Berufliche Bildung und Skills Development

Nachdem berufliche Bildung in den vergangenen Jahrzehnten ein eher vernachlässigtes Interventionsfeld der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gewesen war, erlebt sie derzeit eine Renaissance. Gründe dafür sind hohe Jugendarbeitslosigkeit, die Erkenntnis, dass Primarschulabschlüsse nicht ausreichen, um den Menschen das Ausbrechen aus dem Armutskreislauf zu ermöglichen und letztendlich auch die Schwerpunktsetzung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit auf Wirtschaft und Entwicklung.

Berufliche Bildung gilt in den meisten Entwicklungsländern jedoch als wenig effizient und als Bildung „zweiter Klasse“, die den sozialen Aufstieg versperrt. Es wird daher diskutiert, wie berufliche Ausbildung an den Bedarf der Wirtschaft angebunden, die Qualität verbessert und die „Sackgasse Berufsbildung“ überwunden werden kann. In vielen Entwicklungsländern besteht reges Interesse am deutschsprachigen Modell der dualen Berufsausbildung am Arbeitsplatz und in der Berufsschule, das als Hauptgrund für die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in den deutschsprachigen Ländern angesehen wird.

Die ÖFSE analysiert berufliche Bildung als Teil der Bildungssysteme in den Entwicklungsländern vor dem Hintergrund unterschiedlicher kolonialer Traditionen und neuer globaler Entwicklungen sowie im Zusammenhang mit den aktuellen Strategien der Wirtschaftsförderung. Insbesondere in Hinblick auf eine Übertragung des dualen Systems soll dabei den Fragen nachgegangen werden, welche Interessen alte und neue AkteurInnen (z.B. die Wirtschaftstreibenden der Geberländer) verfolgen und welche Strategien nötig sind, damit berufliche Bildung einen Beitrag zu Armutsminderung, Überwindung der sozialen Disparitäten und inklusivem Wirtschaftswachstum leisten kann.

Ansprechperson zum Thema:

Margarita Langthaler

Mag.a Margarita Langthaler
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: +43 1 317 40 10 – 112  
E-Mail: m.langthaler@oefse.at
 
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