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Putting Migrants and Refugees on the Development Agenda

A qualitative comparable cases research on the Global Forum on Migration and Development and the UNHCR-led discussion on Targeting Development Assistance in the framework of Convention Plus

Saskia Koppenberg

Wien, Dezember 2010 | 978-3-9502964-7-1

Das Globale Forum über Migration und Entwicklung (GFMD) wurde 2007 als ein informeller und freiwilliger Dialog zwischen UN-Mitgliedsstaaten gegründet. Ziel ist der Austausch von Ideen und Strategien zum Umgang mit internationaler Migration auf der Ebene politischer EntscheidungsträgerInnen. In ihrer qualitativ-vergleichenden Inhaltsanalyse zeigt die Autorin Saskia Koppenberg, dass sich die Diskussionspapiere des GFMD vor allem auf zirkuläre und temporäre Arbeitsmigration konzentrieren und von einem ökonomisch geprägten Entwicklungsdenken ausgehen. Es wird ein modernisierungstheoretischer Ansatz verfolgt, der in Migration vor allem einen Kapitaltransfer in die globalen Zentren sieht.

Die zweite Fallstudie, der Dialog über Targeting Development Assistance des UNHCR konzentriert sich im Gegensatz dazu auf erzwungene Migration - Flüchtlinge, intern Vertriebene und RückkehrerInnen. Dieser Dialog ist durch ein alternatives Entwicklungsdenken charakterisiert, welches laut der Autorin der Diplomarbeit die menschliche Entwicklung der MigrantInnen sowie ihren Beitrag zur Entwicklung des Ortes, an dem sie sich - temporär - befinden, in den Vordergrund stellt. In der Arbeit von Saskia Koppenberg wird ein sehr aktuelles Thema behandelt, das von zunehmendem wissenschaftlichen und politischen Interesse ist: der Nexus von Migration und Entwicklung. Die Autorin zeigt deutlich, dass Flüchtlinge und MigrantInnen in den Diskursen über Migration und Entwicklung meist nicht berücksichtigt werden. Durch die Konzentration auf bestimmte Formen von Migration und Entwicklung werden relevante Themen ausgeklammert. Die Autorin stellt hier zu Recht die Frage, welche Migration angesprochen wird und welche Konzepte und Theorien von Entwicklung dem "Sprechen" über Migration zugrunde liegen.

Mit dieser Diplomarbeit werden die beiden Fallstudien GFMD und UNHCR sehr gut in die verschiedenen Migrations- und Entwicklungsansätze eingebettet. Die abschließende Reflexion der beiden Fallstudien ermöglicht eine empirisch und analytisch fundierte Kritik an der Entwicklungspolitik und deren Strategien.

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