Detail Österr. Enwicklungpolitik

Zurück zur ÜbersichtÖsterreichische Entwicklungspolitik 2003

¿Entwicklung+Wirtschaft - Wirtschaft+Entwicklung?

ÖFSE (Hrsg.)

Wien, Dezember 2004 | 3-900592-88-8

Wirtschaftsentwicklung wird in den internationalen Foren der Entwicklungsdiskussion als eine Grundvoraussetzung für nachhaltige Armutsminderung in Entwicklungsländern angesehen, da dadurch zusätzliche Arbeitsplätze bzw. Einkommen geschaffen werden und somit zur Existenzsicherung sowie gesteigerter Wohlfahrt der Bevölkerung beigetragen werden kann.

Die Beteiligung der Privatwirtschaft an Entwicklungsprozessen in Afrika, Asien und Lateinamerika als Partner der Entwicklungszusammenarbeit ist in den letzten Jahren von multi- und bilateralen Geberorganisationen wieder entdeckt worden. Initiativen wie der "Global Compact" der Vereinten Nationen oder der Ansatz "Corporate Social Responsibility" appellieren an eine bewußte soziale Verantwortlichkeit von Unternehmen, um mit ihrem Engagement in Entwicklungsländern zu Wirtschaftswachstum und in weiterer Folge zur Armutsreduktion beizutragen. Im Monterrey Konsensus, der als Ergebnis der UN-Konferenz zur Finanzierung von Entwicklung im Jahr 2002 in Mexiko beschlossen wurde, werden internationaler Handel und ausländische Direktinvestitionen als Motoren von Wirtschaftswachstum und zugleich als Instrument der Armutsbekämpfung angesehen. Die Europäische Union vertritt gleichfalls die Ansicht, dass Handel und Direktinvestitionen wirtschaftliche Entwicklung am effizientesten vorantreiben können. So wurde in den Cotonou-Verträgen, welche die Beziehungen der EU mit den AKP Ländern regeln, speziell auch auf WTO-Verträglichkeit Rücksicht genommen. Auch von bilateralen Gebern werden vermehrt Partnerschaften mit der Privatwirtschaft als Instrument zur Armutslinderung eingesetzt.

"Wirtschaft und Entwicklung" wird im aktuellen Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik als Schwerpunkt betont. Diese Schwerpunktsetzung gilt zugleich für die seit Beginn 2004 eingerichtete Austrian Development Agency (ADA) als Politikvorgabe und als wesentliches Argument für die ADA-Gründung an sich. Ziel dabei ist, die wirtschaftliche Entwicklung in den jeweiligen Partnerländern gezielt zu forcieren und dabei das österreichische Potential verstärkt in die Entwicklungszusammenarbeit mit einzubeziehen. Mit der vorliegenden Publikation möchte die ÖFSE einen objektivierenden Beitrag zur Diskussion über "Wirtschaft und Entwicklung" leisten und dabei verschiedene Aspekte beleuchten, als Grundlage zugleich für eine Versachlichung des Dialoges über das zweifellos wichtige Thema.

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