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Hoffnungsträger PRSP

Eine Bilanz der ersten Jahre

Karin Küblböck

Wien, September 2006

Poverty Reduction Strategy Papers (PRSPs) bilden heute - sieben Jahre nach ihrer Einführung - eine wesentliche Grundlage für Leistungen der Entwicklungszusammenarbeit. Das Konzept der Poverty Reduction Strategy Papers wurde 1999 bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank verabschiedet und kann als ein Ergebnis vieler Debatten und Kontroversen über Entwicklungszusammenarbeit gesehen werden, die in den 1990er Jahren geführt wurden.

Seit der Einführung der Initiative ist die Formulierung eines PRSP Voraussetzung für Schuldenerlass und für konzessionelle Kredite der Internationalen Finanzinstitutionen. Auch zahlreiche bilaterale Geber orientieren ihre Entwicklungshilfeleistungen, insbesondere die Gewährung von Budgethilfe an der Erstellung eines PRSP und dessen Annahme durch IWF und Weltbank.

Mittlerweile haben rund 70 Länder einen PRS-Prozess initiiert, 49 davon haben ein endgültiges PRSP verabschiedet darunter 11 Schwerpunkt- und Partnerländer der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sowie 3 Länder der Schwerpunktregion Südosteuropa. In etlichen Ländern wird mittlerweile eine "zweite Generation" von PRSPs ausgearbeitet, fünf der österreichischen Schwerpunkt- und Partnerländer - Burkina Faso, Nicaragua, Senegal, Tansania und Uganda, haben das zweite PRSP bereits abgeschlossen (Stand September 2006).

Die ÖFSE beschäftigt sich seit 2001 mit dem Thema PRSP. Im Rahmen des Projektes wurden etliche Studien erstellt sowie Veranstaltungen und Diskussionsprozesse organisiert. Im Juni 2003 wurde eine Bilanz erstellt, die Ergebnisse der durchgeführten Vor-Ort Recherchen sowie Diskussionsprozesse zusammenfasste. Dieses Dokument, das auf Basis von vorliegenden Studien erstellt wurde, soll die Fortschritte bei der Initiative sowie den aktuellen Stand der Diskussion reflektieren.

In der Folge werden angelehnt an die Kernprinzipien des PRSP-Ansatzes bisherige Erfahrungen mit der Formulierung und Umsetzung von PRS-Strategien skizziert und analysiert.

Die Analyse gliedert sich wie folgt auf: Zu Beginn wird auf die Empfängerseite eingegangen und die Frage gestellt, inwieweit die Umsetzung der Initiative dem Ziel der Eigenverantwortung (Ownership) durch die Empfängerländer gerecht wird. Im Anschluss wird die Geberseite beleuchtet und auf das Thema der Geberharmonisierung sowie der Rechenschaftspflicht und Verantwortung eingegangen. Der folgende Teil beschäftigt sich mit Aspekten, die die inhaltliche Qualität der PRSPs betreffen. Im letzen Kapitel werden bisherige Erfahrungen im Bereich der zivilgesellschaftlichen Partizipation skizziert. Schlussfolgerungen, die aus den verschiedenen Kapiteln abgeleitet werden, schließen das Papier ab.

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