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Zurück zur ÜbersichtResearch Report 12

Increasing resilience and security of supply production post-COVID-19: from global to regional value chains?

Case Studies on medical and pharmaceutical products

Jan Grumiller / Hannes Grohs / Christian Reiner

Wien, März 2021

Die COVID-19-Pandemie hat die Anfälligkeit globaler Wertschöpfungsketten (GVCs) für Medizinprodukte und Pharmazeutika offengelegt. Vor diesem Hintergrund haben sich die Debatten über verschiedene wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz von Lieferketten intensiviert. Allerdings herrscht aktuell keine Einigkeit darüber, welche Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit für ‚kritische‘ oder ‚essenzielle‘ Produkte in der Europäischen Union (EU) erforderlich sind, und selbst die Definition dieser Produkte ist Gegenstand der Diskussion.

Der vorliegende Report präsentiert eine detaillierte Analyse der GVCs medizinischer und pharmazeutischer Produkte mit dem Ziel ein besseres Verständnis für ihre Vulnerabilitäten zu schaffen und so Potenziale zur Erhöhung ihrer Resilienz zu identifizieren. Angesichts der großen Produktvielfalt innerhalb des Medizin- und Pharmasektors präsentiert der Report drei Fallstudien zu repräsentativen Produkten für jeden der beiden Sektoren bzw. GVCs: (i) Beatmungsgeräte, (ii) medizinische Handschuhe und (iii) Beatmungsgeräte für medizinische Produkte und (a) Penicillin (Antibiotikum), (b) Paracetamol (Analgetikum) und (c) Heparin (Antikoagulans) für pharmazeutische Produkte. Der Schwerpunkt der Analyse der medizinischen und pharmazeutischen GVCs unterscheidet sich, da sich die COVID-19-Pandemie auf die Produkte unterschiedlich auswirkte: Die meisten Länder in der EU waren Anfang 2020 mit Engpässen bei verschiedenen kritischen medizinischen Produkten konfrontiert. Dies hat zu negativen Auswirkungen auf PatientInnen und MitarbeiterInnen des Gesundheitswesens geführt. Im Gegensatz dazu waren COVID-19-induzierte Engpässe bei pharmazeutischen Produkten bisher – mit einigen wenigen Ausnahmen – selten und mit sehr begrenzten negativen Auswirkungen für PatientInnen. Die COVID-19-Pandemie hat jedoch bereits bestehende sowie potenzielle Vulnerabilitäten für verschiedene pharmazeutische Lieferketten in der EU aufgezeigt.

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