Ressourcenpolitik und Ressourcenfairness

Die ungleiche Verteilung natürlicher Ressourcen zwischen Ländern und Regionen führt seit Jahrzehnten zu Interessenskonflikten und Spannungen. Einerseits haben Länder, die über keine großen Rohstoffvorkommen verfügen, ein entscheidendes Interesse, durch internationale Handelsbeziehungen und Auslandsinvestitionen Zugang zu Ressourcen zu bekommen und sich die Versorgung mit Rohstoffen zu günstigen Preisen zu sichern. Andererseits verfolgen rohstoffreiche Länder das Ziel, die Einnahmen aus Rohstoffen zu maximieren und den Ressourcenreichtum für die Förderung von Entwicklung zu nutzen.

Die Ausbeutung von Ressourcen ist häufig ein Schlüsselfaktor für das Entstehen, Verschärfen oder Unterstützen gewaltsamer Konflikte auf nationaler, regionaler wie internationaler Ebene. Spannungen entstehen auch in rohstoffreichen Ländern im Hinblick auf die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Rohstoffabbau und -handel. Oft ist der Abbau von Rohstoffen mit gravierenden Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung verbunden. Das kann auch zu gegensätzlichen Interessen und Konflikten zwischen lokalen Communities und nationalen Entwicklungszielen führen.

Die ÖFSE arbeitet schwerpunktmäßig zu internationaler Rohstoffpolitik und ihrem Einfluss auf Ressourcenfairness. Sie analysiert dabei internationale Politiken und Regulierungsinitiativen im Rohstoffbereich, wie etwa die EU-Rohstoffpolitik, Initiativen zu Konfliktmineralien sowie Transparenzinitiativen.

Um eine interdisziplinäre, akademische Auseinandersetzung mit dem Thema Gerechtigkeit und Zugang zu natürlichen Ressourcen zu fördern, war die ÖFSE im Dezember 2014 Ko-Organisator der „1.Österreichischen Konferenz für Internationale Ressourcenpolitik“. Ziel der Konferenz war, die vorherrschenden Politiken und Vereinbarungen zu analysieren und Problemfelder und Konflikte aufzuzeigen, die mit bestimmten Praktiken von Rohstoffabbau, -produktion und -verbrauch verbunden sind.

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Als eines der Folgeprojekte der Konferenz ist Ende August 2016 ein wissenschaftlicher Sammelband bei Routledge erschienen.

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Ansprechperson zum Thema:

Karin Küblböck

Mag.a Karin Küblböck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: +43 1 317 40 10 – 111  
E-Mail: k.kueblboeck@oefse.at 
 
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Aktueller Kommentar zu Thema:

Konfliktmineralien - Der steinige Weg zu höherer Rechenschaftspflicht im Rohstoffsektor

Nach drei Jahren kontroversieller Diskussion soll im März 2017 die EU Konfliktmineralienverordnung endlich in Kraft treten. Obschon lückenhaft, stellt sie einen Schritt nach vorne dar. Zu befürchten ist allerdings, dass die neue Trump-Regierung die mit dem Dodd-Frank Gesetz erzielten Fortschritte rückgängig macht. Das bliebe auch für die EU nicht ohne Konsequenzen.

Karin Küblböck und Hannes Grohs (ÖFSE), Februar 2017

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