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Obwohl Bhutan bereits die laufenden Haushaltsausgaben aus Eigenmitteln decken konnte, müssen Investitionsausgaben weitgehend durch ausländische Hilfe finanziert werden. Damit kommt der internationalen Gebergemeinschaft bei der Umsetzung und Finanzierung der bhutanischen Entwicklungsstrategie große Bedeutung zu. Die Regierung hat im Mai 1999 ihr Programm "Bhutan 2020" vorgestellt, eine "Vision für Frieden, Wohlstand und Glückseligkeit". Darin werden die Entwicklungsziele in fünferlei Weise formuliert, nämlich menschlich, kulturell, ausgewogen, institutionell und ökologisch nachhaltig. International Aufsehen erregte der bereits erwähnte neue Maßstab des Bruttosozialglücks. Ein großer Teil der Auslandshilfe an Bhutan wird in Form von Zuschüssen geleistet, der Rest sind Kredite zu günstigen Bedingungen. In diesem ist vorgesehen, dass die laufenden Regierungsausgaben aus eigenen Einnahmen gedeckt werden, während die Entwicklungsinvestitionen größtenteils aus Mitteln der ausländischen Kooperation aufgebracht werden sollen. Die Regierung Indiens, der zahlenmäßig bedeutendsten Gebernation, kündigte an, große Summen für die Umsetzung des zehnten Fünfjahresplans zur Verfügung zu stellen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bezifferte die offizielle Entwicklungshilfe (netto ODA) für 2010 auf 131 Mio.US$ (Anteil am Bruttonationaleinkommen: 9,2%); 56% der Gesamt-ODA war bilaterale Hilfe. 2016 betrug die Netto-ODA an Bhutan 51,5 Mio. USD. Schwerpunkte der internationalen Hilfe für Bhutan sind neben der Entwicklung der Wasserkraftreserven die Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Bildung sowie das Gesundheitswesen.

Die Anzahl der in Bhutan engagierten GeberInnen ist relativ klein und überschaubar. Der Staat nimmt bei der Auswahl der Partner der Entwicklungszusammenarbeit eine selektive Haltung ein und bevorzugt Partnerschaften mit multilateralen Organisationen sowie mit kleineren und neutralen europäischen Staaten, die keine direkten politischen Interessen in Bhutan haben. Mit dieser Diversifizierung seiner EntwicklungspartnerInnen sucht Bhutan seinen Spielraum gegenüber dem mächtigen Nachbarn und Förderer Indien zu vergrößern, ohne dabei dessen sicherheitspolitische Interessen zu verletzen.

Bhutan zählt zu den Ländern, die pro Kopf hohe EZA-Leistungen erhalten. Nach allgemeiner Auffassung der GeberInnen zieht die bhutanische Regierung in der Entwicklungszusammenarbeit die Fäden und bestimmt die Hauptorientierung der entsprechenden Aktivitäten. In der stark zentralisierten Finanz- und EZA-Verwaltung übernimmt das Finanzministerium die Koordination für alle externen Finanzierungen. Die gesamte Auslandshilfe ist daher zusammen mit den nationalen Ressourcen in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfasst, ausgenommen gebundene Kredite. Zur Koordinierung der GeberInnen fanden bereits regelmäßige Round-Table-Treffen (RTM) statt (Mitorganisator: UNDP) und bei denen die Unterstützung der GeberInnengemeinschaft (VertreterInnen von Regierungen, multilateralen Organisationen und einzelner NGOs) abgestimmt wird. Die RTM stellen die wichtigste Ebene für die Koordinierung zwischen der Regierung und ihren PartnerInnen in der Entwicklungszusammenarbeit dar.


Gesamte empfangene ODA
Anteil Bilateral/Multilateral und Zuschüsse/Kredite (in Mio. US$)

  1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
GESAMT-ODA 66,8 53,3 60,5 73,3 76,6 77,9 89,5 94,1 89,8 86,5 125,4 131,3 141,2 161,7 136,8 130,7 97,3 51,5
bilaterale ODA in % 78 63 70 59 68 68 63 54,5 48,7 56,8 44,1 58 50,8 49,7 43,3 37,3 38,2 59,4
multilaterale ODA in % 22 37 30 41 32 32 37 45,5 51,2 42,9 55,1 41,5 48,9 49,6 55,6 61,9 60,8 38,3
grants in % der ODA 90 79 78 71 84 82 78 82 84 89 67 68 68,6 64,9 79,6 60,9 83,9 115,3
loans in % der ODA 10 21 22 29 16 18 22 18 21 17 39 38 36,5 41,1 26,4 54,5 26,8 6,4

Quelle: OECD: Geographical Distribution of Financial Flows to Aid Recipients, div. Jahrgänge; eigene Berechnungen


Weiterführende Literatur zur Entwicklungszusammenarbeit mit Bhutan