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Was bedeutet Wirksamkeit von Entwicklung?

Ein begriffsorientiertes Diskussionspapier

Clemens Six

Wien, Juli 2008

Die internationale Gemeinschaft ist gegenwärtig von einer entwicklungspolitischen Frage besonders eingenommen, nämlich der Frage nach der Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und Entwicklungspolitik. Das seit dem Ende des Zweitens Weltkrieges und den Phasen der Dekolonisation in Afrika und Asien bestehende Feld der EZA ist unter Druck geraten. War es im Kalten Krieg noch im Sinne der bipolaren Weltordnung möglich, diese "Hilfe" an Länder im Süden durch politisch-ideologische Solidarität zu rechtfertigen, so sieht sich die EZA heute grundsätzlichen Fragestellungen gegenüber, die sich mit einer Offensive zum Thema Wirksamkeit zu begegnen sucht. Angesichts neuer internationaler Herausforderungen wie dem Klimawandel, Migration oder Sicherheitsfragen ist die EZA gefordert, ihre Relevanz in Bezug auf diese neuen Herausforderungen, aber auch in Bezug auf ihre "klassischen" Aufgabengebiete wie Armutsminderung erneut zu formulieren und zu untermauern.

Die internationale Betriebsamkeit um diese Frage der Wirksamkeit bringt mit sich, dass die beiden Begriffe Entwicklung und Wirksamkeit zu Säulen einer aktuellen Debatte wurden, die sehr heterogen und auf vielen verschiedenen Ebenen geführt wird. Dieses Papier ist darum bemüht, unterschiedliche Zugänge und Definitionen aufzuzeigen, gegeneinander abzugrenzen und zu problematisieren, um auf diese Weise zu einer Ausweitung der Diskussion selbst beizutragen. Diese Ausweitung der Diskussion scheint deshalb notwendig, weil mit der Frage der Wirksamkeit die Sinnfrage von Entwicklungskooperation als solche gestellt ist. Es geht also um die Grundlagen der internationalen Verhältnisse und um die Struktur der Beziehungen zwischen reichen und armen Gesellschaften. Erst eine Ausweitung der aktuellen Debatte über Wirksamkeit kann diesen Dimensionen gerecht werden, da der momentane politische Fokus aus unterschiedlichen Gründen viel zu eng gesetzt ist, um tatsächliche Fortschritte im Sinne ausgewogener, nachhaltiger globaler Entwicklung zu ermöglichen.

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