Detail Research Report

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Auswirkungen von TTIP auf die österreichische Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion.

Beschäftigungs- und Struktureffekte

Michael Miess / Werner Raza / Christian Reiner / Stefan Schmelzer / Bernhard Tröster

April 2016

ÖFSE/IHS-Studie.

Seit März 2013 verhandeln die EU und die USA unter dem Namen ‚Transatlantic Trade and Investment Partnership‘ (TTIP) über ein umfassendes Freihandels- und Investitionsabkommen. Hauptziel ist es, Handelsbarrieren zu senken, um so den bilateralen Handel zu steigern und damit Beschäftigungs- und Wachstumsimpulse zu generieren. Die von der Europäischen Kommission propagierten positiven Effekte dieser Liberalisierung stehen jedoch stark in der Kritik (Raza et al. 2014). Im Fokus der Verhandlungen steht die Reduzierung von nicht-tarifären Handelshemmnissen über die Angleichung oder Vereinheitlichung von Standards. Da diese im Agrarbereich als besonders hoch gelten, ist zu erwarten, dass Absenkungen in diesem Bereich deutliche Effekte haben werden.

Bestehende, modellbasierte Studien, siehe etwa Bureau et al. (2014), kommen zu dem Schluss, dass die Wertschöpfung in den Sektoren Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion auf Grund von TTIP in Österreich sinkt. Vor diesem Hintergrund scheint es angebracht, die Hypothese, inwiefern durch TTIP in Bezug auf und spezifisch für diese Sektoren negative volkswirtschaftliche Effekte für Österreich entstehen können, mittels quantitativer ökonomischer Modelle im Detail zu untersuchen. Für diese Studie kommen zu diesem Zweck ein durch die ÖFSE entwickeltes makroökonomisches Weltmodell sowie ein auf Österreich kalibriertes sektorales Arbeits- und Energiemarktmodell des IHS zum Einsatz. Zentrum der Analyse sind Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte, die sowohl aus Veränderungen der Handelsströme zwischen Österreich und den USA, als auch aus strukturellen Auswirkungen auf Landwirtschaft und dem Nahrungsmittelsektor auf Grund von TTIP resultieren.

Die weitere Struktur des Berichts gestaltet sich wie folgt: nach einer kurzen Einführung in Hintergrund und Ausgangslage zu TTIP, Handelsstruktur der österreichischen Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion, bestehende Handelshemmnisse sowie in die bisherige Literatur zu modellbasierten Analysen des Freihandelsabkommens (Kapitel 2), werden in Kapitel 3 die durch TTIP induzierten Veränderungen der Handelsströme von und nach Österreich anhand einer Analyse mittels des ÖFSE-Weltmodells für zwei Szenarien dargestellt. Das abschließende Kapitel 4 liefert eine Beschreibung der Analyse der ökonomischen Effekte von TTIP in Österreich. Dabei werden zuerst Untersuchungen zu Auswirkungen von TTIP auf den Strukturwandel in Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion sowie die dafür verwendete Methodik dargestellt (Kapitel 4.1). Danach wird in Kapitel 4.2 auf die Bestimmung von Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten mittels des IHS-Arbeits- und Energiemarktmodells eingegangen. Zuletzt skizziert Kapitel 4.3 qualitative Aspekte des Strukturwandels, insbesondere in Hinblick auf die Betroffenheit von Qualitätsproduzenten.

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