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Österreich-Bhutan
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Den ersten persönlichen Kontakt zwischen Politikern beider Länder gab es erst im Jahre 1989 im Rahmen des Staatsbegräbnisses für den verstorbenen japanischen Kaiser (Tenno) Hirohito. Dabei ging Bhutans König Jigme Singye Wangchuck auf den damaligen österreichischen Außenminister Alois Mock zu, um sich einerseits für Österreichs Unterstützung in der Schädlingsbekämpfung zu bedanken und andererseits eine offizielle Einladung auszusprechen. So wurden noch im selben Jahr mit Wirkung vom 26. April 1989 diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufgenommen. In einem gemeinsamen Kommuniqué drückten die Regierungen beider Länder ihre Zuversicht aus, dass dieser Schritt zu "einer Erweiterung der bestehenden freundschaftlichen Beziehungen und zu einer für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit" führen werde (Wiener Zeitung, 27. April 1989). Bereits im Mai desselben Jahres wurde in Thimphu ein Abkommen zwischen der österreichischen Bundesregierung und der Regierung des Königreiches Bhutan über Technische Zusammenarbeit unterzeichnet.

In den folgenden Jahren entwickelte sich zwischen den beiden Partnern eine rege Besuchstätigkeit. Von bhutanischer Seite stattete der damalige Außenministers Bhutans Dawa Tsering Österreich mehrere offizielle Besuche ab, die der Intensivierung der Kooperation dienten. 1995 kam es dann in Thimphu zur Unterzeichnung des Abkommens zwischen dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten der Republik Österreich und dem Ministerium für auswärtige Angelegenheiten des Königreiches Bhutan über die Errichtung eines Koordinationsbüros für Entwicklungszusammenarbeit in Bhutan. Im November 1997 fand ein Staatsbesuch der im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten für Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner in Bhutan statt. Sie vertrat die Republik bei der feierlichen Grundsteinlegung der Bautätigkeiten für das Wasserkraftwerk in Basochhu und besprach die letzten Details der kurz danach im Wiener Museum für Völkerkunde eröffneten Ausstellung «Bhutan - Festung der Götter». Ab 1998 wurde Bhutan mit den Kooperationsbereichen Energie (Wasserkraft), Hochgebirgsökologie, Tourismus und Bewahrung des Kulturerbes das einzige Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in Asien. Im Juni 2000 kam Außenminister Jigmi Yoezer Thinley nach Wien und traf hier u.a. mit der damaligen Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und dem damaligen Parlamentspräsident Heinz Fischer zusammen.

Auf diplomatischer Ebene engagierte sich Österreich im Jahr 2003 angesichts der Verzögerungen beim Versuch einer Lösung in der Frage des Verbleibs der rund 100.000 BewohnerInnen der Flüchtlingslager in Nepal, die seit Jahren für Spannungen zwischen Nepal und Bhutan sorgte. Von österreichischer Seite wurden die Beschleunigung des bilateralen Prozesses und die Wiederaufnahme des Dialoges befürwortet. Auch die Gruppe der "Freunde Bhutans", der neben Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz auch Österreich angehört, setzte sich im Kontakt mit den Regierungen von Nepal und Bhutan für eine rasche Lösung des Flüchtlingsproblems ein.

Des Weiteren ergeben sich jährliche Treffen von VertreterInnen aus Österreich und Bhutan aufgrund der gemeinsamen Jahresplanung in Thimphu bzw. Wien (Annual Consultations), die der Umsetzung der bilateralen Kooperationsvorhaben zugrunde liegt. Im Jahr 2003 besuchte eine Parlamentarier- und Wirtschaftsdelegation aus Österreich Bhutan. Offizielle Besuche gab es auch zwischen dem bhutanischen Königshaus und dem Bundespräsidenten. Besuche in Verbindung mit Vorhaben der OEZA fanden unter anderem auch 2005 statt. In diesem Jahr eröffnete die damalige Außenministerin Ursula Plassnik gemeinsam mit Premierminister Lyonpo Yeshey Zimba die Unterstufe des Wasserkraftwerks Basochhu und besuchte die Klosterburg Trongsa Dzong, eines der bedeutendsten historischen Bauwerke des Landes. Die Sanierung wurde mit finanzieller und technischer Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit fertig gestellt. In der Delegation reiste auch die ehemalige Bundesministerin Elisabeth Gehrer mit, die mit Erziehungsminister Lyonpo Thinley Gyamtsho in Thimphu zusammentraf.

Im Juli 2007 unterzeichneten eine bhutanische Delegation, die OeKB sowie österreichische Industrievertreter Liefer- und Kreditverträge für das von der OEZA seit Jahren unterstützte Wasserkraftwerkprojekt Dagachhu.

2009 unterstützte Österreich Bhutan mit einem Betrag von 500.000 EUR um die Schäden am Viehbestand und den landwirtschaftlichen Hilfsmitteln auszugleichen sowie Bewässerungsanlagen wieder in Stand zu setzen, die durch den Zyklon Aila zerstört worden waren. 2010 unterzeichnete Außenminister Spindelegger einen Kreditvertrag über rund 5 Mio. EUR für die Elektrifizierung von elf Bergdörfern.

2012 besuchte der damalige zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer das Partnerland und führte Gespräche mit hochrangigen Vertretern des bhutanischen Parlaments. Während Entwicklungszusammenarbeit den Kern der bilateralen Beziehungen zwischen Bhutan und Österreich darstellte, betonte Neugebauer seine darüber hinausgehende Unterstützung zur „Vertiefung und Erweiterung des exzellenten Verhältnisses zwischen den beiden Ländern durch eine Verstärkung der Kontakte auf politischer Ebene, insbesondere um den Demokratisierungsprozess in Bhutan zu unterstützen“. Unter Leitung von Sektionsleiterin Bernadette Gierlinger (BMWFJ) besuchte 2013 eine österreichische Wirtschaftsdelegation Bhutan und traf u.a. mit Premierminister Tshering Tobgay, Außenminister Rinzin Dorji, Informations- und Kommunikationsminister D.N. Dhungyel, Wirtschaftsminister Norbu Wangchuk und Bautenministerin Dorji Choden zusammen. Im Oktober 2014 besuchte der bhutanische Parlamentspräsident Jigme Zangpo mit einer Parlamentarierdelegation Österreich. Sie trafen dabei den österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und führten Gespräche mit Mitgliedern des Unterausschusses für Entwicklungszusammenarbeit des Außenpolitischen Ausschusses. Zudem erfolgte eine Teilnahme am Festakt „25 Jahre Zusammenarbeit Bhutan und Österreich“ im BMEIA. Im selben Zeitraum führte der bhutanische Wirtschaftsminister Norbu Wangchuk Gespräche mit Leiterin der Sektion für Außenwirtschaftspolitik und Europäische Integration im BMWFW Bernadette Gierlinger, mit Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA) Martin Ledolter sowie mit Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich Richard Schenz. Im Zuge dessen wurde ein Memorandum of Understanding über die Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Handel und technische Zusammenarbeit unterzeichnet.


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