Detail ÖFSE-Forum

Zurück zur ÜbersichtÖFSE-Forum 31

Education for All

The Contribution of State and Civil Society Based on the Example of Deprived Children in Urban Slum Areas in India

Michaela Flenner

Jänner 2007 | 978-3-9502306-1-1

Vor dem Hintergrund der internationalen Bildungsinitiative Education for All befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Bildungssituation in Indien. Education for All (EFA) hat seit der ersten Weltbildungskonferenz 1990 in Jomtien, Thailand, an Bedeutung gewonnen und bildet heute einen wichtigen Bezugspunkt sowohl für Bildungsreformen in den Entwicklungsländern als auch für die internationale Entwicklungszusammenarbeit im Sektor Bildung.

 Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Grundbildung für gesellschaftliche Entwicklung und berücksichtigt hierbei insbesondere die Rolle von Bildung bei der Geschlechtergleichstellung und spezifischen Förderung von Frauen und Mädchen. Der sozioökonomische, politische, gesellschaftliche und gesundheitliche Nutzen von Grundbildung wird beleuchtet.

Die Arbeit liefert weiters einen Überblick über bestehende internationale Vereinbarungen, die mit der EFA-Initiative im Zusammenhang stehen bzw. als deren Vorläufer anzusehen sind, einen Vergleich Indiens mit anderen Ländern, v.a. mit China, sowie eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen ökonomischen Modellen zur Finanzierung von Bildung.

Im zweiten Teil wird die Bildungssituation in der Primarbildung in Indien unter Berücksichtung der Aspekte Armutsminderung und Bildungszugang für unterprivilegierte Kinder analysiert. Die Arbeit fokussiert hierbei auf die Bildungsprogramme zur Erhöhung der Alphabetisierungsrate und zur allgemeinen Verbesserung der Bildungssituation in Indien, die Rolle der Lehrkräfte sowie die Bedeutung von NGOs in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen bei der Erreichung der am stärksten benachteiligten Kinder. Exemplarisch wird die Arbeit der NGO "Praya" in Delhi vorgestellt.

Fazit der Arbeit ist, dass trotz wesentlicher Verbesserungen das Bildungssystem Indiens nach wie vor mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat. Dem hohen Bevölkerungswachstum steht fehlendes Lehrpersonal gegenüber, die Durchführung von Bildungsprogrammen erweist sich in der Praxis aufgrund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und des teils fehlenden politischen Willen als schwierig. Obwohl bereits die indische Verfassung von 1949 verpflichtende und freie Schulbildung für alle bis zum Alter von 14 Jahre festschreibt, ist Indien von der Umsetzung der internationalen Bildungsdeklaration Education for All noch entfernt.

Zurück zur Übersicht