Historischer Überblick 1950-1970

Mitte der 1950er Jahre wurden in Österreich erste Aktivitäten im Bereich der Entwicklungshilfe durch Einrichtungen der katholischen Kirche begonnen, welche eng mit missionarischen und karitativen Zielen verknüpft waren.

Mit der Gründung des Afro-Asiatischen Instituts Wien (AAI) im Jahr 1959 wurde ein Schwerpunkt im Bildungs- und Ausbildungsbereich für Studierende aus Entwicklungsländern gesetzt.

Zu Beginn der 1960er Jahre unterstützten diverse Ministerien mit staatlichen Mitteln private Initiativen. Diese Förderungen waren jedoch unkoordiniert und folgten keinem gemeinsamen Programm bzw. keiner festgelegten Strategie.

1963 wurde erstmals ein staatliches Instrument zur Abwicklung und Organisation der „bilateralen technischen Entwicklungshilfe“ geschaffen. Das Interministerielle Komitee zur Förderung der Entwicklungsländer (IKFE) wurde durch Beschluss des Ministerrats eingesetzt und war mit VertreterInnen aller Ministerien besetzt. Bei der Projektumsetzung hatte es jedoch überwiegend eine beratende Funktion und nahm daher keine Koordinierung und Steuerung vor.

1964 wurden durch die Schaffung des Entwicklungshilfe-Export-Komitees (EEK) sowie des Starthilfekomitees die Entwicklungsverwaltungsstrukturen erweitert. Diese Gremien hatten die Aufgabe die Exportförderung in Entwicklungsländer zu unterstützen bzw. die Niederlassung österreichischer Firmen in Entwicklungsländern zu fördern.

Durch die Einrichtung von z.B. dem Österreichischen Entwicklungsdienstes (ÖED), dem Instituts für Internationale Zusammenarbeit (IIZ), etc., wurden in den 1960er Jahren sowohl die Aktivitäten der Einrichtungen der katholischen Kirche erweitert als auch Strukturen für die Umsetzung der Entwicklungshilfe aufgebaut. Dabei waren vor allem die Laienorganisationen der katholischen Kirche, wie beispielsweise die Frauenbewegung, Männerbewegung und Dreikönigsaktion, initiativ.
1965 wurde Österreich Mitglied beim Development Assistance Commitee (DAC) der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD), welches sich zum Ziel gesetzt hat, Nachhaltigkeit und Effektivität in der Entwicklungszusammenarbeit der Mitgliedsländer zu erreichen.

Auf Initiative des AAI-Wien und des Österreichischen Auslands-Studentendienstes ÖAD wurde die Österreichische Forschungsstiftung für Entwicklungshilfe (ÖFSE) im Jahr 1967 gegründet, um einerseits eine Fachbibliothek für Fragen der Entwicklungshilfe aufzubauen und um die Entwicklungshilfe durch Studien und wissenschaftliche Forschung zu begleiten.

1970 wurde bei der UN-Generalversammlung in New York eine Quote von 0,7% des BSP (Bruttosozialprodukt) für die öffentliche Entwicklungshilfe der westlichen Industrieländer festgelegt.