Historischer Überblick 1991-2000

Zwischen 1991 und 1994 waren die Kompetenzen für Entwicklungspolitik im BKA in einem eigenen Staatssekretariat angesiedelt. Aufgrund der Vorbereitung des Beitritts Österreichs zur EU wurde der EZA jedoch eine geringere Bedeutung zugemessen.

Um die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit besser zu koordinieren und um Programme und Projekte auf die konkreten Bedürfnisse der Partner besser abstimmen zu können, wurden in den Partnerländern ab 1991 (Eröffnung des Koordinationsbüros in Kampala) schrittweise Koordinationsbüros eingerichtet sowie Länder- und Sektorprogramme formuliert.

Der Ausbruch der Jugoslawienkriege 1991 und die darauffolgende Flüchtlingsbewegung haben zu einer Verlagerung der Prioritäten der Entwicklungszusammenarbeit hin zu humanitärer Hilfe und Flüchtlingshilfe geführt. Diese Entwicklungen ließen den Anteil der Kosten für Flüchtlingshilfe in der OEZA rasch ansteigen und veranlassten Österreich dazu, Länder des Westbalkans als Schwerpunktländer der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit festzulegen.

Im Kernbereich der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, der Programm- und Projekthilfe, kam es 1992 zu wesentlichen Reformen. Dadurch erfolgte eine Konzentration auf Schwerpunkt- und Kooperationsländer, anstatt die Förderung von Kleinprojekten in vielen verschiedenen Ländern weiterzuführen. Ziel war es dabei, die geringen verfügbaren Mittel auf Partnerländer zu konzentrieren.

Der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union im Jahr 1995 zog einen Internationalisierungsprozess nach sich. Österreich muss seitdem seine eigene Entwicklungspolitik mit den anderen Gebern sowie mit der Politik der EU koordinieren und abstimmen, wobei man sich dabei am internationalen „mainstream“ orientiert. Seit 1995 ist das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten und, nach Umbenennung im Jahr 2007, das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten für die Entwicklungszusammenarbeit und die Formulierung der Entwicklungspolitik zuständig.

Im September 2000 wurden in New York bei der UN-Generalversammlung die 8 Millennium Development Goals (MDGs) beschlossen, um Armut bis zum Jahr 2015 weltweit um die Hälfte zu reduzieren. Die österreichische Bundesregierung bekennt sich zu den MDGs.

Tabelle: Entwicklung der ODA-Leistungen Österreichs 1991-2000 (pdf)