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Internationale Trends in der Bildungsförderung im Rahmen der Kapazitätenentwicklung für die Millenniums-Entwicklungsziele

Margarita Langthaler

Wien, Juni 2007

Die Zwischenstandsüberprüfung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) im Jahre 2005 ist unter anderem zu dem Ergebnis gekommen, dass erhebliche Kapazitätsmängel in vielen Sektoren der Erreichung der MDGs im Wege stehen. Besonders deutlich zeichnet sich der Fachkräfte- und Strukturmangel im Gesundheitsbereich ab. Infolgedessen gewann in der internationalen Diskussion die Frage der Kapazitätenentwicklung in Schlüsselbereichen rasch an Bedeutung. Dies hat in der internationalen Bildungsförderung eine Trendwende eingeläutet bzw. verstärkt, welche die bis dato vorherrschende Konzentration auf die Primarschule in Frage stellte und stattdessen die Notwendigkeit von ganzheitlichen Strategien bei der Bildungsförderung aufzeigte. Insbesondere der lange vernachlässigte Bereich von Höherer Bildung und Wissenschaft und Forschung wurde durch die Ergebnisse der MDG-Zwischenstandsüberprüfung in den Vordergrund gerückt. Doch auch im Bereich der Sekundar- und Berufsbildung hat die jüngste Diskussion zu einer Veränderung der Geberpraxis geführt.

Prinzipiell bildete sich durch die Diskussion um die Zwischenstandsüberprüfung der MDGs ein umfassendes Verständnis dafür heraus, dass Kapazitätenentwicklung für die MDGs als ein breiter und sektorübergreifender Policy-Ansatz in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) verankert werden muss. Ziel dieses Ansatzes ist es einerseits, den Süden bei der Ausarbeitung wissensbasierter MDG-Strategien zu unterstützen, andererseits diesen Ansatz in den Geberinstitutionen zu verankern. Neu und als relativ radikale Trendwende ist hierbei vor allem die Tatsache anzusehen, dass der Anschluss der Entwicklungsländer an die globale Wissensgesellschaft als unabdingbar und von größter Dringlichkeit verstanden wird.

Das mehrdimensionale Konzept der Kapazitätenentwicklung weist weit über den eigentlichen Bildungssektor hinaus und gibt methodisch einen integrierten Ansatz vor. Im Wissen um die Breite des Konzeptes und die unterschiedlichen Umsetzungsbereiche beschränkt sich das vorliegende Working Paper bewusst auf die Aufarbeitung von Trends, die den Bildungssektor betreffen. Die aktuelle Diskussion um Kapazitätenentwicklung zur Erreichung der MDGs hat sich seit der MDG-Zwischenstandsüberprüfung der sekundären und vor allem der tertiären Bildungsebene zugewandt. Die sich hieraus ergebenden Trends in der Geberpraxis auf diesen beiden Ebenen stehen daher im Vordergrund.

Das vorliegende Dokument geht zunächst auf die Bedeutung des Bildungssektors für die Kapazitätenentwicklung zur Erreichung der MDGs ein und umreißt die wesentlichen Herausforderungen im Bildungssektor in den Entwicklungsländern. In der Folge werden die wichtigsten Trends in der Bildungsförderung im sekundären und tertiären Sektor sowie in Wissenschaft und Forschung dargelegt. Analog zur Intensität der internationalen Debatte und der verfügbaren Literatur fällt das Hauptgewicht der Darstellung der tertiären Ebene bzw. Wissenschaft und Forschung zu. Abschließend diskutiert das Papier einige Problembereiche, die mit diesen Trends verbunden sind.

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