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Der Aufbau eines Bildungswesens nach europäischem Vorbild begann in Bhutan 1961. Zuvor gab es ausschließlich Klosterschulen. Das Bildungssystem ist folgendermaßen gegliedert: ein Jahr Vorschule, sechs Jahre Grundschule (Einschulung mit sechs Jahren), je zwei Jahre untere, mittlere und höhere Sekundarstufe, drei Jahre Hochschulbildung. 2002 wurde die Royal University of Bhutan gegründet, in der schrittweise die zehn spezialisierten Ausbildungs- und Forschungsinstituten (darunter das renommierte Sherubtse College) der höheren Bildung zusammengeführt wurden. In der Vergangenheit wurde im Zuge dessen der tertiäre Bildungssektor umfassend konsolidiert. 2006 schlossen die ersten Ingenieure und Ingenieurinnen mit einem RUB-Diplom ab. Es werden dreijährige Diplom- und Bachelorkurse angeboten. 2008 wurde ein neues Diplomstudium für Wirtschaftswissenschaften eingerichtet. Als Unterrichtssprachen gelten Dzongkha und Englisch.

In Zusammenarbeit mit Österreich wurde 2005 mit dem Bau einer Tourismus-Ausbildungsstätte, dem Royal Institute for Tourism and Hospitality, durchgeführt. Man beschloss ab 2010 einen Diplomkurs für Tourismusmanagement auf internationalem Niveau anzubieten.

Die nationalen Bildungsstandards laut statistischer Erhebungen liegen weit über dem Durchschnitt Südasiens. 2014 betrug die Schulbesuchsrate in der Primärschule 85,6% und die Schulabschlussrate 97%. 2015 konnten 64% der über 15-Jährigen lesen und schreiben. Einen wichtigen Beitrag zu diesen Ergebnissen lieferte ein erfolgreiches non-formales Bildungsprogramm, das 777 LehrerInnen und 14.694 SchülerInnen betraf. Die seit den 60er Jahren begonnene Bildungsreform ließ ein duales Bildungssystem entstehen, das einen klösterlich-modernen Charakter aufweist und einer breiten Bevölkerungsschicht einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung ermöglicht.

Ein wesentliches Element der Bildungsstrategie ist, die Nationalsprache Dzongkha im Unterricht zu fördern. Im Gegenzug dazu wurde ein neues Curriculum für Englisch für spezifische Altersgruppen konzipiert. Probleme im Bildungswesen bereitet nach wie vor der Mangel an qualifizierten LehrerInnen, besonders in ländlichen Gebieten. In der nationalen Bildungspolitik wurde daher ein Schwerpunkt in der Förderung der LehrerInnenausbildung für die Primarschulbildung an den beiden nationalen Ausbildungsinstituten gelegt. Viele Schulen sollten zudem Unterkünfte, um Kindern aus entlegenen Siedlungen den Schulbesuch zu ermöglichen, haben.

Weiterführende Literatur zu Entwicklungsgrundlagen in Bhutan