private Entwicklungszusammenarbeit

Die private Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik ist – mit Ausnahme der beiden Katastrophenjahre 2000 und 2001 – eher von geringem Umfang. Ein Teil der privaten finanziellen Mittel entspricht dem Eigenmittelanteil bei kofinanzierten Projekten der Organisationen CARE Österreich, UNICEF Österreich, den Mitgliedsorganisationen der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz (KOO), HORIZONT 3000, „Licht für die Welt“, Ärzte ohne Grenzen (MSF), Hilfswerk Austria, Entwicklungshilfe Klub, SOS-Kinderdorf und Österreichisches Rotes Kreuz.

In den Jahren 2000 und 2001 bestand die private EZA zu großen Teilen aus Katastrophenhilfe von Caritas, Unicef Österreich, Diakonie Österreich, Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, Care Österreich, Hilfswerk Austria und World Vision. Die Caritas Feldkirch führt seit vielen Jahren in der Provinz Maputo zwei Dorfentwicklungsprogramme. Seit 1996 entstanden im Rahmen des Projekts Massaca 90 Wohnhäuser, eine Tischlerwerkstatt sowie ein Altersheim. Auch die Dorfschule wurde renoviert. Während dieses Projekt kurz vor dem Abschluss steht, wurde das Projekt „Eduardo Mondlane“ für Wasserversorgung und Ausbau einer Haushaltsschule gestartet. Insgesamt konnten mehrere 100 Familien angesiedelt werden. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Missionsschwestern vom „Kostbaren Blut“ als lokaler Projektpartner werden seit 2006 die Ausbildung bedürftiger junger Frauen finanziert und verschiedene Tagesbetreuungsstätten für Aids-Waisen (Projekt "Zentrum der Hoffnung") betreut.  Ziel ist die positive Veränderung der Lebensbedingungen von Kindern, welche durch HIV/Aids, Malaria und anderen Erkrankungen ihrer Eltern zu Halb- oder Vollwaisen wurden.  Christoffel Blinden Mission finanzierte ein Augengesundheitsprogramm , das am Beira Central Hospital angesiedelt ist. Der Entwicklungshilfe-Klub, SOS Kinderdorf International, World Vision führen Kleinprojekte in den Bereichen soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit, Industrie und Gewerbe, Bauwesen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen durch. CARE Österreich führt Projekte in den Bereichen Landwirtschaft und Wasserversorgung, HIV/AIDS, Bildung, Gesundheit sowie Kleinkreditprogramme durch. Im Rahmen spezieller Programme werden Kinder, die von HIV/AIDS und dessen Auswirkungen betroffen sind, betreut. Des weiteren stellt die Aus- und Weiterbildung von Mädchen einen Schwerpunkt der Arbeit von CARE in Mosambik dar. Das Hilfswerk Austria ist in den Bereichen Gemeindeentwicklung, Verbesserung des Gesundheitssystems und Verteilung der Landressourcen tätig. Ärzte ohne Grenzen ist seit 1984 in Mosambik tätig, der Schwerpunkt liegt derzeit in der medizinischen Betreuung von HIV/Aidskranken und dem Aufbau lokaler Kapazitäten in diesem Bereich. Das Solidaritätskomitee für Mosambik Österreich informierte viele Jahre über Mosambik und finanzierte Kleinprojekte in den Bereichen Landwirtschaft, Infrastruktur und Bildung.



Tabelle 5 :

Zuschüsse der NGOs an Mosambik 2005 (in  €) *


PROJEKTTRÄGER

GEGENSTAND

AUSBEZAHLT

KOO-Mitgliedsorganisationen Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Bildung" aus privaten Mitteln
292.023
Hilfswerk Austria HWA - Jahresprogramm 2005: UCM - Qualitätssteigerung des Lehrangebots an der UCM durch die Integration von online & traditional learning - Eigenmittel
3.850
Licht für die Welt Blindheitsverhütungsprogramm in Beira
123.321
Licht für die Welt Augenmedizische Einrichtungen und Maßnahmen
76.563
Licht für die Welt Weiterbildungsmaßnahme für einen Augentechniker
4.244
KOO-Mitgliedsorganisationen Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Reproduktive Gesundheit" aus privaten Mitteln
25.400
MSF- Ärzte ohne Grenzen Programm zur Behandlung und von HIV/Aids sowie Prävention und Aufklärung in Maputo
200.000
ÖRK Water & Sanitation Project - Verbesserung der Wasserversorgung
27.259
KOO-Mitgliedsorganisationen Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen auf dem Sektor "Unterstützung der Zivilgesellschaft" aus privaten Mitteln
21.728
Hilfswerk Austria HWA-JP 2005: TEIA - Stärkung der Zivilgesellschaft in Mosambik, Förderung der NGO-Dachorganisation TEIA - Eigenmittelanteil
8.126
KOO-Mitgliedsorganisationen Leistungen der KOO-Mitgliedsorganisationen im Sektor "Soziales/Wohlfahrt" aus privaten Mitteln
974
Quelle: ADA/ OEZA-Statistik; * erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da nur jene Projekte erfasst werden konnten, die an die OEZA-Statistik gemeldet wurden.

 

Wirtschaftsbeziehungen Österreich - Mosambik

Das durchschnittliche Außenhandelsvolumen pro Jahr erreichte in den 70er Jahren bei den Exporten um die 7,27 Mio. Euro (100 Mio. ATS) und bei den Importen um die 6,5 Mio. Euro (90 Mio. ATS) ein Maximum, das erst wieder 2000 und 2001 überboten wurde. Dabei wurden größtenteils Maschinen, Verkehrsmittel und bearbeitete Waren exportiert und Eisen, sowie Kupfer und Tabak importiert. In den 80er und 90er Jahren nahmen die Importe aus Mosambik aufgrund der instabilen Lage drastisch ab. Die Exporte blieben jedoch auch während der Zeit des Bürgerkrieges durch österreichische Projekte und Hilfsleistungen (Wasserbau und Transportsektor) auf demselben Niveau. Seit 1992 ist auch bei den Importen eine deutliche Intensivierung zu erkennen, hier spielen laut Berichten der Außenwirtschaft (AWO) der Wirtschaftskammer Österreichs die Entwicklungszusammenarbeit und internationale Finanzierungen Warenimportprogramme verbunden mit Entwicklungshilfeleistungen) eine wichtige Rolle. Als Hemmfaktoren für eine Intensivierung der Außenhandelsbeziehungen können mangelnde Landeskenntnisse und Information über Mosambik, geringe Erfahrungswerte der österreichischen Wirtschaft in Mosambik und die Sprachbarriere (portugiesisch als Landessprache) genannt werden. Eine 1998 durch die damalige Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner vorgestellte Initiative der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zur Förderung von Wirtschaftspartnerschaften hat bislang bei österreichischen Wirtschaftstreibenden in Mosambik nur zu geringen konkreten Resultaten geführt. Seit 1998 nahmen die Importe Österreichs an mineralischen Rohstoffen zu und erreichten mit der Einfuhr von Aluminium im Wert von 8,5 Mio. Euro (117 Mio. ATS) im Jahr 2000 und im Jahr 2001 mit 49,8 Mio. Euro (685 Mio. ATS) einen Höhepunkt. Die zuständige österreichische Außenhandelsstelle für Mosambik war lange Jahre in Harare/Simbabwe und wurde ab Jänner 2002 nach Johannesburg in Südafrika verlegt. Der Außenhandel Mosambiks veränderte sich seit dem Jahr 2001 sehr stark, die Exporte des Landes stiegen bis 2005 auf das 8fache an und betrugen rd. 1.800 Mio. US$. Rund 85% der Exporte verdankt Mosambik seinen Großprojekten wie der Mozal-Aluminiumschmelze und der Erdgaspipeline. Weitere wichtige Devisenbringer sind Garnelen, Tabak und Zucker. Bei den Importen dürften die Großprojekte mit etwa 16% zu Buche schlagen. Mosambik führt vornehmlich Maschinen, Transportausrüstung, Treibstoff, Textilien und Metallprodukte ein.

Der Statistik Austria zufolge erreichten die Importe aus Mosambik nach Österreich 2005 326.000 € und die Exporte nach Mosambik eine Größenordnung von einer knappen Mio.€.

Grafik:
Außenhandel Österreichs mit Mosambik (in 1000 €)

Quelle: Statistik Austria

Wichtigste Waren 1999-2005

Einfuhren: Aluminium (mitunter bis zu 99 %), Tabak, mineralische Rohstoffe, Bekleidung

Ausfuhren: Holz, Papier, Maschinen, Messgeräte


Wirtschaftsüberblick zu Mosambik
Eine Auswahl von relevanten Internetadressen zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Mosambik finden sie auf eza.at.


Anhang

Wichtige Adressen

Österreichische Botschaft in Simbabwe
13, Duthie Road, Alexandra Park; Harare - Simbabwe
PO-Box: 4120 Harare - Simbabwe
Tel: (+263/4) 70 29 21, 70 29 22, 70 76 48,
Fax: (+263/4) 70 58 77
E-Mail: harare-ob@bmaa.gv.at
zuständig für Simbabwe, Mosambik, Angola, Malawi, Sambia

OEZA-Koordinationsbüro Maputo
Av. Tomás Nduda nº 1000, Polana, Maputo
Postfach C.P. 1107
Telefon: +258 21 49 73 06
Fax: +258 21 49 73 04
E-Mail: maputo@ada.gv.at

OEZA-Büro für Entwicklungszusammenarbeit
(Außenstelle des Koordinationsbüros in Beira)

Predio de SDV/AMI, 3º andar, Avendia Poder Popular nº 264, Bairro Chaimite, Beira
Tel: +258 23 32 58 02
Fax: +258 23 32 57 98
E-Mail: beira@ada.gv.at

Österreichisches Honorarkonsulat
(ohne Pass- und Sichtvermerksbefugnis)
Av. 24 de Julho - 4, Maputo - Mosambik
PO-Box: 487 Maputo - Mosambik
Tel: (+258/21) 32 32 44; 42 99 78
Fax: (+258/21) 32 53 87

Österreichische Außenhandelsstelle in Johannesburg
Cradock Heights , 2nd Floor, 21 Cradock Ave , Rosebank, Johannesburg 2196 - Südafrika
Tel:(+27/11) 442 71 00
Fax: (+27/11) 442 83 04
E-Mail: johannesburg@wko.at ;
URL: http://www.austriantrade.org/za

Zuständige Botschaft in Berlin
Botschaft der Republik Mosambik
Stromstraße 47, D-10551 Berlin
Tel.: (+49/30) 39 87 65 00
Fax: (+49/30) 39 87 65 03
e-mail: emoza@aol.com

NGO´s und Firmen sind auf eza.at abrufbar.

 

Wichtige Webadressen:

Deutschsprachige Länderinformationen zu Mosambik gibt es bei folgenden Organisationen:

Munzinger-Archiv
Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten
Austrian Development Agency
Wirtschaftskammer Österreich
InWent

Eine Zusammenstellung ausgewählter Links zu Mosambik ist über eza.at abrufbar.

Über das “Directory of Development Organizations 2006” können die Adressen der Organisationen die im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit in Mosambik tätig sind abgerufen werden. http://www.sarpn.org/documents/d0001795/Country_Dir_Mozambique_2006.pdf

 

VERWENDETE UND WEITERFÜHRENDE LITERATUR

(Auszug aus der Literaturdatenbank der ÖFSE; Erscheinungsdatum von 1991 bis 2007)

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ÖFSE-Sig.: 20438
 
Archiv für Sicherheits- und Entwicklungspolitik, Everswinkel
Der Krieg der Apartheid in Angola und Mosambik
Everswinkel, 1994. - 43 S.
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Auprich, Andreas
Aspekte einer demokratiefördernden Entwicklungszusammenarbeit mit dem Nichtstaatssektor in Uganda und Mosambik, in: Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten: Journal für Entwicklungspolitik; (1998),3,S.259-276
 
Beckmann, Marc
Verschuldung und Strukturanpassung in Mosambik - Materialien für die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
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Microfinance as an instrument of the Austrian Development Co-operation - Synopsis of the country studies in Zimbabwe , Mozambique , Namibia and Uganda
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Länderprofile SADC - Österreich und die Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC): Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
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Told, Michaela R.
Einführende Gender-Assessment-Studie zur Provinz Sofala in Mosambik - Unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
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Mozambique : National human development report 2000 - Education and human development: Trajectory, lessons and challenges for the 21st century
Maputo: UNDP, 2000. - 102 S
ÖFSE-Sig.: 20387/2000
 
Waterhouse, Rachel
Mozambique - Rising from the ashes
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Wuyts, Marc
Foreign aid, structural adjustment, and public management - The Mozambican experience
(International Bank for Reconstruction and Development, Country Operations Division, Washington (D.C.): Working papers; 206)
The Hague : ISS, 1995. - 44 S.
ÖFSE-Sig.: 12094/206

Eine ausführliche Literaturliste befindet sich im Länderprofil „Mosambik“ der ÖFSE (2003).

Eine zusätzliche Literaturliste bietet der Dritte Teil „Handbuch Afrika“ von Walter Schicho.

Die Bibliothek des Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika (SADOCC) erschließt thematisch einschlägige Spezialliteratur zu Mosambik.

Abkommen

Liste der Bilateralen Staatsverträge - Vertragsübersicht zwischen Österreich und Mosambik.


Weiterführende Literatur kann in der ÖFSE-Bibliothek bzw. über WWW.EZA.AT eingesehen werden.


Grafische Gestaltung und technische Umsetzung: Alexandra Erös
Copyright © 2006 Österreichische Forschungsstiftung für Entwicklungshilfe