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Braindrain und seine Auswirkungen auf Entwicklungsländer

Margarita Langthaler / Sandra Hornoff

Wien, April 2008

Die Abwanderung von Fachkräften und Hochqualifizierten aus Entwicklungsländern, umschrieben mit dem Begriff "Braindrain", ist ein Teilaspekt des Phänomens Migration und wird im Zusammenhang mit Entwicklung kontrovers diskutiert. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Braindrain in Folge der Zwischenstandsüberprüfungen der UN-Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) zuteil, als sichtbar wurde, dass der Fachkräftemangel in Schlüsselsektoren viele Entwicklungsländer daran hindern wird, die MDGs zu erreichen. Besonders betroffen ist in diesem Zusammenhang der Gesundheitssektor, in dem das Fehlen von Ärzten und Pflegepersonal in manchen Ländern drastische Ausmaße angenommen hat.

Braindrain wird jedoch in der internationalen Debatte nicht nur als Problem angesehen. Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten wird heute versucht, die potentiell entwicklungsfördernden Effekte der Abwanderung von Fachkräften und Hochqualifizierten herauszuarbeiten bzw. ein differenziertes Bild der Auswirkungen zu zeichnen. Letztlich herrscht weder in der Policy- Diskussion der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) noch in der wissenschaftlichen Debatte Einigkeit darüber, wie die Auswirkungen der Migrationsflüsse von Qualifizierten auf Entwicklungsländer einzuschätzen sind.

Das vorliegende Dokument geht zunächst auf die Diskussion über die Zusammenhänge zwischen Migration und Entwicklung ein, die heute auf internationaler Ebene geführt wird. Dazu werden die Positionen und Strategien von UNO, EU, OECD und der bilateralen Geberorganisationen beleuchtet. Anschließend wird das Phänomen Braindrain aus Entwicklungsländern in seinen Formen und Dimensionen untersucht und die kontroverse Diskussion über seine Auswirkungen auf die Herkunftsländer - sofern diese Entwicklungsländer sind - dargestellt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der spezifischen Debatte um Braindrain, Migration und die MDGs. Anschließend werden die gängigen Strategien zum Umgang mit Braindrain in der EZA sowie die Frage der Kohärenz, vor allem in Hinblick auf die EU, besprochen.

Das vorliegende Dokument geht kursorisch, jedoch nicht ausführlich auf die Thematik der Rücküberweisungen von Migrant/innen in ihre Herkunftsländer ein, welche oft im Zusammenhang mit Braindrain diskutiert wird. Ein ÖFSE-Briefing Paper, das sich zurzeit in Vorbereitung befindet, wird sich eingehend mit dieser Fragestellung befassen.

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